Donnerstag, 16. Dezember 2010

Morgengenörgel

Vor(!!) meinem ersten Kaffee schallte mir heute Morgen Nacht um 6:58 aus Sohns KinderJugendzimmer ein Schrei des Entsetzens entgegen:

"MAMA - meine neue Unterhose ist ja viel zu klein!"

Ich: "Steht ja auch dran, ne?!" (-> Calvin Klein)

Was soll man denn darauf auch antworten, bitteschön?

Ein nett gemeintes "Dann nimm eben eine von den alten, mit den putzigen Querstreifen von Ernstings!" käme ebensowenig gut an, wie ein gehässiges "Pech!", oder wie ein oberlehrerhaftes "Die Kinder in Indien haben GAR KEINE Unterhosen!" oder ein gekichertes "Soll ich Dir eine von meinen leihen?".

Seine gefluchte Antwort wiederhole ich hier nicht, bin schließlich eine Lady!

Und weil Sohn es überhaupt nicht schätzt, wenn ich hier über ihn schreibe, werde ich auf keinen Fall erzählen, wie er mich eines Morgens in den Ferien im Büro anrief, um mir mitzuteilen, dass ICH Schuld sei, dass er das Haus nicht verlassen könne, weil er keine sauberen Socken mehr hätte!
Tja, das kann schon mal passieren, wenn man die getragenen nicht ordnungsgemäß in den Schmutzwäschekorb, sondern unter's Bett pfeffert.
Natürlich hat die kleine Petze das direkt unserm Oppa erzählt, nachdem ich Rabenmutter nach einem mitleidslosen: "Ich hoffe, das wird Dir eine Lehre sein!" einfach aufgelegt hatte, der 15 Minuten später mit quietschenden Reifen, einem frisch gekauften 6er-Pack Socken und dem entrüsteten Ausruf:
"Das kann doch nicht sein, dass der Junge nicht genug Socken hat!" vorgefahren kam.

Und natürlich erwähne ich hier NICHT die 5 Turnbeutel, die in 7 Schuljahren verschütt gingen.
Und ich werde NICHT über den Vorfall neulich am Flughafen berichten, als Sohn & SoVa am Zoll herausgewunken wurden, weil der Zollbeamte nicht glauben wollte, dass die 10 im Türkeiurlaub erstandenen Puma-Sporttaschen NICHT für gewerbliche Zwecke wären, sondern rein prophylaktisch.

Montag, 29. November 2010

Sexuelle Belästigung - ganz legal

Heute Morgen war ich als Erste im Büro und da ja bekanntlich die Adventszeit angebrochen ist, habe ich mit viel Hingabe unser Büro weihnachtlich geschmückt.
Unter anderem habe ich an alle Bildschirme kleine Schokoengel geklebt, ausser an den von Hendrik.
Hendrik ist stark übergewichtig und grade am Abnehmen. Und da ich ihn nicht unnötig in Versuchung führen wollte, hat er natürlich keinen Schokoengel vor die Nase geklebt bekommen.
Die übrigen Engel hängte ich an die mannshohe Zimmerpalme.

Dann trudelten die Kollegen ein.
Alle bewunderten meine Deko und bedauerten meine Vorschrift, dass die Schokoengel erst am letzten Arbeitstag vor Heiligabend gegessen werden dürfen.

Dann meckerte Hendrik:
"Wieso habe ich keinen Schokoengel?!"
Ich: "Du machst Diät, da ist Schokolade nicht erlaubt."
Er: "EINE Ausnahme darf ich wohl machen! Sag' bloß, jetzt haste keinen Engel mehr übrig?"
Ich *auf die Pflanze deutend*::

"Schüttel' Dir doch einen von der Palme!"

Muharhaaar!!!

Toll, dass frau mal Gelegenheit hat, so 'nen Spruch völlig legal sagen zu dürfen!

Freitag, 26. November 2010

WANTED: Echte Großmutter

"Backt eine von euch Weihnachtskekse für mich mit?"
fragt Nachbarin Petra beim allwöchentlichen Kaffeeklatsch und knallt eine Tüte Aldi-Spekulatius auf den Tisch.
"Lass' das doch die Oma machen", schlage ich vor und erfahre, dass die in Frage kommende Oma (69) sich für 4 Wochen in die warme Türkei abgesetzt hat.
"Natürlich ist sie pünktlich zum Heiligabend wieder da und lässt sich von mir gemütlich durchfüttern", meckert Petra.

