Mittwoch, 20. September 2017

Aff un zo

...schaff' ich es, bei Instagram oder Facebook wat zu posten.
Wer also op de Höchte bleiben will, kann sich da umsehen.
Links stehen rechts (hö hö).

Oder hier:

Sonntag, 3. September 2017

Wechseljahre - Der Mönchspfeffer

Ich halte rein gar nichts von pflanzlichen Mitteln.
Wenn mich Malessen quälen, will ich schnelle Linderung und nicht erst 3einhalb Monate warten müssen, bis putzige Zuckerkügelchen vielleicht und eventuell ihre Wirkung tun.
Der liebe Gott hat nicht umsonst die Chemie erfunden und ich greife bei Kopfschmerzen lieber zu Ibuprofen als zu Kaffee mit Zitronensaft.

Nun aber begab es sich, dass meine mannigfaltigen Wechseljahresbeschwerden in den letzten Monaten immer heftiger wurden.
Und zwar derart inakzeptable, dass ich mir beim Kleinen Fabian (aka mein Gyn) eine Portion Hormönchen bestellte.
Aber Ibuprofen, Mucosolvan und Otriven sind das eine.
Synthetische Hormone sind ein ganz anderes Kaliber und deshalb zögerte ich mit der Einnahme. Man man will ja mit 54 nicht an irgendwelchen hormonbedingten Nebenwirkungen zugrunde gehen, nur weil man mit Ende 40 ein Paar Hitzewellen nicht ausgehalten hat, nicht wahr.
Ich legte das Rezept also erstmal beiseite und hörte stattdessen auf das, was meine erfahrenen Leserinnen mir empfahlten (empfiehlten? empfehlten?) und zwar unisono:
Mönchspfeffer aka Keuschlamm aka Liebfrauenbettstroh.
100 Stück, 14 Ocken.
1 pro Tag.
Wirkungseintritt nach 3 - 4 Wochen.

Zwoeinhalb Wochen später war von meinen Zuständen nix mehr zu spüren.
Hitzewellen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, fettige Haut, Unterleibsgerummmel, Dauerhunger, Gelenkschmerzen. Alles weg.
Gut, abgenommen hab ich zwar nüscht, aber hey! keine Hitzewellen mehr zu haben, machen die Wampe echt wett.

Ich pack den Fächer dann wieder weg...

Schluss mit den Gelüsten!
Unvergessen die Nutella-Schnitte mit Schinken und Krautsalat.





Samstag, 26. August 2017

Einladungssucht

Ist das eine anerkannte Krankheit mit ICD und so?
Falls nicht, plädiere ich dafür.
Ich hätte auch schon Patient Zero parat: den Pilot!

November 2016.
Er so:
"Meine Mutter lädt dich und Lucky herzlich zu ihrem Geburtstag nächsten Freitag ein! Wir fahren dann gemeinsam hin* und bleiben über's Wochenende."
*400 km.

Ich freute mich sehr, denn die Pilotenmutter ist cool und dann würden wir endlich auch den Vater kennenlernen.
Also dankte ich der PiMu per Whatsapp hocherfreut für ihre Einladung.

2 Tage Funkstille.
Ungewöhnlich, denn normalerweise antwortet sie noch am selben Tag auf Nachrichten.
3 Tage später:
"Liebe Juliane, ihr seid immer willkommen, aber leider nicht an meinem Geburtstag. Meine Schwester kommt extra aus der Schweiz angereist; sie ist schwer krank und benötigt dann meine ganze Aufmerksamkeit. Ihr könnt aber gerne ein andermal kommen."
Freude verpufft.
Hä, dachte ich, wieso lädt sie mich denn dann erst ein??
Oh.
Moooment!
Pilot zur Rede gestellt.
Stotter stotter... ähm... vielleicht habe ich sie da falsch verstanden.. öhm.. ihr könnt aber sonst immer gerne zu ihr kommen ..bla..

Ja, danke für's Gespräch, Idiot!
Wie kann man denn jemand im Namen einer anderen Person einladen, ohne dass diese Person davon weiß, Herrgott?!


