Samstag, 19. August 2017

Zu früh gefreut

Mein neuer Job in Kurzfassung: Ach herrje.

Etwas ausführlicher?
Ok.
Pausen sind überbewertet und die gelben Flecken auf dem Teppich sind kein fancy Muster, sondern Hundepisse.
Und das war's auch schon so im Groben.


Für die Detailversessenen:
Während ich vor Jobantritt betete, dass Lucky Luke wenigstens während der Probezeit keimfrei bleiben möge, hoffe ich jetzt das Gegenteil.
Ja, klingt fies, aber ihr wisst was ich meine!

Ich habe schon einige Firmen kennengelernt, aber so ein befremdlicher Laden war noch nie dabei. Oder bin ich nach 8 Jahren öD schon zu versaut für den freien Markt?

Was grundsätzlich vorher gut klang und daherkam, entpuppte sich rasch als nich so dolle.
Ich arbeite zum Beispiel nicht in dem schicken Loft, in dem die Vorstellungsgespräche stattfanden, sondern in einer Zweigstelle, in der es leider auch Räume ohne Fenster gibt. Solche Räume sind eh schon stickig und dank Technik warm, und es wird besonders fies, wenn der glubschäugige Köter des Kollegen mal wieder reingeschifft oder gebläht hat. Also mehrfach täglich.

Die meiste Zeit sitze ich allerdings in einem Großraumbüro mit Trennwand im Rücken und 3 Riesenbildschirmen vor der Nase. Blickkontakt zu Kollegen is nicht.
Wenn man sich unterhält, ruft man halt in den Raum hinein.
Wobei das aber auch nur selten der Fall ist, hier wird nämlich nicht unterhalten, man ist schließlich auf der Flucht.
Ha ha.

Da der Teamleiter sich nicht die Mühe gemacht, uns einander vorzustellen oder mir zu erklären, wer was macht oder wie der Betrieb aufgebaut ist (das ist nämlich ziemlich verzweigt und kompliziert), habe ich das "große Ganze" nicht auf'm Schirm und kapiere folglich die nötigen Details nicht so rasch, wie ich (und die Kollegen) gerne hätten.

Weil so viel zu tun ist, macht hier niemand Pause.
Manche arbeiten teilweise 10 Stunden und stopfen sich zwischendurch nur rasch ein Brötchen oder Süßes 'rein.
Selbst die Raucher hechten vor die Tür und ziehen sich in 30 sec. eine Kippe weg.
Ich habe da schon Menschen mit proppenvollen Hamsterbacken, kauend Richtung Klo jumpen sehen.

Ich werde wechselweise eingearbeitet von einer Neuen, die auch noch nicht alles weiß und von einer langjährigen Mitarbeiterin, die aber 1. nicht gut erklären kann (Halbsätze und so...) und 2. so überlastet ist, dass ich jedes Mal, wenn ich sie zur Hilfe rufe, fürchte, sie erliegt einem Herzinfarkt.

Wenn die Umstände nicht doll sind, hofft man ja wenigstens auf ein nettes Miteinander, nicht wahr? Ein nettes kleines Kennenlernpläuschchen zwischendurch oder so. Gibbet nich'.
Als es Donnerstag hieß "Pizzatag! Donnerstags wird immer was bestellt", freute ich mich darauf, gemeinsam mit den anderen zu essen und bisschen zu quatschen.
Pustekuchen.
Das Essen kam, jeder schnappte sich seine Pizza vom Stapel, verzog sich hinter seine Trennwand und mampfte während der Arbeit.
Wow.

Nichtsdestotrotz arbeiten die meisten da schon viele Jahre und ich hoffe, dass ich dem Geheimnis WARUM UM GOTTES WILLEN??? noch auf den Grund komme.
Die Kohle kann's nicht sein, denn jeder bekommt das Gleiche und das ist, wie ich finde, recht wenig.

Ich habe glücklicherweise nächste Woche 2 Vorstellungsgespräche und würde mich sehr freuen, wenn sich etwas anderes ergeben sollte.


Furzender Fiesling.
Auf die Idee, dem Kollegen zu sagen,
dass er seinen stinkenden Kläffer zuhause lassen soll,
ist wohl noch keiner gekommen.





Meanwhile in da homebase:
KiGa-Ferien.
Babysitter 1 sagt wegen Krankheit ab.
Babysitter 2 sagt wegen Krankheit ab.
Elvis und Lucky 1 Woche alleine zuhause.
Lucky hat nicht nur den Kühlschrank aus-, sondern gleichzeitig das auf dem Boden liegende Bügeleisen eingestöpselt, nicht ohne das darin befindliche Wasser vorher hinter die Tür gekippt zu haben.
Er hat ausprobiert, wieviel Liter Saft sich in die gepolsterte Lehne des Sofas kippen lässt (die genaue Mengenangabe steht allerdings noch aus, da er bereits nach 123 ml von Elvis unterbrochen wurde).
Leider tötete er auch die Balmoral Staffordshire-Schale, das einzige Andenken an unser UrOmma, das mir etwas bedeutet hat und wofür ich IHN dann sehr gerne getötet hätte.
Außerdem hat er den Fön unter Wasser gesetzt und den halben Hausstand über die Balkonbrüstung geworfen, sehr zur "Freude" meiner griesgrämigen Vermieterin.
Aber ab Montag hat der Kiga wieder geöffnet und dann herrschen wieder Zucht und Ordnung!

