Mittwoch, 14. Februar 2018

"Titty Twister" oder "Wie ich eine Mammographie überlebte"

Valentinstag 2017 hatte ich einen Termin zur Krebsvorsorge beim Gyn.
Da war trotz meines Singlestatus' untenrum was los.

Für Valentinstag 2018 hatte ich Glückspilz einen Termin zu meiner 1. Mammographie zugeschickt bekommen und so war auch für obenrum gesorgt.

Ich machte mich also auf die Jagd nach Erfahrungsberichten, live und im Internet.

Zuerst irritierte mich, dass die meisten Frauen steil gehen bzw. gar nicht hin, weil sie sich "entmündigt" und "bevormundet" fühlen, dass ihnen da ein fixer Termin vorgesetzt wird.
Grundgütiger.
Geht's noch?!
Mal abgesehen davon, dass man diese Termine auch absagen oder verschieben kann (aber dafür müsste man ja ein Telefonat führen, so richtig mit Nummer wählen und reden und so), freue ICH mich über jede Erledigung, die mir abgenommen wird.

Ich befragte also Frauen.
Tenor:
"Das ist soooo schmerzhaft!"
"Mir wurde schwarz vor Augen!"
"Ich hatte anschließend blaue Flecken!"
"Je kleiner die Oberweite desto größer der Schmerz!"

Oha.
"Naja", dachte ich, so als schmerzempfindliche Kleinbrüstige, "man MUSS da ja nich hin, ne..."

Aber unser UrOmma war an Brustkrebs gestorben und der Kleine Fabian, mein Gyn, riet mir dringend zu, weil er allein mit tasten und Ultraschall nicht alles erfassen kann, was in so 'nem Busen vor sich geht, und auch er warnte: "Das tut aber weh!"



Und so ging ich heute nervös as fuck zum Screening Center.
Aber nicht die Angst vor einem schlimmen Ergebnis ließ mich bibbern, sondern der Gedanke an AUA! KOLLAPS! und HÄMATOME!

Tja...

Hm...

Die gute Nachricht:
Das Ganze ging so schnell, dass ich nicht mal das Parkticket latzen musste, weil ich noch unter den 15 Freiminuten lag.

Die schlechte Nachricht:
Die Busenzurechtrückerin hatte kalte Hände.

Anders ausgedrückt:
auf meiner Liste der schmerzhaften Dinge, von 1 bis 10, also von Blasenspiegelung über Aphten bis Wurzelbehandlung - da steht die Mammographie gar nicht mit drauf.
Weil's nicht weh tut.
Was soll da auch weh tun?!
Druck ja, ok, aber von "Schmerzen" oder "unangenehm" ist das meilenweit entfernt. Ich musste nicht mal veratmen.
Klar, jeder hat ein anderes Schmerzempfinden, ich zum Beispiel stehe bei der alljährlichen Zahnreinigung jedesmal kurz vorm Kollaps.

Ich vermute mal ganz stark, dass Damen, die bei der Mammo den Adler machen, das nicht aufgrund eines unerträglichen Schmerzes taten, sondern aufgrund der beschissenen Gesamtsituation:
- von anderen gehört, dass das scheußlich weh tut
- fremde Ärzte und Arzthelferinnen in unbekannten Räumlichkeiten, die
- mit kalten Pfoten an intimen Stellen rumfummeln
- der Busen eingeklemmt in einem riesigen medizinischen Apparat
- Angst vor Röntgenstrahlung
- Angst vor einem eventuell negativen Ergebnis
Vor lauter Aufregung nicht gefrühstückt, hyperventiliert, usw. usw.

Ich wiederhole es gerne nochmal:
MAMMOGRAPHIE TUT NICHT WEH!
Das schwört euch eine, die an ganz schlechten Tagen dem Zahnarzt bei der Zahnsteinentfernung von der Liege springt!

Also geht hin, klatscht denen eure Bälle auf den Tisch und lasst tun, was getan werden muss!

Das Ergebnis erhält man übrigens innerhalb der nächsten 10 Tage.

Freut mich, wenn ich helfen konnte.

Tüdelü.

Kommentare:

  1. Ich war auch mal zur Mammographie - hat auch nicht weh getan. Ergebnis gab es aber direkt. Im Netz laufen mir zuviele Spacken rum, die alle Horrorstories ohne Ende auf Lager haben.

