Sonntag, 31. Juli 2016

Gute Taten - Restaurantbesuch ermöglicht

Es ist eine Schande: meine letzte gute Tat ist tatsächlich 2 Jahre her!

Wir erinnern uns dunkel:
Ich hatte mir 2010 eigens für meine geplante Gutmenschigkeit ein kleines Buch angeschafft ("Julianes Gute Taten-Buch"), von dem ich sicher war, es in 1 Woche voll zu haben.

Anfangs haperte es etwas an der Definition.
Und manche Menschen wollten sich nix Gutes tun lassen.
Endlich dann die erste offiziell anerkannte gute Tat!
Und dann ging es Schlag auf Schlag. Eine gute Tat jagte die nächste.
4 Jahre lang läpperten sich die guten Taten, dann, in 2014, ich schwanger, vorläufig die letzte: ich verschenkte eine Banane
Schlimm: die bösen Taten gingen mir viel leichter von der Hand!

Nun ja, aus 6 Tagen wurden 6 Jahre und es sind noch einige Seiten frei im Gute-Taten-Buch.
*hüstel*.

Aber dann:
Letzte Woche ergab sich eine Gelegenheit zum Gutes tun!

Wir Fortbildungsschüler planten ein gemeinsames Abendessen im Steakhaus.
Alle waren begeistert.
Bis auf eine.
Die sagte direkt ab, weil sie sich das teure Restaurant als Hartz4-Empfängerin nicht leisten könne.
"Ach so, na dann, tja, schade", war der Tenor der anderen.

Mich aber nervte die Tatsache, dass jemand sich keinen simplen Spaß in Form von "Essen gehen" leisten kann und war drauf und dran, der Mitschülerin mitzuteilen, dass ich für sie mitbezahlen würde.
Aber ich erinnerte mich an einen alten Bekannten, dem es finanziell vor vielen Jahren ziemlich dreckig ging, der aber trotzdem sehr sauer reagierte, als ich mit einem riesigen Fresskorb vor seiner Türe stand.
Mildtätigkeit kann auch negativ rüberkommen, wenn man es als schnöde Almose  darbringt.

Glücklicherweise hatte die o.g. Mitschülerin ihre Fortbildung vorgestern beendet, also stielte ich "Jeder spendet 'nen Euro" ein, besorgte einen Gutschein im Steakhaus und wir überreichten ihr diesen an ihrem letzten Schultag, quasi als Abschiedsgeschenk.
Abschiedsgeschenke sind eigentlich nicht üblich, aber das war in dem Fall echt egal.

Ich war gespannt: würde die Aktion nach hinten losgehen?
Aber nein! Die Mitschülerin freute sich den Arsch ab! Hatte Tränchen in den Augen und freut sich schon wie Bolle auf unseren gemeinsamen Abend!

Joa, so muss das.

Kommentare:

  1. .

    (Danke!)

    Und joa, genauso muss das.

    AntwortenLöschen
  2. Das sind die guten Taten, die zu Herzen rühren und von Herzen kommen. Klasse gemacht.

    AntwortenLöschen
  3. hachz... das ist einfach toll! muss ich dich für drücken. DRÜCK!!!

    AntwortenLöschen
  4. Es ist so einfach einem Menschen was Gutes zu tun!
    Gut gemacht!

    AntwortenLöschen
  5. hast du toll gemacht! mich rührte da gerade sehr. liebe grüße

    AntwortenLöschen
  6. Toll gemacht! Wenn Menschen nur öfter so gut miteinander umgingen *seufz*

    AntwortenLöschen
  7. ach, Frau Juliane, sie sind eben im Herz ein Philantröphchen, sie.

    AntwortenLöschen
  8. Eigentlich sage ich ja hier nie etwas, aber bei soetwas darf ich nicht schweigen. Also dann, auch wenn es vermutlich meine Anonymität kosten wird: Daumen hoch und seien Sie von mir gedrückt, Frau Juliane!!

    AntwortenLöschen
  9. Schreibe größer, dann wird das Buch schneller voll.

    Du begehst doch kaum böse Taten - so wie ich das sehe, handelt es sich überwiegend um Notwehr.

    AntwortenLöschen
  10. Coole Aktion! Find ich ne prima Idee und so nimmt es sich tatsächlich leichter an.

    AntwortenLöschen
  11. Toll! Und vor allem toll, dass du es trotz der negativen Erfahrung gewagt hast. Mein Mann ist in irgendsoeinem "Freunde der Stadt"-Club, da gibt es jährlich ein Weihnachtsessen im Restaurant und man kann vorher einer bestimmten Dame Bescheid sagen, dass man ein Essen für jemanden übernimmt. Die weniger liquiden Leute wissen das, können sich im Vorfeld bei der Dame melden und nachfragen ob ein Essen "frei" ist und dann eben auch mitgehen. Finde ich ne tolle Sache! Aber es ist auch traurig, dass sich Leute nicht mal für 15€ ein Abendessen leisten können :(

    AntwortenLöschen
  12. Da muss es einen Zusammenhang zwischen deinem Namen und dem abgelaufenen Monat geben. Vielleicht holst du das Buch nur noch in 'Julis' heraus. ;-)

    AntwortenLöschen