Freitag, 13. Januar 2017

Vorstellungsgespräche - Jubiläum!

Hey - PARTY!

Ich absolvierte gestern mein 10. Vorstellungsgespräch!
Und das 9.!
Fühlte sich ein bisschen an wie dieser Samstag im Oktober 2013, als ich 2 Dates an 1 Abend hatte, ich Teufelskerl, ich!

Warum ich nach 10 Gesprächen immer noch keinen Job habe?
Weil ich mich zu Übungszwecken auf jede Stelle, die nur ansatzweise "BÜRO!" schreit bewerbe. Auch als Key Account Managerin (kenn' ich gar nicht), Immobilienkauffrau (bin ich gar nicht), Stenotypistin (kann ich gar nicht) oder auf 40 Stunden (bring' ich gar nicht).

Aber jedes Gespräch zeigt mir, was in meiner Eigen-Darstellung verbesserungswürdig ist.
Das beinhaltet z. B. Klamotten (wir erinnern uns an Billigblusen, die Riesenschweißflecken machen), meinen Sermon ("Guten Tag, ich bin eine 49-jährige Industriekauffrau blabla"), oder wie ich elegant das Alter meiner Kinder umschiffe.
Eine Stelle, die super zu meinem Profil UND Lucky Lukes Kiga-Zeiten passt, war halt noch nicht dabei.

Die Gespräche ähneln sich grundsätzlich alle (klar: "Ich habe Job - Du brauchst Job") , aber jeder Chef geht's anders an.
Wenige wollen, dass ich mein Wissen über die Firma darlege - die meisten stellen die Firma selber vor.
Der eine fragt nach Hobbys und Charaktereigenschaften - der andere fragt nur nach beruflichen Dingen wie Fortbildungen, Fremdsprachen usw.
Einer macht auf Großkotz - der andere entschuldigt sich fast für die viele Arbeit, die der Job mit sich bringt.
Der eine Chef schickt seinen Stellvertreter - ein anderer sitzt nicht nur selber im Gespräch, sondern hat noch seinen Stellvertreter, den Betriebsleiter und die Betriebsratsvorsitzende im Schlepptau.
In der einen Firma gibt's Kaffee, Wasser, Kekse - in der anderen gibbet nüscht.
In der einen Firma wirst du verschiedenen Tests unterzogen - in der anderen Firma plauderst du gemütlich mit der Frau vom Chef.
Nur 2 von 10 Chefs haben nach dem Alter meiner Kinder gefragt und 1 fragte nach meinem Familienstand.

Ich bin jedesmal gespannt,  was mich erwartet.

Sollte mich allerdings die Polizei einladen (30 Std. Schreibkraft im Morddezernat), werde ich da auf keinen Fall hingehen! Ich kann doch so schlecht lügen.
Und wenn die mich dann fragen:
"Sind Sie immer gesetzestreu? Naaaaa??" werde ich so-fort diese dunkelroten Flecken am Hals kriegen und dann weiß doch jeder Fahnder Bescheid.
(Manchmal schnalle ich mich auf den 100 Metern zwischen Kiga und Bäcker nicht an und meistens fahre ich in der Kirschbaumallee 50, obwohl nur 30 erlaubt, aber die Kirschbaumallee ist so breit und immer leer und vor 34 Jahren habe ich mal beim Juwelier Ohrringe geklaut. Ja, echte! Habe sie mir in den Mund gesteckt und bin 'rausmarschiert. Eigentlich ganz geschickt, wa?! Aber selbstverständlich völlig inakzeptabel!!)


Die Zeiten des schlecht sitzenden Billig-Outfits sind vorbei. Ich habe in gut sitzendes und edel wirkendes, weil 3x teurereres Outfit investiert
(wie 
SIE hier, nur mit schwarzer Seidenbluse drunter und ungeknöpft natürlich.
Und geschlossenem Mund).



Zeit für einen Rückblick auf die schönsten Gespräche.


Heute: Das kürzeste.

Angezeigte Zeit im Auto beim Aussteigen: 9.58 Uhr.
Angezeigte Zeit im Auto beim Einsteigen: 10.04 Uhr.