Sonntag, 13. August 2017

2 Jobs in 3 Tagen

Nach 22 Monaten zäher Suche bekam ich plötzlich zwei Jobzusagen innerhalb von drei Tagen.

Die eine Zusage bekam ich von einem verschlagen aussehenden Mittvierziger, Typ schmieriger Mafiaboss, auf dessen Namen (und denen seiner Brüder, Neffen und Schwippschwägerinnen) zig Firmen verschiedenster Branchen laufen und dem somit heimlich die halbe Stadt gehört.
Mein Arbeitsplatz wäre ein 10 qm-Verschlag ohne Fenster, in der Ecke einer lauten, stinkenden, dreckigen Fabrikhalle, den ich mir mit 2 Kollegen hätte teilen müssen.
Vorteil: nur 8 km von zuhause entfernt.

Aus Gründen entschied ich mich für die Firma, die zwar 20 km entfernt ist (und wir alle wissen, wie sehr ich Autofahren hasse), aber deren Thematik mir zusagt und deren beide Geschäftsführer mir sympathisch sind, und das nicht nur, weil sie meine langjährige Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen schätzen und genau diese Bereiche müssen bedient werden.
Ausgerechnet der kinderlose Chef hielt beim Vorstellungsgespräch ein Loblied auf Mütter und ihre Skills. Stichwort: Organisation und Durchblick.
Dieses Vorstellungsgespräch verlief übrigens dermaßen normal, seriös und geschäftsmäßig, dass es sich tatsächlich nicht lohnen würde, darüber zu bloggen.

Meine gewünschte Stundenzahl wurde ebenso akzeptiert, wie die gemütliche Anfangszeit von 9 Uhr.
Als sie hörten, dass ich jeden Tag 40 km zu fahren habe, sicherten sie mir direkt einen Fahrtkostenzuschuss zu.

Ich solle mir auch keine unnötigen Sorgen machen:
alles, was die Firma und mein Aufgabengebiet betrifft, würde mir ganz langsam und gemächlich nähergebracht, schließlich wisse man, wie schwer ein Wiedereinstieg nach 2 Jahren ohne Arbeit sein kann.

Klingt traumhaft, oder?

Hm.
Als erfahrene Paranoikerin klingt mir das alles ein bisschen zu gut.
Nicht falsch verstehen, ich freue mir den Arsch ab, echt!

But look:
Sie wissen zwar, dass sich meine Zeiten nach der Betreuung meines kleineren Sohn richten, haben aber weder nach seinem Alter noch nach meinen Familienstand gefragt.

Irritierend die Tatsache, dass sie sich noch am selben Tag, an dem ich das Angebot annahm, beim Jobcenter einen Eingliederungszuschuss beantragt haben.
Das teilte mir meine Beraterin dort mit, die so eine flotte Herangehensweise nicht kennt.

Die Probezeit dauert mindestens 8 Monate, wenn ich die überlebt habe, winkt allerdings ein unbefristeter Vertrag.
Ich hoffe nicht, dass sie mich während dieser Probezeit wieder an die Luft setzen, sobald der Zuschuss nicht mehr gezahlt wird.

Nichtsdestotrotz freue ich mich sehr und das nicht nur, weil ich heilfroh bin, dass ich hier rauskomme!
Es sind nämlich immer noch Kiga-Ferien und Babysitter-Omma hat uns grandios im Stich gelassen.
Hat bereits am 3. Tag in den Sack gehauen.
Nachdem sie sich am 1. Tag rasch vom Acker gemacht hatte, weil Lucky pennte; am 2. Tag eine halbe Stunde zu spät kam, und am 3. Tag (Mittwoch) ein schönes Wochenende wünschte und wenn ich Bedarf hätte, könne ich mich ja melden. Ja, äh, mein Bedarf beträgt 10 Tage, wie abgemacht?!
Mit so einer läppschen Arbeitseinstellung gehe ich selbstverständlich nicht in meinen neuen Job.

Jedenfalls übernimmt nun Elvis die 2. Ferienhälfte.
Also drückt mir die Daumen, dass die Jungs sich nicht versehentlich gegenseitig töten und dass ich nicht versehentlich eine Firma in den Ruin treibe.

Freitag, 4. August 2017

Vorstellungsgespräche - Der Kindergeburtstag

Ein mir gänzlich unbekanntes (weil sehr spezielle Werkzeuge produzierendes) Unternehmen hat mich eingeladen.

Im Eingangsbereich hängt ein riesiges Wandtattoo:
"Lasset uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und der Wahrheit. 1, Johannes 3.18"
Oha.
Das und der Satz in der Stellenanzeige "Wir sind ein christlich geführtes Unternehmen" lässt mich nun befürchten, dass hier Nonnen und Mönchen werkeln.

