Freitag, 14. Juli 2017

Fuffzich

In ein paar Monaten werde ich fuffzich und ich kriege diesen scheiß Post darüber einfach nicht hin!!

Sollte total witzig und und ironisch und so werden, aber alles, was ich dazu schreibe, klingt wie ein depressiver Haufen Mist!

Denn fünfzig ist viel und schlimm und mir bleibt das Scherzen darüber im faltigen Halse stecken, weil ich nur noch denken kann: "Scheiße, ich werde bald sterben!".
Und dabei hat es das Schicksal / Mutter Natur / der liebe Gott / whoever bis hierher, zumindest gesundheitlich, gut mit mir gemeint!
Alle Brüste noch dran, keine Beeinträchtigungen durch Apoplexe oder Herzinfarkte.

Kann mir irgendjemand irgendwas Positives über's Alter berichten??
Also außer, dass man nicht mehr everybodys darling sein will, zum Beispiel?
Ich tue meine Meinung kund; kann ohne schlechtes Gewissen Nein! sagen; höre Viellaberern nicht mehr höflich zu, sondern fahre über'n Mund; geige der Kindergärtnerin die Meinung, ohne zu denken "Lieber nicht, sonst lässt sie das am Kind aus!", und es ist mir scheißegal, ob die Leute doof gucken, wenn ich mir mitten in Aldis Kassenschlange plötzlich Jacke und Bluse runterreiße, nur noch im Top da stehe und mir mit dem KW29-Prospekt hektisch zufächele.

Und außer, dass man diese gewisse Gelassenheit an den Tag legt, weil man durch nichts mehr so wirklich beeindruckbar ist? Alles schon mal da gewesen, vieles erlebt, been there, done that. Kein Grund mehr contenancelos abzugehen, wie mit 20 zum Beispiel.


Mit 20 hatte man noch harmlose Sorgen:
Examen.
Baldige Entjungferung?
Esprit oder Benetton?
Boah, die Alten nerven!

Oder mit 30:
Beförderung?
Schleier oder Fascinator zum Brautkleid?
Werde ich schwanger bis zum 35.? Man will schließlich nicht als Risikoschwangere enden!*
*Hier lachte mein persönliches Schicksal laut auf. Sehr laut.

Oder mit 40:

Noch Paartherapie oder schon Scheidung?
Scheiß Minijobs!
Mit welcher Lehrerin muss ich schlafen, damit Elvis die Gym-Quali schafft?
Hämorrhoiden-Creme hilft wirklich gegen Augenfalten??*
*Nein.

Zum 50. denkste nur noch:
"Scheiße, sterben..." und, falls du sehr eitel bist: "Kann ich noch ärmellos tragen?"*
*Nein.

Statt dessen verfasste ich zig Posts, in denen ich schrub, dass e
s ein Trugschluss ist, dass mit fuffzich die "2. Lebenshälfte" anbricht, wie  Eckart von Hirschhausen, ebenfalls Jhrg. 1967, neulich bei Böttinger behauptete. Nix Hälfte! Letztes Drittel.

Und dass man mit 50 nicht mehr zum knackfrischen Mittelfeld gehört, sondern zu den älteren Eisen. Zu denen, über die in Dokus über Arbeitslose immer gesagt wird:
ab 50 stellt dich kein Chef mehr ein.
(Gut, bei mir könnte es am Kleinkind liegen, aber sicher bin ich da nicht...)

Und dass mich diese vereinzelten weiße Haare an Zeh, Damenbart, Braue, Wimper und Schamhaar nicht mehr amüsieren, sondern schrecken.

Und dass ich bei NeueLiebe.org auf die ersten Witwer treffe, weil ich das angegebene Wunschalter von "42 - 50" auf "50 - 56" heraufgesetzt habe.

Und dass mich, so als depressiver Grundcharakter,
das "Geschenk des Lebens" *hüstel*kotz* als Konzept zwar niemals überzeugt hat*, mir aber nun der Arsch auf Grundeis geht, wenn ich an das baldige Ende denke.
Eigentlich käme da jetzt Religion ins Spiel, nicht wahr, aber ich habe vor einigen Jahren mit Gott Schluss gemacht, müde vom jahrelangen Suchen und nix finden, und alte Geschichten soll man nicht wieder aufwärmen.
*Juliane, 1977: "Ich soll mich durch 'n ganzes Leben quälen, mit 3x am Tag Zähne putzen, und Hausaufgaben machen und so und als Dank sterbe ich am Ende?! Was soll'n der Scheiß?!"

