Sonntag, 4. Dezember 2011

Outfit des Grauens - Peruanischer Panflötenpulli

Leider wieder ein Fehlkauf.
Dabei sah der Pulli im Katalog so putzig aus!



Zweimal getragen, einmal gewaschen.
Das Ding schlabbert an den unmöglichsten Stellen.
Und kratzt!

Ich habe darin große Ähnlichkeit mit diesen peruanischen Panflötenspielern in der Fußgängerzone.
Nur ohne Flöte.
Und schwanger.

Ich habe neulich noch 29 Ocken dafür hinblättern müssen, jetzt wurde das Dings reduziert auf 9!!
Wahrscheinlich, weil ich die Einzige war, die dieses Teil bestellt hat...

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Petzen

Elvis ..äh.. sorry... Sohn will ja nicht, dass ich hier über ihn berichte.
Diesen Wunsch selbstverständlich respektierend, erzähle ich also NICHT, dass er mich neulich nachts um halb 2 per Handy aus'm Kinderzimmer angerufen hat, um sich lautstark zu beschweren, dass das blöde, frischgewaschene Spannbettlaken, das ich ihm bereits nachmittags hingelegt hatte, gar nicht passt!

Ich bin dann kollapsnah (immerhin schlief ich bereits seit mehreren Stunden tief & fest und bei nächtlichen Anrufen denkt man ja sofort, es is' was mit Omma) hingetorkelt, nur um feststellen zu müssen, dass der kleine Trottel versuchte, das Laken quer statt längs aufzuziehen.

Als ich ihn am anderen Tag dafür lang machte, keine Spur von Einsicht bei dem Bengel!
Statt dessen ein: "Das war Dir hoffentlich eine Lehre!"

Ey, wer erzieht hier eigentlich wen?!

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Ich bin nicht die Coolste, wenn ich cruise...

Hier mal was für meine (3?) männlichen Leser zum Thema "Frau am Steuer".
Ja, ich hab mich auch gekringelt.
Aber vor (Welt-)Schmerz.

Letzte Woche habe ich vermutlich DEN Job meines Lebens verpasst, da ich mich in der GroßenStadt, auf dem Weg zum Vorstellungstermin (den ich nur Dank Vitamin B ergatterte) bei einer der größten Institutionen Deutschlands, bei der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz, völlig verfahren habe und mich ca. 380 km vom eigentlichen Ziel entfernt wiederfand!
Klar, ohne Navy und nur mit Google-Map-Ausdruck bewaffnet...
Wer hat eigentlich 4-spurige Citystraßen erfunden?
Das war 'n Kerl, ne?!

Und was tut frau in solch einer prekären Situation?
Genau, sie ruft DEN Mann ihres Lebens an, was ich dann auch tat:
"Oppaaa! Schnell, Du musst mich lotsen! Ich stehe hier mitten in Deutschland und weiß nicht weiter. Hast Du eine Straßenkarte auf der Du gucken kannst, wo ich hin muss?"
Er: "Wo bist Du denn? Irgendwelche Schilder in der Nähe?"
Ich: "Keine Ahnung, irgendwo zwischen Düsseldorf und Hannover. Ich steh' hier mitten im Grünen. Links von mir ist ein Spielplatz."
Er *augenrollend - ich hab's genau gehört!*:
"Kind! Spielplätze gibt's Tausende. Außerdem besitze ich keine einzige Straßenkarte mehr! Ich fahr' mit Navy."
War klar...

Ich cruiste noch 10 Minuten vor mich hin und entdeckte endlich ein Straßenschild.
Ich rief in besagter Firma an. Als die sehr hilfsbereite Sekretärin mich dann via Handy zu sich lotsen wollte, hörte ich nach ca. 100 gefahrenen Metern die Ansage:
"Ihr Guthaben beträgt weniger als 20 Cent. Bitte laden Sie Ihr Handy auf! *Klick*! Tut tut tut..."
War klar...

Ich irrte zunächst weiter herum, aber 93 Minuten und 4 Tankstellen später stürmte ich schweißgebadet mit dem launigen Ausruf "Bin daha, wer nohoch?!" in das Büro.
Das Auto hatte ich an einer Bushaltestelle abgestellt und es war mir SCHEISSEGAL!
Die vormals so hilfsbereite Vorzimmerkuh hielt mir meine Bewerbungsmappe entgegen, mit rügendem Blick und den Worten:
"Ihr Termin war vor anderthalb Stunden! Ich nehme an, dass kein wirkliches Interesse Ihrerseits vorliegt, also haben wir die Stelle anderweitig vergeben."

