Donnerstag, 16. Dezember 2010

Morgengenörgel

Vor(!!) meinem ersten Kaffee schallte mir heute Morgen Nacht um 6:58 aus Sohns KinderJugendzimmer ein Schrei des Entsetzens entgegen:

"MAMA - meine neue Unterhose ist ja viel zu klein!"

Ich: "Steht ja auch dran, ne?!" (-> Calvin Klein)

Was soll man denn darauf auch antworten, bitteschön?

Ein nett gemeintes "Dann nimm eben eine von den alten, mit den putzigen Querstreifen von Ernstings!" käme ebensowenig gut an, wie ein gehässiges "Pech!", oder wie ein oberlehrerhaftes "Die Kinder in Indien haben GAR KEINE Unterhosen!" oder ein gekichertes "Soll ich Dir eine von meinen leihen?".

Seine gefluchte Antwort wiederhole ich hier nicht, bin schließlich eine Lady!

Und weil Sohn es überhaupt nicht schätzt, wenn ich hier über ihn schreibe, werde ich auf keinen Fall erzählen, wie er mich eines Morgens in den Ferien im Büro anrief, um mir mitzuteilen, dass ICH Schuld sei, dass er das Haus nicht verlassen könne, weil er keine sauberen Socken mehr hätte!
Tja, das kann schon mal passieren, wenn man die getragenen nicht ordnungsgemäß in den Schmutzwäschekorb, sondern unter's Bett pfeffert.
Natürlich hat die kleine Petze das direkt unserm Oppa erzählt, nachdem ich Rabenmutter nach einem mitleidslosen: "Ich hoffe, das wird Dir eine Lehre sein!" einfach aufgelegt hatte, der 15 Minuten später mit quietschenden Reifen, einem frisch gekauften 6er-Pack Socken und dem entrüsteten Ausruf:
"Das kann doch nicht sein, dass der Junge nicht genug Socken hat!" vorgefahren kam.

Und natürlich erwähne ich hier NICHT die 5 Turnbeutel, die in 7 Schuljahren verschütt gingen.
Und ich werde NICHT über den Vorfall neulich am Flughafen berichten, als Sohn & SoVa am Zoll herausgewunken wurden, weil der Zollbeamte nicht glauben wollte, dass die 10 im Türkeiurlaub erstandenen Puma-Sporttaschen NICHT für gewerbliche Zwecke wären, sondern rein prophylaktisch.

Montag, 29. November 2010

Sexuelle Belästigung - ganz legal

Heute Morgen war ich als Erste im Büro und da ja bekanntlich die Adventszeit angebrochen ist, habe ich mit viel Hingabe unser Büro weihnachtlich geschmückt.
Unter anderem habe ich an alle Bildschirme kleine Schokoengel geklebt, ausser an den von Hendrik.
Hendrik ist stark übergewichtig und grade am Abnehmen. Und da ich ihn nicht unnötig in Versuchung führen wollte, hat er natürlich keinen Schokoengel vor die Nase geklebt bekommen.
Die übrigen Engel hängte ich an die mannshohe Zimmerpalme.

Dann trudelten die Kollegen ein.
Alle bewunderten meine Deko und bedauerten meine Vorschrift, dass die Schokoengel erst am letzten Arbeitstag vor Heiligabend gegessen werden dürfen.

Dann meckerte Hendrik:
"Wieso habe ich keinen Schokoengel?!"
Ich: "Du machst Diät, da ist Schokolade nicht erlaubt."
Er: "EINE Ausnahme darf ich wohl machen! Sag' bloß, jetzt haste keinen Engel mehr übrig?"
Ich *auf die Pflanze deutend*::

"Schüttel' Dir doch einen von der Palme!"

Muharhaaar!!!

Toll, dass frau mal Gelegenheit hat, so 'nen Spruch völlig legal sagen zu dürfen!

Freitag, 26. November 2010

WANTED: Echte Großmutter

"Backt eine von euch Weihnachtskekse für mich mit?"
fragt Nachbarin Petra beim allwöchentlichen Kaffeeklatsch und knallt eine Tüte Aldi-Spekulatius auf den Tisch.
"Lass' das doch die Oma machen", schlage ich vor und erfahre, dass die in Frage kommende Oma (69) sich für 4 Wochen in die warme Türkei abgesetzt hat.
"Natürlich ist sie pünktlich zum Heiligabend wieder da und lässt sich von mir gemütlich durchfüttern", meckert Petra.

"Meine Mutter hat noch NIE zur Weihnachtszeit gebacken", motzt auch Sibylle.
"Ich habe die Kinder, den Uwe, den Job, Diabetes und muss nu backen, während Madame (66) sich die pensionierten Eierstöcke schaukelt! Neulich habe ich ihr einen Stapel Klamotten zum Flicken gegeben. 'Kein Problem!' hat sie gesagt und alles zu ihrer Schneiderin gebracht! Wenigstens hat SIE das bezahlt."

"Mich nervt das schon lange!", mischt sich Suse ein. "Weder meine Ma (70), noch Schwiegerma backen, kochen, stricken oder nähen. Und wenn SchwieMa (72) zum Geburtstag lädt, kommt eine Tiefkühltorte auf den Tisch! Zum Backen keine Zeit, aber nächtelang im Bridge-Club 'rumlungern!"

"Das kann ich toppen," behauptet Justina und erzählt: "Neulich musste ich kurzfristig zum Arzt, wollte aber die Kleine nicht alleine lassen. Ich fragte meine Mutter (71), ob ich sie bei ihr parken könne und ob sie ihr bei der Gelegenheit die im Handarbeitsunterricht gelernten Stäbchenmaschen nochmal zeigen könne. Mutter lehnte ab mit der Begründung sie wäre online mit GrandSeigneur4711 verabredet. Einem netten älteren Herrn, den sie im Chatroom eines Spieleforums kennengelernt hätte und der ihr bei einer sehr verzwickten Stelle in 'Zeldas Twilight-Princess' (Wii) weiterhelfen könne. Und da Zelda erst ab 12 ist, wäre die Anwesenheit der Kleinen (8) eher hinderlich."

Ein empörter Aufschrei geht durch unsere Runde. Skandal!

"Es geht noch weiter!", fährt Justi fort. "Also habe ich SchwieMu (67) angerufen. Die hat mir abgesagt, weil ihre 1. Stunde Bogenschießen stattfinden würde. Wozu muss die alte Schachtel Bogenschießen lernen? Will sie nach Sherwood Forest auswandern oder was?!"

