Samstag, 13. Juni 2015

Mama grillt...

Grundsätzlich mag ich Feuer.
Allerdings nur kultiviert.
Gemütlich flackernd und wohlige Wärme verbreitend, wie in Windlichtern oder im Kamin und nicht als Waldbrand, Wunderkerze oder als der spektakuläre Balkonbrand, den ich Silvester 1999 verursachte, weil ich mich angesichts des drohenden Weltuntergangs mutig genug fühlte, zum ersten und letzten Mal in meinem Leben einen Kracher zu zünden.
... der sich erst in der Markise der Nachbarn verfing, von da auf einen auf dem Balkon abgestellten Altkleidersack fiel und diesen in Brand setzte.

Bei Feuer ist mir einfach zuviel unberechenbare Physik im Spiel.


Jedenfalls waren Elvis und ich aufgrund vorbeiziehender Grillduftschwaden aus den Nachbargärten derart angefixt, dass unbedingt Grillwurst her musste.
Ich bin ein Mädchen, ich besitze 27 verschiedene Grillsoßen, aber keinen Grill.
Bisher haben das immer die Kerle übernommen, die bei mir ein und aus gingen. Die haben aber ihre miteingeschleppten Grille auch jeweils wieder mitgenommen.
Und da mir 3 Bratwürste pro Saison reichen und ich so ein dreckertes Ding (also Grill, nicht Mann! ...Obwohl...) nicht dauerhaft in meinem Haushalt will, besorgte ich einen Einmalgrill für Dreifuffzich.
So ein Ding ist sehr praktisch: Alles drin und dran, was man für 2 Grillgänge braucht.
Also ausgepackt und wie befohlen, das obenauf liegende Papier angezündet.
Ratzfatz schlugen übelriechende Flammen bis zur Decke!
Ich hatte den Grill im Wohnzimmer entzündet, immerhin hatte ich in Erinnerung, dass man bei einem normalen Alustandgrill stundenlang warten muss, bis Glut entsteht.
Während ich Elvis zubrüllte, er solle sofort den Rauchmelder von der Decke reißen, raste ich in die Küche und holte Ofenhandschuhe, packte das lodernde Ding und schmiss es auf den Balkon.
Wetterwerte übrigens: 25° C, Windstärke 8.
Ich stellte einen Eimer Wasser daneben. Am Liebsten hätte ich alles gelöscht, aber mein Hunger war größer als die Angst.
Elvis, Lucky Luke und ich beobachteten die Feuersbrunst da draußen durch die geschlossene Balkontür und ich betete, dass meine neuer Rasenteppich und der Bambussichtschutz feuerfest sein mögen.

Irgendwas stimmt doch da nicht. Vielleicht war der Grill kaputt? Abgelaufen?
Laut Packungsangaben war das Papier, das ich entzünden sollte, mit Spiritus getränkt.
Ach so, das muss einem doch gesagt werden!
Nach 15 Minuten sei der Grill grillbereit.
Nach 20 Minuten stieg nur noch weißer Qualm auf und ich legte die Würste auf den Rost.



2 Stunden später wollte ich das Monsterdings entsorgen und was stelle ich fest? Es ist knallheiß und zwar überall! Häää?


Es blieb dann auch noch gut 1 - 2 Stunden heiß.
Ich habe mir noch eine Banane in Orangenblütenhonig gegrillt, um die Hitze nicht zu vergeuden.

Merken für's nächste Mal:
1. Wetter-App installieren!
2. Grill nur aushäusig anzünden!
2. Vorher Rasenteppich und Bambus wässern!
3. Mindestens 1 Stunde warten, bevor man die Würste auf den Grill schmeißt.

Erwäge, mir einen Mann mit Grill zu suchen, das scheint einfacher und weniger angstbesetzt.
Aber unter 'nem Ugly Drum Smoker tu ich's nicht.
N popliger Webergrill geht auch...
Interessenten melden! Aber schnell, ich krieg schon wieder Hunger!


Lerngeschenk:
Eine Jeans, die zum Trocknen auf einem in Grillnähe abgestellten Wäscheständer hängt, der mitten in Qualmrichtung steht, riecht hinterher nach - nichts!

Kommentare:

  1. Mit Verlaub, aber wie doof isn das, zu Silvester nen Altkleidersack auf dem Balkon stehen zu haben? Na die haben aber mal was gelernt. Das hast du denen gut beigebracht!

    Meine Güte, so viel Äktschn in einem Post und das um die Uhrzeit...

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  2. Elektrogrill für 20 Öcken.

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    1. Elektrogrill - wie unsexy!!! Riecht doch nach nix.

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    2. Elektrogrill geht gar nicht. Das ist Weicheiergrillen!!

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  3. Anonym13/6/15

    Muuah, du hüst der Hammer! Musste gerade so lachen bei Deinen Schilderungen.
    Aber aufpassen bei Grill in der Wohnung! Kohlenmonoxidvergiftung ist das Stichwort.
    LG
    Marion

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  4. Ich finde, Elvis ist alt genug, der Grilmann im Haus zu werden. Er muss das doch auch irgendwo lernen!

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  5. Anonym13/6/15

    Frau Misanthropin, da habt ihr echt nochmal Glück gehabt, dass das Ding beim Anzünden so gefackelt hat und du es deshalb nach draußen befördern musstest. Hätte es brav vor sich hingeglüht und in der Wohnung bleiben dürfen, wärt ihr vermutlich alle freidlich eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht.

    Frau braucht keinen Mann zum Grillen, aber etwas Sachverstand vielleicht schon.

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    1. Also so doof bin ich nu auch nicht. Wollte lediglich im WZi anzünden, damit das Streichholz nicht daUernd ausgepustet wird

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    2. Diese Anzünde-Grill-Einweg-Dings sind aber auch kacke...Gatte kauft die immer und grillt mit der Tochter am Bodensee. Da hatten wir auch schon alles dabei ... Grills, die nur qualmen, welche, die losbrennen wie verrückt und welche, die sich gar nicht entzünden lassen.

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  6. Anonym13/6/15

    Und da regst Du Dich auf, wenn Lucky Luke am Herd dreht...
    Thymi

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  7. Ja genau - lass den Grossen an den Grill, der kann das. Pruefe aber vorsichtshalber mal, ob Deine Hausratversicherung noch passt...

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  8. Hm, also wegen dem Streichholz? Im WZ mit Teppich? so wirklich durchdacht hast Du das aber nicht, vergleicht man Bild 1 mit Bild2 wo dann das Teil in ner Auflaufform aufm Backblech steht gelle? Es gibt so schöne und günstige Koffergrills, die stehen sicher, können selbst beim Grillen geschlossen werden (Funkenflug) und Du tust gleichzeitig noch etwas für die Umwelt indem Du den ganzen Müll vermeidest...Nur mal so als Gedankengang...

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  9. @ DwW, Moya:
    Ich lege doch mein Leben und Essen nicht in die Hände eines Teenagers!
    @ Goldi:
    Einziger Denkfehler: bei Sturm zu grillen.
    Und 2x per annum auf DINA6-Format zusammenlegter Müll wird die Umwelt schon verkraften.
    @ HAri:
    Siehste, sowas ist nur für echte Abenteurer :-)

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  10. Anonym19/6/15

    Jetzt kannste es ja. (Wird vielleicht Deine vierte Leidenschaft.)
    Ano 7431

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