Aber nein, die 3 überaus gut gelaunten Firmenleiter, die mich in einem riesigen Konferenzsaal begrüßen, sind einfach nur sehr gläubige Menschen, wie sich herausstellt.

Wir 4 suchen uns aus der Fülle der dargebotenen Getränke und Kekse etwas aus, plaudern kurz über's Wetter und dann geht er los, der Kindergeburtstag.
Der Personalchef hatte mich bereits am Telefon vorgewarnt, dass das Gespräch ungefähr 90 Minuten dauern wird.

Ein Feuerwerk der guten Laune prasselt auf mich nieder und dieses Bewerbungsgespräch ist das kurzweiligste, das ich jemals erlebt habe; es wird viel gelacht, es werden Anekdoten zum Besten gegeben, der Firmenchef (ein Mittvierziger im schlabberigen Jack & Jones-Shirt {tut das nicht, Männer ab 21, tut das nicht!}) und ich tauschen uns zwischendurch über unsere Kinder im Studentenalter aus und der Personaltyp mahnt mehrmals augenzwinkend zur Ernsthaftigkeit.

Jeder der 3 hat einen Hefter vor sich liegen, daraus lesen sie die Fragen ab, die sie abwechselnd auf mich abfeuern. Kreuzverhör quasi.
Wie behalten Sie in Ihrem Leben den Überblick?
Nehmen Sie die die Bestellung eines Kunden an, der etwas dringend zu einem bestimmten Termin braucht und Sie wissen genau, dass der Termin nicht eingehalten werden kann? (-> Richtige Antwort wahrscheinlich: als Geschäftsfrau JA, als Christin NEIN)
Wie und wo speichern Sie Dateien?
Wie gehen Sie mit einer Zicke im Team um?
Definieren Sie Zicke! Wie heißt das männliche Pendant?
Welche Hobbys haben Sie?
Welche technischen Gimmicks nutzen Sie, abgesehen vom Handy, noch?
usw. usw. usw.

Es folgt eine kleine Konversation auf englisch.

Kaum ist die Kladde abgearbeitet, legt man mir Werkzeuge und so Produktdingens aus Holz und Metall vor und ich soll versuchen, zu erklären, ob und wie die zusammenpassen und sie letztendlich auch zusammenfügen.
Anschließend soll ich alles wieder auseinandernehmen und in eine spezielle Verpackung packen, die ich aber erst falten muss.

Da die Stelle eh nicht passt und ich mich hier nur beworben habe, um ein "Übungs" -gespräch zu ergattern, ist es mir schnurz, wie ich 'rüberkomme, bin ergo relativ locker und habe sogar richtig Spaß dabei.

Kaum ist die Verpackung zusammengefaltet und das Werkzeugdingens reingestopft, kriege ich ein Laptop vorgesetzt. Ich darf aus 3 Aufgaben 1 aussuchen:
1. Briefe zu einem Serienbrief zusammenfügen.
2. Eine einfache Formel in Excel erstellen.
3. Einen Bestellvordruck ausfüllen.

Ich entscheide mich für 3. Wie gut, dass ich so viel über's Internet bestelle! Das kommt mir jetzt zugute.
1. habe ich noch nie gemacht und Excel-Formeln?! Geh' mir wech! Schnallt das überhaupt irgendjemand OHNE abgeschlossenes Informatikstudium?!

Anschließend werde ich durch die gesamte Firma geführt und im Betrieb noch genötigt, verschiedene Werkzeugsdingens zu so Produktdingern zuzuordnen.

Dann werden die Basics besprochen. Ich fühle mich leicht verarscht, als man mir für 35 Stunden 3.000 Ocken brutto bietet.

Nach 90 Minuten ist tatsächlich Schluss.
Man bedankt sich überschwänglich für das amüsante und sehr angenehme Gespräch und verspricht, sich in 3 Tagen zu melden.

3 Tage später erhalte ich die netteste Absage ever, in der man mir von Herzen alles Gute wünscht.
Ich bedanke mich meinerseits für die gebotene Gelegenheit, mich vorstellen gedurft zu haben, woraufhin man sich wiederum herzlich für meine Bedankung bedankt.

Grundsätzlich war das spaßig, aber...
...liebe Personal-Fuzzis, ganz ehrlich, ne? wenn ihr wüsste, wie albern ihr mit solchen Spielchen 'rüberkommt...
Was soll das? Seid ihr nicht in der Lage, einen Bewerber anhand von Ausdrucksweise, Mimik und Gestik, etc., einzuschätzen? Nein? Tja, denkt mal drüber nach...


So, und beim nächsten Mal erzähle ich euch dann, wie es dazu kam, dass ich plötzlich innerhalb von 2 Tagen 2 Jobzusagen bekam...


Label: Vorstellungsgespräche

Dienstag, 1. August 2017

Babysitter des Grauens, Teil 827

Kiga-Ferien stehen an und damit es nicht zu Todesfällen kommt, suchte ich mal wieder einen Babysitter.
Babysitter A ist zeitgleich im Urlaub.
Babysitter B geht als Aupair ins Ausland.
Zeit also, einen neuen zu besorgen.

