Sonntag, 25. September 2016

Wenigstens EINER, der gehorcht

Die Nachbarn haben sich einen Hund angeschafft.

Ist grundsätzlich nix gegen zu sagen.
Aber...
haben die mit ihren 4 Kindern zwischen 3 und 12 und dem Haus mit Garten, in denen es eh immer schon, nett ausgedrückt: abenteuerlich aussieht, und dem Vater, der gerade eine Krebsbehandlung erfolgreich hinter sich gebracht hat, nicht schon genug um die Ohren?
Sie beziehen Hartz4 und so ein Hund hat ja ab & zu mal ein Hüngerchen und braucht, wenn's doof läuft, die ein oder andere tierärztliche Behandlung.
(Zahlt die Arge eigentlich die Hundesteuer?)
Außerdem traue ich denen die Erziehung eines Hundes nicht wirklich zu. Klappt ja schon mit den Kindern nur so la la.

Anderes Beispiel:
Pekip-Mutter mit cholerischen Zügen, regelmäßige Kontrollen vom Jugendamt. Mit den 2 hyperaktiven Kindern eh schon am Rande diverser Nervenzusammenbrüche, holt sich einen ebenfalls hyperaktiven Hütehund ins Haus.

Schönes Beispiel auch:
Ex-Schwiegermonster: 3 stressige Kinder, Eheprobleme und ein Hausbau, der finanziell kaum zu wuppen war. Trotzdem wurde ein Hund angeschafft, der sich, mangels kompetenter Erziehung, zum "Schnapper" entwickelte und so viele Leute biss, dass die Versicherung den Vertrag fristlos kündigte.

In der Tat beobachtet man das öfter:
Familien mit diversen Kindern, oder Alleinerziehende, schaffen sich zum alltäglichen Stress noch 'nen Hund drauf.
Wieso?!
Ist es nicht Ziel, problematisches Leben zu entstressen?
Und ein Hund, wenn man seinen Bedürfnissen gerecht werden will, läuft nicht einfach nur so "nebenher".

Martin Rütter, der Hundeprofi, hat mal die Vermutung geäußert, dass Eltern sich nach wenigstens 1 Lebewesen im Haus sehnen, das ihnen auf's Wort gehorcht.
Successful taming of the beast - sozusagen. Mit Betonung auf "successful".

Oder: Die Kinder wollen doch soooooo gerne ein Hündchen!
Oder: Die Kinder sind dann mit dem Hund beschäftigt und nerven Mami und/oder Papi nicht.
Oder: Der Hund als Sportgerät. Agility - das Hobby für die ganze Familie.

Ein Haustier ist was tolles, keine Frage, aber ist das noch toll, wenn man eh schon Zeit-, Erziehungs-, Beziehungs- und Geldprobleme hat?
Und mindestens eins diese Probleme hat man, wenn man kinderreich oder alleinerziehend oder arbeitslos ist oder alles zusammen.
Oder ist das nur bei mir so??

Ich träume auch von einem Leben mit Ronny, meinem Rhodesian Ridgeback oder Dagmar, meiner Dänischen Dogge.
Aber doch bitte nicht jetzt, wo ich mehr als ausgelastet mit Lucky Luke, dem Erstie, unser Omma, meiner Bandscheibe, Männerfang und Jobsuche bin und mir demnächst Hartz4 ins Haus steht.
Später - ja! Wenn ich als arme Rentnerin genügend Zeit und ein üppiges Taschengeld von meinen spitze verdienenden Söhnen zugesteckt bekomme.

Nein, dieser Post hat weder den Tenor: "Arme, Alleinerziehende und Kinderreiche dürfen sich keinen Hund anschaffen", noch "Arme, Alleinerziehende und Kinderreiche sind zu doof zur Hundeerziehung", stupid!
Vielmehr interessieren mich die Beweggründe, denn einfach isses wahrlich nich'...

Dieser junge Mann macht's richtig:
nimmt sich Zeit für's Tier und liest ihn bestimmt, aber liebevoll ins Koma.