Ostern waren wir dann dort, nachdem sie uns höchstpersönlich eingeladen hatte.


August 2017
Pilot so:
"Meine Mutter kommt am Freitag zu Luckys Geburtstag. Ist dir das recht? Sie möchte euch so gerne wiedersehen. Sie bleibt über's Wochenende, dann könnten wir gemeinsam etwas unternehmen."
Ich freute mich sehr, denn, wie gesagt, im Gegensatz zu ihrem Sohn, ist die PiMu 'ne coole Socke.
Hm, aber wieso teilt sie mir das nicht selbst mit bzw. fragt mich vorher, denn das wäre oldschool und sie ist oldschool.
Leicht alarmiert schrieb ich ihr, dass der Pilot mir mitgeteilt hätte, dass sie gedenke zu kommen und ich mich sehr darüber freuen täte.
Man ahnt es schon, ne?
4(!) Tage Funkstille.
Dann:
"Liebe Juliane, leider habe ich mich mit meinen vielen Terminen übernommen, mein Herz ist bei euch, aber terminlich stoße ich gerade an meine Grenzen, habe mich verzettelt, bla..."
Ja, nee, is' klar, eine zuverlässige und sehr gut organisierte Frau wie sie verzettelt sich ausgerechnet bei einem wichtigen Termin wie Enkelgeburtstag?!
Komm, hör' mer uff!

Als ich dem Pilot daraufhin dringend riet, damit aufzuhören, andere Leute sich gegenseitig einladen zu lassen, wusste das Unschuldslamm üüüüberhaupt nicht, was ich meine, es wäre schließlich der Fehler seiner Mutter gewesen.

Ich kann mir schon denken, wie das ablief.
PiMu: Sohn, Juliane bestätigt gerade per WA mein Kommen! Hast du mich etwa bei ihr eingeladen?! Wir sind doch dann im Urlaub!
Pilot: Oh. Äh...
PiMu: Was hast du getan?! Juliane und Lucky rechnen nun fest mit mir!
Pilot: Äh...
PiMu: Ich weiß! Ich schreibe einfach, ich hätte mich verzettelt...
Pilot: Okeee.

Män, mit dem Typ stimmt auf so vielen Ebenen was nicht, da kann Lucky froh sein, dass er wenigstens EINEN freshen Elternteil hat...


Wie Luckys 3. Geburtstag war, fragt ihr?
Nun ja, da PiMu bekanntlich nicht erschien, der Pilot kurz vorher wegen starker Migräne* absagte und unser Omma ja immer direkt nach Nahrungsaufnahme nach Hause will, recht kurz und gastarm.
*aka: Angst vor meinem Anschiss
Was Luckys Freude über seine tollen Geschenke aber keinen Abbruch tat.
Unser Omma schenkt ihm eine "kleine Gitarre" und nun ratet , wer Abend für Abend vor Youtube sitzt und Ukulele spielen lernt...


Ich hatte extra Geburtstagskrönchen besorgt!



Pro-Tipp übrigens an Väter mit Migräneneigung:
macht es wie die Mütter, werft  euch eine Schmerztablette ein und FUNKTIONIERT EINFACH WEITER!
Probiert mal, ist gar nicht schwer...

Samstag, 19. August 2017

Zu früh gefreut

Mein neuer Job in Kurzfassung: Ach herrje.

Etwas ausführlicher?
Ok.
Pausen sind überbewertet und die gelben Flecken auf dem Teppich sind kein fancy Muster, sondern Hundepisse.
Und das war's auch schon so im Groben.


Für die Detailversessenen:
Während ich vor Jobantritt betete, dass Lucky Luke wenigstens während der Probezeit keimfrei bleiben möge, hoffe ich jetzt das Gegenteil.
Ja, klingt fies, aber ihr wisst was ich meine!

Ich habe schon einige Firmen kennengelernt, aber so ein befremdlicher Laden war noch nie dabei. Oder bin ich nach 8 Jahren öD schon zu versaut für den freien Markt?