"Meine Mutter hat noch NIE zur Weihnachtszeit gebacken", motzt auch Sibylle.
"Ich habe die Kinder, den Uwe, den Job, Diabetes und muss nu backen, während Madame (66) sich die pensionierten Eierstöcke schaukelt! Neulich habe ich ihr einen Stapel Klamotten zum Flicken gegeben. 'Kein Problem!' hat sie gesagt und alles zu ihrer Schneiderin gebracht! Wenigstens hat SIE das bezahlt."

"Mich nervt das schon lange!", mischt sich Suse ein. "Weder meine Ma (70), noch Schwiegerma backen, kochen, stricken oder nähen. Und wenn SchwieMa (72) zum Geburtstag lädt, kommt eine Tiefkühltorte auf den Tisch! Zum Backen keine Zeit, aber nächtelang im Bridge-Club 'rumlungern!"

"Das kann ich toppen," behauptet Justina und erzählt: "Neulich musste ich kurzfristig zum Arzt, wollte aber die Kleine nicht alleine lassen. Ich fragte meine Mutter (71), ob ich sie bei ihr parken könne und ob sie ihr bei der Gelegenheit die im Handarbeitsunterricht gelernten Stäbchenmaschen nochmal zeigen könne. Mutter lehnte ab mit der Begründung sie wäre online mit GrandSeigneur4711 verabredet. Einem netten älteren Herrn, den sie im Chatroom eines Spieleforums kennengelernt hätte und der ihr bei einer sehr verzwickten Stelle in 'Zeldas Twilight-Princess' (Wii) weiterhelfen könne. Und da Zelda erst ab 12 ist, wäre die Anwesenheit der Kleinen (8) eher hinderlich."

Ein empörter Aufschrei geht durch unsere Runde. Skandal!

"Es geht noch weiter!", fährt Justi fort. "Also habe ich SchwieMu (67) angerufen. Die hat mir abgesagt, weil ihre 1. Stunde Bogenschießen stattfinden würde. Wozu muss die alte Schachtel Bogenschießen lernen? Will sie nach Sherwood Forest auswandern oder was?!"

Ich denke an meine eigene Mutter (64), die tatsächlich lieber quer durch Deutschland Jagd auf den neuesten Joop-Bootie machen würde, statt gemütlich in der warmen Küche Kekse zu zaubern.

"Meine Oma hat tonnenweise Weihnachtskekse gebacken," erinnere ich mich und seufze wehmütig.
"Meine Oma hat zu ihrem Geburtstag immer tolle Torten gemacht," erinnert sich Petra und seufzt wehmütig.
"Meine Oma hat uns jahrzehntelang bestrickt mit Mützen, Handschuhen, Kleidern, Pullis, Röcken", erinnert sich Suse und seufzt wehmütig.

In Erinnerungen versunken knabbern wir still an unseren Spekulatiüssen.
"Ehrlich gesagt," bricht Petra das Schweigen, "haben die Torten meiner Oma furchtbar geschmeckt. In der Schwarzwälder war Schnaps und meistens gab's noch eine Mokkakremtorte dazu. Zeig' mir mal ein Kind, das gerne Mokka oder Kirschlikör mag."
"Meine Oma hat irgendwann nur noch Freestyle gebacken, weil sie irrtümlich meinte, nach so langer Backerfahrung bräuchte sie keine Rezepte mehr. Die Weihnachtskekse haben wir meist komplett entsorgt, weil sie steinhart waren und nach nix schmeckten", gebe ich zu. 
Und Suse fällt ein: "Als Teenager haben wir uns für diese kratzigen, grellbunten und viel zu knapp gestrickten Klamotten echt geschämt."

Trotzdem: Wo sind sie geblieben? Die Omas -UNSERE Omas- die für ihre Enkel -UNS- backten, kochten, strickten, nähten?

Was ist passiert innerhalb der Uroma- & der Oma-Generation?
Wie konnte es nur von "Kommt und setzt euch an meinen liebevoll gedeckten Tisch!" zu "Hier haste 'n Gutschein für Mc Donalds!" kommen???

Samstag, 20. November 2010

Umzingelt von Bekloppten - Die Sozialpädagogin Reloaded

"Ihr Sohn nutzt seinen Sleever als Waffe gegen meinen Benjamin!"rügt es in strengem Ton aus dem Telefon.
Es ist die Frau Sozialpädagogin höchst-persönlich.

