Dienstag, 10. Mai 2016

Witwenbasics

"Du, Juli, mein Sprudel ist leer. Was mache ich nun mit den ganzen leeren Flaschen?"
- "Bei Edeka gibt's einen Pfandflaschenautomaten. Da schiebste die rein."
"Bei Edeka in einen Automaten schieben? Echt??"
1 Stunde später, Whatsapp-Nachricht:
"Stell' Dir vor: man schiebt da die Flaschen rein und kriegt dann sogar Geld dafür!"
Ja, Wahnsinn!!


"Ich habe eine Mail bekommen; jemand hat bei Amazon einen 500-Euro-Gutschein für mich hinterlegt, ist das nicht toll??"
Nein, ist es nicht. Vor allem wird es mega untoll, wenn man auf den angehängten Link klickt....


"Die Handyabrechnung ist gekommen. SMS kosten Geld?!"


"Der Kronleuchter im Wohnzimmer funktioniert nicht mehr! Alle Birnen kaputt. Aber das macht nichts, dann halte ich mich eben nicht mehr im Wohnzimmer auf."
- "Alle 8 gleichzeitig? Glaub ich kaum. Hast Du mal den Sicherungskasten gecheckt?"
"Wo ist denn der Sicherungskasten??"


"Die Tageszeitung hat die Quartalsrechnung geschickt. Die ist aber an Oppa adressiert. Dann muss ich die doch nicht bezahlen, oder?"


"Gestern ist mir im Fitness-Studio ganz schlecht geworden. Ich hatte nichts zu trinken dabei. Die Sportflasche war leer. Sonst hat Oppa mir die vorher immer mit Wasser gefüllt."
...und bei dieser Flasche handelt es sich nicht etwa um ein hochkompliziert zu befüllendes Hochleistungssportlertrinkgefäß, sondern um eine stinknormale Sigg-Pulle!

*seufz*


Liebe Männer!
Ich bin sicher, ihr meint es gut, aber lasst Muddi auch mal was alleine machen und tragt ihr nicht ständig den Arsch hinterher! Denn wenn ihr euch irgendwann auf ewig verabschiedet, ist eure Witwe mit so popligen Basics wie "Wo gehen leere Flaschen hin?" überfordert.

Liebe Ehefrauen!
Seid mal in euren Beziehungen nicht so faul und kümmert euch selbst ab und an um so fiese Dinge wie Leergutentsorgung, Ölstandskontrolle und Siphonsäuberung!
Denn wenn Vatti sich auf ewig verabschiedet, dann sitzt ihr wochenlang im Dunkeln, weil ihr nicht wisst, wo der Sicherungskasten ist? Ernsthaft?? Nein, denn wir wollen ja kein jämmerliches Bild abgeben, nicht wahr?


Ich plädiere für die Einführung von Witwenschulen.
Mann tot? Zwangseinschulung!
4 Wochen Intensivtraining "Wie frau ganz alleine klar kommt".
Wer will, kann noch den 27-wöchigen Zusatzkurs: "Tanken für Anfänger - Warum Super niemals nie nicht in ein Dieselfahrzeug darf" buchen.
Auf Wunsch auch verlängerbar um das Modul: "Busfahren für Anfänger".


Kommentare:

  1. Hach... wenns nicht so traurig wäre könnt man drüber lachen. Aber immerhin kann sie WHats App!!! Die ist NIE mit zum Einkaufen gegangen?! (wegen den FLaschen) sehr untypisch, oder? Ich kenn nur Oppas die vorm Aldi im Auto warten bis Omma wieder rauskommt.. augenroll... die werden sich auch umgucken.
    Drücker Dani

    AntwortenLöschen
  2. Das gleiche würde ich aber auch für Witwer einführen...Knöpfe annähen für Änfanger, Selbsthilfekurs fürs Eier anbraten, Informationswoche "der Dreck verschwindet nicht von alleine" und anschließend ein Intensivtraining fürs Wäsche waschen.

    Liebe Grüße,
    Charly :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eier anbraten? Das tut doch weh!

      Löschen
    2. Moment. Kein Quatsch getz !
      Der Dreck verschwindet nicht von alleine ???
      Aber der war doch sonst auch immer wech !
      Muhaha !

      Löschen
  3. Ernsthaft?
    Was hat Omma denn eigentlich gemacht? Nur gekocht, gewaschen und die Bude sauber gehalten?

    Uff...

    Dann mal ein Buch schreiben für Witwen und Witwer, Alltagstipps oder sowas...

    LG KaTe

    AntwortenLöschen
  4. KaTe: man glaubt es heute kaum noch, aber Omma war 30 Jahre lang Vollzeit bescháftigt und zwar als Geschäftsführerin eines mittelgroßen Unternehmens.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Irgendwie hat sie dann aber Zu Hause direkt alles abgegeben oder?