Was grundsätzlich vorher gut klang und daherkam, entpuppte sich rasch als nich so dolle.
Ich arbeite zum Beispiel nicht in dem schicken Loft, in dem die Vorstellungsgespräche stattfanden, sondern in einer Zweigstelle, in der es leider auch Räume ohne Fenster gibt. Solche Räume sind eh schon stickig und dank Technik warm, und es wird besonders fies, wenn der glubschäugige Köter des Kollegen mal wieder reingeschifft oder gebläht hat. Also mehrfach täglich.

Die meiste Zeit sitze ich allerdings in einem Großraumbüro mit Trennwand im Rücken und 3 Riesenbildschirmen vor der Nase. Blickkontakt zu Kollegen is nicht.
Wenn man sich unterhält, ruft man halt in den Raum hinein.
Wobei das aber auch nur selten der Fall ist, hier wird nämlich nicht unterhalten, man ist schließlich auf der Flucht.
Ha ha.

Da der Teamleiter sich nicht die Mühe gemacht, uns einander vorzustellen oder mir zu erklären, wer was macht oder wie der Betrieb aufgebaut ist (das ist nämlich ziemlich verzweigt und kompliziert), habe ich das "große Ganze" nicht auf'm Schirm und kapiere folglich die nötigen Details nicht so rasch, wie ich (und die Kollegen) gerne hätten.

Weil so viel zu tun ist, macht hier niemand Pause.
Manche arbeiten teilweise 10 Stunden und stopfen sich zwischendurch nur rasch ein Brötchen oder Süßes 'rein.
Selbst die Raucher hechten vor die Tür und ziehen sich in 30 sec. eine Kippe weg.
Ich habe da schon Menschen mit proppenvollen Hamsterbacken, kauend Richtung Klo jumpen sehen.

Ich werde wechselweise eingearbeitet von einer Neuen, die auch noch nicht alles weiß und von einer langjährigen Mitarbeiterin, die aber 1. nicht gut erklären kann (Halbsätze und so...) und 2. so überlastet ist, dass ich jedes Mal, wenn ich sie zur Hilfe rufe, fürchte, sie erliegt einem Herzinfarkt.

Wenn die Umstände nicht doll sind, hofft man ja wenigstens auf ein nettes Miteinander, nicht wahr? Ein nettes kleines Kennenlernpläuschchen zwischendurch oder so. Gibbet nich'.
Als es Donnerstag hieß "Pizzatag! Donnerstags wird immer was bestellt", freute ich mich darauf, gemeinsam mit den anderen zu essen und bisschen zu quatschen.
Pustekuchen.
Das Essen kam, jeder schnappte sich seine Pizza vom Stapel, verzog sich hinter seine Trennwand und mampfte während der Arbeit.
Wow.

Nichtsdestotrotz arbeiten die meisten da schon viele Jahre und ich hoffe, dass ich dem Geheimnis WARUM UM GOTTES WILLEN??? noch auf den Grund komme.
Die Kohle kann's nicht sein, denn jeder bekommt das Gleiche und das ist, wie ich finde, recht wenig.

Ich habe glücklicherweise nächste Woche 2 Vorstellungsgespräche und würde mich sehr freuen, wenn sich etwas anderes ergeben sollte.


Furzender Fiesling.
Auf die Idee, dem Kollegen zu sagen,
dass er seinen stinkenden Kläffer zuhause lassen soll,
ist wohl noch keiner gekommen.





Meanwhile in da homebase:
KiGa-Ferien.
Babysitter 1 sagt wegen Krankheit ab.
Babysitter 2 sagt wegen Krankheit ab.
Elvis und Lucky 1 Woche alleine zuhause.
Lucky hat nicht nur den Kühlschrank aus-, sondern gleichzeitig das auf dem Boden liegende Bügeleisen eingestöpselt, nicht ohne das darin befindliche Wasser vorher hinter die Tür gekippt zu haben.
Er hat ausprobiert, wieviel Liter Saft sich in die gepolsterte Lehne des Sofas kippen lässt (die genaue Mengenangabe steht allerdings noch aus, da er bereits nach 123 ml von Elvis unterbrochen wurde).
Leider tötete er auch die Balmoral Staffordshire-Schale, das einzige Andenken an unser UrOmma, das mir etwas bedeutet hat und wofür ich IHN dann sehr gerne getötet hätte.
Außerdem hat er den Fön unter Wasser gesetzt und den halben Hausstand über die Balkonbrüstung geworfen, sehr zur "Freude" meiner griesgrämigen Vermieterin.
Aber ab Montag hat der Kiga wieder geöffnet und dann herrschen wieder Zucht und Ordnung!