Ich denke an meine eigene Mutter (64), die tatsächlich lieber quer durch Deutschland Jagd auf den neuesten Joop-Bootie machen würde, statt gemütlich in der warmen Küche Kekse zu zaubern.

"Meine Oma hat tonnenweise Weihnachtskekse gebacken," erinnere ich mich und seufze wehmütig.
"Meine Oma hat zu ihrem Geburtstag immer tolle Torten gemacht," erinnert sich Petra und seufzt wehmütig.
"Meine Oma hat uns jahrzehntelang bestrickt mit Mützen, Handschuhen, Kleidern, Pullis, Röcken", erinnert sich Suse und seufzt wehmütig.

In Erinnerungen versunken knabbern wir still an unseren Spekulatiüssen.
"Ehrlich gesagt," bricht Petra das Schweigen, "haben die Torten meiner Oma furchtbar geschmeckt. In der Schwarzwälder war Schnaps und meistens gab's noch eine Mokkakremtorte dazu. Zeig' mir mal ein Kind, das gerne Mokka oder Kirschlikör mag."
"Meine Oma hat irgendwann nur noch Freestyle gebacken, weil sie irrtümlich meinte, nach so langer Backerfahrung bräuchte sie keine Rezepte mehr. Die Weihnachtskekse haben wir meist komplett entsorgt, weil sie steinhart waren und nach nix schmeckten", gebe ich zu. 
Und Suse fällt ein: "Als Teenager haben wir uns für diese kratzigen, grellbunten und viel zu knapp gestrickten Klamotten echt geschämt."

Trotzdem: Wo sind sie geblieben? Die Omas -UNSERE Omas- die für ihre Enkel -UNS- backten, kochten, strickten, nähten?

Was ist passiert innerhalb der Uroma- & der Oma-Generation?
Wie konnte es nur von "Kommt und setzt euch an meinen liebevoll gedeckten Tisch!" zu "Hier haste 'n Gutschein für Mc Donalds!" kommen???

Freitag, 22. Oktober 2010

Böse Taten - Fisch ausgerottet

Als ich heute über den Wochenmarkt schlenderte, fiel mein Blick am Fischstand auf Schillerlocken.
Schillerlocken hatte ich vor vielen Jahren mal probiert und sie als sehr lecker in Erinnerung.
Also kaufte ich ein Stück.
Der Fischverkäufer warnte mich vor, dass es sich dabei um eine nicht billige Delikatesse handelt.
Da ich aber richtig Wolle am Rock habe Appetit drauf hatte, war mir das egal.
So latzte ich, ohne mit der Wimper zu zucken, grosso modo 38 Euro für 10 g.
Während der Verkäufer mir die Schillerlocke einpackte, fiel mir auf, dass ich gar keine Fischart kenne, die Schiller heisst und so fragte ich nach.
Er erklärte:
"Die Schillerlocke wird aus den Bauchlappen des Dornhais gemacht. Und weil sie sich nach dem Räuchern so kringelt wie Friedrich Schillers Haupthaar, hat man sie so getauft."
Hai?!
Haare?!
Bauchlappen?!
Das sind genau die Worte, die ich im Zusammenhang mit einem geplanten Snack NICHT hören will.
"Und weil der Dornhai wegen der Überfischung vom Aussterben bedroht ist und sogar auf der Liste der gefährdeten Arten steht, ist der so teuer.", fuhr das Verkaufstalent fort.
Aussterben?!
Überfischung?!
Das wurde ja immer unappetitlicher!
(By the way: wieso erzählt dieser Idiot das? So vergrault er sich doch die Kunden, einschließlich mich!)
Wie kann es sein, dass ganz legal eine "gefährdete Art" auf'm Markt zum Kauf angeboten wird?!
Das ist doch 'n Witz, oder?
Sollte ich das Ordnungsamt darüber informieren?
(obwohl... besser nicht. Mit dem Boss vom OA geht's mir ähnlich wie mit POM Henneke; aber das tut jetzt nix zur Sache.) 
Ich war dermaßen geschockt, dass ich nur noch stammeln konnte:
"Oh Gott, die armen Fische! Dann will ich das nicht!"
Aber der Typ wollte die Locke natürlich nicht mehr zurücknehmen und so nahm ich einen kleinen Proforma-Bissen und habe den Rest später an Mitbewohner1 verfüttert...

Ich glaube, ich muss mich mal intensiver mit Herkunft & Produktion meiner Nahrungsmittel auseinandersetzen.
Womöglich finde ich dann heraus, das Nutella aus Koalabärchenaugäpfelsaft gewonnen wird, oder so...

PS: Für diese BöseTat kann ich wirklich nichts!

Montag, 18. Oktober 2010

Hände hoch - ich flirte !

Ich habe seit heute nachmittag Hausverbot in der hiesigen Polizeiwache.
Erteilt von POM Henneke persönlich.
Dabei kam ich nur meiner Pflicht als Bürgerin nach!
 
Sohn & Nachbarjunge hatten im Gebüsch neben dem Bolzplatz eine Waffe gefunden.
Ein ziemlich schweres, schwarzes Metallding.
Ich wollte sie wegwerfen, aber da nun unser aller Fingerabdrücke & DNA dran klebten und wir womöglich mit einem Verbrechen in Verbindung gebracht werden könnten, brachte ich sie zu POM Henneke.

Ich gebe zu, ich hätte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und beim Betreten der Wache "Ich habe eine Waffe in meiner Handtasche!" rufen sollen, aber ich bin eben nicht geübt im Umgang mit Kriminalität.

Mein Ausruf hatte zur Folge, dass sich Eingangs- & Durchgangstür der Sicherheitsschleuse, in der ich stand, mit einem lauten Klacken automatisch verriegelten. Gleichzeitig sauste an der Schalterscheibe eine Jalousie 'runter.
Ich saß in der Falle. Eine Stimme befahl mir:
"Legen Sie die Tasche auf den Boden, nehmen Sie die Hände nach oben und schauen Sie rechts in die Kamera!" 
Ich tat wie mir geheissen. Kurz darauf wurde die Tür aufgerissen und POM Henneke stürmte 'rein:
"
SIE schon wieder!", schnauzte er übellaunig, "Was ist es DIESMAL?!"
Puuuh, da war aber jemand unentspannt!
Dabei hatte es mit uns Zweien so vielversprechend angefangen...