    Seit mein Glaukom diagnostiziert wurde und ich von völlig unbekannten Leuten in einem Forum gleich gesagt bekam, ich sei innerhalb von einem Jahr blind (ich hab das Ding inzwischen 20 Jahre ohne jegliche Gesichtsfeldausfälle), weiss ich, dass Foren der letzte Ort sind, wo ich mir noch Info's suche.

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  2. Und nun kommt meine Weisheit: Zahnreinigung, sofern sie gut gemacht ist, ist absolut schmerzfrei. Rate dringend Zahnarzt zu wechseln. Und Mammografie tut nur da weh, wo das Gewebe noch schön fest ist. Denn da zerren die wie blöde an einem rum, bis sie alles zurechtgequetscht haben zwischen den Patten. Is so.

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  3. Vorsorge und Früherkennung retten Leben. Ich weiß das.

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  4. Anonym14/2/18

    Also, wenn man feste Brüste mit dichtem Drüsengewebe hat, ist eine Mammografie extrem schmerzhaft. Auf meiner Top Ten von Schmerzen steht sie an erster Stelle (Zahnreinigung allerdings würde dort nicht auftauchen), wobei ich zugegebenermaßen keine Kinder geboren habe, sonst würde es vermutlich nur an zweiter Stelle stehen. Sicher bin ich da allerdings nicht. Und wenn man Vorbefunde / Verdachtsareale hat, werden ja unter Umständen mehrere Aufnahmen pro Brust in verschiedenen Vergrößerungen gemacht. Ich habe dann mit anschließenden Brustentzündungen länger was davon...
    Allerdings renne ich nicht umher und erzähle Schauergeschichten davon ;-)
    Christine

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    1. Wie bitte?! Ich habe also einen schlaffen Hängebusen?? NEIHEIN!!1!11!elf!!!

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  5. okay. wenn ich magere Mudderbrust schreibe, dann hatte das immer einen Sinn ;)
    ich kann sagen: nein , es tat nicht weh, es war nicht mein highlight ever ever ever, aber, die Zurechtrucklerin war sehr nett und wir haben das zusammen hinbekommen. Ich bin froh, dass es das Angebot gibt und ich hocke dann im Wartezimmer und denke : och DIE ist auch schon 50 ? man kennt sich eben, am Rande der großen Stadt...in diesem Sinne, alles jut

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  6. Anonym14/2/18

    Wenn Brustkrebs in der nachvollziehbaren direkten Verwandtschaft ist, wird man wesentlich vor dem 50sten zur Mammographie gebeten.
    Lg Magenta

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  7. Na bitte, geht doch :-)

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  8. Zu dem Thema kann ich wirklich nichts beitragen.
    Da ich aber unbedingt Sätze wie diesen hier...

    "Die schlechte Nachricht:
    Die Busenzurechtrückerin hatte kalte Hände."

    ...in Deinen Posts erwarte, bin ich dann doch zum Lesen aufgetaucht.
    Schön, mal wieder von Dir zu hören.

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  9. Hallo Juliane
    Mein Beitrag zum Thema: Ich habe bereits zwei Mammos überlebt, mit zwei unterschiedlichen Erfahrungen. Bei der ersten Mammo... bin ich ohnmächtig geworden mit eingeklemmtem Mops. Du kannst dir vorstellen, wie das ausging. AUTSCH
    Aber ich hab daraus gelernt... bei der zweiten Mammo warnte ich die netten Damen vor, dass mir schnell schwindelig würde, also durfte ich nun währenddessen sitzen! Und diesmal passiert dann gar nicht, da ich viel entspannter war (und diesmal auch vorher gefrühstückt hatte, damit der Blutzucker in meiner Panik nicht abfällt).
    Nächstes Jahr hab ich wieder Termin und freue mich sogar drauf, da ich mit der Untersuchsärztin nun per Du bin. LACH
    LG
    Anja

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  10. Ach so, ich bin erst 37 (und lebe in der Schweiz) und muss alle 2 Jahre zur Mammographie, da ich zwei Fibroadenome habe, die zwar gutartig sind, aber dennoch regelmässig überwacht werden.