Sonntag, 13. August 2017

2 Jobs in 3 Tagen

Nach 22 Monaten zäher Suche bekam ich plötzlich zwei Jobzusagen innerhalb von drei Tagen.

Die eine Zusage bekam ich von einem verschlagen aussehenden Mittvierziger, Typ schmieriger Mafiaboss, auf dessen Namen (und denen seiner Brüder, Neffen und Schwippschwägerinnen) zig Firmen verschiedenster Branchen laufen und dem somit heimlich die halbe Stadt gehört.
Mein Arbeitsplatz wäre ein 10 qm-Verschlag ohne Fenster, in der Ecke einer lauten, stinkenden, dreckigen Fabrikhalle, den ich mir mit 2 Kollegen hätte teilen müssen.
Vorteil: nur 8 km von zuhause entfernt.

Aus Gründen entschied ich mich für die Firma, die zwar 20 km entfernt ist (und wir alle wissen, wie sehr ich Autofahren hasse), aber deren Thematik mir zusagt und deren beide Geschäftsführer mir sympathisch sind, und das nicht nur, weil sie meine langjährige Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen schätzen und genau diese Bereiche müssen bedient werden.
Ausgerechnet der kinderlose Chef hielt beim Vorstellungsgespräch ein Loblied auf Mütter und ihre Skills. Stichwort: Organisation und Durchblick.
Dieses Vorstellungsgespräch verlief übrigens dermaßen normal, seriös und geschäftsmäßig, dass es sich tatsächlich nicht lohnen würde, darüber zu bloggen.

Meine gewünschte Stundenzahl wurde ebenso akzeptiert, wie die gemütliche Anfangszeit von 9 Uhr.
Als sie hörten, dass ich jeden Tag 40 km zu fahren habe, sicherten sie mir direkt einen Fahrtkostenzuschuss zu.

Ich solle mir auch keine unnötigen Sorgen machen:
alles, was die Firma und mein Aufgabengebiet betrifft, würde mir ganz langsam und gemächlich nähergebracht, schließlich wisse man, wie schwer ein Wiedereinstieg nach 2 Jahren ohne Arbeit sein kann.

Klingt traumhaft, oder?

Hm.
Als erfahrene Paranoikerin klingt mir das alles ein bisschen zu gut.
Nicht falsch verstehen, ich freue mir den Arsch ab, echt!

But look:
Sie wissen zwar, dass sich meine Zeiten nach der Betreuung meines kleineren Sohn richten, haben aber weder nach seinem Alter noch nach meinen Familienstand gefragt.

Irritierend die Tatsache, dass sie sich noch am selben Tag, an dem ich das Angebot annahm, beim Jobcenter einen Eingliederungszuschuss beantragt haben.
Das teilte mir meine Beraterin dort mit, die so eine flotte Herangehensweise nicht kennt.

Die Probezeit dauert mindestens 8 Monate, wenn ich die überlebt habe, winkt allerdings ein unbefristeter Vertrag.
Ich hoffe nicht, dass sie mich während dieser Probezeit wieder an die Luft setzen, sobald der Zuschuss nicht mehr gezahlt wird.

Nichtsdestotrotz freue ich mich sehr und das nicht nur, weil ich heilfroh bin, dass ich hier rauskomme!
Es sind nämlich immer noch Kiga-Ferien und Babysitter-Omma hat uns grandios im Stich gelassen.
Hat bereits am 3. Tag in den Sack gehauen.
Nachdem sie sich am 1. Tag rasch vom Acker gemacht hatte, weil Lucky pennte; am 2. Tag eine halbe Stunde zu spät kam, und am 3. Tag (Mittwoch) ein schönes Wochenende wünschte und wenn ich Bedarf hätte, könne ich mich ja melden. Ja, äh, mein Bedarf beträgt 10 Tage, wie abgemacht?!
Mit so einer läppschen Arbeitseinstellung gehe ich selbstverständlich nicht in meinen neuen Job.