Babysitterdienst:
die Mädels, die man mir vorschlug, fielen 'raus:
die eine hatte aufgrund ihrer 27 verschiedenen Hobbys nur 1 x pro Quartal Zeit und die andere merkte nach 2x sitten, dass sie mehr Zeit zum Lernen braucht.

Dann erschien in der Zeitung ein Artikel über die frisch diplomierten Babysitter der VHS.
Ich fragte nach, wo man diese Frischlinge buchen könne.
Ja, ähm, das wisse man nicht so genau, wahrscheinlich aber beim Babysitterdienst, oder? Ach, nicht?! Ja, äh, dann müsse man sich erstmal schlau machen und mich zurückrufen.
Nennt mich kleinlich, aber wenn ich seit Jahren Dutzende Gören durch's Babysitterdiplom schleuse, dann weiß ich doch, wie und wo man die anschließend buchen kann!

Es stellte sich heraus, dass ein Ordner existiert, der Heilige Gral der Alleinerziehenden quasi, und zwar im Kindergarten in der Kastanienallee.
Also hin.
Wie schön: alle 5 gelisteten BS wohnen in meine Nähe!
Wie unschön: der Ordner ist dermaßen veraltet, dass 4 der darin aufgeführten Teenies bereits weit weg wohnende Studentinnen sind oder gar selbst Mütter, die ihrerseits Babysitter suchen.
Die 5. kommt zwar zum Kennenlernen, entscheidet sich dann gegen uns und für einen Warenverräumungsjob bei Aldi.
*hmpf*

Also wieder in der ungeliebten Sauerlandgruppe bei FB inseriert.

Es meldet sich eine Kiga-Mutter, die ihre 65-jährige Mutter feil bietet.
'ne Omma. Nun ja, warum nicht...
Immerhin wohnt sie nur 5 Häuser weiter.

Ich rufe sie an, sie redet viel und springt von Thema zu Thema ohne einen Gedanken zu Ende zu formulieren. Mir schwirrt der Schädel, vielleicht bin ich einfach zu denkfaul geworden.
Sie erzählt, dass sie Tagesmutter ist, aber derzeit keine Kinder betreut. Sie würde aber noch regelmäßig Fortbildungen vom Jugendamt mitmachen, bei dem sie als Tagesmutter gemeldet ist. Und deshalb könne sie zum Beispiel nicht am nächsten Mittwoch, da wäre sie nämlich bei solch einem Seminar.
Oh, die Dame scheint ein Glücksgriff zu sein!
Letztendlich machen wir einen Kennenlerntermin für nächsten Mittwoch aus.
Ja, für Mittwoch, um 4! Fragt nich'.

Am nächsten Tag frage ich unsere Kiga-Chefin, ob sie die Frau kennt.
Tut sie nicht, und sie erklärt, dass die hiesigen Tagesmütter gar nichts mit dem Jugendamt zu tun haben, sondern mit dem Sozialdienst der Kirche. Aha?!
Außerdem findet sie es merkwürdig, dass Omma bei dem heutigen Run auf Tagesmütter, gar keine Kinder da hat.
Na super...

Der Termin naht.
Omma kommt 15 Minuten zu spät (was sie zuerst erklärt mit "Meine Tochter musste länger arbeiten und ich passe ja dann auf ihren Kleinen auf", was aber iwie keinen Sinn macht, denn sie hat den Kleinen ja dabei, später mit "Ich wollte Ihnen erst noch 15 Minuten Ruhe gönnen, falls Sie erst um 4 nach Hause gekommen sind").
Ich habe Migräne und schlucke rasch eine Ibu.
Als Omma das sieht, schüttelt es sie: Uuuuuh! Pillenschlucken kann sie nicht mitansehen!
Damals, nach ihrem Nervenzusammenbruch hat sie nämlich so viele Pillen schlucken müssen, da hätte sie heute noch ein Trauma von!
Aha?!

Sie erzählt, wie der Mann sie damals wegen einer Jüngeren verlassen hat und dann das gemeinsame Haus und Geschäft den Bach 'runter sind und alles...
Heute muss sie nur noch 1 Sorte Schlucken, aber wegen ihrer Schmerzen. Sie ist ja neulich, als sie ihren Sohn in Bayern besuchen wollte, notfallmäßig in der Schmerzambulanz gelandet und so sind aus 2 geplanten Monaten Sohnbesuch gleich 4 geworden.
Aha?!
Eine Schmerzambulanz ist doch nichts, wo man notfallmäßig landet und dann bleibt, oder?!

Sie erzählt noch von ihrem Hunden und von ihrer Südküche, in der es sommers so heiß wird, dass sie erst im Herbst wieder die Jalousien hochziehen wird.
Nicht, dass ich mich wundere.
Hallo?! Ich habe die Frau bis gerade gar nicht gekannt, wieso sollte ich mir Gedanken über 'runtergelassene Fremdjalousien machen?!
Als ich frage "Sie wohnen also in Nr. 8? Das ist doch das grüne Haus an der Ecke?", weiß sie nicht mal, dass das Haus grün ist.