Ich lernte POM Henneke kennen, als er eines Abends, zusammen mit einer Hundertschaft (naja, fast), unser Grundstück stürmte, um einen auf frischer Tat ertappten und nun auf der Flucht durch unseren Garten befindlichen Graffitisprayer festzunehmen.
Nachdem man den (16-jährigen & deutlich verschreckten) Schwerstverbrecher festgesetzt und abgeführt hatte, fragte ich einen der Polizisten, was ich schon lange wissen wollte:
"Falls ich Sie auf der Straße ansprechen wollte, was müsste ich dann sagen: Hallo Herr Wachtmeister?"
"Nein," antwortete der recht attraktive, junge Typ, "diese Bezeichnung gibt es schon lange nicht mehr. Ich bin Polizeiobermeister Henneke. Das können Sie an den 3 Sternen auf meiner Schulterklappe erkennen. Aber wenn Sie mich demnächst auf der Straße ansprechen wollen, sagen Sie doch einfach Thomas."
Sprach's, lächelte und kramte in seiner Jackentasche.
"Hier ist meine Karte. Falls Sie noch mehr Fragen zu Dienstgraden haben, erklär' ich Ihnen das gerne noch genauer."
Ich Glückspilz!
Das war genau der Mann, den ich suchte!
Ich hatte nämlich schon lange einige polizeiinterne Fragen, die ich nun endlich geklärt kriegen konnte.
Und so rief ich ihn tatsächlich einige Male an. 
Erst noch leidenschaftlich bei der Sache, kühlte sein Engagement rasch ab. 

"Also?! Was gibt's?", pöbelte POM.
Ich erklärte ihm meinen Bolzplatzfund. Augen gen Himmel drehend griff er sich meine Handtasche und nahm die Waffe heraus.
Während er sie untersuchte, motzte er:
"So geht das nicht weiter! Hören Sie auf, mich ständig im Dienst zu belästigen!"

Ich: "Wieso belästigen? Ich habe Sie doch nur ein paar Mal angerufen, um...."
"Jaaaa,", fiel er mir schroff ins Wort, "um mich zu fragen, ob das Vermummungsverbot auch am Rosenmontag gilt.
Und ob die Anschnallpflicht auch für Hochschwangere gilt (berechtigte Frage, oder?! 1x feste bremsen und Du hast Dein Embryo geköpft!). 
Und was Zivilfahnder tun, wenn sie während einer Observation im Auto scheißen müssen. 
Und ob ein Polizist sich etwas kuscheligeres kaufen darf, wenn ihn die gestellte Polyester-Uniform auf der Haut kratzt!"
Ich widersprach:
"SCHEIßEN habe ich ganz sicher NICHT gesagt! Und habe ich jemals eine Antwort auf meine Fragen bekommen? Nein! 
Und was haben Sie getan, als ich Sie wegen Werner, meinem Stalker, um Hilfe bat? Nichts!
Ausserdem haben SIE SELBST mir damals ihre Karte zugesteckt, mit der Aufforderung, mich zu melden!"
"JAAA!", brüllte POM, "damit wir ein Date klarmachen können, Herrgottnochmal! Und nicht, damit Sie mich im Dienst mit beknackten Fragen nerven! Kriegen Sie das gar nicht mit, wenn man Sie anflirtet?!"
ANFLIRTEN ?!
Oh.
Ähm...
Nee, sowas krieg' ich offenbar nicht mit.
Bin ja schon älteren Semesters & seit längerer Zeit liiert, da hab' ich die Flirt-Antennen längst eingemottet.
Ich hätte gern gefragt, ob es überhaupt legal ist, wenn ein Polizist eine Bürgerin anbaggert, oder ob das als "Unzucht mit Schutz-befohlenen" gilt (oder so ähnlich), traute mich aber nicht.
Ich schämte mich: da baggert ein jungscher Typ eine ältere Frau an und die schnallt es nicht.
Um abzulenken fragte ich: 
"Und was ist jetzt mit der Waffe?"
"Bei dieser Waffe," knurrte er mit zusammengebissenen Zähnen und sehr bösem Blick, "handelt es sich um eine Parabellum 300XC, 12 Schuß. Und es ist eindeutig eine SPIELZEUGWAFFE, wie man an der 'FunToys International - Made in China'-Gravur unschwer erkennen kann! Und jetzt 'raus hier! Hausverbot bis auf Weiteres!"
*schluck* 
"Und wenn ich in Not gerate?!", stammelte ich.
"Dann rufen Sie die 110 an oder fuchteln mit Ihrer Waffe!", blaffte er.

Pfffffff...

Ich finde, die Einstellungsbedingungen für den Polizeidienst sollten dringend überarbeitet werden.
Dann müssten so unmotivierte Rüpel wie Polizeiobermeister Henneke ihr Geld nämlich mit was ganz anderem verdienen! Der Kerl ist ja kein bisschen belastbar!

PS: Er trug übrigens KEINE Mütze. Heißt das, sein Rausschmiss gilt gar nicht?!
Hm. Werde morgen nochmal hingehen, um nachzufragen.

Samstag, 9. Oktober 2010

Holländische Nutten - wat lekker!

Neulich erzählte meine Nachbarin Petra, dass sie großen Ärger mit ihrer Mutter hätte, denn an Mutters Geburtstag war es zu einer unschönen Szene gekommen.
Petras Tochter (6) hatte nämlich an Ommas Geburtstags-Kaffeetafel, inmitten von diversen fürnehmen Bridge- und Golfclub-Ladies, gesessen und auf die Frage, von welchem Kuchen sie denn gerne essen würde, geantwortet: 
"Hast Du auch holländische Nutten da?"
Den Damen sind die Kuchengabeln unisono aus den arthitischen Fingern auf das gute Hutschenreuther geplumpst, und Omma reagiert heute noch leicht verschnupft auf Petras Wiedergutmachungsversuche.

Ich wollte natürlich wissen, woher die Kleine solche Wörter kennt, insbesondere in dieser interessanten Kombination und Petra erklärte:
sie hatte Tage vorher mit der Kurzen nachmittags ferngesehen.
Es lief "King of Queens".
Eigentlich eine ganz harmlose Sendung zu einer ganz harmlosen Uhrzeit.
In einer bestimmten Szene erwacht Opa Arthur aus einem Traum und ruft: "Wo sind die holländischen Nutten?!"
Die Kleine wollte natürlich sofort wissen, was holländische Nutten sind und Petra wusste in ihrer Panik nix anderes zu antworten als:
"Das ist eine Kekssorte."


Moral von der Geschicht':
Belüge Deine Kinder nicht!
oder:
Sieh' niemals fern mit Kindern nicht!