Jedenfalls übernimmt nun Elvis die 2. Ferienhälfte.
Also drückt mir die Daumen, dass die Jungs sich nicht versehentlich gegenseitig töten und dass ich nicht versehentlich eine Firma in den Ruin treibe.

Freitag, 4. August 2017

Vorstellungsgespräche - Der Kindergeburtstag

Ein mir gänzlich unbekanntes (weil sehr spezielle Werkzeuge produzierendes) Unternehmen hat mich eingeladen.

Im Eingangsbereich hängt ein riesiges Wandtattoo:
"Lasset uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und der Wahrheit. 1, Johannes 3.18"
Oha.
Das und der Satz in der Stellenanzeige "Wir sind ein christlich geführtes Unternehmen" lässt mich nun befürchten, dass hier Nonnen und Mönchen werkeln.

Aber nein, die 3 überaus gut gelaunten Firmenleiter, die mich in einem riesigen Konferenzsaal begrüßen, sind einfach nur sehr gläubige Menschen, wie sich herausstellt.

Wir 4 suchen uns aus der Fülle der dargebotenen Getränke und Kekse etwas aus, plaudern kurz über's Wetter und dann geht er los, der Kindergeburtstag.
Der Personalchef hatte mich bereits am Telefon vorgewarnt, dass das Gespräch ungefähr 90 Minuten dauern wird.

Ein Feuerwerk der guten Laune prasselt auf mich nieder und dieses Bewerbungsgespräch ist das kurzweiligste, das ich jemals erlebt habe; es wird viel gelacht, es werden Anekdoten zum Besten gegeben, der Firmenchef (ein Mittvierziger im schlabberigen Jack & Jones-Shirt {tut das nicht, Männer ab 21, tut das nicht!}) und ich tauschen uns zwischendurch über unsere Kinder im Studentenalter aus und der Personaltyp mahnt mehrmals augenzwinkend zur Ernsthaftigkeit.

Jeder der 3 hat einen Hefter vor sich liegen, daraus lesen sie die Fragen ab, die sie abwechselnd auf mich abfeuern. Kreuzverhör quasi.
Wie behalten Sie in Ihrem Leben den Überblick?
Nehmen Sie die die Bestellung eines Kunden an, der etwas dringend zu einem bestimmten Termin braucht und Sie wissen genau, dass der Termin nicht eingehalten werden kann? (-> Richtige Antwort wahrscheinlich: als Geschäftsfrau JA, als Christin NEIN)
Wie und wo speichern Sie Dateien?
Wie gehen Sie mit einer Zicke im Team um?
Definieren Sie Zicke! Wie heißt das männliche Pendant?
Welche Hobbys haben Sie?
Welche technischen Gimmicks nutzen Sie, abgesehen vom Handy, noch?
usw. usw. usw.

Es folgt eine kleine Konversation auf englisch.

Kaum ist die Kladde abgearbeitet, legt man mir Werkzeuge und so Produktdingens aus Holz und Metall vor und ich soll versuchen, zu erklären, ob und wie die zusammenpassen und sie letztendlich auch zusammenfügen.
Anschließend soll ich alles wieder auseinandernehmen und in eine spezielle Verpackung packen, die ich aber erst falten muss.

Da die Stelle eh nicht passt und ich mich hier nur beworben habe, um ein "Übungs" -gespräch zu ergattern, ist es mir schnurz, wie ich 'rüberkomme, bin ergo relativ locker und habe sogar richtig Spaß dabei.

Kaum ist die Verpackung zusammengefaltet und das Werkzeugdingens reingestopft, kriege ich ein Laptop vorgesetzt. Ich darf aus 3 Aufgaben 1 aussuchen:
1. Briefe zu einem Serienbrief zusammenfügen.
2. Eine einfache Formel in Excel erstellen.
3. Einen Bestellvordruck ausfüllen.