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  11. Anonym15/2/18

    Dank Brustkrebs durfte ich jedes halbe Jahr antanzen. Jetzt muss ich nur noch einmal im Jahr ran. Ich bin eine Memme was Schmerzen betrifft, ich weiß gar nicht wie ich 2 Geburten schaffen konnte. Mammographie kommt bei mir definitiv in die Top 5 der Schmerzen. Aber meine Brüste sind auch verdammt empfindlich, und das nicht erst seit den OP's.
    LG Inga

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  12. Ich hatte das kürzlich in einem Aufklärungsseminar (jahaaa, das war lustig :-)) Die Dozentin sagte, dass es genau dann schmerzhaft sein kann, wenn man in der 2. Zyklusphase ist, also der Phase zwischen Eisprung und Periode, denn da arbeitet das Brustgewebe und ist bei vielen Frauen (so auch mir) deutlich schmerzempfindlicher. Sie empfahl, den Termin in die erste Zyklusphase zu legen und gut ist.

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  13. Anonym16/2/18

    Ich hatte auch in diesem Jahr zum Valentinstag eine Mammographie gewonnen. Ich bin im letzten Herbst 50 geworden. Trotzdem war es meine 4., denn auch ich bin genetisch vorbelastet (und wundere mich, dass der kleine Fabian nicht schon für einen früheren Termin plädiert hatte). Und von diesen 4 Mammographien waren 3 ziemlich schmerzhaft, nur die erste nicht. Ob das wie Die nymphomane Laterne schrieb, irgend etwas mit dem Zyklus zu tun hatte, weiss ich nicht... Aber ich las letztens, dass je weniger es weh tut umso weniger eingespannt wurde, also die Brust nicht so „aufgefächert“ wurde und dann für ein gleichwertiges Ergebnis mehr Strahlung benötigt wird. Keine Ahnung, ob das so ist, aber ich werde in zwei Jahren meinen Termin versuchsweise in die erste Zyklushälfte verschieben, in diesem Jahr wäre sie falsch gewesen - und es tat ja auch ziemlich weh. Aber meine Zurechtrückerin hatte immerhin warme Hände...
    LG Jonna

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  14. Ich bin schmerztechnisch eigentlich hart im nehmen, aber die Mammos die bisher gemacht wurden waren alle übelst. Selbst auf der Seite wo durch die OP immer noch Nerven kaputt sind. Drei Mammos innerhalb von drei Tagen im KH, weil man sich nicht sicher war, ob das alles so seine Richtigkeit hat, was man da sieht waren übrigens die Krönung.

    Es spielt bei mir auch keine Rolle in welcher Zeit des Zyklus.

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  15. Anonym19/2/18

    Wir halten daher fest: Mammographie kann schmerzhaft sein oder auch nicht.
    Alles kann, nichts muss. Jedenfalls ist potentieller Schmerz kein Grund, die Untersuchung zu schwänzen.

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  16. Meine Mammographien waren nicht schmerzhaft. Bisschen unangenehm (aber angenehmer als ein FA-Besuch). Ich fand es nur furchtbar peinlich: man steht da oberkörperfrei im vollklimatisierten Raum, drückt die Brust raus, zieht den Bauch ein, drückt den Hintern durch, legt das Kinn auf eine Schiene und hält sich an dem Apparat fest. Umsprungen von einer zwei Köpfe kleineren Röntgenärztin, die dauernd an einem herumzerrt, -drückt und -zuppelt.

    Ich dachte mir die ganze Zeit nur: "Hoffentlich sieht das niemand ..." ^^

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  17. Daaaanke für diesen wichtigen Beitrag! Und ja, ich stimme zu: es tut NICHT weh. Und ich gehe seit meinem 30. Lj, da war die Brust auch noch fest und nix Schwabbel. :-)

    Ladies, geht. Gestern erst verstarb eine Freundin mit 56 am fucking cancer.
    Das zahlt sich nicht aus!

    Grüße aus Wien!
    Geli

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  18. Endlich mal jemand, der hier realistische Berichte statt hysterische Dramen schreibt! Kalte Hände sind echt fies, mir tut das selbst immer leid, wenn ich Patienten mit kalten Fingern untersuchen/was auch immer muss. Das merkt man auch durch die Handschuhe.
    Es kann bestimmt alles unangenehm sein, aber solange man nicht mit dem Vorsatz herein geht, dass alles FURCHTBAR wird, lässt es sich gleich besser aushalten. Bin stolz auf dich, dass du die Mopsdurchleuchtung so tapfer gemeistert hast. Daumen gedrückt für einen guten Befund.

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