Und als ich frage "Sie sind also Tagesmutter?", kommt heraus, dass sie lediglich einen Oma-Kurs der VHS besucht hat, um ihre 2 Enkel zu betreuen, damit ihre Töchter arbeiten gehen können.
Aha?! 
Wenn man 3 Kinder groß gezogen hat, ist ein Oma-Kurs notwendig? So so.

Wir machen trotz allem einen Termin aus, weil ich die Kiga-Mutter nicht vergrätzen will und weil ich weiß, dass Elvis dann da sein wird, der den Tag aufgrund seiner Nachtschicht verpennt.
Geplant sind eigentlich täglich 2 Stunden während der Ferien - aber... Lucky und ich werden am nächsten Tag leider Magendarm bekommen und zack, sind wir die Omma elegant losgeworden.

Aber wer weiß, vielleicht steckt in ihr ja eine verschüttete Mary Poppins und alles wird ganz ganz dufte...


Label: Babysitter

Donnerstag, 27. Juli 2017

Autos shoppt man nur alleine!

Liebe Damen,

der Kauf eines Fahrzeugs kann ebenso viel Bock machen, wie Slingpumps- oder Jahreszeitendeko-Shopping, wenn man nur 2 simplen Regeln folgt.

Ein Autokauf steht an?
Sei es, weil das alte zusammengebrochen ist oder weil dein reicher Liebhaber dir seine Platinkarte mit den Worten "Hier, Darling, kauf' dir endlich ein vernünftiges* Auto!" 'rüberschiebt?
*Obacht! Sagt ein Mann in diesem Zusammenhang "vernünftig" bedeutet das: viele PS, sehr viele Zylinder, ganz viele Gänge, supi viele Airbags und gedeckte Farben. Und ja, ich bin fest davon überzeugt, dass ein reicher Liebhaber "Darling" sagt.

Aber keine Panik! Ich lasse euch kostenfrei(!) an meinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben. Keine Ursache!


Regel No. 1: Erzähle niemandem von deinem Vorhaben!
Frauen reagieren beim Thema Autokauf eher verängstigt:
"Trauste dir das alleine zu? Nimm' lieber den Volker (Stefan, Gunter, ...) mit. Der kennt sich aus. Frauen werden bei sowas ja immer über's Ohr gehauen!"
oder praktisch denkend:
"Nimm' doch den Kadett von Onkel Erich! Der hat jetzt 2 Jahre in der Garage gestanden und ist noch tiptop in Schuss!" (der Kadett, nicht der Onkel).

Männer langweilen mit:
Hubraum, PS, Zylinder, Hinterradantrieb, Höchstgeschwindigkeit, Verbrauch, CO2-Emmission, TÜV, Jahreswagen, Tageszulassung und ähnlichem Schnickschnack, der eh nicht interessiert.
Mein Auto soll hübsch aussehen und ein gewisses Maß an Sicherheit bieten.
Aber in erster Linie hübsch aussehen! Punkt.
Im schlimmsten Fall wollen Volker, Stefan und Gunter mitkommen und dann wird der Autokauf wahrlich kein Vergnügen (siehe Regel 2)!

Nachwuchs, vor allem männlicher, ist auch keine große Hilfe:
"Autohaus Müller hat auch Lamborghinis im Programm! Lass' uns eine Probefahrt machen!! Oooch, wieso denn nicht?! Aber Du nimmst doch ein Cabrio?? Und tiefergelegt und mit fettem Auspuff! Und auf jeden Fall Soundanlage im Kofferraum!"

Aber man ist 1. nicht doof und hat 2. eh schon genaue Vorstellungen von der neuen Karre, nicht wahr?
Die einen legen Wert auf Sitzheizung, Isofix, beleuchteten Schminkspiegel oder 7 Gänge.
Mir persönlich ist wichtig:
- Klimaanlage
- Heckscheibenwischer (ich hatte mal einen Wagen ohne und das war bei Schneefall äußerst lästig)
- 4 Türen (die Kofferraumklappe zähle ich persönlich nicht als Tür. Also bitte!)
- Allwetterreifen (wer hat schon Bock 2 x pro Jahr in der Werkstatt zum Reifenwechsel aufzuschlagen?) und natürlich:
- eine hübsche Farbe (hellgrün, blutrot oder flieder).

Was darüber hinausgeht (Kofferraumbeleuchtung, Funkschlüssel, beheizbare Außenspiegel, Fensterheber, CD-Player, etc.) ist in meinen Augen unnötiger Schnickschnack.
Optimalerweise kennt man jemanden, der das zukünftige Auto bereits fährt und Auskunft geben kann, ob JEE oder NEE.
Wenn nicht: Internet. Erfahrungsberichte lesen und sehen, wo die Schwachstellen liegen und ob man mit denen leben kann.
Ich könnte z. B. sehr gut damit leben, wenn mein 3er BMW gelegentlich Probleme mit seiner Common-Rail-Pumpe hätte.

Wenn das Wunschauto alles bietet, was man will - ab zum Autohaus!
Wenn das Wunschauto das nicht bietet - ab zum Autohaus! Stichwort Nachrüsten.



