Montag, 31. Dezember 2018

Pfosten-Charts 2018

Platz 4: Die Mieterin über mir.
Sie klackert in ihren ewigen 14cm Beate-Uhse-Gedächtnis-Pömps die Treppe hinab und bleibt vor meiner Türe stehen.
"Und hier wohnt 'ne richtige Sau! Guck mal, ganz dreckig!"
Türe auf:
"Hallo?! Wenn du schon vor meiner Wohnung stehen und über mich lästern musst, würdest du mich bitte nicht als Sau bezeichnen?!"
Die Irre und ihr Begleiter glotzen ertappt.
"Oh...äh, äh, äh, öhm, öhm, öhm. Ich meinte gar nicht dich, sondern ...äääääh... meine Tante!"
Ach so, na klar, sie nennt ihre Tante, unsere Vermieterin, Sau.
"Weil...?!"
Sie zeigt mir, dass die Innenlängsleiste(?) vom Treppenhausfenster ganz schwarz war und sie die sauber schrubben musste, obwohl das gar nicht ihre Etage ist.
Hat schon mal irgendjemand jemals auf die Leiste von einem Treppenhausfenster geguckt, das man sowieso nie öffnet, weil kaputt?
Also außer dieser Irren?
Sie stottert noch was von "Wir werden in unserem Leben keine Freunde mehr blabla."
Mann Mann Mann, der Blitz soll sie beim Scheißen treffen!


Platz 3: Die Kollegin.
Schnauft, stöhnt, ächzt, rülpst, hustet, poltert, flucht, plappert, summt und kichert nonstop vor sich hin.
Und nonstop ist nicht übertrieben. Die paar Sekunden, die sie pro Schicht einfach mal die Fresse hält, kannste an 2 Händen abzählen.
Da brauchst du dicke Nerven.
Bisher hatte ich die, lange halt ich nicht mehr durch.


Platz 2: Die Apothekerin.
"Ich hätt gern eine Tube Zugsalbe", sach ich.
"Wofür?", fragt sie und guckt alarmiert.
Ich schaue mich genant um, muss ja keiner mitkriegen, dass mir nach der letzten Achselenthaarung ein mordsmäßiger Pickel gewachsen ist.
"Ich habe da äh dieses kleine Pickelchen."
"Wo?", fragt sie streng.
"Unter'm Arm", gestehe ich und das war ein Fehler.
"Also entschuldigen Sie, aber ich verkaufe doch keiner Frau, die eine Beule unter'm Arm hat, eine Zugsalbe!", entrüstet sie sich. "Lassen Sie bitte Ihren Arzt darauf gucken, womöglich ist das ein vergrößerter Lymphknoten oder könnte sogar beginnender Brustkrebs sein!"
Mein kleinlautes "Aber es ist doch bloß ein Pickel!" überhört sie nonchalant.
Hätte ich mir ja denken können, nachdem sie sich schon letztens geweigert hatte, mir ein abschwellendes Nasenspray zu verkaufen.
("Hier bitte, nehmen Sie dieses von Stinkig & Ölig." - Wirkt das denn abschwellend?" - "Nein, aber es pflegt die Schleimhäute." *augenroll *augenroll)


Platz 1: Die Bloggerin.
Sie folgt mir seit vielen Jahren und hinterlässt ausschließlich fiese Kommentare.
(Nein, diesmal meine ich nicht die ewig besoffene Rechtsanwältin.)
Neulich postete ich bei Instagram eins von Luckys Tiptoi-Spielen und sie wieder so: *ätz*ätz*
Ich hab sie immer ignoriert, aber da musste mir leider der Kragen platzen und ich frug, ob ich ihr was getan hätte oder ob sie grundsätzlich eine miesgelaunte Pissnelke sei.
Sie antwortete, dass es an mir liegt, ich hätte einen miesen Charakter und sei null kritikfähig, was sie mit meiner Antwort bewiesen sähe. "Mission acomplished" schrieb sie noch (falsch), riet mir, ich solle mich weinend im Keller verkriechen, so als uraltes Weib mitohne Mann und Kleinkind, bevor sie mich blockte.
Öhm...
Korrigiert mich, aber wenn ich jemand völlig Fremden, jahrelang(!) folge, um irgendwann den Beweis zu erhaschen, dass derjenige kacke ist, dann stimmt doch mit mir was nicht!

Puh, wenn ich mir vorstelle, so eine Gestörte läuft da draußen frei herum.



Sie sterben einfach nicht aus...