Mittwoch, 22. September 2010

Apfelarsch & Bohnenstange

Sohn hat nun eine neue Klassenlehrerin.
Seine ursprüngliche Lehrerin -wunderbar abgeklärt und konsequent- ist in Rente gegangen.
Nun sind meine schlimmsten Befürchtungen wahr geworden:
Die Neue kommt frisch von der Uni, eine echte "NoKiLiWiPa" (=No Kids, Living with Parents).
Eine, die mit den Kindern dis - ku - tiert!
Da finden Dialoge Monologe statt wie:
"Na, liebe Kinder, wer möchte denn den Tafeldienst übernehmen? .....Keiner? ....Und wer möchte Klassensprecher werden? ....Niemand? ....Na, dann reden wir nächste Woche nochmal drüber, OK?"
*ähähächz*

1 Woche nach Schulbeginn fand der erste Elternabend statt und da mich pünktlich zum Termin eine Migräneattacke auf's Sofa zwang, musste Sohnvater alleine hingehen.

SoVa zeigte sich anschließend nicht besonders begeistert von dieser jungschen Person.

2 Tage später traf ich beim Einkaufen zufällig einen Mitschüler samt Vater und fragte ihn, ob er beim Elternabend war und was er, als Fachmann (da selbst Lehrer) von der neuen Lehrerin hielte.
Und er sprach:
"Sie ist ziemlich jung. Mitte Zwanzig, schätze ich. Und ganz hübsch eigentlich. Aber schön kann man sie nicht nennen. Hübsches Mittelmaß eben. Sie ist dünn, aber keine Bohnenstange, sondern eher wohlproportioniert (<- hier fuchtelte er entsprechende Kurven in die Luft), wie man das als Mann gerne hat. Oder, Sohn?"
Er drehte sich zu seinem Sprößling um, der mittlerweile zur Salzsäule erstarrt und hochrot angelaufen war.
Vater winkte ab: "Ich glaube, die Jungs haben noch gar nicht begriffen, dass sie da eine Frau vor sich haben. Egal, wo war ich stehengeblieben?!"
Ich: "Bei der Körbchengröße."
Er: "Also damit kenne ich mich nicht aus. Ich schätze..."
Sein Sohn (mittlerweile tiefrot): "PAPA!!!"
Er (unsanft aus seinen Träumen gerissen): "Ach so, ja, also, ich denke, zu ihren fachlichen Fähigkeiten kann man erst in einem halben Jahr Genaueres sagen."
...
Unglaublich, oder?!

Man stelle sich vor:
Frau wird gefragt, was sie vom neuen Englischlehrer hält und antwortet mit:
"Der ist so süß! Diese blauen Augen - wie ein Bergsee kurz nach Sonnenaufgang. Und dieser knackige Po! Fest und apfelförmig, aber eher oval wie ein Braeburn, nicht kugelrund wie ein GrannySmith..."
Naja, dann muss ich mir das Küken wohl selbst angucken.

Freitag, 17. September 2010

Mykose in Marokko

Da Norderney als Reiseziel keinesfalls mehr in Frage kommt, musste ich mich anderweitig in der Welt umsehen.
Das tat ich in Marokko.

Als ich also neulich in Casablanca landete, stürmte ich, als erste Tat auf einem anderen Kontinent, die Flughafentoilette.
Ich hatte nämlich gelesen, dass Exkremente, die im Flugzeug anfallen, zu Blöcken schockgefrostet und über'm Meer abgeworfen werden, und ich wollte schließlich keinen Delphin oder anderen Fisch zu Tode pinkeln.
So schoß ich also randvoll ins Flughafenklo und hatte die Wahl zwischen Kabine mit Bodenloch und Haltegriffen oder Kabine mit dreckiger Schüssel.
Ich wählte die Schüssel. Toilettenpapier gab's nicht und somit war mein erstes Wasserlassen in Nordafrika keine sehr hygienische Erfahrung.
Kaum war ich 'raus, betrat eine Reinigungskraft mit Putzwagen den Waschraum! War klar...
2 Tage später kam es zu fiesen Symptomen, die ich hier nicht näher erläutern möchte, die aber eindeutig auf eines hinwiesen: Vaginalmykose.

Super! Mit sowas hatte ich im Urlaub nicht gerechnet.
Meine Reiseapotheke enthielt einiges gegen Migräne, Montezumas Rache und Moskitostiche, aber an Pilzmittel hatte ich nicht gedacht.
Also machte ich mich, bewaffnet mit meinem Deutsch-Französisch Lilliput-Langenscheidt, auf in die nächste Apotheke.

Drinnen empfing mich ein älterer Marokkaner im weißen Kittel.
Nachdem geklärt war, dass er weder englisch, noch deutsch sprach, packte ich den Langenscheidt aus.
Da in der Lilliput-Ausgabe wichtige Worte wie Juckreiz, Mykose oder Vaginaltablette leider nicht vorkommen, entspann sich ein sehr zäh verlaufender Dialog.

Ich: blätterblätterblätter "Bonjour, monsieur. J'ai mal au bas ventre."
Er: "Pardon?"
Ich (lauter): "J'ai mal au bas ventre!"
Er (französisch): "BlaVentreBlabla?"
Ich (auf meinen Mons Pubis zeigend): "Là!"
Er: "BlablaDocteurBla?"
Ich: "Non, pas docteur. J'ai besoin médecin."
Er: "Blablabla!"
Ich (zwischen meine Beine deutend): "Intérieur, pas extérieur."
Er (mit stoischer Miene): "Hm."
Ich (von Hitzewelle überflutet): *Blätterblätterblätter*!!!
Türglocke: "DingDong!"
Eine alte Frau betrat die Apotheke.
Super, Zeugen kann man bei sowas prima brauchen!
Ich: "Suppositoire pour intérieur, s'il vous plaît!"
Er: "Ah - diarrhée!"
Ich: "Non non! Pas diarrhée! Pas *blätterblätter* derrière. J'ai mal avant."
Er: ".?."
Ich (mittlerweile mit hochrotem Kopf und schwitzend wie im Haman, nochmals verzweifelt zwischen meine Beine deutend): "Là!"