      Löschen
    2. Ah jetzt alles verstanden...alle Kommentare durch. Sie hat wirklich nichts selber gemacht.
      Dann ist zu hoffen, dass sie nun noch etwas lernen mag.
      Sonst muss der Enkelsohn vielleicht einfach mal öfter rüber ;-)

      Löschen
  5. och..härm...
    aber irgendwie nimmt sie es mit einer erstaunlichen Gelassenheit, also, wenn bei mir kein Licht mehr im WZ wäre, ich würde sowas von den Junior ranpfeifen......
    ne, im Ernst...schon bissle ..ähm...schnuggelisch.
    Ich könnte höchstens keine Löcher bohren, hängt mit einem frühfraulichen Trauma und einer angebohrten Stromleitung zusammen.
    hach, möge mir der Gräderisch noch XJahrzehnte erhalten bleiben..

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Frau Gräde:
      Und genau dieses "ranpfeifen" wird ihr noch zum Verhängnis. Jahrzehntelang in leitender Position hat sich so eine Haltung angewöhnt "Lass das mal das Personal machen"...
      Furchtbar.

      Löschen
  6. Anonym10/5/16

    Das ist aber schon sehr untypisch. Ich kenne das eher anders herum.
    Muddi geht eher, und Vaddi ist mit dem Leben überfordert, komisch ��

    AntwortenLöschen
  7. Die Mutter eines Bekannten meinte nach dem Tod ihres Mannes, sie müsse jetzt ihren Halbtagsjob aufgeben, weil sie ja sonst nie im Leben den Haushalt gestemmt kriegen würde. Noch Fragen?

    Ich glaube, gerade früher waren diese Art Beziehungen Gang und Gebe - strikte Rollenteilung und wenn der eine Partner starb, war der andere überfordert, weil er sovieles nie selbst machen musste.

    Deine Ma muss wohl einiges dazu lernen :)

    Liebe Grüsse
    Clara

    AntwortenLöschen
  8. Anonym10/5/16

    "Du, Juli"...
    Meine Ma ist seit dreieinhalb Jahren tot, und seitdem nennt mich niemand mehr Juli.
    Liebe Grüße,
    Jule

    AntwortenLöschen
  9. Wasn das fürn Thema heute :(

    AntwortenLöschen
  10. Anonym10/5/16

    Ich bin gar nicht anonym, ich bin die rotezora. Statistisch überleben Frauen ihre Männer, und offensichtlich kommen die meisten damit einigermaßen klar. Es soll sogar Fälle geben, in denen die Witwen nochmal Gas geben und erstaunliche Dinge tun. "Omma" war es gewöhnt, selbstständig zu entscheiden, Anweisungen zu geben und sich nicht mit banalen Dingen zu beschäftigen. Sicher wäre sie auch imstande, diese banalen Anforderungen zu bewältigen, ich vermute aber, dass das Ganze eine ziemlich untaugliche Art ist zu sagen "Kümmer dich um mich".

    AntwortenLöschen
  11. Interessant. Dieses Verhalten kenne ich ja ausschließlich von Witwern (m) - die überbleibenden Frauen selbst in meinem weitersten Bekanntenkreis kriegen das Alleinsein deutlich souveräner gewuppt. Oder wie im Falle einer Nachbarin: Blühen auf und starten plötzlich im langen Abendkleid in die Oper, nachdem man sie ewig nur als Hausmütterchen in Kittelschürze kannte... ;)

    AntwortenLöschen
  12. Aber das ist doch ein Generationenprobleme, Juliane. Also ich hoffe zumindest, dass Frauen in unserem Alter da keine Probleme mehr hätten, wenn wir mal Witwen werden.

    LG

    AntwortenLöschen
  13. Wenns nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen...
    Aber gut zu wissen, dass man selbst etwas besser vorbereitet ist... Wünsch dir viel Geduld und mit etwas Glück ist sie auch in ihrem Alter noch lernfähig, hoffentlich schnell.

    AntwortenLöschen
  14. @ Dani:
    Da sie immer VZ berufstätig war (60 Std. pro Woche kamen da locker zusammen plus Geschäftsreisen, Messen, etc.) hat mein Vater mit seinem 6-14 Uhr-Job Haushalt und Einkauf erledigt.
    @ Charly:
    Klar, die Zwangseinschulung gilt auch für Witwer :-)
    "Witwer-sein für Newbies".
    @Clara:
    Kommt drauf an: wenn die Bekannte in einem 27-Zimmer-Haus mit 38-Hektar Parkanlage wohnt - DANN kann ich sie verstehen :-)))
    @Jule:
    Echt?! Mich nennt jede/r dahergelaufene Hinz & Kunzin "Juli"...
    @ Fuchsi:
    Ich habe wenig Hoffnung auf eine Stief-Oppa :-). Omma ist nich gerade die Liebenswürdigkeit in Person.
    @ Manu:
    Glaub ich nicht. Weniger Generationsproblem, als Faulheitsproblem.

    AntwortenLöschen
  15. das kommt mir total bekannt vor, ist bei meinen eltern ganz ähnlich. ich glaube schon, dass es auch ein generationsproblem ist. allerdings hat mein vater für den fall seines ablebens zettel vorbereitet, die die relevanten infos für meine mutter enthalten sollen o.O

    AntwortenLöschen