Samstag, 7. Februar 2015

KiTa-Platz-Competition

Neulich sah ich eine Reportage über junge Eltern in Berlin und ihre Bemühungen, einen KiTa-Platz für ihre Kinder zu bekommen.
Nicht nur, dass sie ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt in mehreren KiTas anmeldeten, damit diese in 2 - 3 Jahren einen Platz bekamen, nee, die Eltern schickten noch regelrechte Bewerbungsmappen los, samt Fotos, Angaben zu beruflichen Werdegängen, Hobbys, Schuhgrößen, etc.
Manche sandten zusätzlich Fresskörbe mit selbstgeklöppelten Leckererien, um den KiTa-Leiterinnenn die Entscheidung zu erleichtern.

Da wurde sich zu Interessensgruppen zusammengetan, um sich untereinander auszutauschen, welche KiTa die kürzeste Warteliste hat und welche KiTa-Leiterin wie tickt und ob man sich eher mit einem Fresskorb oder einem Büchergutschein in ihrer Gunst nach vorn katapultieren könne.

Waren Mappen und Präsente losgeschickt, ging das Gebibbere los und es wurde täglich mit Spannung der Maileingangsordner gecheckt, in der Hoffnung auf eine Zusage.
Und das 3 Jahre lang.

Wow.
Unfuckingfassbar.
Unfassbar lächerlich.

Ist das in anderen Großstädten auch so?!

Hier so:
Kalenderwoche 4 - Lucky Luke in der KiTa für Sommer 2015 angemeldet.
Kalenderwoche 6 - KiTa schickt Zusage.
BÄM!
So läuft das im Sauerland!
Eat this, Berlin!


Vor 17 Jahren übrigens das selbe:
kurz nach Elvis Geburt rief ich in der KiTa meines Vertrauens an, um mich zu erkundigen, wann ich mein Kind anmelden müsse, damit es in 3 Jahren einen Platz inne hätte.
Die Erzieherin am Telefon ziemlich irritiert: "Na, ein halbes Jahr vorher..."
Joa, logisch...
So muss es sein.

Kommentare:

  1. Frankfurt am Main: Von Bewerbungsmappen habe ich noch nicht gehört, von Fresskörben und ähnlichen Bestechungsversuchen schon. Und dass die Situation auf dem Lande deutlich entspannter ist. Es ist nicht schwer nachzuvollziehen, warum (ja-ja, ich habe auch Migrationshintergrund) ;)

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  2. Mannheim: Erste Kita schließt wieder, weil nicht ausgelastet. Aber Ganztagesplätze Kindergarten und auch Schulhort sind ein Problem.
    Schön, dass es bei Euch so unkompliziert ist.

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  3. Dann freu dich, dass es bei euch so entspannt läuft. ;)

    Hier vor 14 Jahren: Überall anmelden, wo es nicht völlig absurd war, überall hören, dass es schwer bis unmöglich wird und hinterher dankbar über den Platz sein, den du aus freien Stücken nicht gewählt hättest. Und wie ich in diesem Post lese, ist es nicht besser geworden. Haben wir ja Glück gehabt, damals, immerhin liefs noch ohne Bewerbungsmappe und Bestechungsgeschenk. ;)

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  4. Das ist praktische Vorbereitung auf´s Leben. Ellenbogen ausfahren, auch wenn sie noch mit Babyspeck abgepolstert sind. Vielleicht gilt demnächst schon das erste Ultraschallbild oder der vollgepullerte Schwangerschaftstest als Bewerbungsunterlage, wenn man für die Kleinen noch vor der Einschulung einen Platz in einer Kita ergattern möchte.

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  5. Meine Schwester kämpft gerade um einen Platz und sie wohnt nicht mal in einer besonders beliebten Gegend. Wenn die Mehrzahl es mit Vitamin B versucht, hat Familie Otto Normal wenig Chancen, da kann der Lütte noch so süß ein. Berlin eben - selbst ausgesucht ;)
    LG

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  6. Im Pott: Kind noch nicht auf der Welt und wir wissen trotzdem schon, dass wir im nächsten Jahr keinen Kita-Platz bekommen. Aber angeblich bekommen wir "auf jeden Fall" eine Tagesmutter.
    Meine Schwester hat für ihren Sohn (geboren Juli'14) nur ganz knapp eine Tagesmutter ab März'16 bekommen.

