Sie erzählt, dass sie gerade von einem Fotoshooting in Düsseldorf zurück sei und wie toll das war und dass sie gedenkt, ihren Job als Arzthelferin zu kündigen, um professionell als
Sie trägt ihr schwarzes Haar zu einem perfekten Bob geschnitten, ein tolles MakeUp und einen dieser bodenlangen, luftigleichten Sommermäntel, die in diesem Sommer so IN sind und ich stehe bewundernd vor ihr.
Ach so, ja, das war vor 30 Jahren. Ich war 17 und sie 20.
Die Effenberg und ich kommen nämlich aus dem selben sauerländer Städtchen.
Und sie arbeitete bei meinem Zahnarzt.
Und somit kann ich behaupten, dass wir so ziemlich beste Freundinnen sind, gell?
Eine zeitlang war sie sogar bei Wikipedia unter "Berühmte Söhne und Töchter der Stadt" aufgelistet. Wurde aber wieder weggelöscht. Komisch...
20 Jahre später:
Eine Bekannte, die ich im Supermarkt treffe, erzählt, dass ihr Teenagersohn seit Tagen nicht mehr mit ihr redet.
Am Samstag Morgen hatte es um 7 Uhr bei ihnen geklingelt.
Mutter schält sich aus dem Bett und schlurft zur Tür. Ein ihr unbekannter Mann überreicht ihr eine Tüte Brötchen:
"Hallo, ich bin Stefan Effenberg und verbringe ein paar Tage bei Familie Köhler**. Wenn die Presse 'rauskriegt, dass ich hier bin, könnte es sein, dass es hier turbulent zugeht und dafür will ich mich schon mal im Voraus entschuldigen!"
Sagt's, jumpt zurück ins Auto, der offene Kofferraum voll mit Brötchentüten, und rollt zum nächsten Nachbarn.
**Claudias Verwandtschaft und in der selben Straße wohnend
Und während sie sich später am Frühstückstisch darüber aufregt, dass sie zu unverschämt früher Stunde geweckt wurde UND einem Promi ungekämmt, mit ungeputzten Zähnen und in verwaschenem Morgenmantel gegenübergestanden hatte, schmollte der Sohn, weil sie nicht nach einem Autogramm gefragt hatte.
Unvergessen ihr Konter: "Sei froh, dass ich den Mund zugelassen habe. Diesen Hauch des Todes hätte der Typ nicht überlebt!"
Und weil es dem Effenberg wohl zu unturbulent zuging und irgendwie keiner hier so richtig Notiz nahm, ist er Tage später höchstselbst zur Presse ("Sauerländer Tagesbote") marschiert, um mitzuteilen, dass der Familienhund weg sei. Seine Vermutung: irgendein kriminelles Subjekt hatte spitzgekriegt, dass er, der berühmte Fußballer, in der Stadt sei, das Haus ausgespäht und den Hund entführt haben muss, in der Hoffnung auf eine Menge Lösegeld.
Welch Aufruhr im Städtchen!
Wer hatte gewagt, einen Promiköter zu stehlen?!
Der Bürgermeister wand sich öffentlich vor Scham, eine Stadt zu regieren, die offenbar voller krimineller Energie steckt.
1 Woche später hat dann unser Stadtförster, übrigens der Bruder vom POM Henneke, das umherirrende Vieh im Wald aufgegriffen.
Nix Entführung. Glück gehabt, Lösegeld gespart...
Wie komm' ich da jetzt drauf?!
Ach ja:
meine sehr gute Freundin Claudia wurde unlängst Fuffzich.
Alles Gute!