Regel No. 2: Nimm bloß keinen Mann mit!
Die verderben dir den ganzen Spaß, glaub mir. Und Shopping soll Spaß machen!
Liefern sich mit dem Autoverkäufer ein Fachvokabular-Duell (gähn), umrunden den Wagen mehrfach mit skeptischer Miene, treteln prüfend vor die Reifen und wollen einen Blick auf den Motor werfen (gähngähn).
Im schlimmsten Fall verlangen sie den Wagen von unten zu sehen (triplegähn) und klopfen mit pseudofachmännischem Blick hier und da herum.
Schlussendlich werden sie vorschlagen, nochmal woanders zu gucken und eventuell andere Autorassen in Betracht zu ziehen.
Sollte sich dann endlich zu einem vernünftigen(!) Auto entschlossen worden sein, wird soukmäßig gefeilscht.
Puh. Nicht sexy sowas, Jungs, NICHT SEXY!
Preisnachlass, neue Reifen, Verbandskasten, Matten, voller Tank, Inspektion, Schlüsselanhänger ist auch ohne peinliche Feilscherei drin.
Dekolleté oder bissken Bein zeigen reicht völlig.



Ihr könnt diese Regeln selbstverständlich ignorieren, aber dann endet ihr in einem ungeliebten, kacke aussehenden (weil function meist der form followt), aber hochsoliden Ding in schwarz, grau, weiß oder nachtblau. Und das für die nächsten 12 Jahre! Ach, was rede ich denn? Hochsolides schafft locker 17 Jahre!


SL für Sauerland, is' klar, ne?
Und der Rest?
Na? Hä?
Wer weiß es??

Dass dieses Kennzeichen durchgewunken wurde, wundert mich.
Immerhin ist 5150 der US-Polizeicode für psychisch gestörte Straftäter.
Aber hey, allemal besser als GV-69 oder AA-666 oder diese affigen, personalisierten Kennzeichen, womöglich noch mit Geburtsdaten der Kinder, wa?! Bah!


Und nun viel Erfolg beim nächsten Autokauf und allzeit gute Fahrt!

Label: Autofahren

Freitag, 14. Juli 2017

Fuffzich

In ein paar Monaten werde ich fuffzich und ich kriege diesen scheiß Post darüber einfach nicht hin!!

Sollte total witzig und und ironisch und so werden, aber alles, was ich dazu schreibe, klingt wie ein depressiver Haufen Mist!

Denn fünfzig ist viel und schlimm und mir bleibt das Scherzen darüber im faltigen Halse stecken, weil ich nur noch denken kann: "Scheiße, ich werde bald sterben!".
Und dabei hat es das Schicksal / Mutter Natur / der liebe Gott / whoever bis hierher, zumindest gesundheitlich, gut mit mir gemeint!
Alle Brüste noch dran, keine Beeinträchtigungen durch Apoplexe oder Herzinfarkte.

Kann mir irgendjemand irgendwas Positives über's Alter berichten??
Also außer, dass man nicht mehr everybodys darling sein will, zum Beispiel?
Ich tue meine Meinung kund; kann ohne schlechtes Gewissen Nein! sagen; höre Viellaberern nicht mehr höflich zu, sondern fahre über'n Mund; geige der Kindergärtnerin die Meinung, ohne zu denken "Lieber nicht, sonst lässt sie das am Kind aus!", und es ist mir scheißegal, ob die Leute doof gucken, wenn ich mir mitten in Aldis Kassenschlange plötzlich Jacke und Bluse runterreiße, nur noch im Top da stehe und mir mit dem KW29-Prospekt hektisch zufächele.

Und außer, dass man diese gewisse Gelassenheit an den Tag legt, weil man durch nichts mehr so wirklich beeindruckbar ist? Alles schon mal da gewesen, vieles erlebt, been there, done that. Kein Grund mehr contenancelos abzugehen, wie mit 20 zum Beispiel.


Mit 20 hatte man noch harmlose Sorgen:
Examen.
Baldige Entjungferung?
Esprit oder Benetton?
Boah, die Alten nerven!

Oder mit 30:
Beförderung?
Schleier oder Fascinator zum Brautkleid?
Werde ich schwanger bis zum 35.? Man will schließlich nicht als Risikoschwangere enden!*
*Hier lachte mein persönliches Schicksal laut auf. Sehr laut.

Oder mit 40:

Noch Paartherapie oder schon Scheidung?
Scheiß Minijobs!
Mit welcher Lehrerin muss ich schlafen, damit Elvis die Gym-Quali schafft?
Hämorrhoiden-Creme hilft wirklich gegen Augenfalten??*
*Nein.

Zum 50. denkste nur noch:
"Scheiße, sterben..." und, falls du sehr eitel bist: "Kann ich noch ärmellos tragen?"*
*Nein.

Statt dessen verfasste ich zig Posts, in denen ich schrub, dass e
s ein Trugschluss ist, dass mit fuffzich die "2. Lebenshälfte" anbricht, wie  Eckart von Hirschhausen, ebenfalls Jhrg. 1967, neulich bei Böttinger behauptete. Nix Hälfte! Letztes Drittel.