Auf meinen entrüsteten Einwand:
"Sie wissen aber doch, dass ich mich rettungslos verfahren hatte!" sagte sie gar nichts.
Und auf meine Frage, wie ich denn nun aus dieser verf*ckten Stadt jemals herausfände, reagierte Sie ebenfalls nicht.
Wie ich zurück gefunden habe, weiß ich nicht, ich bin einfach immer rechts und dann in die Richtung gefahren, in der ich mein Zuhause vermutete...

Aber das muss unter uns bleiben!
Wenn Frau VitaminB jemals erfährt, dass die von ihr so hochgelobte Frau Juliane es dermaßen verkackt hat - oha!

PS: Warum fragt man eigentlich immer in Tankstellen nach dem Weg, wenn man sich verfahren hat? Die Bratzen da haben anscheinend noch weniger Orientierungssinn als ich.



Dienstag, 20. September 2011

Drück' den Fuchs!

Unser Oppa besitzt einen Computer.
Schon seit einigen Jahren.
Das, was er als Laie wissen muss, um  z.B. Beschwerdebriefe an seine Krankenkasse zu schreiben & auszudrucken oder um Solitaire zu spielen, hat er sich selbst durch LearningByDoing beigebracht; für den Rest fragt er mich.
Mittlerweile ist er auch seit 1 Jahr online und online-sein ist ihm irgendwie nicht geheuer.
Und je mehr Oppa ins Internetgeschehen eintaucht, desto komplizierter werden seine Probleme.
Bei seinen abendlichen Anrufen sieht man sich dann auch mit den merkwürdigsten Sachen konfrontiert.
Meine Lieblings-Beispiele:

Er: "Ich bin's - Oppa!
Ich sitze hier gerade am Computer und habe gelesen, dass es was Neues gibt:
Windows 7. Muss ich mir das kaufen oder kommt das irgendwann von selbst auf meinen Rechner?"

Oder:

Er: "Ich bin's - Oppa!
Ich sitze hier gerade am Computer und will was drucken. Aber der Drucker funktioniert nicht. Ich habe schon alles versucht, aber da tut sich nix.
Kann es sein, dass die Telekom dahintersteckt?
Ich habe mich mit denen mehrfach angelegt in den letzten Tagen, weil die meine Flätträtt teurer gemacht haben, ohne mich vorher zu fragen.
Ich habe denen gesagt, solange ich nicht meine alte Flätträtt zurückbekomme, zahle ich die Rechnung nicht. Und jetzt habe ich den Verdacht, dass die von da aus den Drucker manipulieren, um mich zu ärgern."

Oder:

Er: "Ich bin's - Oppa!
Ich sitze hier gerade am Computer und die Maus ist plötzlich kaputt! Bei allem, was ich anklicke, wird nur ein grauer Kasten angezeigt!"

Ich: "Dann klickst Du auf die rechte Maustaste?"
Er: "Ja sicher."
Ich: "Du musst aber auf die linke drücken."
Er: "Seit wann muss man denn auf die LINKE Taste drücken? Ist das neu? Oder ob die von der Telekom dahintersteck..."
Ich: "NEIN! Das ist schon immer so. Drück jetzt einfach mal links!"
Er: *klick*
Ich: "Und?"
Er: "Tatsächlich!"

Oder:

Er: "Ich bin's - Oppa!
Ich sitze hier gerade am Computer und nichts geht mehr! Es öffnet sich immer bloß ein Fenster mit so einer komischen Werbung und wenn ich auf 'Schließen' klicke, schließt sich das aber gar nicht."
Ich bin dann zu ihm gefahren, habe den Rechner gecheckt und festgestellt, dass er sich ein fieses Popup-Dialer-Dings der www.dickemöpse.org-Seite eingefangen hatte.
Ich: "So, Rechner funktioniert wieder. PopUp und Dialer habe ich entfernt. Besuch' solche Seiten besser nicht! Gerade die Pornoseiten sind doch dafür berücht..."
Er *entrüstet*: "PORNOseiten?! Ich gucke höchstens mal bei Tchibo, LandsEnd und der Westfalenpost."
Ich: "Du hast also nicht www.dickemöpse.org aufgerufen?"
Er *schwerstentrüstet*: "Natürlich NICHT! Wie kann denn sowas passieren? Ob da wohl diese Verbrecher von der Telekom dahinterstecken?"

Oder:

Er: "Ich bin's - Oppa!
Grade beim Spazierengehen habe ich wunderbare Fotos mit dem Handy gemacht. Kann ich die an den Rechner smsen?"
Ich: "Welche Nummer hat denn Dein Rechner?"
Er: "Weiß ich doch nicht!"
Ich: "Aha. Und, dämmert da was?!"
Er: "Äääääähh... Also geht das gar nicht??"