Was wird wohl in meiner Grabrede stehen?
"Ihr Leben verdankte sie 2 Trotteln, die nicht nur zu doof zum Verhüten waren, sondern auch nicht in der Lage, für angemessene Sozialisation zu sorgen.
Und diese verhunzte Sozialisation ließ sie lebenslang an ihren Mitmenschen verzweifeln, ja, sie verabscheute dieses komplizierte zwischenmenschliche Miteinander, oder besser gesagt: Gegeneinander.
Bereits als Teenager wünschte sie sich als Inschrift auf ihrem Grabstein: ENDLICH!
Und so teilte sie das selbe Schicksal ihrer Ahninnen: genervt, unfähig, etwas gescheites mit dem Leben anzufangen, einen frühen plötzlichen Herztod herbeisehnend.
Nun, diesen Wunsch mochte ihr das Schicksal nicht erfüllen, denn unsere liebe Juliane verstarb im Alter von 108 Jahren."
(Ey, wehe!)

Oder so ähnlich.
Wird um mich eigentlich irgendjemand weinen? Also so richtig mit Herzschmerz und so?
Wohl eher nicht.
Immerhin bin ich kein Sonnenscheinchen, der Freude ins Leben anderer bringt und ein Heilmittel gegen Krebs habe ich auch nicht erfunden. Ich fluche wie ein Berserker und als Mutter bin ich viel zu ungeduldig und laut und irgendwie auch nicht so dolle.

Ich frage mich, wie ich mittlerweile eigentlich 'rüberkomme?
Etwa wie eine von den mir so verhassten frustrierten, humorlosen Wechseljahreszicken?
Neulich war Susanne Fröhlich bei "Inas Nacht" zu Gast und ich musste feststellen, dass die beiden mit 40 supercool waren, aber jetzt, mit ü50, nur noch affig schabrackig rüberkommen und dann kriege ich Angst, denn die peinliche, merkwürdige Alte will ich nicht werden.


Tja, und weil so einen negativen Post ja keiner lesen will, schreibe ich lieber gar nix.

Und nun entschuldigt mich, ich geh' mal rasch was Gescheites aus dem letzten Drittel machen...


"Ich schenk' dir das jetzt schon," sagte meine Freundin.
"Denn wer weiß, ob du an deinem Geburtstag überhaupt noch lebst!"
Und weil ihr mein baldiges Ableben leid tut,

hat sie besonders tief in die Tasche gegriffen :-)

Kommentare:

  1. Na wer solche Freundinnen hat ;)

    Susanne Fröhlich mochte ich noch nie. Ist mir viel zu aufgesetzt, egal, ob mit 40, 50 oder 100.

    Was nutzt all das Klagen? Wir kommen hier eh nicht lebend raus, also tragen wirs doch mit Fassung und Champagner.

    Ob wer um Dich weinen wird? Na hör mal!

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  2. Ich muss gleich als Erstes mal widersprechen: Susanne Fröhlich war noch NIE supercool!!! Ich glaube, die hat mich mit 20 schon echt abgenervt mit ihrer gewollten Lustig- und Lässigkeit! So!

    Ansonsten: Zustimmung! Ich hab zwar noch 3 Jahre, also bis zur Fuffzich, nicht bis zum Ende (hope so), aber ich erwische mit beim Einlauf in den selben Fragenkatalog. Wat´n Spaß war dagegen das Leben mit 20. Damals, als man 35jährige irgendwie alt fand. Und dann, mit 35, hat man die Mittzwanziger, die stöhnend auf den ersten wirklich wichtigen Alters-Nuller ihres Lebens zukrochen, ausgelacht, weil "So jung wäre ich gerne nochmal!"
    Wenn ich mich heute alt fühle, denke ich an meine Omi, die mit ihre 94 Lenzen vom "jungen Mann" sprach, wenn sie den 60-jährigen örtlichen Bäcker meinte. Es ist irgendwie alles relativ, oder?