Und dass man mit 50 nicht mehr zum knackfrischen Mittelfeld gehört, sondern zu den älteren Eisen. Zu denen, über die in Dokus über Arbeitslose immer gesagt wird:
ab 50 stellt dich kein Chef mehr ein.
(Gut, bei mir könnte es am Kleinkind liegen, aber sicher bin ich da nicht...)

Und dass mich diese vereinzelten weiße Haare an Zeh, Damenbart, Braue, Wimper und Schamhaar nicht mehr amüsieren, sondern schrecken.

Und dass ich bei NeueLiebe.org auf die ersten Witwer treffe, weil ich das angegebene Wunschalter von "42 - 50" auf "50 - 56" heraufgesetzt habe.

Und dass mich, so als depressiver Grundcharakter,
das "Geschenk des Lebens" *hüstel*kotz* als Konzept zwar niemals überzeugt hat*, mir aber nun der Arsch auf Grundeis geht, wenn ich an das baldige Ende denke.
Eigentlich käme da jetzt Religion ins Spiel, nicht wahr, aber ich habe vor einigen Jahren mit Gott Schluss gemacht, müde vom jahrelangen Suchen und nix finden, und alte Geschichten soll man nicht wieder aufwärmen.
*Juliane, 1977: "Ich soll mich durch 'n ganzes Leben quälen, mit 3x am Tag Zähne putzen, und Hausaufgaben machen und so und als Dank sterbe ich am Ende?! Was soll'n der Scheiß?!"

Was wird wohl in meiner Grabrede stehen?
"Ihr Leben verdankte sie 2 Trotteln, die nicht nur zu doof zum Verhüten waren, sondern auch nicht in der Lage, für angemessene Sozialisation zu sorgen.
Und diese verhunzte Sozialisation ließ sie lebenslang an ihren Mitmenschen verzweifeln, ja, sie verabscheute dieses komplizierte zwischenmenschliche Miteinander, oder besser gesagt: Gegeneinander.
Bereits als Teenager wünschte sie sich als Inschrift auf ihrem Grabstein: ENDLICH!
Und so teilte sie das selbe Schicksal ihrer Ahninnen: genervt, unfähig, etwas gescheites mit dem Leben anzufangen, einen frühen plötzlichen Herztod herbeisehnend.
Nun, diesen Wunsch mochte ihr das Schicksal nicht erfüllen, denn unsere liebe Juliane verstarb im Alter von 108 Jahren."
(Ey, wehe!)

Oder so ähnlich.
Wird um mich eigentlich irgendjemand weinen? Also so richtig mit Herzschmerz und so?
Wohl eher nicht.
Immerhin bin ich kein Sonnenscheinchen, der Freude ins Leben anderer bringt und ein Heilmittel gegen Krebs habe ich auch nicht erfunden. Ich fluche wie ein Berserker und als Mutter bin ich viel zu ungeduldig und laut und irgendwie auch nicht so dolle.

Ich frage mich, wie ich mittlerweile eigentlich 'rüberkomme?
Etwa wie eine von den mir so verhassten frustrierten, humorlosen Wechseljahreszicken?
Neulich war Susanne Fröhlich bei "Inas Nacht" zu Gast und ich musste feststellen, dass die beiden mit 40 supercool waren, aber jetzt, mit ü50, nur noch affig schabrackig rüberkommen und dann kriege ich Angst, denn die peinliche, merkwürdige Alte will ich nicht werden.


Tja, und weil so einen negativen Post ja keiner lesen will, schreibe ich lieber gar nix.

Und nun entschuldigt mich, ich geh' mal rasch was Gescheites aus dem letzten Drittel machen...


"Ich schenk' dir das jetzt schon," sagte meine Freundin.
"Denn wer weiß, ob du an deinem Geburtstag überhaupt noch lebst!"
Und weil ihr mein baldiges Ableben leid tut,

hat sie besonders tief in die Tasche gegriffen :-)

Montag, 26. Juni 2017

Wechseljahre muss man sich leisten können

Ich hatte ja keine Ahnung, welche Kosten auf mich zukommen, wenn ich erstmal im Klimakterium feststecke!
Ich Naivling dachte nämlich: biste die Periode los, sparste Hygieneartikel.
Unter'm Strich also mehr Geld für Snickers und Gin.

Was ja auch zutrifft, aber es entstehen Kosten ganz anderer Art.

Wasserkosten zum Beispiel.
Wer täglich 273 mal von heftigen Hitzewellen heimgesucht wird, der schwitzt und stinkt.
Ebenso müffeln dann Blusen, Shirts und, da ich abartigerweise auch an den Beinen schwitze: Jeans.
Also wird öfter geduscht und die Waschmaschine angeschmissen.