Was zur Hölle ist ein Sleever? will ich fragen, aber da maßregelt Benjamins Übermutter bereits weiter:
"Bitte sorgen Sie dafür, dass ihr Sohn dieses Gerät aus dem Etui entfernt, bevor noch was passiert. Wir wollen doch das zarte Pflänzchen der neu entstandenen Freundschaft zwischen den beiden nicht mit der Wurzel schon ausreißen."

"Zartes Pflänzchen der Freundschaft"????
Was meint sie bloß?!
Elvis & Benji sind seit den Sommerferien in verschiedenen Klassen und haben nur 1 mal wöchentlich den Religionsunterricht gemeinsam. Und seit damals haben sie sich auch nicht mehr  getroffen.

Ich verspreche ihr, mir den Delinquenten vorzuknöpfen und das Corpus Delicti in Augenschein zu nehmen.

So, aufgepasst!
Folgendes habe ich dabei gelernt:
Laut Faber-Castell ist der SLEEVER ein "ergonomisch geformter Qualitätsradierer für angenehmes, weiches Radieren mit attraktiver Schutzhülle gegen Verschmutzen".

Wenn man allerdings den Radierer ausklappt, wird das harmlos anmutende Ding zur Killermaschine.

Elvis beichtete, dass ihm im Reliunterricht langweilig geworden war und er dann begann, kleine Papierkügelchen zu formen, diese vorne auf den ausgeklappten Radierer zu legen, diesen dann leicht zurückzubiegen und in Richtung Benjamin losschnacken zu lassen.

Ich habe den Selbsttest gemacht. 

Fazit:
Tatsächlich ist der Sleever sehr praktisch und formschön.
Aber mit einer durchschnittlichen Schussweite von 3,72 cm und einer Geschwindigkeit von 0,826485 kmh ist das Ding höchst ungeeignet zum Augenausschießen...

Mittwoch, 10. November 2010

F*cken ist fürchterlich

Bis gestern bin ich durch's Leben gekommen, ohne das f-Wort aussprechen zu müssen.
Auch wenn ich mich häufig einer derben Ausdrucksweise bediene und gerne fluche, bin ich sehr genant was das Wort "f*cken" 
(waaaahh - kann es nicht mal SCHREIBEN!) betrifft.
"Genant" kommt übrigens nicht von "Genie", sondern von "genieren".
Nichts gegen ein mit Inbrunst herausgefluchtes FUCK!
Fuck find ich sogar noch besser als Scheiße.
Und nichts gegen poppen oder vögeln.
Aber fi*ken geht ja gar nicht!!
Ich finde das Wort *icken nicht nur in höchstem Maße anstößig, es klingt auch fies und sieht obendrein in geschriebenem Zustand scheiße aus.

Heute morgen, im Büro, landete ein Anrufer versehentlich bei mir.
Er stellte sich vor als Professor F*ck und wollte den Chef in der Angelegenheit IT-Projekt Uniklinik sprechen.
Ich wählte also Chefs Durchwahl und teilte ihm mit, dass da jemand für ihn in der Leitung sei.

Chef: "Und wer?"
Ich: "Dieser Professor von der Uniklinik. Sie wissen schon..."
Chef: "Nee, welcher Professor?"
Ich: "Na der, mit dem Sie neulich über dieses IT-Projekt gesprochen haben."
Chef: "Ich habe zig IT-Projekte am Laufen! Wie heißt der Mann denn?"
Ich *mich windend*: "Äh... Professor ..ähm.. Fck."
Chef: "Wiiieee?!"
Ich: "Den Namen habe ich nicht richtig verstanden. Fäck, oder so. Soll ich durchstellen?"
Chef: "Nein! Dann fragen Sie ihn nach seinem Namen! Ich spreche doch nicht mit jedem!"
Ich *rückholtastedrückend*: "Herr Professor? Einen Augenblick bitte noch!"
Fuck!
Was sollte ich tun?!
Und wenn ich den Professor vergraulen und die Firma um ein sehr rentables Projekt bringen würde - dieses unsägliche Wort würde NIEMALS aus meinem Munde dringen!
Einfach auf die "Verbinden"-Taste drücken? Nee, traute mich nicht. 
Da nahte Hilfe vom Schreibtisch nebenan in Form von Kollegin Charlotte, die fragte:
"Wen haste denn dran? Den Fick von der Uniklinik?!"
Yep - Lotte war die Rettung!
Ich nickte, reichte ihr meinen Hörer 'rüber und drückte die Durchstelltaste.
Lotte: "Chef? Habe Professor Fick in der Leitung. Soll ich durchstellen? OK."
Geschafft!