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  3. Ich werde "erst" Anfang 2019 50. Aber ich ertappe mich immer öfters dabei, wie ich mir selber denke: "Schei**, bist du alt!" Z.B. wenn Kollegen (Ende 30) ihr Leid klagen und ich winke ab und merke dann, dass ich ja zehn Jahre älter bin *umfall* Oder wenn der 24jährige Kollegen Reden schwingt, die mit einem "Früher, als ich noch zur Schule ging!" anfangen ... früher sind für mich die 90er Jahre, nicht 2010 ^^

    Aber dann sehe ich die Frauen im Verwandten-/Bekannte-/Kollegenkreis, die Anfang/Mitte/oder schon über 50 sind: und da ist keine drunter, die man - wie noch so vor 30 Jahren - als alte Frau bezeichnen würde.

    Trotzdem könnte ich meine Nichte, die drei Monate älter ist als ich, manchmal schütteln, weil sie mindestens zehn Jahre jünger aussieht, das sportliche Opfer *schmoll*

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  4. Anonym14/7/17

    Im November werde ich 50. Doch die Probleme mit den einzelnen Haaren habe ich schon seit gefühlten 10 Jahren... Als ich letztens zu meiner Teenietochter meinte, dass ich ein halbes Jahrhundert alt bin, meinte sie tröstend: "so darf man das nicht sagen, selbst ein Viertel Jahrhundert klingt scheiße-alt im Vergleich zu 25 Jahren..." Es die Endlichkeit, die mich so mitnimmt... Aber wer nicht alt werden will, muss sich früh das Leben nehmen, und das war bisher für mich auch keine Option...
    Also auf die nächsten paar Jahrzehnte!
    Liebe Grüße Jonna

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  5. Willkommen im Club! Mit ü50 ist man ein alter Sack und die Lebensjahr werden knapp, die guten erst recht. Na und? Man kann es nicht ändern, also muss man es akzeptieren und sich überlegen, was man mit seiner Restlaufzeit noch anfangen will. Und das dann auch machen!
    Ich habe vor einiger 5eit mein Gehalt halbiert. Dafür darf ich in nun 2 Jahren den Beruf an den Nagel hängen. Ich habe das Hochseesegeln erlernt, mir eine Yacht gekauft und damit mir auf See allein nicht zu langweilig wird auch noch das Saxophonspielen erlernt. In 2 Jahren bin ich weg und ich werde meine restlichen Jahre auf See verbringen.
    Was willst du mit deinem Rest machen? Dann tu es auch!

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    1. Anonym20/7/17

      Hast Du eigentlich nicht mitgekriegt wie die Situation von ihr ist ? Sie muss von Harz 4 leben und ist Alleinerziehend !
      Da kann man sich nicht mal eben so eine Yacht kaufen und einfach so tun wonach einem ist. Sie steht unter der Fuchtel von der Arge und hat wenig Geld, dazu noch die Verantwortung für ein Kleinkind und noch ein weiteres Kind.
      Ab und an mal über den eigenen Tellerrand hinausschauen und sich in andere Menschen hineindenken könnte vielleicht nicht schaden.
      Nix für Ungut, aber das musste ich einfach loswerden.

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  6. Anonym14/7/17

    Zu ungeduldig und zu laut und nicht so dolle.
    Dafür lieben wir dich. Für alles andere gibt's Werbefernsehen.
    Und, hej, du bist ein Heilmittel gegen alles Mögliche, so wie du uns ständig zum Lachen bringst!
    Fröhliche Grüße von Christine

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  7. ich weiß auch nicht, wie man einen anständigen post zum 50. schreibt.
    deshalb habe ich meinen blog erst mit 51 angefangen. an dem alter ist nämlich nix gut - außer der tatsache, dass man das grauen ohne brille nicht mehr so gut sieht. das schönreden kannste dir glatt schenken.
    liebe grüße
    bärbel

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  8. 50 ist das neue 40! Also fang in 10 Jahren noch mal das Jammern an 😉. Bis dahin nimm die Wehwehchen mit Humor.