Wenn es sich um ein ganz ganz ganz dringendes Problem handelt, erkennt man das daran, dass er sich gar nicht erst die Zeit nimmt, Ich bin's - Oppa! zu sagen, sondern in medias res stolpert.
So wie gestern Abend:

Er: "Ja ..äh.. ich. Wenn ich oben links den Fuchs drücke, kommt immer die Meldung 'Ihr Broffsa ist veraltet'.
Was ist denn der Broffsa?"
Was ist denn der Fuchs? denke ich und drücke Sohn den Hörer in die Hand.
Der hat nun seit 3 Jahren Informatikunterricht, der kann jetzt auch mal 'ran.
Und so wurde ich Zeugin eines echt abgefahrenen Dialogs, oder besser: Monologs.

Oppa: ...
Sohn: BRAUSA heißt das!
Oppa: .......
Sohn: Dann klick auf "Update".
Oppa: .....
Sohn: Nee, rechts.
Oppa: ...
Sohn: Rechts.
Oppa: ...
Sohn: Rechts!
Oppa:...
Sohn: Klick auf JA.
Oppa: .....
Sohn: Wieso die Telekom?
Oppa: ...
Sohn: Aha. Dazu musst Du STRG Umschalt P drücken.
Oppa: ...
Sohn: Das ist die Taste, auf der STRG steht.
Oppa: ...
Sohn: Doch! Jede Tastatur hat das! Unten links.
Oppa: ....
Sohn: Unten links!
Oppa: ....
Sohn: Links!
Oppa: ...
Sohn: Und jetzt drück nochmal den Fuchs.
Oppa: ....
Sohn *schwerseufz*: Oppa! Drück. Den. Fuchs. Drück' einfach den Fuchs!!

Dienstag, 13. September 2011

Narzisstische Krankengymnasten

...oder Physiotherapeuten, wie sie sich heutzutage nennen,
- halten sich für das Maß aller Dinge,
- scheinen komplett humorlos zu sein,
- verachten jeden, der nicht mindestens auf einen Marathon hintrainiert,
- essen eindeutig zu wenig,
- und bewegen sich sprungfederhaft und so aufrecht, als hätten sie eine zementierte Wirbelsäule.

Sollte jemand bei einem Physiotherapeuten in Behandlung sein, der lächelt oder gar den einen oder anderen Witz reißt - OBACHT!
Kann sein, dass der gar kein Diplom hat!

Nach 20 Jahren Erfahrung auf dem physiotherapeutischen Sektor, wage ich zu pauschalisieren:
kaum eine andere Berufsgruppe kommt derart hochnäsig, langweilig und konservativ 'rüber, stimmt's?
Anwälte vielleicht, die sind aber auf jeden Fall besser gestylt. 
Ich überlege oft, was die KGs wohl nach Feierabend machen: einen 4 km-Sprint zur Entspannung?
Hobbys? Gewichtheben, Pilates, Dressurreiten.
Und nicht oder.


Neulich geschehen:
Wenn ich, dank Vitamin B, beim besten Physiotherapeuten des Sauerlandes kurzfristig einen Termin ergattere und von ihm, nach einem Blick auf Überweisungsschein & Diagnose, mit den Worten:
"Na toll! Die Leute bewegen sich ständig falsch und WIR müssen es dann richten!"

begrüßt werde, gefolgt von der Frage:
"Sie sind sicher Hausfrau und Mutter?!" 
nährt das direktemang meine Gewaltfantasien, denn JA, verdammt, so eine Frage fasse ich als Beleidigung auf; so supidolle emanzipiert bin ich nämlich nicht!

Als ich der Wirbelschubserdiva dann erklärte, dass ich (<- zu allem Überfluss auch noch NUR Kassenpatientin!) mich beim Laufen irgendwie verknackst hätte, guckte er so angewidert (normalerweise coacht der Herr nämlich Golfer, Ironmen und die Lacrosse-National-Elf), dass ich mich nicht traute, zu erzählen, dass eigentlich nicht das Laufen zum Knax geführt hat, sondern diese blöde herrenlose Dogge, die mich zwar nur über 10 Meter belästigte, das aber so intensivst, dass ich einmal kurz & schmerzvoll ganzheitlich verkrampfte.

Auf meine Frage, ob ob ich womöglich bandscheibenvorfallgefährdet sei, meinte er bloß lapidar:
"Wer an Krankheit denkt, wird Krankheit ernten."
Ääähhh, ja, danke für's Gespräch, Konfuzius.

Ja, sorry, ich weiß, wir Non-Sportler sind eine Zumutung...