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  7. Bei uns meldet mal auch im januar an, wenn das Kind zwischen august des vergangenen Jahres bin Juli des jetzigen jahres 3 Jahre alt wird. Meine tochter habe ich Januar 2014 angemelldet, weil sie im Juni 2014 3 Jahre alt wurde. Im März hatten wir die Zusage. Alles kein Problem. Allerdings leben wir auch im kreis Osnabrück

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  8. Also bei uns ist das auch ganz einfach. Jeden Januar erhalten alle Eltern von der Gemeinde einen Brief, wenn das Kind im entsprechenden Alter ist für Krabbelgruppe oder Kiga.

    Im Januar ist dann auch so ein Treffen und man meldet den Nachwuchs an (Beginn Frühling). Der Kindergarten ist ab 3 Jahren kostenlos.

    lg
    Nachbarin (Oberösterreich)

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  9. Anonym9/2/15

    In L.E. normal (Deine Schilderung) ... Beliebt ist auch der Hinweis der KiTa beim Vorstellungsgespräch der Eltern darauf hinzuweisen, dass man sich über Geldspenden freut (ohne Quittung versteht sich) bzw. welche handwerklichen Fähigkeiten die Eltern mitbringen (um diese zeitnah und unentgeltlich einzubringen) ...

    Wie immer und überall:

    - Angebot und Nachfrage -

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  10. Anonym9/2/15

    Wie kann Mann mit klarem Verstand ein Kind Lucky Luke nennen?? Das ist eine Comic Figur, ein cowboy der schneller als sein schatten schiest...
    Armes Kind das mit dem bloeden namen aufwachsen muss.....

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    1. Volker9/2/15

      *rolleyes*

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    2. *rofl*

      Na ja, deine Eltern haben dich offensichtlich Anonym getauft. Da weißt du schließlich wovon du redest. Ist ja auch blöd mit so einem Namen zu leben...

      Verstehe ich!

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    3. 1. Wieso kann so ne helle Kerze wie Du denn lesen?!
      2. Erwäge Umtaufung in Micky Maus oder Herr Lich.

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  11. Sowohl in Provinzkaff, als auch in München ist es nicht das Problem einen Kindergartenplatz zu bekommen, es ist das Problem einen Kindergartenplatz zu bekommen, der es noch ermöglicht arbeiten zu gehen. Der eine Betreuung anbietet die länger als 4 - 5 Stunden geht.
    Die Nachmittagsplätze sind das Problem.
    Bis 12 oder 13 Uhr kein Thema.
    Bekommt man immer!

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    1. Stimmt. Das hatte ich ja ganz verdrängt. Kitaplatz gabs... nur leider keinen, der gescheit mit den Arbeitszeiten in einer Arztpraxis zu vereinbaren war. Irgendwie sehen die das wohl eher als Beschäftigungsangebot für die Kinder und nicht als echte Hilfe für Berufstätige. ;)

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  12. na, da hatte ich ja vor ca 15 Jahren echtes Glück, für die überproportional vorhandene , gleichaltrige Brut wurde mir doch damals enorm mildtätig ein (1!!) NOTplatz angeboten..ohne verbindliche Aussicht auf mehr..na...isses doll ?
    Klappte zum Glück dann noch wo anders und da durften dann auch alle 3 aufschlagen.

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  13. Eine Freundin aus München hat mir erzählt, dass sie direkt nachdem sie erfahren hat, dass sie schwanger ist, sich um Kita-Plätze bemüht hatte. Die Reaktion war meist: "Ups, Sie sind aber spät dran!" :-(

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    1. Na ja, ganz so schlimm ist es in München auch nicht.
      Will man einen Krippenplatz ist es durchaus ratsam sich während der Schwangerschaft zu kümmern, aber nicht in dem ersten 14 Wochen.
      Manche übertreiben aber auch wirklich.

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  14. Ist in München/Stadt mittlerweile ähnlich.
    Wir hatten das Glück, dass wir kurz nach der Geburt aufs "Land" gezogen sind. Da haben wir uns zwar auch schon während der Schwangerschaft angemeldet, aber ganz so heftig ist's noch nicht.
    Ich hoffe jetzt, dass wir in der selben Einrichtung im Herbst auch nen KiGa - Platz bekommen. Sieht aber wohl ganz gut aus.