Ich war mir sicher, diese Geste würde mich in den Knast bringen, so genant wie muslimische Leute doch sind und so finster, wie der Apotheker mich ansah.
Und dann brüllte er auch schon los:
"DERYA!! DEEERYAAA!!!"
Ich (hektisch): *blätterblätterblätter*!
Was -ums Himmels Willen- bedeutet DERYA? 
"Hilfe, Sittenpolizei! Eine von diesen schambefreiten Christinnen fordert mich zum Geschlechtsverkehr auf!"???
Eine Tür hinter der Verkaufstheke wurde aufgerissen und eine weißbekittelte Frau in meinem Alter betrat den Raum.
Er (schulterzuckend auf mich deutend):
"Derya, BlaVentreBlaMédecineBlaBlaSuppositoireBlaBlaExtérieurBlaBlaBla!"
Derya musterte mich kurz, dann bückte sie sich, griff unter die Theke und knallte dann eine Packung Canesten Gyn Once auf den Tresen.
"Voilà, Madame!"
Merci beaucoup, chère Derya!
So einfach wär's gewesen...
Canesten - eine Sprache, die man überall spricht!
Ich glaube, ich sollte wirklich in die Werbung gehen!




Hier die Übersetzung für alle Nicht-Franzosen:
Ich: Tach. Ich bin krank da unten.
Er: Häää?
Ich: Ich bin krank da untäään! 
Er: BlaUntenBlabla.
Ich (auf meinen Schamhügel zeigend) : Da!
Er: BlablaDoktorBla.
Ich: Nein, kein Arzt. Ich brauche Medizin.
Er: BlablaBla.
Ich (zwischen meine Beine deutend): Inneneinrichtung, nicht Äußeres.
Er: Hm.
Türglocke: DingDong. Alte Frau betritt den Laden.
Ich: Zäpfchen für die Inneneinrichtung, bitte.
Er: Ach Durchfall!
Ich: Nein, nein, nicht Durchfall! Nicht hinten! Ich bin vorne krank!
Er: .?. 
Ich: (mittlerweile mit hochrotem Kopf und schwitzend wie im Haman, nochmals verzweifelt zwischen meine Beine deutend): Da!
Er: DERYA!!! 
Rest ist bekannt.

Mittwoch, 8. September 2010

22 Gute Taten + 1 Böse Tat

Gute Taten:

  • 3 Wochen lang das Haus der verreisten Nachbarin gehütet. 
OHNE mich an der offenen Katjes-Tüte zu bedienen, die sie auf dem Tisch hat liegen lassen!

  • Meiner Frisöse Trinkgeld gegeben
Obwohl sie meinen perfekten Anna-Wintour-Bob versehentlich zu einem Vokuhila verstümmelte. Na gut, sie stand 2 Tage vor ihrer Hochzeit und war unglaublich aufgeregt und zittrig, weshalb ich -netterweise!- darauf verzichtete, ihr mitzuteilen, dass sie eigentlich erst NACH der Hochzeit genug Gründe zum Zittern haben würde. 
Sie versuchte, ihren Unfall auszubessern, machte mich aber dank Effilierschere frisurentechnisch zum Monchichi.



Böse Tat:
  • Eine Hochzeitsgesellschaft beschimpft 
Traf zufällig eine alte Schulfreundin in der Stadt und wir quatschten, als ein Autokorso laut hupend an uns vorbeifuhr. Vorne weg der Brautwagen mit dem obligatorischen Blumenklops auf der Motorhaube (sah aus, als hätte ein monströser Vogel drauf geschissen), innen drin die happydebil grinsende Braut. Und weil die so lange & laut hupten und ich mein eigenes Wort nicht verstand, brüllte ich: "Schluß mit dem Getöse, romantisierendes Scheißpack!"
Kam nicht so gut an, weder bei der Braut, die mir den frisch beringten Stinkefinger zeigte, noch bei meiner Schulfreundin.

Egal, die Bilanz fällt trotzdem sehr gut aus:

21 Tage blumengießen + 1 Trinkgeldtat
macht zusammen:
22 Gute Taten und nur 1 Böse Tat.
:-)))

Donnerstag, 2. September 2010

Umzingelt von Bekloppten - Die Sozialpädagogin

Neulich rief Benjamins Mutter an, um mich zu fragen, ob mein Sohn Zeit & Lust hätte, mit ihrem Sohn zu spielen.
Beide 12 und in der selben Klasse - logisch also, dass da die Muttis noch die Dates klarmachen.


Ich hatte Bedenken, da Benjamin bei Mitschülern & Eltern als aggressives Kind mit Hang zu cholerischen Ausbrüchen und beunruhigend detailgenauer Kenntnis von Waffen aller Art, Horrorfilmen und EgoShootern bekannt ist und ich bin sicher, dass er später mal eine 1a-Karriere als Testschütze bei Heckler & Koch hinlegt.
Bisher war ich froh, dass Benjamin 20 km entfernt  wohnt und aus transportlogistischen Gründen als Spielgefährte ausschied.

Mama Benjamin ist vom Typ her krisennahes Weibchen; sprich: eine sehr sanftmütige und leise Leptosomin, bei der man immer den Eindruck hat, man dürfe sie nicht verschrecken, indem man zu laut spricht.

Ich flüsterte also vorsichtig, ob ihr Benjamin eigentlich PC oder PS spielen dürfe und wenn ja, welche Spiele er hätte, und ob da womöglich, wie ich von einem Mitschüler -sicher fälschlicherweise!- gehört hätte, auch ein Egoshooter dabei wäre.

Mama Benjamin sprach:
sie, als Sozialpädagogin, würde ihrem Benjamin natürlich PC- & Playstation-Spiele erlauben. Zwar nicht gerne, aber das könne man in der heutigen Zeit niemandem vorenthalten. Und nur so könne er Medienkompetenz lernen.
(Ich schlich samt Telefon zum Rechner, um rasch zu gugeln, was Medienkompetenz bedeutet, denn solche Wörter sind mir, als Nicht-Sozialpädagogin mit ohne Abitur, völlig fremd.)
Die meisten von Benjamins Spielen wären FSK 16 bzw. 18, da er geistig eh weiterentwickelt wäre und an diesen ganzen Kinderspielen keinen Spaß mehr hätte.
Und natürlich besäße er den ein oder anderen EgoShooter wie Unreal Tournament und Counterstrike, denn es wäre ja besser, Benji würde seine Aggressionen am PC und nicht "in echt" rauslassen.