*weinend ab

Freitag, 28. Dezember 2018

Endgegner

Gott hasst mich, ich weiß.
Kurz vor Weihnachten knockte er mich mittels eines verdorbenen Döners aus und am Heiligabend ließ er Lucky, der seit März nicht mehr krank war, mit Fieber aufwachen.

Das sind aber nur Lappalien gegen das, was er mir bereits im letzten Jahr bescherte:
meinen Endgegner.
Bislang war ich davon ausgegangen, dass mich Lucky frühzeitig ins Grab bringt, aber nein, da habe ich mich wohl geirrt, der kleine Vollstrecker hat ernstzunehmende Konkurrenz gekriegt.

Sonntag, 7. Oktober 2018

Wenn's oben fault und unten brennt


Das Kind hat ein Loch im Zahn.
Ein großes, das sich über 2 Backenzähne erstreckt. Ich habe es mittels 12.000-Lumen-Stirnlupe selbst gesehen und mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, denn wer es NICHT gesehen hat, ist das zahnmedizinische Fachpersonal, das vor 3 Monaten den Kindergarten heimsuchte. Dass so ein Riesenkrater in nur 3 Monaten entsteht, kann ich mir nicht vorstellen und nun erwäge ich eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung, oder was da sonst so in Frage kommt, um mich richtig reich zu prozessieren und dem Kinde eine hübsche Prothese und mir eine Fettabsaugung zu spendieren.
Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, hier herumzuklugscheißern, dass Entdeckung bzw. Verhinderung von Karies in den mütterlichen Tanzbereich fällt, dem sei gesagt:
tje nün.

A propos Gesundheit:
Neulich war ich zur Krebsvorsorge beim Kleinen Fabian.
Ein Krebs wurde zum Glück nicht gefunden, aber dafür jede Menge außer Rand und Band geratene Hormone. Der Kleine Fabian tauschte running system Mönchspfeffer gegen Traubensilberkerze und ich warte nun seit unerträglichen 3 Wochen darauf, dass das verfickte Scheißzeug endlich wirken möge.
Es ist nämlich wahrlich kein Vergnügen, mehrmals am Tag das dringende Bedürfnis zu verspüren, sich in Embryonalstellung in die nächste Ecke kauern zu wollen und zu wimmern.
Ebenso unvergnüglich brennt & juckt und prickelt & zischt das Schmuckkästchen vor sich hin. Aber der Kleine Fabian weiß Rat in Form von Östrogen-Zäpfchen, 1x die Woche eingeführt, ein halbes Jahr lang und zack: geschmeidigere Scheide.
So die Theorie.
In der Praxis brach ich diese Folter nach 3 Wochen ab, da das Schmuckkästchen allergisch auf die Füllstoffe reagierte und ich mich mit wundem Schritt herumquälen durfte.

Ansonsten fresse ich kiloweise Erdnüsse. In Schokohülle natürlich.
Dem verwelkenden Körper ist offenbar nach Kalium und Phosphor.
Zur Ummantelung des infolgedessen immer breiter werdenden Hinterns, habe ich etwas entdeckt, das sich Boyfriend-Jeans nennt: beutelig um Bauch und Schritt, gemütlich am Oberschenkel, lässig um die Wade herum.
Assoziation hierzu ist nun nicht mehr: "Puh, ganz schön breiten Arsch gekriegt, wa?" sondern "Aaaaww, sie trägt die viel zu große Hose ihres Lebensabschnittsgefährten, wie romantisch!"
Perfekt!

Ganz und gar unromantisch hingegen entwickelt sich mein Verhältnis zu dem 17-Jährigen, der über mir wohnt.
Poltert 'rum wie ein Irrer, wenn er sich ab 23 Uhr bettfertig macht. Zweimalige Ansprache der Mutter meinerseits erbrachte jeweils nur kurzfristig Linderung.
Da ich nun für die Mutter seit meinem Einzug vor 20 Jahren, aus welchen Gründen auch immer, ein rotes Tuch bin, und sie nicht auf den Nächstenliebezug aufspringen mag, erwäge ich nun ernsthaft einen kleinen Zettel mit den Nachtruhezeiten unserer Stadt auszudrucken (22 - 7) und diesen zusammen mit einer Packung Merci vor ihre Türe zu legen.
Wirkt vielleicht nachhaltiger, als Gemecker.
Gestern nächtigte der Trampel aushäusig. Welch wunderbare Ruhe!! Kein spätabendliches Hochschrecken, keine angestrengten Atemübungen, um den Puls wieder auf Normalmaß herunterzuzwingen.
Naja, aber vermutlich kann das arme Ding nicht anders, denn wenn du von klein auf gewöhnt bist, deine komplette Freizeit immer nur zuhause zu hocken, wo soll da eine ordentliche Motorik herkommen?