    Ich bin so froh, dass mir dieser "Vorstellungsgespräch-ähnliche" Quatsch erspart blieb...

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  15. @ hobelevanc:
    Aha! Bestechungsversuche allüberall :-) Mich würde mal interessieren, wie ausgewählt wird: nach Sympathie oder danach, wer's am nötigsten hat.
    Und den Hinweis auf deinen Migrationshintergrund verstehe ich nicht...
    @ Lesende Frauen sind gefährlich...:
    KiTa und Ganztagsplatz-KiGa - wo ist denn da der Unterschied?
    @ Anna:
    Du liebe Güte... Bin dankbar dafür, im "Ländlichen" zu wohnen!
    @ auftragsmörderin:
    "vollgepullerte Schwangerschaftstest als Bewerbungsunterlage"
    ROFL - ja, warum nicht?!
    @ Eau Minerale:
    Berlin - offenbar schön für Touristen, aber scheiße zum Leben.
    @ 3sisters1passion:
    Im Pott? Oh, also nebenan :-)
    Tagesmütter gibt es hier en masse, hätte ich auch viel lieber, aber, um Himmels Willen, wer kann sich denn eine Tagesmutter leisten?!
    Ihr offensichtlich...
    @ Anne Kruggel, Nachbarin
    Klingt ja ähnlich entspannt wie hier :-)
    @ Anonym:
    "L.E." ?? Leipzig??
    @ Frau Gräde:
    Und - alle in derselben Gruppe gewesen?




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    1. Anonym16/2/15

      Ja Leipzig = L.E. ... hab mich belehren lassen das man das so schrieben muss im inet ...

      das mit den stunden ist auch interessant : wenn wir in bayern sind und davon berichten das die kinder von 07.00 - 17.00 in der KiTa sind, kriegen sich die Bayern fast nicht mehr ein :) ... ist aber notwendig, da beide eltern arbeiten müssen ... und die fahrtwege sind nicht von schlechten eltern, da ja nicht mehr stadtteilintern kita/schule/wohnung/arbeitsplatz der standard ist :) ... übrigens m.E. DER Stauerzeuger ... aber naja ...

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    2. Also an meinem Wohnort (Bayern/Land (!)) haben die Einrichtungen alle von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr auf...
      Bis 18.00 Uhr allerdings keine. Das kenne ich nur eher ausm "Osten" ;-)
      Aber so kann ich mich nicht beklagen...

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    3. Anonym20/2/15

      wegen Tagesmutter: Mancherorts übernimmt das Jugendamt/Versorgungsamt/Werauchimmeramt die Tagesmutterkosten zu einem großen teil, wenn die Kitaplätze ausgelastet sind. Das habe ich jetzt schon öfter gehört und langsam frage ich mich, ob das evtl. billiger für die Stadt/Kommune ist.

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  16. Vor 7 Jahren hingen in Kreuzberg noch an vielen Kitas selbst gebastelte Bettlaken-Plakate, mit denen freie Plätze beworben wurden. Mittlerweile sieht es aber echt anders aus. Für unsere Große haben wir damals jedenfalls ein halbes Jahr vor dem Start ohne Probleme einen Platz bekommen und konnten sogar zwischen 4 oder 5 Kitas auswählen. Beim Umzug in einen anderen Teil Berlins hatten wir dann das Glück, dass ungefähr 100 m entfernt gerade eine neue Kita im Bau war. Alle Eltern, die sich bei einer Infotour auf der Baustelle in eine Liste eingetragen haben, bekamen dann auch einen Kitaplatz. Und der Kleine kam dann ein paar Jahre später ganz entspannt als Geschwisterkind auch in diese Kita.

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  17. Berlin scheint offenbar der denkbar schlechteste Platz zur Kinderaufzucht zu sein. Neulich titelte der Berliner Tagesspiegels: ”Berlin erlebt ein Kita-Debakel. Die Hauptstadt ist das schlechteste Bundesland in der Betreuungsstatistik der unter Dreijährigen."

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