Mittwoch, 14. April 2010

Einfach mal die Fresse halten...

Menschen, die mehr als 3 Silben pro Minute reden, und mit ihrem Gequassel meine kostbare Zeit stehlen, sind mir aus tiefstem Herzen zuwider.

Hier meine neuesten SmallestTalk-Erlebnisse:


Smalltalk fail no. 1:

Ich (Herrscherin über die "Philips Café Gourmet HD5410") frage die neue Kollegin im Büro:
"Soll ich morgens für Sie eine Tasse Kaffee mit aufsetzen?"

Von mir favorisierte Antwort: "Ja." oder "Nein."
Auch OK: "Danke ja." oder "Nein, danke".
Grade noch durchgehen lasse ich: "Ja, wenn Sie ihn nicht zu stark machen." oder "Nein, ich trinke lieber Tee."
PUNKT. Reicht. Mehr muss und will ich nicht wissen.

Erhaltene Antwort:
"Sie trinken doch sicher koffeinhaltigen Kaffee? Und dann bestimmt so stark, dass der Löffel drin stehen bleibt?! Also, ich vertrage keinen Kaffee. Wenn ich mal Kaffee trinke, dann aber spätestens zur Mittagszeit, danach hat Kaffeegenuss bei mir ver-hee-ren-de Folgen: ich kriege Herzrasen und kann dann abends nicht einschlafen. Ich trinke fast ausschließlich Tee. Aber nur den weißen oder grünen oder auch mal einen Kräutertee. Bei Schwarztee gehts mir wie bei Kaffee: ich kriege Herzklabastern. Und den weißen Tee mag ich gerne aromatisiert, mit Vanille oder so."
Ich: "Aha."
Danke. Vormittag gelaufen. 



Smalltalk fail no. 2:

Einige Zeit später:
Ich (akut NoroVirus-gepeinigt) bekomme einen Anruf meiner Kusine:
"Omma hat mir erzählt, Du hast die Kotzeritis! Wie gehts Dir denn?"
Ich: "Schlecht."

Von mir favorisierte Antwort: "Igitt, Du Arme!" oder "Gute Besserung."
Auch OK: "Soll ich Dir 'nen Grießbrei vor die Tür stellen?"
Grade noch durchgehen lasse ich: "Schone Dich, trink Kamille und iss Zwieback."
PUNKT. Reicht. Mehr muss und will ich nicht hören.

Erhaltene Antwort:
"Mir ist auf unserer Hochzeitsreise mal so schlecht geworden. Wir waren auf Kreuzfahrt in Skandinavien und da ist das Meer ja so unruhig. Und ich weiß noch genau: ich hatte an dem Abend Krabbencocktail und Bernd hatte Wiener Schnitzel bestellt und als ich den Cocktail aufgegessen hatte, wurde mir plötzlich total schlecht und ich merkte, ich schaffe es nicht mehr in den Waschraum. Bernd rief noch: "In die Handtasche!", aber ich breche doch nicht in meine Handtasche! Das war meine Lieblingsclutch, die mit der NovaCheck-Seide. Die hat ein Vermögen gekostet! Und was da alles drin war: Schlüssel, Portemonnaie, mein Moleskin, Parfüm, Tampons, Handy. Das hätte ich ja alles nie mehr sauber gekriegt! Jedenfalls, es musste raus und ich habe dann auf seinen Teller gekotzt und -Du glaubst es nicht- das Wiener sah danach aus wie ein Zigeunerschnitzel! Hahaha..."

Ich: "Aha."
Danke. Tag gelaufen.


Was bringt diese Dauerredner eigentlich dazu, dermassen viel zu quatschen?
Angst vor der Stille?
Egozentrik?
Erklärungszwang?
Was hindert diese Labertaschen daran, einfach nur kurz und knapp auf Fragen zu antworten? Mehr brauchts doch nicht!
Ich bin sicher, da steckt was psychopathologisches hinter....

Die Fakten auf den Tisch und das lästige Beiwerk weggelassen!

So einfach kann Kommunikation sein, Herrgottnochmal!


Serviervorschlag :-)

Mittwoch, 7. April 2010

Norderney ist tot! Es lebe... Bad Salzdetfurth?!

Seit 25 Jahren kommt für mich kein anderes innerdeutsches Ferienziel in Frage, als Norderney. Nörderneei. Oder, wie ich seit meiner 1. Fahrt mit BömmelsBimmelBahn weiß: Nynorderoghe.
Klar, zwischendurch habe ich das Steinhuder Meer ausprobiert, den Jadebusen und Fehmarn.
Aber das verhielt sich so, wie man es vom Essengehen beim Chinesen kennt:
man bestellt jahrelang die "63 süßsauer"; überwindet sich dann, nach generalstabsmäßigen Überlegungen, auch mal der "49 zart frittiert" eine Chance zu geben, weil Beschleibung so leckel klingt und - es bestätigt sich schnell, was man bereits insgeheim ahnte: es geht nix über die "63 süßsauer"!!!



Nicht so schön: der kackbraune Leuchtturm.

Ich kenne und liebe jede Jahreszeit dort; kenne jede Kirche und jedes Museum in- & auswendig; habe mich bis zum Wrack durchgekämpft; den Leuchtturm erklommen; bin begeisterter Leser vom NoMo und der Badezeitung.
Wie oft habe ich in schnuckeligen Pensionen, in gemütlichen Landschulheimen und in schnieken Apartemangs gewohnt; habe mich von urigen Einheimischen für gutes Geld schlecht behandeln lassen!
Wieviele Sonnenuntergänge wurden mir versüßt von den zig "Kännchen Ostfriesentee, original, Beutel, 10,99 €" im Café Marienhöhe? 

