Mittwoch, 5. September 2018

Vorübergehend




Wer mag, findet mich hier:


oder hier:


oder hier:




Tüdelü.


Samstag, 1. September 2018

Der Urlaub, der keiner war - Woche 1

Tag 1 - 3:
Es sind 34° C, ich liege blümeranteresk auf dem Sofa und schwitze nonstop in die nicht waschbaren graumeliert Polster von Karlstad. 
Ich überlebe diese Hitzewelle nur knapp dank Ibuprofen, Nasivin und Veltins plus.
Ich besitze eine sündteure Klimaanlage, die ich aber aus Angst vor der nächsten Stromrechnung nicht nutze.
Lucky ist fit und munter und -da wir das Haus nicht verlassen- entwickelt in dieser Zeit wahre Profiskills bei "Talking Tom Gold Run".



Tag 4:
29°C. Welcome back in der Vertikalen!
Omma schlägt Alarm:
die Bank hat ihr geschrieben, irgendetwas stimmt mit ihren Konten nicht ("...oder sowas")!
Unser Omma ist eine wohlhabende Frau, ich sehe mein Erbe in Gefahr und mache mich rasch zur Bank auf. Mit Lucky auf Socken.
Da Lucky im Sommer eh immer barfuß läuft, ist mir nicht aufgefallen, dass wir am letzten KiGa-Tag vor den Ferien die Schuhe dort vergessen haben.
Ja, das Kind hat nur ein (in Zahlen: 1) Paar Schuhe. Schnauze!
Wenn man ein Kind in Socken mit sich führt, fällt einem erstmal auf, wie dreckert die Straßen sind: Trockenkotze, Vogelschiss, Blütenschmier und Kaugummis pflastern unsern Weg, und das sind nur die 20 Meter vom Parkplatz zur Bank!


Mein Bankberater hat Nerven aus Stahl.
Der verzieht weder bei unser Omma
("Ich will zwar nur Kontoauszüge holen, aber könnt ich wohl nen Espresso kriegen?"),noch bei mir
("Könnense mir das noch ca. 38mal erklären, das kapier ich nich.") oder Lucky
("Willssu mit mir spieln? Ich muss KACKA! Und diese Biene, die ich meine, nennt sich MAJAAAA") eine Miene.


Im Zimmer meines Beraters sitze ich direkt unter der Klimaanlage, die mir herrlich erfrischende 15°C auf die linke Schädelhälfte bläst. Das wird sich später rächen.
Es stellt sich heraus, dass der Brief an Omma lediglich sagt, dass sie einen neuen Berater bekommt und dieser sich gerne persönlich vorstellen möchte.
Korrigiert mich, aber ich erkenne da einen leichten Unterschied zwischen "ACHTUNG! Ihr Geld ist in GEFAHR!!!" und "Hallöchen, ich bin ihr neuer Berater."
Na super, und dafür habe ich das Haus verlassen. Aber wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch gleich meine eigenen Millionen umschichten, denn die gammeln schlechtverzinst auf einem Sparbuch herum.
90 Minuten später verlasse ich die Bank: schockgefrostet, superverzinst, mit einem Gutschein für die Eisdiele nebenan und einer Kapten & Son-Uhr.
Ha!
Zur Feier des Tages kaufe ich dem Kind ein Paar Zweitschuhe.


Tja, wer im Hochsommer Hochsommerschuhe kaufen geht,
kann nur noch mit sowas vorlieb nehmen.


Tag 5:
Ich wache mit tauber linker Gesichtshälfte auf. WAAAH!!!
Schlaganfall??
Muss ich den Notarzt rufen??
Ich mache den Schnell-Check: ich bewege gewohnt grazil Arme und Beine, weiß, welcher Wochentag ist und kann deutlich sprechen.
Hm, also doch die Klimaanlage der Bank?  Oder ein Hirntumor??? Oder doch die Klimaanlage?
Ich verpanike den halben Tag und merke: nix zu essen im Haus. Zeit, mal den BK-Lieferservice auszuprobieren. Also für Lucky ein Kindermenü (für Jungen) bestellt und für mich den Countryburger (vegetarisch!).
Nur 20 min. später klingelt's und der Burger-King-Boy übergibt mir die Fressalien, Lucky nörgelt "Ich will aber Mac Donalds!!", Burgerboy grinst, ich schäme mich und gebe zu viel Trinkgeld.
Nach dem Essen kehrt wieder Leben in meine linke Backe ein. Puh.



Tag 6:
Unter dem Motto: "Wer keine Blogthemen hat, schafft sich welche", krache ich beim Ausparken in die Karre meines Nachbarn, dem Hells Angel, und lebe fortan in Angst. Wir kennen uns zwar schon viele Jahre und er ist wirklich supernett (und auch ein kleines bisschen süß), aber wenn's um ihre Autos geht, werden Männer ja gerne mal komisch.
Er ist nicht zuhause, also pappe ich einen Zettel an die Windschutzscheibe. Derart traumatisiert fühle ich mich nicht in der Lage einzukaufen, gehe ins Haus zurück und wähle die BK-Lieferservicenummer.
Ein Kindermenü (für Jungen) und einen Countryburger bitte.
Ich bringe rasch mich und die Wohnung auf Vordermann, denn wenn der Nachbar gleich kommt, kann ich ihn vielleicht mit einem sauberen Teppich und einem hübschen Sommerkleid milde stimmen.
Der BK-Boy braucht heute 60 Minuten!