Sonntag, 17. Juli 2011

Guns 'n' fucking Roses

Ich will ja nicht angeben, aber ich war mal mit Slash liiert.
Dem ehemaligen Gitarristen von Guns'n'Roses.

Naja, also fast.
Zumindest habe ich mal mit ihm telefoniert.
Naja, also fast.
Denn nicht ICH hatte ihn am Telefon, sondern meine Mutter.
Und als sie mich im entscheidenden Moment fragte, ob dieser Mr. Hudson, den sie grade am Rohr hätte, für MICH anrufen würde oder ob er sich bloß verwählt hätte, habe ich ihr nicht
-schwindelig vor Glück- den Hörer aus der Hand gerissen und ihn um ein Date gebeten resp. ihm meinen Körper feilgeboten, sondern nur feige mit den Schultern gezuckt.

Anfang der Neunziger, ich war noch ganz klein, war ich ein glühender Fan von Guns'n'Roses.
Ich war in fast alle Bandmitglieder verliebt, außer in den Drummer; der sah meiner Tante Hildegard so ähnlich.

Ich besaß das Bravo-Fanheft:


die Bücher, die MCs, die CDs.
Konnte natürlich jeden Song mitgrölen.
Ich trug axl-like weiße Socken in DocMartens, karierte Holzfällerhemden über Radlerhosen und schwarze Lederarmbänder.
Ich wählte Dutzend Male die in der Bravo angegebene Nummer in Australien, unter der man eine Tonbandaufzeichnung von Axls Stimme abhören konnte
("Hi! This is Axl Rose from Guns'n'Roses. Thanks to all our fans in the whole fucking world!" oder so ähnlich).
Als die entsprechend hohe Telefonrechnung kam, fragte meine Mutter, ob ich was mit der horrenden Summe zu tun  hätte.
Und als ich gestand: „Ich habe in Australien angerufen.“, verdrehte sie nur die Augen, sagte: „Sehr witzig.“ und wunderte sich weiter.

Memorabilia - habe ich immer noch. Ist das merkwürdig?
Will auf keinen Fall so strange rüberkommen,
wie Frauen, die Puppen sammeln!

Ich blieb nächtelang auf, nur um vielleicht eins ihrer Videos auf MTV zu sehen.

Und dann kamen sie nach Deutschland!
Ich latzte schlankerhand 52 Ocken (damals noch Mark-Ocken) für die Eintrittskarte ins Müngersdorfer Stadion am 30. Mai 1992 (Supporting Acts: Soundgarden & Faith No More!), die ich niemals einlösen konnte, da mich 1 Tag vorher ein fieser Magen-Darm-Infekt lahmlegte.

Als Megafan wusste ich natürlich, dass Slashs bürgerlicher Name Saul Hudson ist.
Und als sie nach Köln kamen, wusste ich, was zu tun war:
Ich suchte mir aus dem Kölner Telefonbuch (für die jüngeren Leser: Internet gab’s noch nicht und Städtebücher lagen damals in Postfilialen aus) alle 5-Sterne-Hotels heraus, rief dort an und fragte nach Mr. Saul Hudson.

Bereits der 3. Anruf war erfolgreich.
Ja, es gebe einen Gast namens Mr. Saul Hudson.
Nein, man könne leider nicht verbinden, weil Mr. Hudson sich derzeit nicht im Hotel aufhielte.
Ja, man könne meine Nummer an ihn weiterleiten zwecks Rückruf.
Und so wartete ich Stunde um Stunde um Stunde und mir war klar: Slash würde niemals eine ihm unbekannte Nummer im Sauerland anrufen.
Und insgeheim war ich ganz froh darüber, denn was redet man mit so einem Star?
Ich: "Hi Slash! I'm a big fan! Love your music and the hat!"
Slash: "Thanks."
Ich: "Unfortunately I became ill and I am not able to visit your gig tonight."
Slash: "Hm, well..."
Ich: "Und sonst so?"
Nee, oder?! Dann lieber gar nix sagen.

Am späten Nachmittag klingelte das Telefon.
Meine Mutter war leider eher am Rohr als ich.
Der Rest ist bekannt.

Dafür schäme ich mich noch heute.
Meine Güte, macht man beknackte Sachen als ..äh.. Kleinkind.

Das T-Shirt passt heute noch! *freu*
Oh..äh.. spiegelverkehrt... Egal.


Freitag, 17. Juni 2011

Geradeaus laufen...

... ist gar nicht so einfach, wie ich immer dachte.
Nach einigen Jahrzehnten Erfahrung im Aufrechtgehen & Laufen, nahm ich an, dass ich's könnte. Weitgefehlt!
Laufen ist offenbar eine Wissenschaft für sich, sonst würden ja nicht extra Kurse dafür angeboten, nicht wahr?