Während ich bisher mit trockener Kopfhaut gesegnet war und mit 2x pro Woche Haarewaschen auskam, muss ich meine neu entstandenen Fettsträhnen nun täglich einschäumen.
Was außerdem bedeutet, dass ich, als leidenschaftliche Vorratskäuferin, die gehorteten 19 Pullen "Head & Shoulders-Shampoo für trockenes Haar" (knapp 75 Ocken!) in die Tonne kloppen kann!
Oder es für die Schamhaarregion verwenden, denn da herrscht ja angeblich die gefürchtete Scheidentrockenheit, die ich persönlich für eine Erfindung der Pharmaindustrie halte.
Überlegt doch mal: wenn du 24/7 wilde Sexfantasien hast dir 27 mal pro Tag der Schweiß am ganzen Körper 'runterläuft, wo läuft der dann auch hin? Genau.



Reparaturkosten.
Wenn die Hormone tanzen, ein Mitmensch nervt und ich gleichzeitig überhitze, dann reagiere ich ein klein wenig heftiger, als normal.
In der Folge besitze ich nun einen Micke mit Loch, einen abgerissenen Sonnenbrillenhalter im Auto und diverse bunte Macken in der Wohnzimmertapete von all den gepfefferten Duplosteinen, auf die ich barfuß im Halbdunkeln so trete.



Pflegeprodukte.
Nicht nur die Haare fetten neuerdings, sondern auch das Gesicht.
Die Zeit des Tupfens ist angebrochen: man tupft unter den Armen und die Glanzschicht von Stirn und Backen.
Großpakete Klopapier, 30er-Packungen Tempos und Zewarollen haben Einzug gehalten.

Ich brauche definitiv mehr Deo und Waschmittel.

Und MakeUp.
Zusätzlich zur neuen "Schneewittchenteint trotz Fettglanzfresse"-Foundation von Maybelline, habe ich mir ein teures, 99% deckendes Camouflage gekauft, denn jede Hitzewelle verleiht mir kurzfristig Tomatentäng und wer wie ich relativ häufig zu Vorstellungsgesprächen geht, will sich die Schmach, urplötzlich vor potentiellen Kollegen den dunkelroten Dampfkessel zu geben, ersparen.

Nägel und Haare wachsen wie bekloppt. Damit die pfiffige Kurzhaarfrise pfiffig bleibt, sitzte nonstop beim Frisör zum Nachschneiden und Ansatz färben, und im Nagelstudio wurde die (quasi von mir allein finanzierte) Wartelounge benannt.

Und da ich mich wider besseren Wissens in jeden Durchzug lege/setze/stelle, der sich meinem dauerüberhitzen Körper bietet, sind meine Augen ständig verquollen und dagegen helfen diese Koffein-Augenroller, im Preissegment einer ganzen Kaffeeplantage.



Lebensmittelkosten.
Hormonopfer und Menschen ohne Sexualleben neigen zum Vielfraß.



Klamotten.
Durch die Vielfresserei legt sich das ein oder andere Kilo auf die Hüfte. 
Zeit für weitere Hosen.
Sehr weite Hosen, denn ich kann neuerdings keine Hosen mehr an den Beinen ertragen.
WTF?!
Besser: lange, weitschwingende Kleider, die engen nicht ein und lassen jede Hitzewelle innerhalb der üppigen Stoffbahnen lässig verpuffen.
So jedenfalls meine Fantasie.
In echt besitze ich keine Kleider, freue mich aber schon sehr auf den Hermesmann, der mit einem Zalando-Paket samt riesiger Flatterfummel-Auswahl unterwegs ist. 



Medikamente.
Man will, dass es aufhört.
Die Stimmungsschwankungen, das 365-Tage-PMS, die Schwitzerei, das Gelenkziepen, die Migräne-Attacken, der Hunger, der Haarausfall.
Dafür muss frau verschiedenes ausprobieren: Mönchspfeffer aka Keuschlamm, Traubensilberkerze, Passionsfruchtblüte, Johanniskraut, Maca, Hormonpflaster, usw. usw. usw.
Teure Ausprobiererei, denn eine Wirkung lässt sich erst Wochen später feststellen, wenn überhaupt, und dann muss man das Mittel der Wahl ewig lang (-> WechselJAHRE) einwerfen. Dumm nur, dass es das alles nicht auf Rezept gibt (außer die Hormone und die können töten) und man sich doof & dämlich dabei latzt.
Die gute Nachricht: es ergibt sich eine Möglichkeit zum sparen, indem man die gegen Scheidentrockenheit angepriesenen Gleitgele und Cremolums NICHT kauft.
("Vagisan für den gepflegten Sex" - hahahahaha! Wer denkt sich denn so 'nen Slogan aus?! Ein untervögelter Endfuffziger?)



Tjaha!
Da sind die Tausender, die man für Binden und OBs ausgegeben hat, Peanuts, wa?
Kleine Überlegung am Rande: könnte ich meiner Mutter wohl eine Rechnung schicken über die Hygieneartikel, die ich in den letzten 35 Jahren benötigt habe?! Immerhin sind ja meine Eltern mit ihren Chromosomen dran Schuld, dass ich ein Mädchen wurde.
Wie sieht das rechtlich aus? Anwälte anwesend? Bitte melden!


Also, liebe junge Damen, ihr seht, der gute Rat, dass man beizeiten für's Alter sparen soll, ist durchaus berechtigt!

So, ich gehe jetzt die Rechnung schreiben.
Tschö!



Label: Wechseljahre