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  9. herrlich frau juliane....mir geht auch schon der hängende a...auf grundeis, bei dem gedanken, aber ich habe noch eineinhalb jahre...

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  10. Als Ü 50erin weiss ich such wovon du sprichst. Bei mir war es auch gar nicht dass die 5 plötzlich davorstand. Ich habe ein Problem damit dass man nicht mehr sagen kann: die Hälfte is rum sonser schon 2/3. Dass es nach Hinten raus jetzt kürzer wird. Trotz allem überwiegt die positive Einstellung. Und vor allem man weiss was man will aber noch besser was man nicht will... und wie du schon sagtest, traut sich dies auch kund zu tun

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  11. Tja, ich bin nochmal eben meine eigenen Aufzeichnungen durchgegangen und finde aber tatsächlich nichts, was über das wohlige Gefühl nicht mehr everybody's darling sein zu müssen hinausgeht.
    Klar bin ich dankbar, dass ich verhältnismäßig gesundheitlich noch gut beieinander bin - aber da geht's dann schon los, bzw. hört's auf. Der Körper kracht an allen Ecken und Enden, teilweise in ungeheurer Frequenz und Intensität und was ich aufwenden muss, um halbwegs beweglich und schmerzfrei zu bleiben, ist nicht wenig.
    Da das Ganze völlig alternativlos ist, lebe ich ziemlich pragmatisch damit, aber physisch ging's mir vor 50 weit besser. Das ist mal sicher.

    Trotzdem lG

    Britta

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  12. So what? Alt werden ist eben nichts für Feiglinge. Davon ab, diese Gedanken hören spätestens mit 52 auf. Kleine Leseempfehlung von eine Ü 53: Eierlikörtage von Henrik Groen.

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    1. Anonym15/7/17

      Leider nicht! Bin dieses Jahr 60 geworden, es war ein grauenvoller Tag und seither krieg ich die Gedanken ans Sterben nicht mehr aus dem Kopf.
      Wenn ich schon höre: Siehst TROTZDEM noch gut aus, viel jünger blabla... Wen interessiert das, ich weiß, dass ich 60 bin und kann es nicht ertragen, muss es aber, weil sterben will ich auch noch nicht.

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  13. Frau Juliane, ich kann leider keinen aufbauenden Kommentar verfassen, weil ich es mir gleich denke wie sie schreiben.
    Ich bin überzeugt, wenn ich 50 bin, dann kommt nichts mehr, das Leben ist gelaufen.
    Das das alles Blödsinn ist, kann ich natürlich wo anders nachlesen, aber es überzeugt mich nicht.

    Liebe Grüße
    Ganga

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    1. Anonym20/7/17

      Ja, das schreiben doch meistens nur Frauen in diversen Lebensratgebern weil die damit Geld verdienen wollen.
      Allerdings hat eine Bekannte von mir mit mitte 50 noch einen neuen Lebenspartner gefunden mit dem sie seit Jahren glücklich ist (Partnerbörse). Auch das kann passieren, auch wenn es nicht sehr wahrscheinlich ist.

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  14. so! weg da, jetzt komme ich!..53. ja. und glaubt es mir, mein 50. Geburtstag war einer der schönsten meines Lebens. Hätte ich nicht gedacht , aber wurde so umgeben von kleinen und großen Freuden und Menschen die mit mir und mich gefeiert haben, es war ein Fest. Und nu bin ich eben 3 Jahre älter und ich habe mich selten so wohl gefühlt , wie momentan. Gut, ich habe mometan einen echten Lauf, alles gelingt und die Grädies sind auch ganz wohl geraten, kommen auch wieder andere Zeiten, hatte ich auch schon, aber ich bin fest davon überzeugt noch eine schöne Zeit vor mir zu haben. Ich denke nicht ans Alter, Mädels, ich lebe jetzt und ich weiß, fast alle Frauen um mich rum sind genauso weise und wir feiern ab, wie junge Hühner, wir wissen nämlich wie es geht.Und mittlerwile bin ich meinen 20 jährigen Töchtern auch fast garnicht mehr peinlich dabei, und wenn ich es ihnen wäre, wärs mir grade auch egal.
    Und wenn sie nicht mehr wären , Frau Juliane, mir würden sie fehlen.
    Mädels, macht euch keinen Kopp, es ist ne Zahl. Nicht mehr.