Ich entscheide mich für 3. Wie gut, dass ich so viel über's Internet bestelle! Das kommt mir jetzt zugute.
1. habe ich noch nie gemacht und Excel-Formeln?! Geh' mir wech! Schnallt das überhaupt irgendjemand OHNE abgeschlossenes Informatikstudium?!

Anschließend werde ich durch die gesamte Firma geführt und im Betrieb noch genötigt, verschiedene Werkzeugsdingens zu so Produktdingern zuzuordnen.

Dann werden die Basics besprochen. Ich fühle mich leicht verarscht, als man mir für 35 Stunden 3.000 Ocken brutto bietet.

Nach 90 Minuten ist tatsächlich Schluss.
Man bedankt sich überschwänglich für das amüsante und sehr angenehme Gespräch und verspricht, sich in 3 Tagen zu melden.

3 Tage später erhalte ich die netteste Absage ever, in der man mir von Herzen alles Gute wünscht.
Ich bedanke mich meinerseits für die gebotene Gelegenheit, mich vorstellen gedurft zu haben, woraufhin man sich wiederum herzlich für meine Bedankung bedankt.

Grundsätzlich war das spaßig, aber...
...liebe Personal-Fuzzis, ganz ehrlich, ne? wenn ihr wüsste, wie albern ihr mit solchen Spielchen 'rüberkommt...
Was soll das? Seid ihr nicht in der Lage, einen Bewerber anhand von Ausdrucksweise, Mimik und Gestik, etc., einzuschätzen? Nein? Tja, denkt mal drüber nach...


So, und beim nächsten Mal erzähle ich euch dann, wie es dazu kam, dass ich plötzlich innerhalb von 2 Tagen 2 Jobzusagen bekam...


Label: Vorstellungsgespräche

Dienstag, 1. August 2017

Babysitter des Grauens, Teil 827

Kiga-Ferien stehen an und damit es nicht zu Todesfällen kommt, suchte ich mal wieder einen Babysitter.
Babysitter A ist zeitgleich im Urlaub.
Babysitter B geht als Aupair ins Ausland.
Zeit also, einen neuen zu besorgen.

Babysitterdienst:
die Mädels, die man mir vorschlug, fielen 'raus:
die eine hatte aufgrund ihrer 27 verschiedenen Hobbys nur 1 x pro Quartal Zeit und die andere merkte nach 2x sitten, dass sie mehr Zeit zum Lernen braucht.

Dann erschien in der Zeitung ein Artikel über die frisch diplomierten Babysitter der VHS.
Ich fragte nach, wo man diese Frischlinge buchen könne.
Ja, ähm, das wisse man nicht so genau, wahrscheinlich aber beim Babysitterdienst, oder? Ach, nicht?! Ja, äh, dann müsse man sich erstmal schlau machen und mich zurückrufen.
Nennt mich kleinlich, aber wenn ich seit Jahren Dutzende Gören durch's Babysitterdiplom schleuse, dann weiß ich doch, wie und wo man die anschließend buchen kann!

Es stellte sich heraus, dass ein Ordner existiert, der Heilige Gral der Alleinerziehenden quasi, und zwar im Kindergarten in der Kastanienallee.
Also hin.
Wie schön: alle 5 gelisteten BS wohnen in meine Nähe!
Wie unschön: der Ordner ist dermaßen veraltet, dass 4 der darin aufgeführten Teenies bereits weit weg wohnende Studentinnen sind oder gar selbst Mütter, die ihrerseits Babysitter suchen.
Die 5. kommt zwar zum Kennenlernen, entscheidet sich dann gegen uns und für einen Warenverräumungsjob bei Aldi.
*hmpf*

Also wieder in der ungeliebten Sauerlandgruppe bei FB inseriert.

Es meldet sich eine Kiga-Mutter, die ihre 65-jährige Mutter feil bietet.
'ne Omma. Nun ja, warum nicht...
Immerhin wohnt sie nur 5 Häuser weiter.