Sie ließ sich noch eine Weile über Benjis hochsensible Natur aus, die es ihm erschweren würde, passende Freunde zu finden, da die Kinder heutzutage eher vom ruppigen Typus wären.
Auf Grund dieser Hypersensibilität hatte sie Benji nach der KiGa-Zeit auf eine Waldorf-Grundschule geschickt, da dort auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern eingegangen wird, was man von der jetzigen Schule nicht behaupten könne:
neulich hatte die Textilkundelehrerin (Typ: Mutter Walton auf Valium) Benji schwerst traumatisiert, indem sie anhand seiner mißlungenen Kreuzstichnaht der Klasse erklärt hatte, wie es NICHT geht.
Nach diesem Vorfall suchte Frau Sozialpädagogin natürlich nicht das klärende Gespräch mit dieser inkompetenten Person, sondern reichte direkt eine Beschwerde beim Schulamt ein; ausserdem hatte sie Benji ein ärztliches Attest besorgt, speziell für den Textilkundeunterricht(!), um die Entstehung weiterer Traumata durch dieses Stoffmonster so gering wie möglich zu halten.
Sogar sämtlich Gobelins im Hause Benjamin mussten entfernt werden, weil Benji seit diesem Vorfall das Zittern anfängt, sobald er eine Stickerei sieht.

Ich war baff:
nach den Erzählungen anderer Mütter & Kinder, sah ich Benjamin eher als kleinen Terminator, und nicht, wie seine Mutter ihn beschrieb, als sensibles Didlmäuschen.

Es kam, wie es kommen musste:
Elvis wollte sich mit Benji treffen.
Wieso nur - wiesooo?! Doofes Kind! Das hatter vom Vatter!
Zufällig traf ich 1 Tag später den Klassenlehrer der beiden und teilte ihm meine Bedenken bezüglich dieser Verabredung mit.
O-Ton KL: "Lassen Sie Sohn hingehen. Benjamin braucht dringend mal Eindrücke von außen, denn die Mutter ist doch sehr ..äh.. speziell."
Elvis arbeitet zwar nicht als Psychotherapeut für gestörte Familien, ich ließ ihn trotzdem hingehen, wenn auch sehr ungern.

Fazit:
Elvis kam abends nach Hause und war völlig begeistert.
Er hatte den Nachmittag im Paradies verbracht: er & Benji wurden von der Schule abgeholt.
Während sie die Hausaufgaben erledigten, raste Mutti zu MacDon und schleppte alles an, was die kleinen Herzen begehrten.
Zum Nachtisch durften sie sich am familieneigenen "Kiosk" bedienen: ein Hängeschrank voll mit Süßigkeiten.
Zur Entspannung setzten die Jungs sich anschließend an den PC.
Benji ließ Mutti zwischendurch immer mal wieder antanzen, um Getränke und Knabberzeugs zu servieren.
Aber bereits nach 2 Stunden scheuchte sie die beiden dort weg:
"Ihr sitzt jetzt schon so lange am PC, wollt ihr nicht mal zur Wii wechseln?"
Was die beiden natürlich ganz fix und ohne Murren taten... 
Abends wurde Sohn von Mama Benjamin nach Hause kutschiert und sie verabschiedete sich mit den Worten:
"Und erzähl' den anderen Kindern, wie gut es Dir bei uns gefallen hat!" 


Man kann echt froh sein, dass Mama Benjamin vor 12 Jahren ihren Beruf als Sozialpädagogin an den Nagel gehängt hat, um sich ausschließlich ihrer eigenen Brut zu widmen...

Donnerstag, 26. August 2010

...nun pirschen wir durch's Hirschrevier...

Auf meinem Lebensabschnittsgefährten und mich passt der alte Spruch "Gegensätze ziehen sich an".

Er ist ein sehr naturverbundener Mensch, liebt alle Tiere, ist Mitglied bei Greenpeace, trennt seinen Müll und hasst alles neumoderne wie Internet, Playstation, Fernsehen (Ausnahme: Nachrichten, Sendungen mit Ranga Yogeshwar und Actionfilme).
Jeden Morgen schrotet er für's Müsli Braunhirse & Buchweizen in einer Körnermühle, die das mit gefühlten 3.000 Dezibel erledigt, weshalb ich sehr froh bin, dass wir nicht zusammen wohnen.
Und er liebt Sonnenauf- & -untergänge.

Kein Urlaub, in dem nicht mindestens 46 Fotos von Sonnenuntergängen und 3 von Sonnenaufgängen (die verschläft er meist, weil ich heimlich den auf 4 Uhr früh gestellten Wecker entschärfe) gemacht werden.
Aber wozu? Kennste einen Sonnenuntergang, kennste alle.

Die Sonne ist nun mal da. Auf- und unterzugehen ist ihr Job, das muss man nicht extra dokumentieren. Mein Chef knipst mich auch nicht bei jedem Wort, das ich tippe.

Und er ist leidenschaftlicher Segler. Wobei er natürlich achtgibt, dass er mit seinem Kiel keinen des Weges schwimmenden Fisch köpft.

Ich mag Natur auch.
Gebunden als Blumenstrauß und kultiviert als Grabbepflanzung oder in Parks.
Ich mag Tiere - aber nur die hübschen. Bei Nacktmullen oder Welsen gruselt's mich...  die könnte ich nicht mal essen!

Andere sind schneeblind, ich bin waldblind: nach 1 Stunde mit Hund im Wald, flirren mir die Augen vor lauter grün und ich muss dringend den nächsten Asphaltdschungel aufsuchen.
Meine Assoziationen zu "Wald":

  • Exhibitionisten lauern hinter Bäumen
  • zwielichtige Typen in Tarnklamotten führen querwaldein ihre Rottweiler spazieren
  • das Handy meldet ein Funkloch
  • wenn man einen ganz besonders miesen Tag erwischt, entdeckt der Hund eine Leiche im Unterholz und
  • wenn man dann vor Schreck kollabiert, kann man nicht gerettet werden, weil Waldwege zu eng und unübersichtlich für einen Rettungswagen sind (den man aber wegen des Funklochs ohnehin nicht hätte rufen können).
Und Segeln ist mir zu anstrengend, dieses ganze Auf- & Abgetakele...
Wenn ich ausserhalb meiner 4 Wände Spaß haben will, dann muss das schneller gehen:
3 Straßen weiter schlendern, sich ins Eiscafè Venezia in die Sonne setzen, Sanften Engel bestellen, mit dem Barista flirten, Fußgänger begucken - fertig!
CounterStrikes Condition Zero habe ich in 4 Stunden durchgezockt und Camping verabscheue ich noch mehr als Nacktmulle.
Ach ja, und der Genuss eines McRib beschert mir multiple Orgasmen.


In der Hoffnung, mir die Natur auf spielerische Art etwas näher zu bringen, lud der LAG mich neulich zu einer "Glühwürmchennacht" ein.



In dem Werbeprospekt, den er mir überreichte, stand:

"Vollmondwanderung durch den Stadtforst unter der Leitung von Elisabeth Morgenröthe-Rauthenkrantz. Machen Sie sich auf einen ereignisreichen Abend gefasst, denn nachdem sich Fuchs & Hase 'Gute Nacht' gesagt haben, ist trotzdem noch ordentlich was los im Wald.

