Mittwoch, 3. Juni 2015

Arbeitsamt - warum einfach, wenn's auch kompliziert geht

In der Jobbörse vom Arbeitsamt stieß ich neulich auf eine sehr gut anmutende Stelle.
Unbefristet, super Konditionen, interessantes Arbeitsgebiet, im Nachbarort.
Die Stelle war chiffriert, also Anruf beim dortigen Amt.

Ich erfuhr, dass die zuständige Dame noch nicht im Haus sei, dass außerdem ihr Telefon defekt sei und ich deshalb im Laufe des Tages immer mal wieder probieren sollte, durchzukommen.
Nach 4 Stunden und diversen vergeblichen Anrufen gab ich auf.

Da es bei guten Stellen auf Schnelligkeit ankommt und ich wusste, dass alle AA-Filialen Zugriff auf denselben Zentralrechner haben, rief ich im hiesigen AA an.
Die Durchwahl hatte ich Fuchs mir von einer anderen chiffrierten Stelle in der Jobbörse besorgt.

Ich: "Können Sie mir bitte die Adresse des Arbeitgebers der Chiffre-Nr. 123 geben, damit ich mich dort bewerben kann?"
Zuständiger Herr: "*schnauz* Ich bin gerade in einer Beratung!!!"
Ich: "Oh..."
Wie konnte mir das bloß entgehen, in meiner Eigenschaft als Hellseherin??
Zuständiger Herr: "*stöööhn* Na gut... Wie ist denn Ihre Kundennummer bei uns?"
Ich: "08154711XYZ"
Zuständiger Herr: "*tipptipptipp* Die Stelle ist ja in Nachbarstadt! Da bin ich doch gar nicht zuständig!"
Ich schilderte das Telefon-defekt-Problem.
Zuständiger Herr: "Ach so. Moment... *tipptipp* Ich sehe, Sie sind Industriekauffrau, der Job ist aber für Bürokaufleute!"
Ich: "Ja, aber das Anforderungsprofil erfülle ich voll und ganz."
Zuständiger Herr: "Näää, das geht nicht! Sie würden ja dann einer arbeitslosen Bürokauffrau den Job wegnehmen!"

Oh, tja, huch!
Ob mir das wohl sehr sehr egal ist??

Ich suchte mir dann noch die Durchwahl von einer dritten Stadt 'raus.
Tja, was soll ich sagen:
die zuständige Dame hatte nicht nur ein funktionierendes Telefon, sondern rückte anstandslos die Adresse des Arbeitgebers 'raus und wünschte mir sogar viel Erfolg bei meiner Bewerbung.
So geht's also auch!
Hmmmm, entweder die Frau stand unter Drogen oder sie war neu...

Und weil das bestimmt nicht mein letztes Mal mit den Sonnenscheinchen vom Amt war, lohnt es sich, dafür ein eigenes Label zu eröffnen.