A propos Vollidioten:
Ich kassierte unlängst vom Chef meine erste Rüge. Nur 1 Rüge pro Jahr - das ist eine recht gute Quote, finde ich.

Und zum Schluss möchte ich ein Erlebnis mit euch teilen, dass euch aufzeigen soll, wie wichtig es ist, dass man jederzeit sein Handy griffbereit bei sich tragen sollte.
Eines Morgens vor'm Bäcker steht ein NAW. Ich geh rein und Notarzt und Sanitäter stehen an der Theke und bestellen.
Und dann habe ich tatsächlich das 1. Mal in meinem Leben einen Arzt zur Seite geschubst, um bessere Sicht auf's Personal (-> den Sanitäter) zu haben!
Der war nämlich nicht nur jung, schön und gut frisiert, sondern hatte in seiner skandalös engen Sanitäterhose (die mich kurz überlegen ließ, ob es sich wohl um Stripper handelt) den knackigsten Apfelhintern, den ich je gesehen habe!!
Und da ich mein Handy im Auto gelassen hatte (denn was gibt's beim Bäcker schon groß zu sehen?!), habe ich heute leider kein Foto für euch...





PS: Annika, dieser Post ist nur für du!

Mittwoch, 5. September 2018

Vorübergehend




Wer mag, findet mich hier:


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Tüdelü.


Samstag, 1. September 2018

Der Urlaub, der keiner war - Woche 1

Tag 1 - 3:
Es sind 34° C, ich liege blümeranteresk auf dem Sofa und schwitze nonstop in die nicht waschbaren graumeliert Polster von Karlstad. 
Ich überlebe diese Hitzewelle nur knapp dank Ibuprofen, Nasivin und Veltins plus.
Ich besitze eine sündteure Klimaanlage, die ich aber aus Angst vor der nächsten Stromrechnung nicht nutze.
Lucky ist fit und munter und -da wir das Haus nicht verlassen- entwickelt in dieser Zeit wahre Profiskills bei "Talking Tom Gold Run".



Tag 4:
29°C. Welcome back in der Vertikalen!
Omma schlägt Alarm:
die Bank hat ihr geschrieben, irgendetwas stimmt mit ihren Konten nicht ("...oder sowas")!
Unser Omma ist eine wohlhabende Frau, ich sehe mein Erbe in Gefahr und mache mich rasch zur Bank auf. Mit Lucky auf Socken.
Da Lucky im Sommer eh immer barfuß läuft, ist mir nicht aufgefallen, dass wir am letzten KiGa-Tag vor den Ferien die Schuhe dort vergessen haben.
Ja, das Kind hat nur ein (in Zahlen: 1) Paar Schuhe. Schnauze!
Wenn man ein Kind in Socken mit sich führt, fällt einem erstmal auf, wie dreckert die Straßen sind: Trockenkotze, Vogelschiss, Blütenschmier und Kaugummis pflastern unsern Weg, und das sind nur die 20 Meter vom Parkplatz zur Bank!


Mein Bankberater hat Nerven aus Stahl.
Der verzieht weder bei unser Omma
("Ich will zwar nur Kontoauszüge holen, aber könnt ich wohl nen Espresso kriegen?"),noch bei mir
("Könnense mir das noch ca. 38mal erklären, das kapier ich nich.") oder Lucky
("Willssu mit mir spieln? Ich muss KACKA! Und diese Biene, die ich meine, nennt sich MAJAAAA") eine Miene.


Im Zimmer meines Beraters sitze ich direkt unter der Klimaanlage, die mir herrlich erfrischende 15°C auf die linke Schädelhälfte bläst. Das wird sich später rächen.
Es stellt sich heraus, dass der Brief an Omma lediglich sagt, dass sie einen neuen Berater bekommt und dieser sich gerne persönlich vorstellen möchte.
Korrigiert mich, aber ich erkenne da einen leichten Unterschied zwischen "ACHTUNG! Ihr Geld ist in GEFAHR!!!" und "Hallöchen, ich bin ihr neuer Berater."
Na super, und dafür habe ich das Haus verlassen. Aber wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch gleich meine eigenen Millionen umschichten, denn die gammeln schlechtverzinst auf einem Sparbuch herum.
90 Minuten später verlasse ich die Bank: schockgefrostet, superverzinst, mit einem Gutschein für die Eisdiele nebenan und einer Kapten & Son-Uhr.
Ha!
Zur Feier des Tages kaufe ich dem Kind ein Paar Zweitschuhe.


