Freitag, 24. März 2017

Börsenbericht - Kandidat 24: Der Musikschulleiter

Wie bitte? Was sagt ihr?
Ich wollte mich nicht mehr bei NeueLiebe.org umtun?
Schnauze, bitches!

Okay, ich habe ein kleines bisschen geschwindelt, als ich behauptete, dass ich Neujahr meinen Account gelöscht habe.
Ich habe ihn bloß stillgelegt.
Logge mich nicht mehr ein, werde somit nicht mehr auf der Startseite angezeigt, werde ergo nur gefunden, wenn man gezielt nach Frauen in meinem Alter und meiner Region sucht.

Und so fand mich der Musikschulleiter (53).
Ein paar anregende Mails, ein angenehmes Telefonat und nur 3 Tage später das Date im Café del Sol.


Es war ein sehr netter Abend; er machte es mir aber auch leicht:
unkomplizierter, kommunikativer Typ mit angenehmer Stimme, leicht dominanten Tendenzen (*roar*), aber mit gesunder Grundeinstellung und offenbar psychisch stabil.

Wir redeten über verschiedenste Themen und merkten, in wie vielen Bereichen wir gleich tickten.
Er erwähnte allerdings ein mü zu oft das Andreaskreuz in seinem Keller.
Keine Ahnung, ob er tatsächlich eins hat oder ob er nur abchecken wollte, wie ich zu BDSM stehe.

Da wir beide üppig Mittag gegessen hatten, teilten wir uns auf meinen Vorschlag hin einen Burger.



Wie gesagt, alles bis dahin sehr nett, aber dann folgte seine Frage nach Freizeitbeschäftigungen.
Ich erwähnte also mein Blog und dann wurd's doof.

Du schreibst über dein tägliches Allerlei, deine Befindlichkeiten und Erlebnisse und stellst das dann ins Netz?
Sag bloß, du knipst auch dein Frühstücks-Toast??
Wie kommt man darauf, sowas öffentlich zu machen???
Und das liest jemand???
Was, du hast 1.500 Klicks am Tag?
Und daraus ziehst du dann dein Selbstwertgefühl, oder was?
Was sind denn das für Menschen, die sowas lesen???

Usw. usw.
Nun kann man solche Fragen im interessierten Ton stellen, so wie ich es tat, als ich mich nach seiner Tätigkeit als Musikschulleiter erkundigte.
Er aber fragte in so einem abwertenden, geringschätzigen, arroganten Tonfall samt überheblicher "WasndasfürnScheiß?!"-Mimik, dass sich bei mir ad hoc ein Großteil meiner guten Stimmung verabschiedete.
Ich dachte immer, Pianisten seien sensible Gemüter?!

Einige Minuten und zwo Themen später erwähnte er dann noch, wie froh er sei, dass sein Sohn endlich aus dem Haus ist, denn auf kleine Kinder, nee, da hätte er echt keinen Bock mehr.
Ich hatte Lucky Lukes Alter gar nicht erwähnt, aber gut zu wissen!

Mein Laune bewegte sich weiterhin kellerwärts und ich bedauerte die 2 Stunden vergeudete Lebenszeit.
Als mir der Babysitter vorher sagte, dass er nur zwoeinhalb Stunden Zeit hätte, war ich enttäuscht, jetzt aber froh, abhauen zu können.
Wenigstens war die Lokalität hübsch, das Essen lecker, und der Großteil des Abends nett verlaufen, außerdem übernahm er die Rechnung, was mich übrigens dazu veranlasste, den Post vom Capt'n zu erwähnen, den ich nachmittags gelesen hatte.

Wieder zuhause schrieb er mir, dass ich abwesend gewirkt hätte.
Merkwürdige Wahrnehmung. Ich habe mich seit langem nicht so angeregt mit jemandem unterhalten!
Wir wünschten eine Gute Nacht und ich hakte das Ganze ab.

24 Stunden später whatsappte er:
Liebe Juliane.
Wir habe viele Gemeinsamkeiten und das machte unseren Abend sehr amüsant.
Aber ich habe mir vorgenommen, mehr auf meinen Bauch zu hören. Leider habe ich keinen Stich im Bauch gefühlt.
Sich einen Burger zu teilen mag in dem Moment witzig sein, aber "teilen" in einer Beziehung bedeutet doch etwas mehr.
Daher wird es zu keinem Treffen mehr kommen.
Der Musikschulleiter.

Soll er froh sein! Stiche in der Bauchregion bei 'nem ÜFuffziger können gefährlich werden!
Und was heißt denn da "witzig"?
Ich wollte den Burger nicht teilen, um witzig  oder originell 'rüberzukommen, sondern weil ich ein Hüngerchen verspürte, mir aber nicht die kompletten 8.264 Kalorien alleine 'reinschleifen wollte.
Nun ja, Wahrnehmung...

Ich antwortete mit: "Dann sind wir ja d'accord. Adieu."


Kinners, ich werde auf diesem Wege keinen Mann finden (und vermutlich auch nicht auf anderem Wege, aber das ist ein anderes Thema), aber harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen und sich ab und zu ein Essen ausgeben zu lassen, ist gar nicht mal so verkehrt...