Ich rufe sie an, sie redet viel und springt von Thema zu Thema ohne einen Gedanken zu Ende zu formulieren. Mir schwirrt der Schädel, vielleicht bin ich einfach zu denkfaul geworden.
Sie erzählt, dass sie Tagesmutter ist, aber derzeit keine Kinder betreut. Sie würde aber noch regelmäßig Fortbildungen vom Jugendamt mitmachen, bei dem sie als Tagesmutter gemeldet ist. Und deshalb könne sie zum Beispiel nicht am nächsten Mittwoch, da wäre sie nämlich bei solch einem Seminar.
Oh, die Dame scheint ein Glücksgriff zu sein!
Letztendlich machen wir einen Kennenlerntermin für nächsten Mittwoch aus.
Ja, für Mittwoch, um 4! Fragt nich'.

Am nächsten Tag frage ich unsere Kiga-Chefin, ob sie die Frau kennt.
Tut sie nicht, und sie erklärt, dass die hiesigen Tagesmütter gar nichts mit dem Jugendamt zu tun haben, sondern mit dem Sozialdienst der Kirche. Aha?!
Außerdem findet sie es merkwürdig, dass Omma bei dem heutigen Run auf Tagesmütter, gar keine Kinder da hat.
Na super...

Der Termin naht.
Omma kommt 15 Minuten zu spät (was sie zuerst erklärt mit "Meine Tochter musste länger arbeiten und ich passe ja dann auf ihren Kleinen auf", was aber iwie keinen Sinn macht, denn sie hat den Kleinen ja dabei, später mit "Ich wollte Ihnen erst noch 15 Minuten Ruhe gönnen, falls Sie erst um 4 nach Hause gekommen sind").
Ich habe Migräne und schlucke rasch eine Ibu.
Als Omma das sieht, schüttelt es sie: Uuuuuh! Pillenschlucken kann sie nicht mitansehen!
Damals, nach ihrem Nervenzusammenbruch hat sie nämlich so viele Pillen schlucken müssen, da hätte sie heute noch ein Trauma von!
Aha?!

Sie erzählt, wie der Mann sie damals wegen einer Jüngeren verlassen hat und dann das gemeinsame Haus und Geschäft den Bach 'runter sind und alles...
Heute muss sie nur noch 1 Sorte Schlucken, aber wegen ihrer Schmerzen. Sie ist ja neulich, als sie ihren Sohn in Bayern besuchen wollte, notfallmäßig in der Schmerzambulanz gelandet und so sind aus 2 geplanten Monaten Sohnbesuch gleich 4 geworden.
Aha?!
Eine Schmerzambulanz ist doch nichts, wo man notfallmäßig landet und dann bleibt, oder?!

Sie erzählt noch von ihrem Hunden und von ihrer Südküche, in der es sommers so heiß wird, dass sie erst im Herbst wieder die Jalousien hochziehen wird.
Nicht, dass ich mich wundere.
Hallo?! Ich habe die Frau bis gerade gar nicht gekannt, wieso sollte ich mir Gedanken über 'runtergelassene Fremdjalousien machen?!
Als ich frage "Sie wohnen also in Nr. 8? Das ist doch das grüne Haus an der Ecke?", weiß sie nicht mal, dass das Haus grün ist.

Und als ich frage "Sie sind also Tagesmutter?", kommt heraus, dass sie lediglich einen Oma-Kurs der VHS besucht hat, um ihre 2 Enkel zu betreuen, damit ihre Töchter arbeiten gehen können.
Aha?! 
Wenn man 3 Kinder groß gezogen hat, ist ein Oma-Kurs notwendig? So so.

Wir machen trotz allem einen Termin aus, weil ich die Kiga-Mutter nicht vergrätzen will und weil ich weiß, dass Elvis dann da sein wird, der den Tag aufgrund seiner Nachtschicht verpennt.
Geplant sind eigentlich täglich 2 Stunden während der Ferien - aber... Lucky und ich werden am nächsten Tag leider Magendarm bekommen und zack, sind wir die Omma elegant losgeworden.

Aber wer weiß, vielleicht steckt in ihr ja eine verschüttete Mary Poppins und alles wird ganz ganz dufte...


Label: Babysitter