Ich ahnte allerdings schon bei der Anmeldung: sobald man den Drang nach ein bisschen Bewegung unter professionelle Leitung stellt, wird aus Spaß ganz schnell Ernst.
Der Kurs wird von einer Physiotherapeutin geleitet - das muss ich nicht weiter erläutern, denn das sind ja bekanntlich die Schlimmsten, weil dynamisch, hochmotiviert und schmerzfrei.
So jagte sie uns Anfänger (-> Ü40, untrainiert, null Kondition) bereits beim 1. Treffen über die "große" Runde, um uns anschließend, als wir uns alle hechelnd und röchelnd und schweißgebadet am Ausgangspunkt krümmten, zu erklären, woran man einen nahenden Kreislaufzusammenbruch erkennt oder was man bei drohender Unterzuckerung zu tun hat.

Beim 2. Treffen ließ sie uns absichtlich an einem Bauernhof vorbeilaufen, um (nach kollektiver Schockstarre, verursacht durch freilaufende Hofhunde in very bad mood) zu zeigen, was man im Falle einer unentspannt verlaufenden Begegnung mit Hund zu tun und -noch wichtiger!- zu lassen habe.

Beim 3. Treffen dirigierte sie uns durch einen Wald, dessen Wege gespickt waren mit Hunderten von Nacktschnecken und wandernden Fröschen, um unserer Reaktionsfähigkeit und der Wadenmuskulatur, im wahrsten Sinne des Wortes, auf die Sprünge zu helfen.

Für heute Abend sind hier schwere Gewitter mit Sturmböen vorhergesagt. Wetten, dass sie uns mitten in die Unwetterfront scheucht, nur um am -noch- lebenden Objekt zu demonstrieren, wie man sich vor Blitzeinschlag schützt?

Ätzend, diese Sportler...

Ich selber bin zwar nicht die Fitteste, bin aber auf jeden Fall die Bestgekleidetste im Kurs.
Bei mir passt immer das Shirt zur Hose zum Schuh zum Cap!
Gerne in fröhlichen Rot- oder Türkistönen.
Wenn ich mir da diese grauschwarzen Geschmacklosigkeiten aus Microfaser und Goretex der anderen Teilnehmer angucke...
Wenn so einer im dunklen Wald kollabiert, findet man den doch nie wieder!

Und was lernt man eigentlich im Fortgeschrittenen-Kurs?
Ergonomisch korrektes Bergaufrennen?
FlickFlacks beim Bergabrennen?

Wenigstens habe ich mit den beiden BritenGrandpas Spaß.
Also nicht SOLCHEN Spaß, sondern typischbritischerhumor-Spaß eben und vielleicht greife ich ja am Ende des Kurses die Telefonnummern von willigen Landsleuten ab, wer weiß...
Übrigens wurde mir unlängst ein Link zugespielt, in dem, angeblich wissenschaftlich untermauert, behauptet wird, dass britische Männer keinen pale gleam von Sex haben. Natürlich wurde mir der Link von einem deutschen jungen Mann zugesandt und ich überlege ernsthaft, ob ich ihn nicht wegen übler Nachrede & Rufschädigung meines Lieblingsvolkes anzeigen werde!

Montag, 30. Mai 2011

Kochen für Paare

"Romantischer Kochkurs für Paare.
An 2 Abenden werden 3-Gang-Menüs zubereitet. 15 €".

Klingt erstmal gut.
Aber Obacht!
Wenn der Kursanbieter der Hausfrauenbund eines kleinen sauerländischen Städtchens ist, sollte man von einer Buchung absehen.

Fotos habe ich leider keine; versuche aber die wichtigsten Eindrücke zu schildern.

5 Paare mittleren Alters und die Kursleiterin alten Alters treffen sich in der Schulküche der örtlichen Realschule.
Da Schulküchen aus hygienetechnischen Gründen gerne vom Boden bis zur Decke gekachelt und mit  80.000-Lux-Neonröhren ausgeleuchtet sind, verleiht das dem Ganzen ein unromantisches Pathologieflair.

Jedes Paar bekommt 1 Kochnische und 4 (in Worten: VIER!) Rezepte zugeteilt.
Und da nun jeder Einzelne 2 Rezepte in 60 Minuten zu wuppen hat, kommt statt Romantik nur Hektik auf und es endet damit, dass man zwar zur vereinbarten Zeit seine Oeuvres fertiggestellt hat, sich aber gegen Ende nur noch schlecht gelaunt zuraunzt.

