Sonntag, 7. Oktober 2018

Wenn's oben fault und unten brennt


Das Kind hat ein Loch im Zahn.
Ein großes, das sich über 2 Backenzähne erstreckt. Ich habe es mittels 12.000-Lumen-Stirnlupe selbst gesehen und mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, denn wer es NICHT gesehen hat, ist das zahnmedizinische Fachpersonal, das vor 3 Monaten den Kindergarten heimsuchte. Dass so ein Riesenkrater in nur 3 Monaten entsteht, kann ich mir nicht vorstellen und nun erwäge ich eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung, oder was da sonst so in Frage kommt, um mich richtig reich zu prozessieren und dem Kinde eine hübsche Prothese und mir eine Fettabsaugung zu spendieren.
Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, hier herumzuklugscheißern, dass Entdeckung bzw. Verhinderung von Karies in den mütterlichen Tanzbereich fällt, dem sei gesagt:
tje nün.

A propos Gesundheit:
Neulich war ich zur Krebsvorsorge beim Kleinen Fabian.
Ein Krebs wurde zum Glück nicht gefunden, aber dafür jede Menge außer Rand und Band geratene Hormone. Der Kleine Fabian tauschte running system Mönchspfeffer gegen Traubensilberkerze und ich warte nun seit unerträglichen 3 Wochen darauf, dass das verfickte Scheißzeug endlich wirken möge.
Es ist nämlich wahrlich kein Vergnügen, mehrmals am Tag das dringende Bedürfnis zu verspüren, sich in Embryonalstellung in die nächste Ecke kauern zu wollen und zu wimmern.
Ebenso unvergnüglich brennt & juckt und prickelt & zischt das Schmuckkästchen vor sich hin. Aber der Kleine Fabian weiß Rat in Form von Östrogen-Zäpfchen, 1x die Woche eingeführt, ein halbes Jahr lang und zack: geschmeidigere Scheide.
So die Theorie.
In der Praxis brach ich diese Folter nach 3 Wochen ab, da das Schmuckkästchen allergisch auf die Füllstoffe reagierte und ich mich mit wundem Schritt herumquälen durfte.

Ansonsten fresse ich kiloweise Erdnüsse. In Schokohülle natürlich.
Dem verwelkenden Körper ist offenbar nach Kalium und Phosphor.
Zur Ummantelung des infolgedessen immer breiter werdenden Hinterns, habe ich etwas entdeckt, das sich Boyfriend-Jeans nennt: beutelig um Bauch und Schritt, gemütlich am Oberschenkel, lässig um die Wade herum.
Assoziation hierzu ist nun nicht mehr: "Puh, ganz schön breiten Arsch gekriegt, wa?" sondern "Aaaaww, sie trägt die viel zu große Hose ihres Lebensabschnittsgefährten, wie romantisch!"
Perfekt!

Ganz und gar unromantisch hingegen entwickelt sich mein Verhältnis zu dem 17-Jährigen, der über mir wohnt.
Poltert 'rum wie ein Irrer, wenn er sich ab 23 Uhr bettfertig macht. Zweimalige Ansprache der Mutter meinerseits erbrachte jeweils nur kurzfristig Linderung.
Da ich nun für die Mutter seit meinem Einzug vor 20 Jahren, aus welchen Gründen auch immer, ein rotes Tuch bin, und sie nicht auf den Nächstenliebezug aufspringen mag, erwäge ich nun ernsthaft einen kleinen Zettel mit den Nachtruhezeiten unserer Stadt auszudrucken (22 - 7) und diesen zusammen mit einer Packung Merci vor ihre Türe zu legen.
Wirkt vielleicht nachhaltiger, als Gemecker.
Gestern nächtigte der Trampel aushäusig. Welch wunderbare Ruhe!! Kein spätabendliches Hochschrecken, keine angestrengten Atemübungen, um den Puls wieder auf Normalmaß herunterzuzwingen.
Naja, aber vermutlich kann das arme Ding nicht anders, denn wenn du von klein auf gewöhnt bist, deine komplette Freizeit immer nur zuhause zu hocken, wo soll da eine ordentliche Motorik herkommen?

A propos Vollidioten:
Ich kassierte unlängst vom Chef meine erste Rüge. Nur 1 Rüge pro Jahr - das ist eine recht gute Quote, finde ich.
Was war passiert?
Ein Mann rief an und verlangte in schroffem Ton, SOFORT mit der Geschäftsführung verbunden zu werden. Wieso er anruft, von welcher Firma und was er denn will... nö, das wolle er nicht verraten, aber ich müsse ihn nun direkt mit dem Chef verbinden, es sei schließlich DRINGEND!
Tagelang ging das so. Ich wimmelte ihn ab und schlussendlich legte ich bloß wortlos auf, sobald er sich meldete.
Denn... bei einem erfahrenen Bürofrollein wie mir klingeln sofort sämtliche Alarmglocken, wenn jemand aggressives, bei null Informationsherausgabe den Chef sprechen will, denn in 99% solcher Fälle handelt es sich um irgendwelche Akquise-Schwätzer und stellste so einen durch - zack! Anschiss.
Nun ja, einen Anschiss habe ich trotzdem kassiert, denn wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Anrufer um den Sekretär eines hohen Tieres, das in Not geraten war und dringend unsere Hilfe benötigte. Dringend deshalb, weil er bereits Klient unseres Konkurrenzunternehmens war und die es verbaselt hatten.
Huch.
Well, shit happens, gell?

Und zum Schluss möchte ich ein Erlebnis mit euch teilen, dass euch aufzeigen soll, wie wichtig es ist, dass man jederzeit sein Handy griffbereit bei sich tragen sollte.
Eines Morgens vor'm Bäcker steht ein NAW. Ich geh rein und Notarzt und Sanitäter stehen an der Theke und bestellen.
Und dann habe ich tatsächlich das 1. Mal in meinem Leben einen Arzt zur Seite geschubst, um bessere Sicht auf's Personal (-> den Sanitäter) zu haben!
Der war nämlich nicht nur jung, schön und gut frisiert, sondern hatte in seiner skandalös engen Sanitäterhose (die mich kurz überlegen ließ, ob es sich wohl um Stripper handelt) den knackigsten Apfelhintern, den ich je gesehen habe!!
Und da ich mein Handy im Auto gelassen hatte (denn was gibt's beim Bäcker schon groß zu sehen?!), habe ich heute leider kein Foto für euch...





PS: Annika, dieser Post ist nur für du!