Hänsel- & Gretelmäßig bahnen Sie sich unter Leitung von Waldmeisterin Morgenröthe-Rauthenkrantz einen Weg durchs Unterholz und schauen den Fledermäusen bei der Nahrungssuche zu. Wir lauschen den Geräuschen der Nacht und erfahren, womit Tiere nachts beschäftigt sind. Nebenbei wird Waldmeisterin Morgenröthe-Rauthenkrantz Sie an ihrem großen Erfahrungsschatz teilhaben lassen."

Ich hoffte sehr, dass Tiere nachts einfach nur daliegen und pennen, denn nichts ist mir peinlicher, als Tieren beim Paaren zuzugucken. 

Wir starteten um 20 Uhr: 9 Nachtwanderer und die Waldmeisterin.
 

Was der LAG leider dabei nicht bedacht hatte:
ich bin nicht nur grünblind, ich bin auch nachtblind, was bedeutet, dass ich beim ersten Hauch einer Dämmerung da draußen nicht mehr sehen kann. Da half mir auch der angekündigte Vollmond nix, denn es war die ganze Nacht bewölkt.
Ergo stolperte ich steviewonderesk durchs dunkle Dickicht, konnte weder die Fledermäuse beim Fressen, noch die Wildschweine beim Suhlen erkennen und der abschließenden Knicklicht-Schnitzeljagd zurück zum Ausgangspunkt konnte ich auch keinen Spaß abgewinnen.



Als wir irgendwann im Fuchsgehege standen, wollte Morgenröthe-Rauthenkrantz wissen, ob uns aufgefallen wäre, dass es dort ganz speziell riecht. Der Fuchs hätte nämlich eine besondere Duftdrüse.
Alle schnupperten ausgiebig.
Außer der LAG. Der musste dringend pinkeln und wurde nervös. Tja, das war die Strafe dafür, dass er vorher, während einer kurzen Rast, der Waldmeisterin 3 ihrer selbstgebrannten Brennesselschnäpse abgeschwatzt hatte, während wir andern nur 1 bekamen.
Es wurde erschnuppert: regennasse Erde, morsches Holz und Popkorn. Alles falsch.
„Riechen Sie noch mal ganz genau mit geschlossenen Augen!“ forderte Morgenröthe-Rauthenkrantz uns auf.
Wir schnupperten nochmals intensiv.

Torf? Nein.
Heu? Nein.
Hm.
„Also", insistierte die Waldmeisterin, "wonach riecht es hier im Fuchsgehege?“

„Nach Fuchsscheiße?!“ rief LAG, mittlerweile stark an Contenance einbüßend.
"Aber nein!", widersprach Morgenröthe-Rautenkrantz entrüstet und klärte uns auf: Der Fuchs hat eine Drüse am Schwanz, die sich Viole nennt und den Duft von Veilchen verströmt.
Eingebaute BriseOneTouch sozusagen. Das optimale Haustier. 


Gegen Ende der Führung, es war bereits stockfinster, wollte die Waldmeisterin, dass wir nun physisch-mentalen Kontakt zur Natur aufnehmen.
Die Aufgabe:
jeder Teilnehmer sollte sich einen Baum suchen, mit dem man sich innigen Kontakt vorstellen könne.
Dann den neuen Tagesabschnittsgefährten umarmen, die raue Rinde an der Wange spüren, seinen frischherben Duft einatmen und den dabei entstehenden Emotionen und Gedanken freien Lauf lassen und den körpereigenen energetischen Speicher neu auffüllen.
Man solle aber bitte nicht vergessen, dem Baume für die Energiespende seinen Dank auszusprechen, und dafür dass er so verlässlich jahrein jahraus Früchte trägt.
Dafür gab sie uns 10 Minuten Zeit.
Ich lehnte mich halbherzig mit dem Rücken an den Nächstbesten, starrte ins Dunkle und hoffte, dass mir mein Baum keine Spenden in Form von Zecken oder Ameisen zukommen liesse. Mitten in die Stille hinein plätscherte es plötzlich. Ziemlich laut sogar.
Iiiieh! Welches Viech pinkelt denn in so vollem Strahl?
Ein Hirsch? Ein Werwolf??
Dann dämmerte es mir: LAG! Wie peinlich!
Nur gut, dass die Waldmeisterin hier nicht mal eben kurz das Deckenlicht anknipsen konnte, um den Übeltäter zu enttarnen.
Niemand verlor ein Wort über den Vorfall; wahrscheinlich hatte jede der Frauen ihren Mann im Verdacht.

Zurück pirschten wir durchs Hirschrevier.

Fazit:
1. Natur ist mir nach wie vor nicht hygienisch genug, um mir sympathisch zu sein.
2. Richtig müsste es heißen: "Gegensätze ziehen sich zunächst an"
3. Den nächsten Kerl suche ich mir gemäß des Spruchs "Gleich & Gleich  gesellt sich gern"
4. Ich bin ziemlich enttäuscht vom LAG, denn er leugnet bis heute, dass er der Plätscherer war.


Samstag, 14. August 2010

"Böse Taten" - At Work

Ich kann nix dafür - es überkommt mich einfach!

Hier noch mehr Böses:


  • Meinen PrivatMüll im Papierkorb meines Arbeitskollegen entsorgt 
Einmal im Jahr miste ich Garage, Kofferraum und Keller aus.
Da sich diesmal wieder viel Mist angesammelt hatte und die Gemeinschaftstonnen vorm Haus eh immer schnell voll sind, habe ich den Müll in kleine Tütchen verpackt und mit ins Büro genommen. Dort habe ich diese Tütchen im PAPIERkorb meines Arbeitskollegen "Gouda" (<-- in seinen Mundwinkeln bilden sich Käseecken, wenn er spricht), 3 Zimmer weiter, entsorgt, obwohl es sich um Müll für die GRAUE Tonne handelte.
Jeden Tag 1 Tütchen und das 2 Wochen lang. Natürlich immer dann, wenn Gouda schon weg war.
Wenn ihn da mal nicht der Hausmeister (früherer Moskau-Inkasso Mitarbeiter) erwischt, wo Mülltrennung doch sein Steckenpferd ist. Harharhar!!!