Nachmittags klingelt's.
Es ist... nicht der Nachbar, sondern seine Freundin. Hä? Seit wann hat der eine Freundin?! Wichtige Dinge kriege ich ja nie mit, weil meine Fenster nach Süden rausgehen, das pralle Leben in dieser Straße sich aber mehr so nordwestlich abspielt.
Es war IHR Auto, das ich angefahren habe. Aha.
Ich schließe möglichst unauffällig wieder die oberen Knöpfe meines Kleides.
Sie meint, dass  man schon sehr genau hinschauen müsse, um das kleine Beulchen zu erkennen und ich solle mir mal keine Sorgen machen, sie würde die Karre  waschen, bissken polieren und gut is!
Oh. Wie nett!
Ich befürchte allerdings, dass, sobald sie ihrem Kerl davon erzählt, das Ganze seinen hochoffiziellen Weg über meine Versicherung gehen muss. Wie gesagt: Männer reagieren empfindlich, wenn es um Autos geht. Und da sollte ich Recht behalten.



Tag 7:
Ich habe weder Bock einzukaufen, noch zu kochen. Ich habe schließlich URLAUB, ey!
Also ordere ich mittags wieder ein Kindermenü (für Mädchen) und einen Countryburger.
Lieferzeit: 40 Minuten.

Abends ruft die Rockerfreundin an:
ihr Freund hatte gemeint, dass sie die Beule lieber in einer Werkstatt checken lassen soll, nicht, dass sich da wichtige Dinge verzogen haben!
Gesagt - getan.
Guess what...
Die Werkstatt hat festgestellt, dass sich da wichtige Dinge verzogen hätten, also her mit der Versicherungsnummer!
Die Freundin entschuldigt sich mehrfach für die Unannehmlichkeiten, ihr ist das alles sehr peinlich.
Ich bin zwar diejenige, der das peinlich sein sollte (was es auch echt ist!), aber gut.


Merkste was?




Lerngeschenk der Woche:
Karlstad graumeliert kann man sehr wohl in die Waschmaschine stecken!


Samstag, 14. April 2018

8


Im Märzen 2010 schrub ich meinen ersten Blogeintrag.
Puh, was war das aufregend!
Mein Geschriebenes konnten nun Millionen Menschen da draußen an den Displays lesen!
Und Millionen sind es tatsächlich gewesen, meint Google Analystatistics, nämlich
2.369.356.

Hach, waren das tolle Jahre:
ich hatte endlich ein Medium gefunden, wo ich so richtig rauslassen konnte und mich gleichzeitig in meinem Hobby, dem Schreiben, üben konnte.

Ich habe euch teilhaben lassen an Höhen, Tiefen, Beziehungsproblemen, Trennungen, Schwangerschaften, Todesfällen und Hardcoredating, habe mich ausgelassen über meine Erfahrungen mit Ämtern und anderen Bekloppten.

Es wurde diskutiert, Informationen ausgetauscht, gelacht, geweint, kritisiert.
Ihr habt mir die Krone geradegerückt, wenn mal was schief lief und ihr habt mir den Kopf geradegerückt, wenn ich mit meiner verqueren Denke den Wald vor lauter Bäumen nicht sah.

Und mit manch anderen Bloggern ergab sich sogar privat was.

Hach, schee war's....



8 Jahre später:
Mal abgesehen davon, dass ich, seit ich wieder arbeite, kaum Freizeit habe, habe ich das Gefühl, es ist alles gesagt, was gesagt werden musste/sollte/wollte/konnte.

Und mit 50 ist man offensichtlich nicht mehr dieselbe wie mit 42:
Situationen, Umstände, Einstellungen, Meinungen, Befindlichkeiten ändern sich.
Die Altersmilde hat zugeschlagen und ich rege mich nicht mehr genug auf, um feurige Blopgposts zu schreiben.

Ein, zwei Sätze in den Facebook-Status geklöppelt oder ein 14 sec.-Filmchen bei Instagram gevlogt - ok, dafür reicht's gerade noch.

Vieles, was ich vor 5 Jahren z. B. noch für bloggenswert hielt, lässt mich heute völlig kalt.
Immer öfter auch der Gedanke: wen interessiert's??

Was mir mittlerweile auch das Posten, Bloggen oder sonstiges öffentliches Gequatsche vergällt (kennt das Wort noch jemand??), ist diese neue Spezies von Arschkrampen:
die social warrior.
Hölle, ey!
Diese digitalen Gutmenschen, die alles und jeden korrigieren und zurechtweisen müssen, hinweisen auf die noch so winzigkleinste political uncorrectness, zwar grammatikalisch einwandfrei und (fast immer) höflich, aber nervig, wie die Pest.
Kein Post, kein Status, den diese Nervensägen nicht kommentieren und mit ihrem Wissen meinen "bereichern" und relativieren zu müssen.
Böäch ey.
Dann lieber 'nen Troll.