Charlotte legte auf und sprach:
"Gern geschehen, Mrs. Monk!"
Pffff.... 
Typisch - weil ich das f-Wort nicht sagen will, und ich sie in der Frühstückspause gebeten hatte, ihre Milch nicht aus dem Glas, sondern aus undurchsichtigen Gefäßen zu trinken, weil ich Milch echt eklig finde und mir den Anblick ersparen will, muss sie gleich beleidigend werden! 

Für alle Monk-Fans:
Monk stirbt natürlich nicht; Trudy hat eine verheimlichte Tochter und Randy heiratet Sharona!
Harharhar!
Nix zu danken! 

PS: Wetten, dass ich mit DEM Titel meinen eigenen Rekord von 459 Klicks/Tag breche?!

Freitag, 22. Oktober 2010

Böse Taten - Fisch ausgerottet

Als ich heute über den Wochenmarkt schlenderte, fiel mein Blick am Fischstand auf Schillerlocken.
Schillerlocken hatte ich vor vielen Jahren mal probiert und sie als sehr lecker in Erinnerung.
Also kaufte ich ein Stück.
Der Fischverkäufer warnte mich vor, dass es sich dabei um eine nicht billige Delikatesse handelt.
Da ich aber richtig Wolle am Rock habe Appetit drauf hatte, war mir das egal.
So latzte ich, ohne mit der Wimper zu zucken, grosso modo 38 Euro für 10 g.
Während der Verkäufer mir die Schillerlocke einpackte, fiel mir auf, dass ich gar keine Fischart kenne, die Schiller heisst und so fragte ich nach.
Er erklärte:
"Die Schillerlocke wird aus den Bauchlappen des Dornhais gemacht. Und weil sie sich nach dem Räuchern so kringelt wie Friedrich Schillers Haupthaar, hat man sie so getauft."
Hai?!
Haare?!
Bauchlappen?!
Das sind genau die Worte, die ich im Zusammenhang mit einem geplanten Snack NICHT hören will.
"Und weil der Dornhai wegen der Überfischung vom Aussterben bedroht ist und sogar auf der Liste der gefährdeten Arten steht, ist der so teuer.", fuhr das Verkaufstalent fort.
Aussterben?!
Überfischung?!
Das wurde ja immer unappetitlicher!
(By the way: wieso erzählt dieser Idiot das? So vergrault er sich doch die Kunden, einschließlich mich!)
Wie kann es sein, dass ganz legal eine "gefährdete Art" auf'm Markt zum Kauf angeboten wird?!
Das ist doch 'n Witz, oder?
Sollte ich das Ordnungsamt darüber informieren?
(obwohl... besser nicht. Mit dem Boss vom OA geht's mir ähnlich wie mit POM Henneke; aber das tut jetzt nix zur Sache.) 
Ich war dermaßen geschockt, dass ich nur noch stammeln konnte:
"Oh Gott, die armen Fische! Dann will ich das nicht!"
Aber der Typ wollte die Locke natürlich nicht mehr zurücknehmen und so nahm ich einen kleinen Proforma-Bissen und habe den Rest später an Mitbewohner1 verfüttert...

Ich glaube, ich muss mich mal intensiver mit Herkunft & Produktion meiner Nahrungsmittel auseinandersetzen.
Womöglich finde ich dann heraus, das Nutella aus Koalabärchenaugäpfelsaft gewonnen wird, oder so...

PS: Für diese BöseTat kann ich wirklich nichts!

Montag, 18. Oktober 2010

Hände hoch - ich flirte !

Ich habe seit heute nachmittag Hausverbot in der hiesigen Polizeiwache.
Erteilt von POM Henneke persönlich.
Dabei kam ich nur meiner Pflicht als Bürgerin nach!
 
Sohn & Nachbarjunge hatten im Gebüsch neben dem Bolzplatz eine Waffe gefunden.
Ein ziemlich schweres, schwarzes Metallding.
Ich wollte sie wegwerfen, aber da nun unser aller Fingerabdrücke & DNA dran klebten und wir womöglich mit einem Verbrechen in Verbindung gebracht werden könnten, brachte ich sie zu POM Henneke.

Ich gebe zu, ich hätte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und beim Betreten der Wache "Ich habe eine Waffe in meiner Handtasche!" rufen sollen, aber ich bin eben nicht geübt im Umgang mit Kriminalität.