Schlussendlich hocken 10 Menschen im Nebenraum auf ausrangiertem Schulmobiliar (die Tische immerhin mit Papierdecken "dekoriert") und schaufeln ihre 3 Gänge-Menüs in sich hinein, da die Kursleiterin den Raum nur für 90 Minuten nutzen darf.

Die naive Sauerländerin um die Vierzig hofft nun auf ein besseres Gelingen am Folgeabend. Aber nee: genau dasselbe!

Auch die Endabrechnung birgt eine Überraschung:
Ausser den 15 Ocken Kursgebühr (pro Person) werden plötzlich noch 3 € Kopiergeld fällig.
Und da die Superhausfrau natürlich alles auf dem Markt bzw. im Reformhaus eingekauft hat, kommen noch 12 Euro Lebensmittelkosten pro Paar hinzu.

Hmpf.
Muss nicht noch mal.

Montag, 16. Mai 2011

Zu Gast bei Feinden - Die Konfirmation

Der liebe Gott hat mir wieder ein Lerngeschenk gemacht:
diesmal eine Einladung zu einer Konfirmation.
Und nun weiß ich, wie man es NICHT macht.

Wochen vorher kam die Einladung, über die ich mich sehr wunderte, da die Konfirmandin eine sehr entfernte Verwandte ist, deren Eltern mich noch nie zu irgendwas eingeladen hatten.

Der Karte war ein Zettelchen beigefügt:
leider hätte der Vater beim Platzkartenkauf gepatzt (ich tippe eher auf: gespart), aber man könne ja "etwas früher zur Kirche zu kommen, um sich einen guten Platz zu sichern".
(Merke: Bevor man seinen Gästen solche Ratschläge gibt, sollte man sich vorher mit den Räumlichkeiten der Kirche vertraut machen. "Etwas früher" anzutanzen hat nicht viel Sinn, wenn das Kirchlein 100 Sitzplätze bietet, von denen 80 bereits per Platzkarte reserviert sind und gleichzeitig 200 Menschen Einlass begehren.)

Einige Zeit später rief mich eine Kusine an und erzählte wutentbrannt, dass sie tags zuvor die Konfirmandinnenmutter in einem Laden gesehen, ohne dass diese sie bemerkt hätte.
Die KonfiMu hätte dort jemandem erzählt, dass sie alle Verwandten, Freunde und Nachbarn (auch diejenigen, zu denen man schon lange keinen Kontakt mehr hat) "ausgegraben hätte, damit das Kind mal richtig absahnt".
(Zur Info: ich rede hier von Leuten, die einen Pool und ein Pony im Garten haben und sich in Markenklamotten wanden; ergo Geld nicht wirklich benötigen.)
Ich hatte ein sehr teures Bettelarmband als Geschenk gekauft.
Mein erster Gedanke war: das teure Ding um- und gegen billigen Modesschmuck einzutauschen. Aber die Konfirmandin kann ja nix für ihre raffgierige Mutter.

Der Tag der Konfirmation kam.
Ab Punkt 9 stand(!) ich in der Kirche.
Um 9.30 begann das Event und - Überraschung!
Da vorher noch 3 Teenies getauft werden mussten, bevor sie konfirmiert werden durften, zog sich das Ganze über 2,5 Stunden hin!
Danke auch, liebe Blödeltern von Kindern, die nicht, wie es sich gehört, spätestens 76 h nach der Geburt getauft wurden!

Glücklicherweise fing gegen halb 11 ein Kleinkind in der hintersten Reihe derart das Kreischen an, dass es samt Mutter die Kirche verlassen musste und somit ein Sitzplatz frei wurde.

Anschließend traf man sich im Restaurant in der Null-Sterne-Gaststätte "Schlicht & Billig", in der ein Saal gemietet worden war.
Zu Beginn wurden Sekt, Orangensaft und Sekt mit Orangensaft gereicht (woher stammt eigentlich diese widerliche Unsitte O-Saft in Sekt zu kippen und wann hört das endlich auf?!)
Da Madame Gierig ja nun JEDEN eingeladen hatte (z.B. ihre "Hilfe" und deren beste Freundin), kannte man sich untereinander gar nicht oder war verkracht und somit war unbefangener SmallTalk nicht wirklich drin.
Der Rest schwieg beleidigt, da Kusine & ich für eine rasche Verbreitung der Absahnstory gesorgt hatten.
Irgendwann fragte sogar der Kellner irritiert:
"Ist etwas nicht in Ordnung? Hier herrscht ja Grabesstille!" 