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  15. Anonym17/7/17

    Is das`n Defi ...?
    Gruss Alex

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  16. Anonym17/7/17

    Liebe Juliane, ich werde demnächst 60 (50 ging problemlos vorüber) und beobachte nun an mir das gleiche Phänomen. Als jüngerer Mensch ist man unsterblich - und plötzlich wird einem klar, dass die verbleibende Zeit begrenzt ist. Früher war es die Großeltern-, allenfalls die Elterngeneration, die starb, heute kennt man schon den einen oder anderen Gleichaltrigen, den es getroffen hat. Und man schaut zurück und erkennt, dass viele Erwartungen von damals unerfüllt geblieben sind. Ich habe darüber mit mehreren älteren (also älter als ich) Bekannten gesprochen. Fazit: Das geht allen so. Und es geht vorüber! Wahrscheinlich einfach, weil man sich an die neue Situation gewöhnt. Eine Frau sagte mir: "Als ich 70 wurde, dachte ich, das ist richtig alt. Jetzt werd ich 80 und denke, das ist richtig alt, 70 ist halb so schlimm." Und ich bin sicher, in einem halben Jahr wird sie sich auch an die 80 gewöhnt haben. Manche haben in der Phase etwas an ihrem Leben geändert, z.B. Altersteilzeit, um Zeit für das zu haben, was einem wichtig ist. Aber das Heulen und Zähneklappern geht auch so vorbei, und wenn du erstmal 50 bist, wirst du sehen, das ist gar nicht so schlecht, und 60, das ist richtig alt!

    Liebe Grüße, Lisa

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  17. Anonym17/7/17

    ## Kann mir irgendjemand irgendwas Positives über's Alter berichten?? ##
    Ja, wenn man alt genug ist muss man nicht mehr ständig über das Alter nachdenken.

    ## Also außer, dass man nicht mehr everybodys darling sein will, zum Beispiel? ##
    Das nennt man Bequemlichkeit und ist keine Innovation des Alters.

    ## Ich tue meine Meinung kund; ##
    Viel entspannter fände ich es, wenn man sich zugestehen kann mal keine Meinung zu haben.

    ## kann ohne schlechtes Gewissen Nein! sagen; ##
    War in keinem Altersabschnitt je ein Thema. Ist wohl Einstellungssache.

    ## höre Viellaberern nicht mehr höflich zu, sondern fahre über'n Mund; ##
    Soll das etwas Positives sein? Für mich ist das eher ein Zeichen von schlechter Kinderstube. Meist sind es gerade die Viellaberer die einen mitten im Satz unterbrechen um Ihre 10 Cent (in 1 Cent Stücken) dazuzugeben. Ich erlaube es mir da einfach nicht zuzuhören sondern nach dem Wortschwall einfach wieder da einzusetzen wo ich unterbrochen wurde und das vorher gesagte komplett auszublenden.
    Quid pro quo.

    ## geige der Kindergärtnerin die Meinung, ohne zu denken "Lieber nicht, sonst lässt sie das am Kind aus!", ##
    Ich vertraue da auf den Kindergarten.

    ## und es ist mir scheißegal, ob die Leute doof gucken, wenn ich mir mitten in Aldis Kassenschlange plötzlich Jacke und Bluse runterreiße, nur noch im Top da stehe und mir mit dem KW29-Prospekt hektisch zufächele. ##
    Solange du dich in der Gefriertruhe von den gefrorenen Erbsen runterdrehst wenn ich nach denen greife kannst du da auch nackt drin liegen. Scham ist was für Wessis.

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  18. Echt? Ihr alle? Nahezu alle Kommentatoren haben ein Problem mit 50? Ihr macht mich grad zu einem sehr glücklichen Menschen. (Gut, das war ich vorher auch schon!)
    Ich bin 46, der Fünfziger kratzt also auch schon an der Tür. Einerseits gebe ich euch ja recht, die Zahl kann irgendwie schon erschreckend sein. Andererseits erzähle ich jedem, der es hören will, und auch denen, die es nicht hören wollen, dass ich, wenn ich morgen gehen muss, mit Fug und Recht sagen werde: Schön war's, geil war's, vielen Dank, pfiat eich!