Noch im Oktober habe ich mich von der Sanddornwelle mitreissen lassen; bin mittlerweile per Du mit Johann Fidi und wollte mich eigentlich später von der Frisia tot zu Wasser lassen lassen...

Und dann das:
Mord auf Norderney! 
Was klingt, wie der Titel des eher lahmen "Van der Valk"-Krimis (die älteren Herrschaften werden sich erinnern), ist vor Kurzem wahr geworden. 
Das echte Leben hat auf N'ney Einzug gehalten.
Ist vom Festland rübergeschwappt mit (Selbst-)Mord und Totschlag.

Ausgerechnet 4 Kinder fanden beim Spielen die Leiche eines Mannes.

Wie sich herausstellte, wurde er von 2 jungen Männern erschlagen, die bereits mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraft waren. Die Täter konnten schnell überführt werden.

Wenige Monate später sprang ein lebensmüder, alter Mann mit aufgeschnittenen Pulsadern während der Anfahrt von der Frisia ins Meer. Er konnte nicht gerettet werden.

Norderney ist für mich nu irgendwie "entweiht".

Werde nie mehr durch die NordhelmSiedlung radeln können, ohne zu denken:
"Hier hat das Opfer gewohnt".
Nie mehr durchs Kiefernwäldchen spazieren können, ohne zu denken:
"Hier hat das Opfer gelegen".
Und keine Anfahrt mehr mit der Frisia, ohne zu denken:
"Hier ist der Selbstmörder gesprungen".
Ich finde beide Vorfälle absolut tragisch und grausam - keine Frage!
Aber bitte - doch nicht in MEINEM Urlaubsparadies!!

Echt ey, wenn ich das wahre Leben haben will, dann ("bleibe ich zu Hause" kann ich nicht schreiben, denn ich wohne schließlich im beschaulichen Sauerland) mache ich Urlaub in Neukölln oder Knappenrode, verdammt!
Und wohin nu?! Schwarzwald? Lüneburger Heide? Wangerooge?
Ich glaube, dies Jahr bleibe ich einfach mal zu Hause...


Donnerstag, 1. April 2010

Ich und die anderen

Gestatten, JULIANE!
Jahrgang 1967. Sauerländerin. Äußerst glücklich geschieden.
Beklopptenmagnet mit anthropophoben, soziophoben und misanthropen Tendenzen und deshalb meist genervt, manchmal cholerisch, selten relaxed & (natürlich versehentlich!) bad to the bone.
Ich kann nichts dafür, aber: ich mag meine Mitmenschen nicht. Kann sie einfach nicht leiden. Sie strengen mich an. Sind mir oft rätselhaft.
Meinen Verdacht auf Asperger bestätigte meine Psychologin (leider) nicht. 
Hobbys: Bloggen, Strategieadventures, Urbex et naturellement le ballet.





Elvis:
Lieblingssohn.
Jahrgang 1997.
Student.
So unglaublich hübsch, dass er später garantiert Schauspieler wird, wie unser Oppa nie müde wurde zu betonen.
(Über mich wurde sowas übrigens nie gesagt.)
Label: Sohn.



Lucky Luke:
Lieblingssohn.
Jahrgang 2014.
Schlich sich im Dez. 2013 beim Pilot und mir ein.
Motorisch so geschickt und beweglich, dass er garantiert mal Ballettänzer wird.
Label: Baby


div. Ommas, Oppas, Väter, Mütter, Tanten, Onkels und UrOmmas:
Die Männer: typische wortkarge und knorrige Sauerländer.
Die Frauen: ausgestattet mit einem sehr trockenen Humor. Ihnen wird vorgeworfen, viel zu barsch mit ihren Männern umzuspringen. Da sind die Männer aber selbst dran schuld.
Besonders erwähnenswert: unser Oppa, der auf seine letzten Tage zum Computer- & Smartphonecrack wurde ist. Mittlerweile hat er aber leider überraschend Löffel und iPhone abgegeben.
Label: die Alten.


PaSo, der Patensohn:
Jahrgang 2005.
Sehr putziges Kerlchen. Schlau und schön, wie die Tante.
Bisher nur HIER und HIER zu finden.


div. Männer, die mein Leben kreuzen:
Mittlerweile seit 2013 online auf Traummannsuche. Mit diversen Pausen.
Wer all diese herzzerreißenden Geschichten lesen will: BITTESCHÖN.


Doc:
Mein skurriler Hausarzt seit 1992 Jahren.
Ähnlichkeit mit Klaus Kinski,aber ohne den irren Blick. Raucht heimlich im Sprechzimmer, weshalb die Rezepte nach Qualm müffeln und man sich vorwurfsvolle Blicke vom Apotheker einfängt. Ich schwärme heimlich ein kleines bisschen für ihn, aber was willste als blutjunges Ding mit 'nem 23 Jahre älteren Mann?
Label: Ärzte


Polizeiobermeister Thomas 'POM' Henneke:
Dorfsheriff. Hübsch anzusehender Mittdreißiger. Beschützer von Witwen und Waisen.
Zu seinem Leidwesen denke ich bei seinem Anblick immer nur:
"Huch! Die Bullerei! Bin ich angeschnallt?" statt: "Oh, Thomas, nimm' mich hier & jetzt! Huch!"
Es gibt wohl auch andere Polizisten in unserm schmucken Städtchen, aber die habe ich noch nie gesehen; vermutlich trauen die sich aufgrund des vermehrten Verbrechertums (seit Neuestem: HellsAngels-Clubhaus. In meiner Straße übrigens. War klar, ne?!) gar nicht aus der Wache 'raus.
Label: Polizei