  • Billigen Kaffee in teure Tüten umgefüllt 
Seit Kollegin Charlotte im Stern gelesen hat, dass die meisten gängigen Kaffeesorten krebserregende Stoffe beinhalten, darf im Büro nur noch KopiLuwak gebrüht werden. 
Oder ausnahmsweise -kurz vor Monatsende- der billige Davidoff-Crema für 12 Ocken pro Pfund. Und da versteht Charlotte keinen Spaß! Immerhin geht es da um Leben & Tod. Da ich aber nicht einsehe, soviel Geld nur für Bürokaffee auszugeben, habe ich jetzt, wo Lotte im Urlaub ist, die hochgiftige(!) Krönung für 2,99 im Supersonderangebot gekauft.
Da ich aber auch nicht will, dass Lotte denkt, ich nähme sie nicht ernst, bzw. wolle sie gar töten, habe ich die leere Davidoof-Packung vom letzten Pfund aufgehoben und den Jacobs da hineingefüllt.


  • Zeitschrift auf fremden Schreibtisch abgelegt 
Ich saß im Büro und genehmigte mir zum 1. Käffchen des Tages die aktuelle Ausgabe von "Mens Health", die ich Gouda am Vortag aus seinem Papierkorb entwendet hatte.
Mich interessierte vor allem der Leitartikel, nämlich wie Mann vom Frauenstemmen starke Arme kriegt.
Da vernahm ich im Flur die Stimme vom Chef.
????
Der verirrt sich sonst nie zu uns in den 4. Stock, ausser kurz vor Weihnachten, wenn er durch die Büros tingelt, jedem Merry Christmas wünscht und selbstgemachte Kleinigkeiten seiner Frau an uns verteilt (letztes Jahr handelte es sich um eine in einen Apfel gerammte Spitzkerze mit Rentiermuster). Ich riß die Füsse vom Tisch, verschüttete dabei den kompletten Kaffee über mir und da ich mit kaffeetriefenden Händen an keine Schublade oder Schranktür packen wollte, aber dringend die Zeitschrift loswerden musste, zielte ich auf den Papierkorb meiner Kollegin Heike (Schreibtisch schräg gegenüber und gerade abwesend), schmiss und traf genau in ihre "Noch zu erledigen"-Ablage.
Charlotte, am Schreibtisch neben mir, grade aus ihrer Schockstarre erwachend, warf ihre "Gala" direkt hinterher, die mittig auf Heikes Tisch klatschte und mit einem Artikel über Britney Spears' Hautprobleme ("Hormone oder Heroin?") aufklappte.
Ich stellte die Tasse ab und griff mir in letzter Sekunde einen herumliegenden Aktenordner, den ich mit beiden Armen umklammerte, um den Kaffeeunfall zu verdecken.
Lotte begann wild in die Tastatur zu hacken.
Die Tür ging auf und der Chef stürmte herein, mitsamt dem neuen Counseling Psychologist, der engagiert wurde, um unsere Working Atmosphere zu analysieren und zu verbessern und den er uns nur kurz vorstellen wollte.
Nach vereintem Händegeschüttel trat Chef an Heikes Schreibtisch, warf einen Blick auf Gala & Mens Health und verabschiedete sich mit einem zackigen "Soll sich mal bei mir melden!".
*schluck*
Lotte und ich entfernten sämtliche Spuren, legten Heike eine Gesprächsnotiz hin und verdrückten uns in die Caféteria. Auf DEN Schreck genehmigten wir uns erstmal ein Kottenforsterschinken-Knäcke.

Mal abwarten, was noch passiert...

Obwohl:
DAS kann man eigentlich nicht als böse Tat werten, da ich die Zeitschrift ja nicht absichtlich auf Heikes Schreibtisch geworfen habe und dass Lotte in ihrer Panik es mir nachtut - dafür kann ICH ja nix.

Aber:
Ungutes tun ist irgendwie lustiger und viel spannender als gut sein.
Notiz an mich:
Dringend an meiner Konditionierung arbeiten!

Mittwoch, 28. Juli 2010

Fluch' nicht, verdammt nochmal!

Neulich besuchte ich mit meinem Patensohn (5) den Spielplatz.
Wir hatten's richtig nett:
wir rutschten, schaukelten, mampften die von Mutti mitgegebenen Apfelstückchen und bewarfen die anderen Kinder mit Sand.
Was man halt so macht, auf'm Spielplatz...

Dann betrat ein "großer" Junge (ca. 7) mit seinem Opa die Szene. Die beiden spielten Fußball.
PaSo guckte sehnsüchtig zu.
Auf seine Frage, ob er mitspielen dürfe, kam vom Jungen direkt ein ruppiges "NEIN!".
Netterweise schoss der Opa PaSo den Ball auch mal zu, was aber direkt vom Enkel abgeblockt wurde.
Zwischendurch, wenn Opa mal kurz die Aufsichtspflicht schleifen liess, um dem Ball nachzujagen, streckte sein Enkel PaSo die Zunge raus und drohte mit der Faust.

Irgendwann kickte Opa den Ball versehentlich ins Gebüsch und Enkel und PaSo jagten hinterher.
Nach erfolgreicher Ballsuche seitens des Jungen, verliess PaSo mit hängendem Köpfchen den Busch, trottete zu mir herüber und erzählte weinerlich:
"Er will nicht mit mir spielen! *schnief* Und er hat Doofi zu mir gesagt! *schluchz* !"
Oha, nun war pädagogisches Geschick gefragt!

Ich fing also an, mir den Mund fusslig zu reden:
"Nimm's nicht ernst! Der kennt Dich gar nicht und weiß nicht, was für ein toller Junge Du bist und was Du schon alles kannst! *etc.etc.* Und wenn der das nächste Mal Doofi zu Dir sagt, sagst Du einfach Doppeldoofie, ok?"
PaSo nickte, schluchzte noch einmal theatralisch, zog geräuschvoll das Näschen hoch, während ich ihm die WinniePooh-Kappe zurechtrücke, und sagte dann:
"Ich habe 'blöde Sau' zu ihm gesagt - geht das auch?!" 

Wir haben dann relativ zügig den Spielplatz verlassen, da ich Petzpotential und -geschwindigkeit des anderen Jungen nicht einschätzen konnte...

Von MIR hatte er das ganz sicher NICHT!!!
Und seine Eltern sind als sanftmütige Menschen bekannt.
TV wird streng limitiert und zensiert geguckt.
Bleiben als Delinquenten nur noch die Großeltern (eher unwahrscheinlich) oder die KiGa-Kumpels (sehr wahrscheinlich).
Tja, wir werden es nie herausfinden, denn PaSo schweigt sich über den Urheber des bösen Wortes beharrlich aus...