Sonntag, 5. August 2018

Lange nicht gesehen, wa?

Mon Dieu.
Seit dem letzten Post sind tatsächlich zweoeinhalb Monate vergangen!
Das gab's hier noch nie.

Könnt daran liegen, dass ich derzeit nur noch auf Sparflamme funktioniere:
essen, schlafen, arbeiten.
Und natürlich darauf achten, dass das Tablet immer aufgeladen ist, um es dem lebhaften Kinde in die Hand zu drücken.
(Es wird ja immer für einen Scherz gehalten, wenn man sagt: "KiKa und Tablet sind meine zuverlässigsten Babysitter". Leute, seid doch nicht naiv! Dat is kein Scherz. Wann setzen übrigens nochmal diese Lebensmüdigkeit und die damit einhergehende Trägheit ein? Erst in den Teenjahren oder doch erst alsTwen?)

"Lasst mich Arzt, ich bin durch!!", möchte ich rufen, denn durch bin ich echt. Körperlich, psychisch, mental.
Hallo Panikattacken! Lange nicht gesehen und doch wiedererkannt!

Mann Mann Mann...
Diese Firma schafft mich echt...

Zu viel Arbeit für zu wenig Angestellte - wer kennt es nich.
Das ließ sich noch steigern, als meine Kollegin, mir der ich sonst unseren kleinen Fachbereich wuppe, sich in den Sommerurlaub verabschiedete und ich 3 Wochen alleine dadurch musste.
Heißt: die Arbeit, die wir sonst in 70 Stunden erledigen, musste nun mit 30 bewältigt werden.
Klappte natürlich nicht, aber dank Unterstützung aus anderen Fachbereichen schaffte ich wenigstens das Nötigste.

Was zusätzlich schlauchte, war der Umzug.
Ende Juni hieß es: "Obacht! Wir ziehen am Freitag den 13.07. um!"
Wir so: "Aha?! Ok, dann können wir ja jetzt schon mal ganz gemütlich mit Kisten packen anfangen."
Teamleiter: "Auf keinen Fall! Am Freitag davor kommt der OberOberboss zu Besuch, der soll hier keine Unordnung vorfinden."
Äh...
Wieso nicht? Ich vermute: drohende Spontanerblindung beim Anblick von Umzugskartons, kann mich aber auch irren.
*augenroll*

Am Montag, den 09.07., stürmte morgens der Teamleiter rein und befahl:
"Los los!! Kisten packen, wir ziehen HEUTE um!"

Tja und wenn man überstürzt packen muss, weil der Umzugswagen mit laufendem Taxameter bereits vor der Tür steht, schleudert man einfach alles greif- und schleuderbare in den nächstbesten Karton.
Ja klar, ohne Beschriftung, was dachtet ihr denn?!
Und so kam es, dass wir uns noch heute, 3 Wochen später, durch Kisten wühlen müssen, auf der Suche nach Pendelheftern, Kaffeefiltern oder der Telefonrechnung.

Nun hatte sich derjenige, der diesen Umzug geplant hatte, und ich vermute, dass es der Chef höchstpersönlich und ganz alleine war, im Vorfeld nicht gründlich genug mit den Begebenheiten der neuen Lokalität, die nämlich über eine feuchte Küchenwand verfügte bzw. mit dem vorigen Mietvertrag auseinandergesetzt, der besagte, dass der Kühlschrank im alten Gebäude zu verbleiben hätte.

Heißt: Wir hatten bei 32 Grad Außentemperatur nicht nur 3 Tage in Folge eine 40 Grad heiße Küche (verursacht durch das vom Housemaster aufgestellte Trockengebläse), sondern auch keinen Kühlschrank.
Als ich es wagte, den Chef nach 1 Woche im neuen Gebäude zu fragen, wann wir denn mit dem Kühlschrank rechnen könnten, kam die blöde Gegenfrage:
"Was wolln Se denn so dringend damit? Den Kopf reinhalten? Hö hö..."
JA! HÖ HÖ!
"Und Hände und Füße und was sonst noch reinpasst, denn in den Büros herrschen trotz runtergelassener Rollos 30 Grad! Wir können alle nicht mehr!"
Diese Antwort schmeckte ihm wohl nicht, denn statt Empathie zu heucheln, gegenüber den Leuten, die tagtäglich seine Bude am Laufen halten, hielt er eine kurze Abhandlung über die aktuellen klimatischen Verhältnisse (Mojib Latif hätte es nicht schöner formulieren können), dass ganz Deutschland schwitzen täte, dass die Buchhaltung in der Hauptverwaltung sogar unter'm Dach hocken müsse und es in seinem Büro auch nur 1 Grad kühler sei als draußen, aber...
"...der Kühlschrank kommt bald, er ist bestellt."

Hm, komisch, ich hatte mir neulich auch einen neuen Kühlschrank kaufen müssen. Montags gekauft, dienstags geliefert, BÄM! Wo war also das scheiß Problem??
Nu ja, nach nur 3 weiteren Tagen und einem zusätzlichen für's "ruhen lassen", konnten wir endlich unsere Getränke kühlstellen und Coolpacks einfrieren, für die Prellungen, die man sich beim ohnmächtig zusammenklappen so einfängt.

Ihr seht also, ein Irrenhaus vor dem Herrn...

Aber nun habe ich erstmal Urlaub und den werde ich genießen.
Das wird zwar nur semi erholsam, da das Kind ja auch Ferien hat, und da ich zu meinem mickerigen Gehalt weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld kriege, ist auch kein Verreisen drin.
Aber mal sehen, was so geht.

Haut rein.
Bis die Tage.