Mein Ausruf hatte zur Folge, dass sich Eingangs- & Durchgangstür der Sicherheitsschleuse, in der ich stand, mit einem lauten Klacken automatisch verriegelten. Gleichzeitig sauste an der Schalterscheibe eine Jalousie 'runter.
Ich saß in der Falle. Eine Stimme befahl mir:
"Legen Sie die Tasche auf den Boden, nehmen Sie die Hände nach oben und schauen Sie rechts in die Kamera!" 
Ich tat wie mir geheissen. Kurz darauf wurde die Tür aufgerissen und POM Henneke stürmte 'rein:
"
SIE schon wieder!", schnauzte er übellaunig, "Was ist es DIESMAL?!"
Puuuh, da war aber jemand unentspannt!
Dabei hatte es mit uns Zweien so vielversprechend angefangen...

Ich lernte POM Henneke kennen, als er eines Abends, zusammen mit einer Hundertschaft (naja, fast), unser Grundstück stürmte, um einen auf frischer Tat ertappten und nun auf der Flucht durch unseren Garten befindlichen Graffitisprayer festzunehmen.
Nachdem man den (16-jährigen & deutlich verschreckten) Schwerstverbrecher festgesetzt und abgeführt hatte, fragte ich einen der Polizisten, was ich schon lange wissen wollte:
"Falls ich Sie auf der Straße ansprechen wollte, was müsste ich dann sagen: Hallo Herr Wachtmeister?"
"Nein," antwortete der recht attraktive, junge Typ, "diese Bezeichnung gibt es schon lange nicht mehr. Ich bin Polizeiobermeister Henneke. Das können Sie an den 3 Sternen auf meiner Schulterklappe erkennen. Aber wenn Sie mich demnächst auf der Straße ansprechen wollen, sagen Sie doch einfach Thomas."
Sprach's, lächelte und kramte in seiner Jackentasche.
"Hier ist meine Karte. Falls Sie noch mehr Fragen zu Dienstgraden haben, erklär' ich Ihnen das gerne noch genauer."
Ich Glückspilz!
Das war genau der Mann, den ich suchte!
Ich hatte nämlich schon lange einige polizeiinterne Fragen, die ich nun endlich geklärt kriegen konnte.
Und so rief ich ihn tatsächlich einige Male an. 
Erst noch leidenschaftlich bei der Sache, kühlte sein Engagement rasch ab. 

"Also?! Was gibt's?", pöbelte POM.
Ich erklärte ihm meinen Bolzplatzfund. Augen gen Himmel drehend griff er sich meine Handtasche und nahm die Waffe heraus.
Während er sie untersuchte, motzte er:
"So geht das nicht weiter! Hören Sie auf, mich ständig im Dienst zu belästigen!"

Ich: "Wieso belästigen? Ich habe Sie doch nur ein paar Mal angerufen, um...."
"Jaaaa,", fiel er mir schroff ins Wort, "um mich zu fragen, ob das Vermummungsverbot auch am Rosenmontag gilt.
Und ob die Anschnallpflicht auch für Hochschwangere gilt (berechtigte Frage, oder?! 1x feste bremsen und Du hast Dein Embryo geköpft!). 
Und was Zivilfahnder tun, wenn sie während einer Observation im Auto scheißen müssen. 
Und ob ein Polizist sich etwas kuscheligeres kaufen darf, wenn ihn die gestellte Polyester-Uniform auf der Haut kratzt!"
Ich widersprach:
"SCHEIßEN habe ich ganz sicher NICHT gesagt! Und habe ich jemals eine Antwort auf meine Fragen bekommen? Nein! 
Und was haben Sie getan, als ich Sie wegen Werner, meinem Stalker, um Hilfe bat? Nichts!
Ausserdem haben SIE SELBST mir damals ihre Karte zugesteckt, mit der Aufforderung, mich zu melden!"
"JAAA!", brüllte POM, "damit wir ein Date klarmachen können, Herrgottnochmal! Und nicht, damit Sie mich im Dienst mit beknackten Fragen nerven! Kriegen Sie das gar nicht mit, wenn man Sie anflirtet?!"
ANFLIRTEN ?!
Oh.
Ähm...
Nee, sowas krieg' ich offenbar nicht mit.
Bin ja schon älteren Semesters & seit längerer Zeit liiert, da hab' ich die Flirt-Antennen längst eingemottet.
Ich hätte gern gefragt, ob es überhaupt legal ist, wenn ein Polizist eine Bürgerin anbaggert, oder ob das als "Unzucht mit Schutz-befohlenen" gilt (oder so ähnlich), traute mich aber nicht.
Ich schämte mich: da baggert ein jungscher Typ eine ältere Frau an und die schnallt es nicht.
Um abzulenken fragte ich: 
"Und was ist jetzt mit der Waffe?"
"Bei dieser Waffe," knurrte er mit zusammengebissenen Zähnen und sehr bösem Blick, "handelt es sich um eine Parabellum 300XC, 12 Schuß. Und es ist eindeutig eine SPIELZEUGWAFFE, wie man an der 'FunToys International - Made in China'-Gravur unschwer erkennen kann! Und jetzt 'raus hier! Hausverbot bis auf Weiteres!"
*schluck* 
"Und wenn ich in Not gerate?!", stammelte ich.
"Dann rufen Sie die 110 an oder fuchteln mit Ihrer Waffe!", blaffte er.