Madame hatte sich gegen ein Rechaud-Buffet und für Tischleindeckdich entschieden und da es ziemlich lange dauerte, bis die 2 Kellner alle Platten aufgetischt hatten, war das Essen nur noch lauwarm.
Bis sich dann alle Gäste bedient hatten, war es lau bis kühl...
Laue Dosenböhnchen; laue Dosenmöhrchen und laue Dosenpilze.
Dazu gab es laue Spätzle, laue Salzkartoffeln und zweierlei Laufleisch: Rind & Schwein.
Wenn man wollte, konnte man das Ganze in einer SauceHollandaise ertränken, die ich in Form, Farbe, Konsistenz & Geschmack sofort als diese Fertigsoße enttarnte.
So simpel hatte ich zuletzt vor 10 Jahren bei meinem Neffen gegessen, der, mit 18 von zu Hause ausgezogen, damals noch nicht wusste, dass man mit frischen Lebensmitteln kochen kann.
Zum Nachtisch gab es Eis.
Viele Gäste - wenig Kellner - warmes Wetter.
Man ahnt es schon: die Eiskreation "Pückler-Art", die übrigens auch so aussehen kann, ähnelte mehr einem Pudding.

Anschließend wurde jeder genötigt, sich in dem eigens angeschafften Erinnerungsalbum zu verewigen.
Wie gesagt, die meisten Gäste waren sauer oder kannten die Familie nicht gut genug, um etwas Herzliches zu schreiben. Und so schrieben die meisten ein unmotiviertes "Viele Grüße von X & Y".
Mir waren simple Grüße zu poplig und so schrieb ich dieses hübsche Gedicht von den Anonymen Alkoholikern in das Album. Das passt immer.

Zum Schluss gab's die Torten:
2 von KonfiMu selbst gemachte Philadelphiatorten (auch so eine nicht totzukriegende Unsitte) in gelb & rot  und 1 bei einer Konditorin (noch in der Ausbildung und derzeit im Mutterschutz, daher sehr günstig) bestellte.
Diese Torte war der Burner:
krumm & schief; die Marzipandecke war noch teilweise weiß vom Mehl beim Ausrollen; die Konditorin hatte sich beim Wort "Konfirmation" verschrieben und versucht, es zu korrigieren, was aber nicht gefunzt hat. Der Name des Mädchens leuchtete uns in neongrün entgegen.

Dann durften wir endlich nach Hause gehen.
Und die meisten waren echt angesäuert:
man wusste ja, dass diese Familie es durchaus hätte besser machen können (Stichwort: Pool & Pferd), statt dessen haben wir Gäste das Billigste vorgesetzt bekommen.

Ich habe keine Ahnung, wie die Konfirmandin selbst diesen Tag erlebt hat.
Ich hoffe, nicht allzu unangenehm.

Einige Tage später rief mich die KonfiMu an, um sich für das schöne Armband zu bedanken, das ihrer Tochter sehr gefallen würde, und um zu beteuern, dass so etwas Teures ja gar nicht nötig gewesen wäre.
Unterm Strich hätte das Mädchen 2.000 Ocken abgesahnt zusammenbekommen.
Oh happy day...

Ich bin seit Kurzem nicht mehr der Kirche angehörig, aber ich verspreche hiermit dem lieben Gott und dem Sohn (also meinem, nicht seinem; oder doch: von mir aus auch seinem) hoch & heilig, dass ich aus Sohns Konfirmation im nächsten Jahr keine solche Farce machen werde.
Amen!

Mittwoch, 13. April 2011

2 Gute Taten, 1 Job und 2 Socken

2 Gute Taten in 1 Woche, wenn das kein guter Schnitt ist!

1. Gute Tat:
Unsern Oppa zur Darmspiegelung ins 583 Meter entfernte Krankenhaus gefahren;
dort eine Stunde gewartet;
ihn wieder nach Hause gebracht;
auf der Fahrt erfahren, dass dies seine 11. Darmspiegelung in den vergangenen 30 Jahren war, was ihn zu einem kleinen Exkurs über den Wandel der Technik in diesem Bereich veranlasste.
10 Ocken zugesteckt bekommen.


2. Gute Tat:
LAGs Mutter (85) zum Augenarzt begleitet.
Der LAG hatte einen unverschiebbaren Termin und seine Schwester wohnt bekanntlich weit weg.
Wartezeit: 4(!) Stunden, da "Grauer Star"-Tag war (kein Witz!) und dementsprechend viele ältere Herrschaften anwesend waren, von denen sich die meisten nur mit Rollator fortbewegten (ergo laaangsaaam) und von denen ausnahmslos alle mehrfach getropft und noch mehrfacher untersucht wurden.
Sehr viel Zeit kosteten auch Dialoge wie dieser:

Arzthelferin: 
"Herr X, Sie haben vergessen, in dem Fragebogen ihre Medikamente einzutragen. Nehmen Sie regelmäßig Tabletten ein?"
Herr X: "Ja."
AH: "Welche denn?
X: "So grüne."
AH: "Und wofür sind die?"
X: "Wie bitte?"
AH: "WOFÜR DIE GRÜNEN TABLETTEN SIND!"
X: "Ja, äh, die machen mehr Sauerstoff."
AH: "?? Meinen Sie ein Asthmamittel?"
X: "Nee, die sind für bessere Durchblutung im Gehirn. Für's Gedächntnis."
AH: "Und wie heißen die?"
X"Äähh..."