    Meine ersten 30 Jahre waren furchtbar. Mein Leben wurde erst ab 30 so richtig angenehm, schön, lässig, cool, zufrieden, glücklich... und wurde dann jedes Jahr schöner, und ist nun seit ein paar Jährchen gleichmäßig schön, mit klitzekleinen Rückschlägen. Ich hätte kein Problem damit, morgen abtreten zu müssen, weil ich in diesem meinem bisherigen Leben so viel erleben durfte, so viel lernen durfte und so intensiv leben durfte, dass es vermutlich für 3 Leben reicht. Ich habe keine Ziele mehr, weil ich genau dort bin, wo ich sein möchte. Es war harte Arbeit, und das jahrelang, um da hin zu kommen. Aber nun stehe ich genau da. Und es ist gut. (Muss man auch können: zufrieden sein!)

    Wie schon oben jemand schrieb: Das Alter ist doch ohnehin nicht aufzuhalten. Wozu sich damit auseinander setzen? Es reicht völlig, vor dem Tod keine Angst zu haben, und das kann man sich erarbeiten. Das Alter ist wurscht. Die Falten sind wurscht. So what?

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  19. Ich werde bald 52 und war noch nie so gelassen, wie jetzt.
    Das ist in der Tat der einzige positive Effekt.
    Da er aber in alle Lebensbereiche hineinlangt, bin ich wesentlich häufiger wirklich zufrieden.
    Natürlich nicht durchgängig,aber immerhin nicht nur alle paar Wochen für ein paar Minuten, sondern jeden Tag ein paar Minuten.
    Mehr erwarte ich nicht.
    Und wenn ich Abtrete,was ich möglichst lange vermeiden möchte,dann hoffentlich schnell und im Zweifel selbstbestimmt.

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  20. Anonym17/7/17

    Liebe Juliane, danke für deinen Blog, ich wünsche dir einen schnell vergehenden Geburtstagsblues! Auch jener geht vorbei und dann wieder ab ins Leben, scheiß auf deine Grabrede! Wer plant denn sowas?
    Grüße,
    Sophia

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  21. @ Helma:
    Doch, doch, die Fröhlich war mal echt witzig! Kann aber sein, dass das noch in ihren 30ern war.
    Ja, man kann's nicht ändern, lass es uns mit Coohtenohsss tragen.
    @ Schmitt's:
    Ha ha! Bei unser Uromma umgekehrt: Wir (ich 40, sie 90) hatten uns verlaufen, da schlägt sie vor: "Frag doch mal den alten Knilch da vorne nach dem Weg!" und deutet auf einen feschen Endfuffziger :-)
    @ Tatjana:
    Deine Nichte ist älter als du?! Das geht ja mal gar nicht :-)))
    Ich finde auch befremdlich, wenn mein neuer Bankberater halb so alt ist wie ich und ich noch von seinen Phimoseproblemen als Baby weiß, weil seine Mutter meine Nachbarin war. Merkwürdig auch bei Bewerbungsgesprächen: Da sitzt dir ein Jack&Jones-Bubi gegenüber, den du als Chef ernst nehmen sollst.
    @Jonna:
    Ja, nee, Selbstmord ist auch keine Lösung :-) Immerhin besteht die Hoffnung, dass einem nochmal was gaaanz widerfährt und das täte man ja verpassen.
    @ Zwischen-den-Stühlen:
    Im Ernst?! Ich bin beeindruckt! So viel Mut hätte ich nicht, mal abgesehen davon, dass meine Interessensgebiete nicht unbedingt Segeln und Blasen sind :-)
    Ja, was sinnvolles anfangen mit dem ganzen Rest vom Schützenfest - so sieht's aus...
    @ Christine:
    Danke :-)))
    @ bärbel:
    Du machst es richtig: ständig unterwegs, erfolgreiche Bloggerin, tolle Klamotten, glücklich liiert usw. Das lenkt wenigstens gut vom Altern ab :-)
    @ DieKLeine:
    Nee, 50 ist nicht das neue 40 und 70 nicht das neue 50 und orange not the neue black. Alles Augenwischerei.
    @ Würfelzucker: Dann lies aufmerksam mit und lerne :-)
    @ DrSchwein: Indeed.
    @ hin & weg:
    "Nach hinten raus wird's kürzer" - haha! Das hast du schön gesagt :-)
    @ Britta:
    jau, das körperliche... wenn ich erstmal auf dem Spielteppich Platz genommen habe, kriegt mich so schnell nichts mehr hoch und falls doch, dann nur sehr sehr sehr langsam.
    @ Doris:
    Danke für die Empfehlung. Ich kontere mit: "Ich will keinen Seniorenteller!" von Virginia Ironside. Britin, und allein schon deshalb lesenswert.
    @ 60-jährige Anonym:
    "ich weiß, dass ich 60 bin" - so schaut's aus ! Was nützt es, wenn man jünger aussieht als die eigene Tochter? Drin steckt zerfallendes Material. Kopf hoch!
    @ ganga:
    Genau! Für ungeschönte Wahrheiten bitte hier entlang!
    @ Frau Gräde:
    Ja, Frau Gräde, Sie und Ihren Lauf verfolge ich ja interessiert mit und freue mich ehrlich mit Ihnen! Sie könnte man glatt als Vorbild nehmen! (Pst: die Bärbel von üFuffzich aber auch!)
    @ Alex: Ja! Trage ich immer bei mir.
    @ Lisa:
    Ja, wenn diese ganzen Leichen nicht wären... "Leichen pflastern meinen Weg", sag ich immer, wenn es den nächsten dahingerafft hat. Sogar meine erste große Liebe hat es neulich erwischt. Und die zweite auch, ist aber schon länger her.
    Ich mag es mir gar nicht ausmalen, wie es sein wird, wenn ich mal 70 oder 80 bin. Heulendes Elend oder Lustige Witwe?