Pfffffff...

Ich finde, die Einstellungsbedingungen für den Polizeidienst sollten dringend überarbeitet werden.
Dann müssten so unmotivierte Rüpel wie Polizeiobermeister Henneke ihr Geld nämlich mit was ganz anderem verdienen! Der Kerl ist ja kein bisschen belastbar!

PS: Er trug übrigens KEINE Mütze. Heißt das, sein Rausschmiss gilt gar nicht?!
Hm. Werde morgen nochmal hingehen, um nachzufragen.

Samstag, 9. Oktober 2010

Holländische Nutten - wat lekker!

Neulich erzählte meine Nachbarin Petra, dass sie großen Ärger mit ihrer Mutter hätte, denn an Mutters Geburtstag war es zu einer unschönen Szene gekommen.
Petras Tochter (5) hatte nämlich an Ommas Geburtstags-Kaffeetafel, inmitten von diversen fürnehmen Bridge- und Golfclub-Ladies, gesessen und auf die Frage, von welchem Kuchen sie denn gerne essen würde, geantwortet: 
"Hast Du auch holländische Nutten da?"
Den Damen sind die Kuchengabeln unisono aus den arthitischen Fingern und auf das gute Hutschenreuther geplumpst, und Omma reagiert heute noch leicht verschnupft auf Petras Wiedergutmachungsversuche.

Ich wollte natürlich wissen, woher die Kleine solche Wörter kennt, insbesondere in dieser interessanten Kombination und Petra erklärte:
sie hatte Tage vorher mit der Kurzen nachmittags ferngesehen.
Es lief "King of Queens".
Eigentlich eine ganz harmlose Sendung zu einer ganz harmlosen Uhrzeit.
In einer bestimmten Szene erwacht Opa Arthur aus einem Traum und ruft: "Wo sind die holländischen Nutten?!"
Die Kleine wollte natürlich sofort wissen, was holländische Nutten sind und Petra wusste in ihrer Panik nix anderes zu antworten als:
"Das ist eine Kekssorte."


Moral von der Geschicht':
Belüge Deine Kinder nicht!
oder:
Sieh' niemals fern mit Kindern nicht!

Und hier die besagte Szene:

Mittwoch, 22. September 2010

Apfelarsch & Bohnenstange

Sohn hat nun eine neue Klassenlehrerin.
Seine ursprüngliche Lehrerin -wunderbar abgeklärt und konsequent- ist in Rente gegangen.
Nun sind meine schlimmsten Befürchtungen wahr geworden:
Die Neue kommt frisch von der Uni, eine echte "NoKiLiWiPa" (=No Kids, Living with Parents).
Eine, die mit den Kindern dis - ku - tiert!
Da finden Dialoge Monologe statt wie:
"Na, liebe Kinder, wer möchte denn den Tafeldienst übernehmen? .....Keiner? ....Und wer möchte Klassensprecher werden? ....Niemand? ....Na, dann reden wir nächste Woche nochmal drüber, OK?"
*ähähächz*

1 Woche nach Schulbeginn fand der erste Elternabend statt und da mich pünktlich zum Termin eine Migräneattacke auf's Sofa zwang, musste Sohnvater alleine hingehen.

SoVa zeigte sich anschließend nicht besonders begeistert von dieser jungschen Person.