Der mies gelaunte Chef einer Metallbaufirma umriss kurz meinen zukünftigen Aufgabenbereich im Einkauf, nicht ohne zu betonen, wie unfassbar verantwortungsvoll der Posten sei, weil ich da schließlich mit Millionen jonglieren täte.
Ob ich schon mal mit Millionen jongliert hätte? Nein? Hm.
Dann vergewisserte er sich, dass ich Arbeitslosengeld erhalte und somit ein 4-wöchiges Probearbeiten möglich sei. Als ich bejahte, stand er auf und komplimentierte mich mit den Worten: "Gut, dann werde ich alles weitere mit Ihrer Arbeitsamts-Betreuerin persönlich klären" hinaus.
Ich war nicht zu Wort gekommen und als ich 6 Minuten später wieder im Auto saß, wusste ich nichts über Nebensächlichkeiten wie Einstellungsdatum oder Gehalt.

Er hat sich nie bei ihr oder mir gemeldet.

Reaktion meiner AA-Betreuerin: "4 Wochen?? Der spinnt wohl! Höchstens 10 - 14 Tage!"


Label: Vorstellungsgespräch

Kommentare:

  1. Anonym13/1/17

    Du bist zu schade fürs Büro. Werde Schriftstellerin. Schreibe einen Bestseller. Du schreibst genial.
    LG
    Birgit

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  2. Da schliesse ich mich Birgit an,
    schreib doch einen Bestseller und ein paar Ratgeber....

    Vorstellungsgespräch leicht gemacht ;)) das ist dann pflichtlektüre im Arbeitsamt
    lg carlinda

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  3. Genau, liebe Juliane, hau in die Tasten. Schreib! Wenn's sein muß auch ungewaschen und in Joggingbuxe ;-). Kriegt ja keiner mit. Das kannst Du wie kaum ein anderer. Ich wette, Du würdest mit einem Schlag in den Bestsellern auftauchen. Und dann können Dich alle Jobanbieter weit und breit mit einem Schlag mal gerne haben. Liebe Grüße

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  4. Das klingt ja fast noch skurriler, als die Männergeschichten?
    Das Sauerland bringt komische Dinge hervor :D

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  5. Bitte geh zum dem Vorstellungsgespräch bei der Polizei. ich bring Dich und hole Dich ab...täglich...bitte....ein ganzes Gebäude voller bewaffneter Uniformträger *umfall

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    1. Nelly, wir könnten Schwestern sein *kicher*

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    2. Ja ... und dann könnter euch alle 3 von den Bullizisten übers Knie legen lassen, weil ihr totaaal böse und gesetzesUNtreu gewesen seid.
      (Frauen)

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    3. MIC danke für den Einblick in Deine Fantasiewelt ;) - übers Knie legen ist in meiner def. nicht drin :-D

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    4. Ich habe versehentlich(!) bei Edeka ein Messer mitgehen lassen!! Argh! Somit kann ich meine Karriere als Kriminalbeamtin wohl vergessen...

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  6. Bei mir läuft auch ein anderer Film 😉

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  7. Anonym14/1/17

    Toi toi toi weiterhin.
    Und ich bin auch dafür, schreib ein Buch. Kannst du "nebenbei" schon mit anfangen.
    LG
    Marion

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  8. Ach Mann... es ist ja nicht so, als würde ich mich immer total über deine lustigen Geschichten beömmeln und freuen wenn wieder eine neue kommt. Aber sie sind halt wahr und das ist so doof -.- Ich drücke dir so sehr die Daumen, dass es endlich mal was wird. Hast du es mal noch mal initiativ an der Uni versucht? Klar, die haben da diesen Ausschreibungszinober und eigentlich kann man ja gaaar nix auf dem kurzen Dienstweg machen und überhaupt.... aber nach gefühlten Millionen Jahren an einer Uni, weiß ich, dass das eben doch geht, wenn man gut gelitten war. Und ich meine mich zu erinnern, dass du da doch wirklich sehr beliebt warst... beim Chef!!!!

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  9. Ich glaube, ich hab' ein Ersatz für die Börsenberichte gefunden (auch wenn diese nicht zu übertreffen waren) ! Juchuu, freu mich schon drauf!

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  10. Ach ja, was ich vergessen habe: warum eigentlich der schwarze Balken? Ist da ein Namensschild?

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  11. @ Alice:
    bei der Uni habe ich mich neulich beworben. Auf einen Job, der sehr passen würde. Absage!
    @ Clarco:
    Kein Namensschild. Die Bluse macht nicht nur Schweißflecken, obwohl man nicht schwitzt; sie bedeckt nicht mal die durch Kälte entstehenden ..äh.. Blößen. Du verstehst?
    @ Birgit, Carlinda, Pünktchen:
    Schreiben sollen die, die es besser können, und weil sie es gelernt haben.

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