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  22. @ flyhigher:
    Ähnlich wie bei mir, die ersten 30 Jahre kannste in die Tonne kloppen: zu viele Hin-und Hergewese, zu viele blöde Entscheidungen, zuviel Unsicherheit.
    Die juvenile Angst vorm Tod hatte ich mal verloren, als mal jemand vor meinen Augen gestorben ist, da war ich 26 und positiv überrascht (wenn man das überhaupt so sagen kann). Die Angst kam (in abgeschwächter Form allerdings) wieder vor 2 Jahren, als mein Vater versehentlich starb. Am besten verdrängt man den Gedanken daran und lässt sich einfach überraschen :-)
    @ #Anonym#:
    #Everybodys darling: Wie man es nennt, ist wurscht, es ist eine Entwicklung, die bei mir stattgefunden hat und gehört deshalb eindeutig zu meinem Altersprozess.
    #Meinung: Keine Meinung haben? Gleichgültigkeit demonstrieren? Joa, geht auch.
    #Viellaberer: So jemanden ausreden zu lassen hat mit Dummheit, statt guter Kinderstube tun. Schlechte Kinderstube hat derjenige, der nonstop seinen verbalen Dünnschiss über andere auskippt. Ich bin nicht bereit, mir meine wertvolle, knappe Zeit, die mir noch bleibt (höhö) von so jemandem stehlen zu lassen. ("Kinderstube" ist so 1952; verrätst du uns denn dein Alter?).
    #Kindergarten: dem Kiga zu vertrauen UND anderer Meinung zu sein bei bestimmten Dingen und das auch zu kommunizieren, schließt sich nicht aus.
    @ yellow snow:
    Zufrieden sein... Das freut mich für dich. Weiter so!
    Mein Sterbensvorbild ist meine Tante: an ihrem 73. Geburtstag einen Blick auf den Gabentisch geworfen und tot umgekippt.
    (Ich persönlich hätte vorher noch ausgepackt, aber das muss jeder selbst wissen).
    @ Sophia:
    Wer sowas plant? ich hatte mal eine sehr streberhafte Verwandte, die hat nicht nur ihre Grabrede selber geschrieben, sondern auch die Predigt für den Pfarrer, die Grabstelle selbst ausgesucht und die Todesanzeige selbst entworfen. Ich glaube, wenn sie nich so krank gewesen wäre, hätte sie auch die Torten für den Leichenschmaus gezaubert. Jeder Jeck is anders, ne?