2 Tage später traf ich beim Einkaufen zufällig einen Mitschüler samt Vater und fragte ihn, ob er beim Elternabend war und was er, als Fachmann (da selbst Lehrer) von der neuen Lehrerin hielte.
Und er sprach:
"Sie ist ziemlich jung. Mitte Zwanzig, schätze ich. Und ganz hübsch eigentlich. Aber schön kann man sie nicht nennen. Hübsches Mittelmaß eben. Sie ist dünn, aber keine Bohnenstange, sondern eher wohlproportioniert (<- hier fuchtelte er entsprechende Kurven in die Luft), wie man das als Mann gerne hat. Oder, Sohn?"
Er drehte sich zu seinem Sprößling um, der mittlerweile zur Salzsäule erstarrt und hochrot angelaufen war.
Vater winkte ab: "Ich glaube, die Jungs haben noch gar nicht begriffen, dass sie da eine Frau vor sich haben. Egal, wo war ich stehengeblieben?!"
Ich: "Bei der Körbchengröße."
Er: "Also damit kenne ich mich nicht aus. Ich schätze..."
Sein Sohn (mittlerweile tiefrot): "PAPA!!!"
Er (unsanft aus seinen Träumen gerissen): "Ach so, ja, also, ich denke, zu ihren fachlichen Fähigkeiten kann man erst in einem halben Jahr Genaueres sagen."
...
Unglaublich, oder?!

Man stelle sich vor:
Frau wird gefragt, was sie vom neuen Englischlehrer hält und antwortet mit:
"Der ist so süß! Diese blauen Augen - wie ein Bergsee kurz nach Sonnenaufgang. Und dieser knackige Po! Fest und apfelförmig, aber eher oval wie ein Braeburn, nicht kugelrund wie ein GrannySmith..."
Naja, dann muss ich mir das Küken wohl selbst angucken.

Das ist für euch, Papas von schulpflichtigen Kindern:
Und für alle Muttis, die David Lee Roth lieben:

Freitag, 17. September 2010

Mykose in Marokko

Da Norderney als Reiseziel keinesfalls mehr in Frage kommt, musste ich mich anderweitig in der Welt umsehen.
Das tat ich in Marokko.

Als ich also neulich in Casablanca landete, stürmte ich, als erste Tat auf einem anderen Kontinent, die Flughafentoilette.
Ich hatte nämlich gelesen, dass Exkremente, die im Flugzeug anfallen, zu Blöcken schockgefrostet und über'm Meer abgeworfen werden, und ich wollte schließlich keinen Delphin oder anderen Fisch zu Tode pinkeln.
So schoß ich also randvoll ins Flughafenklo und hatte die Wahl zwischen Kabine mit Bodenloch und Haltegriffen oder Kabine mit dreckiger Schüssel.
Ich wählte die Schüssel. Toilettenpapier gab's nicht und somit war mein erstes Wasserlassen in Nordafrika keine sehr hygienische Erfahrung.
Kaum war ich 'raus, betrat eine Reinigungskraft mit Putzwagen den Waschraum! War klar...
2 Tage später kam es zu fiesen Symptomen, die ich hier nicht näher erläutern möchte, die aber eindeutig auf eines hinwiesen: Vaginalmykose.

Super! Mit sowas hatte ich im Urlaub nicht gerechnet.
Meine Reiseapotheke enthielt einiges gegen Migräne, Montezumas Rache und Moskitostiche, aber an Pilzmittel hatte ich nicht gedacht.
Also machte ich mich, bewaffnet mit meinem Deutsch-Französisch Lilliput-Langenscheidt, auf in die nächste Apotheke.

Drinnen empfing mich ein älterer Marokkaner im weißen Kittel.
Nachdem geklärt war, dass er weder englisch, noch deutsch sprach, packte ich den Langenscheidt aus.
Da in der Lilliput-Ausgabe wichtige Worte wie Juckreiz, Mykose oder Vaginaltablette leider nicht vorkommen, entspann sich ein sehr zäh verlaufender Dialog.

Ich: blätterblätterblätter "Bonjour, monsieur. J'ai mal au bas ventre."
Er: "Pardon?"
Ich (lauter): "J'ai mal au bas ventre!"
Er (französisch): "BlaVentreBlabla?"
Ich (auf meinen Mons Pubis zeigend): "Là!"
Er: "BlablaDocteurBla?"
Ich: "Non, pas docteur. J'ai besoin médecin."
Er: "Blablabla!"
Ich (zwischen meine Beine deutend): "Intérieur, pas extérieur."
Er (mit stoischer Miene): "Hm."
Ich (von Hitzewelle überflutet): *Blätterblätterblätter*!!!
Türglocke: "DingDong!"
Eine alte Frau betrat die Apotheke.
Super, Zeugen kann man bei sowas prima brauchen!
Ich: "Suppositoire pour intérieur, s'il vous plaît!"
Er: "Ah - diarrhée!"
Ich: "Non non! Pas diarrhée! Pas *blätterblätter* derrière. J'ai mal avant."
Er: ".?."
Ich (mittlerweile mit hochrotem Kopf und schwitzend wie im Haman, nochmals verzweifelt zwischen meine Beine deutend): "Là!"