Kommentare:

  1. Ich stimme Dir einfach mal zu, die Gedanken hab ich auch immer wieder. Dazu kommen noch einige andere Gedanken, aber die gehen zu sehr ins Detail.

    Hund kostet Geld, wir können ein ziemlich langes Lied darüber singen. GSD ist der Blonde bisher nur einmal behandlungsbedürftig krank gewesen, aber da waren es dann auch direkt 100 Ocken für eine Spritze und 10 Tabletten inkl. Untersuchung. Der Vorgänger kostete innerhalb von 6 Jahren ohne die letzte Spritze und Entsorgung ca. 16.000€ nur an Tierarztkosten(Hund von einem anerkannten Züchter).

    Was diese Kosten angeht sind es Überraschungspakete und zumindest hier in der Stadt höre ich immer öfter das die Tierärzte keine Ratenzahlung mehr anbieten und wenn man das Geld nicht vorher auf den Tisch legt auch nur die absolute Akutbehandlung machen - verdenken kann man es ihnen nicht, denn auch sie müssen Angestellte und Familie ernähren.

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  2. Tjo. Gibt nicht viel hinzuzufügen. Ein Hund ist ein gewaltiger Zeiträuber, noch dazu ein lebendes Wesen mit Bedürfnissen.
    Weiß ganz sicher

    Britta

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  3. Als ich Kind war,hatten wir erst Katzen, dann einen Hund.Als ich auszog, bekam ich eine Katze mit gebrochenem Bein "untergejubelt"...sollte nur kurfristig sein,sie blieb dann aber über 20 Jahre.
    Parallel dazu haben wir später einen Hund aufgenommen. Die Familie meiner Frau hatte auch schon immer Hunde.
    Als die Katze starb und drei Jahre später der Hund, war die Bude sowas von leer!
    Da fehlt einfach was.
    Nach zwei Monaten hatten wir wieder einen Hund.

    Bei uns ist viel Gewohnheit oder Prägung von früher im Spiel und ein Hang zum leben mit Tieren.
    Es kostet wirklich viel Zeit und Geld, aber ohne geht nicht.

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  4. Anonym25/9/16

    Stimmt. Einerseits.
    ((Ich wohne in einer der geburtenstärksten (und schönen) Stadt, in der man ob des Gemenges immer wieder fassungslos ist, welche Menschen-Spezies sich hemmunslos vermehrt. Es scheint fast ein Wettkampf zu sein. Zudem ist es eine vorübergehende "Alimentierung" zur Arbeitslosigkeit nach dem Studium und das drohende Wohnungsmangel-Desaster, welches auch durch viele Alleinerziehende, die sich nochmals für eine Schwangerschaft entscheiden, aber getrennt leben wollen, zuzüglich Hunden im Haushalt, forciert wird, aber ausgeblendet scheint. So viele Drogenrückstände können doch garnicht im Trinkwasser sein.))
    Andererseits hast Du auch noch ein Kind bekommen, obwohl verschiedene elementare Gründe der Vernunft (nicht nur zum Wohlsinn des Kindes) dagegen sprachen...

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    1. Ja, aber ich habe keinen Hund.
      Get the point? No, do you?

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  5. Ich muss grinsen.
    Ich habe vier Kinder , einen Mann dazu aber auch , arbeite 35 Stunden die Woche , hab ein großes Haus und Garten .
    Und wir haben einen Hund .
    Ich fühle mich nicht gestresst . Weder von der Familie , noch von der Arbeit .
    Es läuft hier alles , ich hab Zeit für mich .
    Vielleicht liegt es an der Organisation .
    Allerdings amüsiere ich mich immer köstlich über gestresste Einkindmütter, die nicht wissen ob sie den Kinderarzttermin um 10:00 Uhr morgens wahrnehmen können , weil das ja so früh ist 😁

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  6. Geb dir vollkommen recht. Das Gesamtpaket muss stimmen. Wie haben ein 45 Kilo hundemonster, Katze, 3 Kinder, Garten es wird jeden Tag frisch gekocht und ich hab auch noch nen 450 Euro Job. Aber es funktioniert. Die Kinnä und de Hund pariern, die katz' macht eh was sie will. Der Mann geht schaffe' und macht auch viel Zuhause. Ansonsten würde ich mir nie einen Hund anschaffen. Er ist immer eine Aufgabe.