Als ich auf LAMus Frage, was denn unser Oppa so mache, erzählte, dass ich ihn 2 Tage zuvor -siehe oben-, veranlasste sie zu dem, aufgrund von hörgerättechnischer Disbalance, etwas zu lauten Ausruf:
"Kind, geh doch auch mal zur Darmspiegelung, bei Deinen häufigen Flatulenzen! Du bist ja jetzt in dem Alter, wo das die Kasse bezahlt. Und das tut gar nicht weh, das wird ja vorher betäubt!"

Wie gesagt, war "Grauer Star"-Tag, das haben die anderen Alten bestimmt nicht gehört...
(Zu meiner Verteidigung: Ich leide unter ein paar klitzekleinen Nahrungsmittelintoleranzen, nicht der Rede wert. Wenn ich aufpasse, passiert nix; wenn nicht, kann es evtl. zu Bauchkrämpfen kommen. Wie LAGMutter auf Flatulenzen kommt, weiß ich auch nicht. Jedenfalls renne ich nicht dauerfurzend durch die Gegend!)
Bekommen:
1 Stück Agnes-Bernauer-Torte und einen 10€-Gutschein von Douglas.

Wow! Wenn die Ausbeute bei Altentransporten so gut ist, werde ich mich mal im hiesigen Seniorenstift umhören, wer demnächst zum Urologen oder zur Fußpflege muss...

Äh... als Gute Taten gilt das doch trotzdem, auch wenn ich dafür bezahlt wurde, oder?! Immerhin hatte ich beiden vorher klar gemacht, dass ich dafür NICHTS will.


Freitag, 8. April 2011

Essen knipsen üben

"Sie sind sicher Bloggerin?"
frage ich die Frau mit der Kamera.
Sie guckt erstaunt und nickt: "Woher wissen Sie das?"
"Wer bei Netto den Spitzkohl fotografiert, kann nur Blogger sein", kombiniere ich fuchsgleich.

Und tatsächlich: die Frau hat einen Kochblog, für den sie jede Zutat fotografiert.
Ich gestehe, dass ich mich das nicht traue, denn wie blöde sieht denn das bitteschön aus, wenn ich mit meiner Nikon auf die Gemüsetheke halte?!
Der Filialleiter kriegt meinetwegen Panikattacken, weil er mich für einen Spitzel vom Gesundheitsamt hält und die anderen Kunden halten mich für gestört.
Aber -und da sind Frau Spitzkohl und ich uns einig- wenn Fotos gepostet werden, steigt die Seitenaufrufquote enorm.
Frau Spitzkohl hat 659 Leserinnen!
Trotzdem schielt sie neidisch auf die Mode- & Kosmetikblogs; da seien nämlich Leserzahlen von 1.000 und mehr keine Seltenheit.
"Lisa" z.B. hat 3.598(!) Leserinnen, nur weil sie täglich ihr Outfit samt Accessoires und MakeUp postet!
Und "Lisa" gehört optisch keinesfalls zur "Victoria's Secret"-Crew und sie trägt auch keinesfalls Dior o.ä. und trotzdem gucken sich das täglich 3.598 Leute an.
Hm.

3.598 Leser - das will ich auch!

Zuerst übte ich also an einem Mittagssnack zu Hause
(und kam mir dabei ziemlich dämlich vor):

HotDog für 2 Ocken fuffzich!

HotDog halb aufgegessen.

HotDog komplett aufgegessen.



Abends darauf in der Dorfkneipe.
Schon mutiger
(obwohl der LAG nörgelte):


Leider traute ich mich erst zu fotografieren,
als die Leute am Nachbartisch gegangen waren
und da war das "Schweinefilet Armstrong medium mit Sauce Hollandaise und Fritten"
für 9 Ocken achtzig schon fast verzehrt.


Am nächsten Morgen Frühstück im Café:

Geknipst, obwohl fremde Leute anwesend waren!

Ach ja, und das war mein Outfit.


So, ein herzliches Willkommen schon mal im Voraus an die 3.429 neuen Leser, die sich bis morgen hier eingefunden haben werden!