Ich war mir sicher, diese Geste würde mich in den Knast bringen, so genant wie muslimische Leute doch sind und so finster, wie der Apotheker mich ansah.
Und dann brüllte er auch schon los:
"DERYA!! DEEERYAAA!!!"
Ich (hektisch): *blätterblätterblätter*!
Was -ums Himmels Willen- bedeutet DERYA? 
"Hilfe, Sittenpolizei! Eine von diesen schambefreiten Christinnen fordert mich zum Geschlechtsverkehr auf!"???
Eine Tür hinter der Verkaufstheke wurde aufgerissen und eine weißbekittelte Frau in meinem Alter betrat den Raum.
Er (schulterzuckend auf mich deutend):
"Derya, BlaVentreBlaMédecineBlaBlaSuppositoireBlaBlaExtérieurBlaBlaBla!"
Derya musterte mich kurz, dann bückte sie sich, griff unter die Theke und knallte dann eine Packung Canesten Gyn Once auf den Tresen.
"Voilà, Madame!"
Merci beaucoup, chère Derya!
So einfach wär's gewesen...
Canesten - eine Sprache, die man überall spricht!
Ich glaube, ich sollte wirklich in die Werbung gehen!




Hier die Übersetzung für alle Nicht-Franzosen:
Ich: Tach. Ich bin krank da unten.
Er: Häää?
Ich: Ich bin krank da untäään! 
Er: BlaUntenBlabla.
Ich (auf meinen Schamhügel zeigend) : Da!
Er: BlablaDoktorBla.
Ich: Nein, kein Arzt. Ich brauche Medizin.
Er: BlablaBla.
Ich (zwischen meine Beine deutend): Inneneinrichtung, nicht Äußeres.
Er: Hm.
Türglocke: DingDong. Alte Frau betritt den Laden.
Ich: Zäpfchen für die Inneneinrichtung, bitte.
Er: Ach Durchfall!
Ich: Nein, nein, nicht Durchfall! Nicht hinten! Ich bin vorne krank!
Er: .?. 
Ich: (mittlerweile mit hochrotem Kopf und schwitzend wie im Haman, nochmals verzweifelt zwischen meine Beine deutend): Da!
Er: DERYA!!! 
Rest ist bekannt.

Mittwoch, 8. September 2010

22 Gute Taten + 1 Böse Tat

Gute Taten:

  • 3 Wochen lang das Haus der verreisten Nachbarin gehütet. 
OHNE mich an der offenen Katjes-Tüte zu bedienen, die sie auf dem Tisch hat liegen lassen!

  • Meiner Frisöse Trinkgeld gegeben
Obwohl sie meinen perfekten Anna-Wintour-Bob versehentlich zu einem Vokuhila verstümmelte. Na gut, sie stand 2 Tage vor ihrer Hochzeit und war unglaublich aufgeregt und zittrig, weshalb ich -netterweise!- darauf verzichtete, ihr mitzuteilen, dass sie eigentlich erst NACH der Hochzeit genug Gründe zum Zittern haben würde. 
Sie versuchte, ihren Unfall auszubessern, machte mich aber dank Effilierschere frisurentechnisch zum Monchichi.



Böse Tat:
  • Eine Hochzeitsgesellschaft beschimpft 
Traf zufällig eine alte Schulfreundin in der Stadt und wir quatschten, als ein Autokorso laut hupend an uns vorbeifuhr. Vorne weg der Brautwagen mit dem obligatorischen Blumenklops auf der Motorhaube (sah aus, als hätte ein monströser Vogel drauf geschissen), innen drin die happydebil grinsende Braut. Und weil die so lange & laut hupten und ich mein eigenes Wort nicht verstand, brüllte ich: "Schluß mit dem Getöse, romantisierendes Scheißpack!"
Kam nicht so gut an, weder bei der Braut, die mir den frisch beringten Stinkefinger zeigte, noch bei meiner Schulfreundin.

Egal, die Bilanz fällt trotzdem sehr gut aus:

21 Tage blumengießen + 1 Trinkgeldtat
macht zusammen:
22 Gute Taten und nur 1 Böse Tat.
:-)))