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  23. Anonym20/7/17

    Das hast Du mal wieder super geschrieben. Von wegen Du bist nicht jemand der Freude ins Leben anderer bringt. Also in mein Leben schon ! Ich liebe Deine ehrliche sarkastische Art .
    Woher kommt bei Dir nur der Gedanke mit dem Sterben ? Ja klar, es gibt in der Altersgruppe Ü 50 schon mehr Todesfälle, aber die durchschnittliche Lebenserwartung bei Frauen liegt bei 83 Jahren !
    Da hast Du noch gute 30 Jahre vor Dir. Mir persönlich machen die 30 Jahre die noch vor mir liegen mehr Angst. Altern ist nichts für Feiglinge. Aber was soll man machen, "wer nicht alt werden will muss sich jung aufhängen" hat meine Oma immer gesagt. Ja, es stimmt 40 werden ist noch cooler, da kann man sich noch reltiv jung fühlen und ja, mir fallen auch immer explizit Frauen so um die 50 als besonders frustriert und zickig auf. Aber nach einer neuen Studie soll es ja ab Ende 50 mit dem psychischen Wohlbefinden wieder aufwärts gehen. Ich glaube das hat nix mit dem Alter zu tun, sondern damit dass die in der Studie beteiligten Endfünfziger zu der Generation gehören, wo es den meisten existenziell noch sehr gut geht, aber egal.
    Was Deine Angst vor dem Tod betrifft, ich habe keine, weil ich Atheist bin und glaube dass danach nichts ist und vor dem Nichts muss man keine Angst haben, weil man davon eben auch NICHTS mitbekommt. Angst vor dem Sterben, Siechtum etc. muss man auch nicht haben,denn dem kann man ja entgehen, da gibt es ja Möglichkeiten die jeder kennt.
    LG

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  24. Anonym20/7/17

    Das wollte ich noch hinzufügen. Wie es einem mit 50 geht hängt ja sehr davon ab, wie die persönliche Lebenssituation aussieht. Ob man einen gut bezahlten Job hat der einem Spaß macht oder arbeitslos ist und ob man in einer guten Partnerschaft lebt oder Single ist. Ob man sich finanzielel was leisten kann oder jeden Cent umdrehen muss.
    Da ab 50 die Chancen sowohl jobmäßig als auch bei der Partnersuche nicht mehr wirlich gut sind, ist es dann für die Frauen die z.B. damit leben müssen gerade vom Mann verlassen worden zu sein oder den Job verloren zu haben und am Existenzminimum leben zu müssen mit 50 schon extrem hart und frustrierend. Ich hatte davor immer große Angst dass mir das mit 50 mal passiert und bin sehr froh dass dem nicht so ist, sondern ich wider erwarten in allen 3 Bereichen zufrieden sein kann. Deshalb bin ich auch mit (fast) 50 am zufriedensten in meinem Leben, das sind bis jetzt meine Besten Jahre.

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  25. Anonym20/7/17

    verehrte Frau Juliane, ich beging meinen Fuffzigsten letzte Woche, mit meiner 77jährigen Mutter, die dann meinte, JETZT fühle sie sich auch alt, wenn sie so eine alte Tochter habe. Und ja - das Schlimmste waren echt die Rentner-Gespräche und die Rentner-Glückwünsche. Plötzlich rufen Dich Leute an, die vielleicht 2 Jahre jünger sind, und reden mit Dir wie mit der Omma im Seniorenheim. Von wegen "noch gut beieinander" und "jetzt etwas ruhiger angehen lassen". Es hilft alles nix, wir müssen das mit Würde tragen. Äh widerlegen. Googelnse doch mal "Advanced Style". Das hilft. Es grüßt Sie - nur versehentlich "Anonym" - Frau SK (das Profil wird nimmer zur Auswahl angeboten)

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  26. Ps: und solange noch nicht der Bürgermeister persönlich zum gratulieren vorbeikommt is' man nicht alt. Punkt.

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  27. Ps: und solange noch nicht der Bürgermeister persönlich zum gratulieren vorbeikommt is' man nicht alt. Punkt.

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