Nachtrag:
2 Wochen später schreibt er mich bei NL an. "So sieht man sich wieder!". Hat ein neues Profilbild und nennt sich nun "Gentleman" statt "Tarzan". Ich antworte mit "War dir Tarzan doch zu doof als Nickname?" woraufhin er mich blockt. Äh.. hä?

Montag, 20. März 2017

Ereignisarmut meets Bocklosigkeit

Neulich habe ich meinen Blog aufgeräumt, habe mich durch knapp 500 Posts geklickt und ordentlich weggelöscht, was ich für nicht mehr lesenswert halte.
Dabei fiel mir auf, dass ich im April 2010 meinen ersten Blogpost veröffentlicht habe.
Mann, was hatte ich da Herzklopfen!
Ich habe auf "veröffentlichen" geklickt, einen Schweißausbruch gekriegt und bin rot angelaufen.
Mein erster geschriebener Text, den nun alle Welt lesen konnte!

Na gut, alle Welt hat ihn zwar nicht gelesen, wohl aber die paar Leser, die sich relativ schnell einfanden und blieben.

Ich haute erstmal 'raus, was ich schon lange mal schreiben und diskutiert haben wollte.
Aus "ein paar" Lesern wurden "ein paar Hunderte".
Aus 15 Klicks am Tag wurden 1.500.
Wahnsinn!

7 Jahre - das ist eine echt lange Zeit.
In den ersten Jahren ging mir die Schreiberei gut von der Hand. Immer passierte irgendwas bloggenswertes, im negativen wie im positiven.
Und irgendwann traute ich mich sogar an Fotos.

In 7 Jahren habe ich viele Blogger kommen und gehen sehen.
(Wo ist eigentlich Sandra, die Lilie, geblieben, die mich ermutigte, mich in einer Singlebörse anzumelden? Und der Junkie mit dem Hamster? Die Teenagerin, die Krebs hatte und frisch verliebt war? Oder diese Anwältin, die sich immer einen gepichelt hat, wenn der Mann auf Geschäftsreise war {und das war er leider häufig} und die dann in den Kommentarspalten diverser Blog 'rumpöbelte?)

Und manche sah ich kommen und gehen und wiederkommen und wieder gehen...
Ne, Anna? ;-)

Aber man selbst bzw. das Umfeld verändert sich.
Mittlerweile existieren einige "feste Größen", über die ich regelmäßig berichtet habe, gar nicht mehr, sei es durch Tod, Trennung oder Rückzug.
Ich setze aber große Hoffnungen in Lucky Luke!

Was ich vor 3, 4 Jahren noch flott 'runterschrieb, scheint mir jetzt nicht mehr bloggenswert.
Auch sind leiderleider meine Hemmungen größer geworden, über meine Nächsten abzulästern.
Klar, die bräsige Arbeitsamtstussi wird hier weiterhin ihr Fett weg kriegen (wobei ich ja mittlerweile zur Arge gehöre und die sind da alle NETT!!); aber die Bräsigkeiten von SoVa, Pilot und Co. hier auszubreiten - da hab ich nu doch Gewissensbisse. Und den 362. Post über unzuverlässige Babysitter will doch keiner lesen.
Ist das etwa diese Altersweisheit, von der alle reden?!

Nun ist es natürlich schwierig, sich nicht mehr über Blödbratzen aufregen zu wollen in einem Blog, der aber aus dieser Idee entstammt.
Wäre ich Handarbeits- oder Food-Bloggerin könnte ich jahrzehntelang weitermachen.
Aber so?!

3 Jahre lang habe ich den Blog befeuert durch die "Börsenberichte".
1 Jahr lang lief der "Misanthropin goes Motherhood"-Blog nebenbei, in dem es um die Schwangerschaft 2014 ging.

Derzeit läuft im meinem Leben nüscht erwähnenswertes.

Deshalb meldete ich mich neulich bei einer Tanzpartnerbörse an.
Spaß, Spocht und dutzende Blogbeiträge wären sicher gewesen!
Und was passiert?!
Nix! Es findet sich kein Tanzpartner!
Kein Chef, kein Tanzpartner, kein supersexy Boyfriend. Hmpf.

Ich versuche, vegetarisch(er) zu leben.
Zu dem Thema gibt es aber bereits 3.564 (sterbenslangweilige) Blogs.

Wechseljahre? Hm, naja, darüber hab ich ja schon alles Erwähnenswerte gesagt.

Ich helfe 2 Neulingen beim Blog-Texte schreiben, es gibt nämlich tatsächlich Menschen, die Angst vor einer leeren Seite haben und dann so verkrampften Müll 'raushauen, als säßen sie unvorbereitet in der Abi-Prüfung vom Deutsch-LK.
Aber deren Blogs sind nun mal nicht meine eigenen Erlebnisse.

Ich finde immer mehr Gefallen an Facebook und Instagram.
FB eignet sich nämlich prima für diese kleinen Nebenbeigeschichten, die in 2 Sätzchen erzählt sind, die aber keinen ganzen Blogpost rechtfertigen.
Beispiel:
Nacht.
Oder wie Lucky Luke es ausdrückt: Draußen Akku alle!


Demnächst steht eine kleine Reise an. Da sind zumindest schon mal die Fotos für Instagram gesichert.

Nichtsdestotrotz:
Cheers! Auf die nächsten 7!

Und danke für's Lesen und Kommentieren!!!