Tja, wer im Hochsommer Hochsommerschuhe kaufen geht,
kann nur noch mit sowas vorlieb nehmen.


Tag 5:
Ich wache mit tauber linker Gesichtshälfte auf. WAAAH!!!
Schlaganfall??
Muss ich den Notarzt rufen??
Ich mache den Schnell-Check: ich bewege gewohnt grazil Arme und Beine, weiß, welcher Wochentag ist und kann deutlich sprechen.
Hm, also doch die Klimaanlage der Bank?  Oder ein Hirntumor??? Oder doch die Klimaanlage?
Ich verpanike den halben Tag und merke: nix zu essen im Haus. Zeit, mal den BK-Lieferservice auszuprobieren. Also für Lucky ein Kindermenü (für Jungen) bestellt und für mich den Countryburger (vegetarisch!).
Nur 20 min. später klingelt's und der Burger-King-Boy übergibt mir die Fressalien, Lucky nörgelt "Ich will aber Mac Donalds!!", Burgerboy grinst, ich schäme mich und gebe zu viel Trinkgeld.
Nach dem Essen kehrt wieder Leben in meine linke Backe ein. Puh.



Tag 6:
Unter dem Motto: "Wer keine Blogthemen hat, schafft sich welche", krache ich beim Ausparken in die Karre meines Nachbarn, dem Hells Angel, und lebe fortan in Angst. Wir kennen uns zwar schon viele Jahre und er ist wirklich supernett (und auch ein kleines bisschen süß), aber wenn's um ihre Autos geht, werden Männer ja gerne mal komisch.
Er ist nicht zuhause, also pappe ich einen Zettel an die Windschutzscheibe. Derart traumatisiert fühle ich mich nicht in der Lage einzukaufen, gehe ins Haus zurück und wähle die BK-Lieferservicenummer.
Ein Kindermenü (für Jungen) und einen Countryburger bitte.
Ich bringe rasch mich und die Wohnung auf Vordermann, denn wenn der Nachbar gleich kommt, kann ich ihn vielleicht mit einem sauberen Teppich und einem hübschen Sommerkleid milde stimmen.
Der BK-Boy braucht heute 60 Minuten!

Nachmittags klingelt's.
Es ist... nicht der Nachbar, sondern seine Freundin. Hä? Seit wann hat der eine Freundin?! Wichtige Dinge kriege ich ja nie mit, weil meine Fenster nach Süden rausgehen, das pralle Leben in dieser Straße sich aber mehr so nordwestlich abspielt.
Es war IHR Auto, das ich angefahren habe. Aha.
Ich schließe möglichst unauffällig wieder die oberen Knöpfe meines Kleides.
Sie meint, dass  man schon sehr genau hinschauen müsse, um das kleine Beulchen zu erkennen und ich solle mir mal keine Sorgen machen, sie würde die Karre  waschen, bissken polieren und gut is!
Oh. Wie nett!
Ich befürchte allerdings, dass, sobald sie ihrem Kerl davon erzählt, das Ganze seinen hochoffiziellen Weg über meine Versicherung gehen muss. Wie gesagt: Männer reagieren empfindlich, wenn es um Autos geht. Und da sollte ich Recht behalten.



Tag 7:
Ich habe weder Bock einzukaufen, noch zu kochen. Ich habe schließlich URLAUB, ey!
Also ordere ich mittags wieder ein Kindermenü (für Mädchen) und einen Countryburger.
Lieferzeit: 40 Minuten.

Abends ruft die Rockerfreundin an:
ihr Freund hatte gemeint, dass sie die Beule lieber in einer Werkstatt checken lassen soll, nicht, dass sich da wichtige Dinge verzogen haben!
Gesagt - getan.
Guess what...
Die Werkstatt hat festgestellt, dass sich da wichtige Dinge verzogen hätten, also her mit der Versicherungsnummer!
Die Freundin entschuldigt sich mehrfach für die Unannehmlichkeiten, ihr ist das alles sehr peinlich.
Ich bin zwar diejenige, der das peinlich sein sollte (was es auch echt ist!), aber gut.


Merkste was?




Lerngeschenk der Woche:
Karlstad graumeliert kann man sehr wohl in die Waschmaschine stecken!