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  7. Anonym26/9/16

    Ich muss ebenfalls grinsen.
    4 Kinder, Haus, Garten und Hund.
    Je nach Tagesform mal ordentlicher, mal unordentlicher, gehorcht wird mal hervorragend, mal nicht so prima.
    Beweggründe für den Hund?
    Ich erlebe den Hund als total ausgleichenden, Harmonie versprühenden Faktor bei uns.
    Schlechte Laune wedelt er einfach weg.
    Bei Missmutigkeit verzieht man sich mit Hund ins eigene Zimmer und kommt später besänftigt wieder raus.
    Eine kleine Spazierrunde mit Hund und an der Seite das pubertierende Kind entlockt so manch ein gutes, klärendes Gespräch, das im normalen Alltagstrubel nicht so entstanden wäre.
    Ich mag es auch lieber, wenn die Kinder eine Runde mit dem Hund gehen, als im Haus am Handy zu sitzen.
    Seit der Hund im Zimmer des schlafgestörten und von Ängsten gepeinigten Kindes schläft, sind die Ängste wie weggeblasen und die Schlafqualität massiv verbessert.
    Mit dem wöchentlichen Besuch der Hundeschule hat eines der Kinder ein wirklich leibgewordenes Hobby gefunden.
    Gründe gibt es zahllose!

    Aber ebenso wie bei der Entscheidung zu Kindern muss einem klar sein, dass eine gute Beziehung und ein beglückendes Zusammenleben nur dann entsteht, wenn man sich mit Hingabe, Liebe und Zeit widmet.

    Viele Grüße!

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  8. Sie heißt dann Dagmar, Deine Dänische Dogge? Willst Du Dir nicht auch noch einen Doggenjungen zulugen und ihn Daniel nennen? "Daniel, der Dänische Dogtor", weil er so viele Dummheiten macht...

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  9. Hihi... Hier 5 Kids und Hund. Aber der Hund kam vor Kind 3. Da stand eigentlich gar kein Kind mehr im Plan.

    Jetzt bin ich dankbar , ihn auch nachts als Wachhund zu haben, wenn der Mann arbeitet.

    Und weggeben ist nicht. Er ist Familienmitglied für uns. Sozusagen. Gehört einfach dazu.

    Bisher toitoitoi nie ernsthaft und teuer krank gewesen.

    Und er hört genauso gut oder schlecht wie die Kids *lol*


    Aber ich käme jetzt nicht mehr auf die Idee mit den Zwillingen nun einen Hund an zu schaffen. Bin voll ausgelastet zur Zeit

    LG KaTe

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  10. @ Goldi: Vorauskasse beim Tierarzt? Und wenn du keine Kohle hast für dein akut vergiftetes Tier zum Beispiel???
    @ yellow snow:
    "Ohne geht nicht" oder wie Loriot sagte: "Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos".
    @ zweiwarennichtgenug:
    Ja, die Organisation ist das A udn O. Wenn's klappt - super!
    @ 100 Goldfischli:
    Daniel, der Doggenjunge? Wie albern...
    Der Doggenjunge hieß natürlich Hamlet.
    @ KaTe:
    Zeit, sich einen 2. Hund anzuschaffen! Hund 1 bewacht Kind 1 - 3 auf und Hund 2 dann 4 und 5.

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    1. Akutbehandlung ohne Vorkasse, aber auch da wird mittlerweile abgecheck welchen Umfang die Behandlung haben darf. Als Beispiel: Durchfall = wenig Kosten, vergiftetes Tier = können enorme Kosten auftreten oder letzte Spritze und das ist nicht selten. Bei einer Vergiftung sind viele ganz schnell am Limit des bezahlbaren.

      Ich bin allerdings trotz aller Liebe zum Tier auf dem Standpunkt, dass man nicht alles nur weil es die Medizin ermöglicht, machen sollte - aber das ist wieder ein anderes Thema.

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