Sonntag, 13. August 2017

2 Jobs in 3 Tagen

Nach 22 Monaten zäher Suche bekam ich plötzlich zwei Jobzusagen innerhalb von drei Tagen.

Die eine Zusage bekam ich von einem verschlagen aussehenden Mittvierziger, Typ schmieriger Mafiaboss, auf dessen Namen (und denen seiner Brüder, Neffen und Schwippschwägerinnen) zig Firmen verschiedenster Branchen laufen und dem somit heimlich die halbe Stadt gehört.
Mein Arbeitsplatz wäre ein 10 qm-Verschlag ohne Fenster, in der Ecke einer lauten, stinkenden, dreckigen Fabrikhalle, den ich mir mit 2 Kollegen hätte teilen müssen.
Vorteil: nur 8 km von zuhause entfernt.

Aus Gründen entschied ich mich für die Firma, die zwar 20 km entfernt ist (und wir alle wissen, wie sehr ich Autofahren hasse), aber deren Thematik mir zusagt und deren beide Geschäftsführer mir sympathisch sind, und das nicht nur, weil sie meine langjährige Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen schätzen und genau diese Bereiche müssen bedient werden.
Ausgerechnet der kinderlose Chef hielt beim Vorstellungsgespräch ein Loblied auf Mütter und ihre Skills. Stichwort: Organisation und Durchblick.
Dieses Vorstellungsgespräch verlief übrigens dermaßen normal, seriös und geschäftsmäßig, dass es sich tatsächlich nicht lohnen würde, darüber zu bloggen.

Meine gewünschte Stundenzahl wurde ebenso akzeptiert, wie die gemütliche Anfangszeit von 9 Uhr.
Als sie hörten, dass ich jeden Tag 40 km zu fahren habe, sicherten sie mir direkt einen Fahrtkostenzuschuss zu.

Ich solle mir auch keine unnötigen Sorgen machen:
alles, was die Firma und mein Aufgabengebiet betrifft, würde mir ganz langsam und gemächlich nähergebracht, schließlich wisse man, wie schwer ein Wiedereinstieg nach 2 Jahren ohne Arbeit sein kann.

Klingt traumhaft, oder?

Hm.
Als erfahrene Paranoikerin klingt mir das alles ein bisschen zu gut.
Nicht falsch verstehen, ich freue mir den Arsch ab, echt!

But look:
Sie wissen zwar, dass sich meine Zeiten nach der Betreuung meines kleineren Sohn richten, haben aber weder nach seinem Alter noch nach meinen Familienstand gefragt.

Irritierend die Tatsache, dass sie sich noch am selben Tag, an dem ich das Angebot annahm, beim Jobcenter einen Eingliederungszuschuss beantragt haben.
Das teilte mir meine Beraterin dort mit, die so eine flotte Herangehensweise nicht kennt.

Die Probezeit dauert mindestens 8 Monate, wenn ich die überlebt habe, winkt allerdings ein unbefristeter Vertrag.
Ich hoffe nicht, dass sie mich während dieser Probezeit wieder an die Luft setzen, sobald der Zuschuss nicht mehr gezahlt wird.

Nichtsdestotrotz freue ich mich sehr und das nicht nur, weil ich heilfroh bin, dass ich hier rauskomme!
Es sind nämlich immer noch Kiga-Ferien und Babysitter-Omma hat uns grandios im Stich gelassen.
Hat bereits am 3. Tag in den Sack gehauen.
Nachdem sie sich am 1. Tag rasch vom Acker gemacht hatte, weil Lucky pennte; am 2. Tag eine halbe Stunde zu spät kam, und am 3. Tag (Mittwoch) ein schönes Wochenende wünschte und wenn ich Bedarf hätte, könne ich mich ja melden. Ja, äh, mein Bedarf beträgt 10 Tage, wie abgemacht?!
Mit so einer läppschen Arbeitseinstellung gehe ich selbstverständlich nicht in meinen neuen Job.

Jedenfalls übernimmt nun Elvis die 2. Ferienhälfte.
Also drückt mir die Daumen, dass die Jungs sich nicht versehentlich gegenseitig töten und dass ich nicht versehentlich eine Firma in den Ruin treibe.

Kommentare:

  1. Gratuliert hatte ich Dir ja schon woanders - nu gehts ja jetzt los und ich bin schon ganz gespannt, wies werden wird 🌻
    Unsere Firma ist da übrigens auch schnell;) Die Förderfähigkeit wird schon geklärt, sobald jemand nur dem Papier nach in Frage kommt, und beantragt, sobald man sich einig wurde ;)
    Wenn sie Dich 6 Monate gefördert bekommen, sollten sie Dich 6 Monate ohne Förderung beschäftigen, sonst müssen sie Gelder zurückerstatten.

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  2. Liebe Juliane.
    Jetzt bin ich schon den ganzen Nachmittag auf Deinem Blog und grinse unaufhörlich - wie leicht bekloppt - vor mich hin. Sehr genial und bildlich geschrieben Deine Geschichten aus dem Leben.
    Bin auch der Meinung, ein Buch würde zum Bestseller. Ich würd's auf alle Fälle kaufen!
    Freu mich schon auf die nächsten (Katastrophen)-News.
    Danke für den heiteren Nachmittag und hoffentlich noch viele weitere...
    LG aus Salzburg

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  3. Anonym13/8/17

    Glückwunsch! Klingt doch eigentlich gut.
    LG
    Marion

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  4. Du kämpfst dich durch!
    Alles Gute für den neuen Job :-)
    LG
    Ganga

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  5. Gratulation Frau Juliane, das wird alles hervorragend! Finde ich gut, dass Du deinen Sohn einspannst - von dessen Australien-Abenteuer hast Du noch gar nichts erzählt, oder?

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    1. Elvis' Work&Travel-Abenteuer:
      5 Monate, 4 Länder = 3 Fotos und 1 "war gut".
      :-)

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  6. Könnte schlimmer sein... Ich drück die Daumen, dass der Job sicher, gut bezahlt ist und Spaß macht bis zur Rente :)

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  7. ...ich drück dir ganz feste die Daumen, dass das gut wird...und was sind schon 20 km...die brauchst du ja jeden Tag, um runter zu kommen....;O)))))
    Liebe Grüße
    Beate

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  8. Herzlichen Glückwunsch! Selbst, wenn es nicht so toll wird, wie es aussieht, sucht es sich aus einer Stelle raus besser als von zu Hause. Aber manchmal ist auch wirklich klasse, was klasse aussieht.

    Alles Gute dafür wünscht Dir
    Ines

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  9. Sauber - Glückwunsch!

    Da kann doch nichts schief gehen...außer der Chef sagt am ersten Tag: " Ihr Arbeitsplatz ist in unserer Zweigstelle.
    Der Chef dort ist mein Neffe und sieht ein wenig verschlagen aus..."

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  10. Den Glückwünschen und gedrückten Daumen schließe ich mich einfach mal an. Du packst das.

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  11. Hey, da müssma doch'n Sekt aufmachen und darauf trinken. Find ich suuuper! Ich drück Dir die Daumen, dass alles super läuft.

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  12. Na, dann sag ich auch mal "Herzlichen Glückwunsch" und drück Dir ganz feste die Daumen! Ich freu mich für Dich :)

    Lg
    Clara

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  13. Gratulation!
    Die Daumen für die Jungs und die Firma sind gedrückt ... das wird schon! ;)

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