A propos: bloggt heutzutage überhaupt noch irgendjemand?!
Es gibt tatsächlich Blogger, die schreiben seit Jahren stoisch vor sich hin.
Auch mit nur 3 Followern, die nicht mal kommentieren.
Chapeau.
So eine bin ich nicht, habe mich vorerst für die Quickie-Varianten Instagram, FB und Twitter entschieden.

Aber tu ich den Blog schließen?
Mein mittlerweile 8 Jahre altes Baby (2. Schuljahr, oder)?
Och... nö.
Hab soviel Herzblut reingesteckt und mir die Finger wund getippt.

Vielleicht kommen irgendwann wieder bessere Zeiten (whatever "besser" means) und ich habe ich irgendwann richtig viel Zeit und gleichzeitig 'nen freien Kopf und ein top Thema.
Ihr werdet auf jeden die Ersten sein, die es erfahren.
Versprochen!

Mittwoch, 14. Februar 2018

"Titty Twister" oder "Wie ich eine Mammographie überlebte"

Valentinstag 2017 hatte ich einen Termin zur Krebsvorsorge beim Gyn.
Da war trotz meines Singlestatus' untenrum was los.

Für Valentinstag 2018 hatte ich Glückspilz einen Termin zu meiner 1. Mammographie zugeschickt bekommen und so war auch für obenrum gesorgt.

Ich machte mich also auf die Jagd nach Erfahrungsberichten, live und im Internet.

Zuerst irritierte mich, dass die meisten Frauen steil gehen bzw. gar nicht hin, weil sie sich "entmündigt" und "bevormundet" fühlen, dass ihnen da ein fixer Termin vorgesetzt wird.
Grundgütiger.
Geht's noch?!
Mal abgesehen davon, dass man diese Termine auch absagen oder verschieben kann (aber dafür müsste man ja ein Telefonat führen, so richtig mit Nummer wählen und reden und so), freue ICH mich über jede Erledigung, die mir abgenommen wird.

Ich befragte also Frauen.
Tenor:
"Das ist soooo schmerzhaft!"
"Mir wurde schwarz vor Augen!"
"Ich hatte anschließend blaue Flecken!"
"Je kleiner die Oberweite desto größer der Schmerz!"

Oha.
"Naja", dachte ich, so als schmerzempfindliche Kleinbrüstige, "man MUSS da ja nich hin, ne..."

Aber unser UrOmma war an Brustkrebs gestorben und der Kleine Fabian, mein Gyn, riet mir dringend zu, weil er allein mit tasten und Ultraschall nicht alles erfassen kann, was in so 'nem Busen vor sich geht, und auch er warnte: "Das tut aber weh!"



Und so ging ich heute nervös as fuck zum Screening Center.
Aber nicht die Angst vor einem schlimmen Ergebnis ließ mich bibbern, sondern der Gedanke an AUA! KOLLAPS! und HÄMATOME!

Tja...

Hm...

Die gute Nachricht:
Das Ganze ging so schnell, dass ich nicht mal das Parkticket latzen musste, weil ich noch unter den 15 Freiminuten lag.

Die schlechte Nachricht:
Die Busenzurechtrückerin hatte kalte Hände.

Anders ausgedrückt:
auf meiner Liste der schmerzhaften Dinge, von 1 bis 10, also von Blasenspiegelung über Aphten bis Wurzelbehandlung - da steht die Mammographie gar nicht mit drauf.
Weil's nicht weh tut.
Was soll da auch weh tun?!
Druck ja, ok, aber von "Schmerzen" oder "unangenehm" ist das meilenweit entfernt. Ich musste nicht mal veratmen.
Klar, jeder hat ein anderes Schmerzempfinden, ich zum Beispiel stehe bei der alljährlichen Zahnreinigung jedesmal kurz vorm Kollaps.

Ich vermute mal ganz stark, dass Damen, die bei der Mammo den Adler machen, das nicht aufgrund eines unerträglichen Schmerzes taten, sondern aufgrund der beschissenen Gesamtsituation:
- von anderen gehört, dass das scheußlich weh tut
- fremde Ärzte und Arzthelferinnen in unbekannten Räumlichkeiten, die
- mit kalten Pfoten an intimen Stellen rumfummeln
- der Busen eingeklemmt in einem riesigen medizinischen Apparat
- Angst vor Röntgenstrahlung
- Angst vor einem eventuell negativen Ergebnis
Vor lauter Aufregung nicht gefrühstückt, hyperventiliert, usw. usw.

Ich wiederhole es gerne nochmal:
MAMMOGRAPHIE TUT NICHT WEH!
Das schwört euch eine, die an ganz schlechten Tagen dem Zahnarzt bei der Zahnsteinentfernung von der Liege springt!

Also geht hin, klatscht denen eure Bälle auf den Tisch und lasst tun, was getan werden muss!

Das Ergebnis erhält man übrigens innerhalb der nächsten 10 Tage.

Freut mich, wenn ich helfen konnte.

Tüdelü.