Dienstag, 15. Juni 2010

Umzingelt von Bekloppten - Der graue Panther

Neulich hatte der LAG Geburtstag (= 50.)

Da ich kurz vorher die Renature-Werbung gesehen hatte, in der sich Patrick "McDreamy" Dempsey, niedlich lächelnd, mit einem kleinen Bürstchen die grauen Schläfen wegfärbt, dachte ich mir, dass dieses Zeug für den grauen Panther genau das Richtige wäre.

Gekauft - geschenkt. 
Tja, also Freude sieht anders aus...

Zuerst las er die beiliegende Anwendungsbeschreibung KOMPLETT durch, und zwar in ALLEN vorhandenen Sprachen.
Und NATÜRLICH wurde der empfohlene Verträglichkeitstest (Klecks in die Ellenbeuge geben und 48 Stunden abwarten, ob sich Pusteln oder sonstwas Ungesundes bildet) absolviert und -ohne Befund- bestanden.


Dann hat er sich um seinen Ansatz gesorgt.
Ansätze findet er bei Frauen nämlich ganz ganz furchtbar und sowas will ER nicht!
6 mm kurz geschorenes Haupthaar - aber sich Sorgen übern Ansatz machen...
Das teure Zeugs stand nun tagelang unbenutzt 'rum und so habe ich ihm vorgeschlagen, es bei Ebay reinzusetzen.
Woraufhin er forderte:
"Nun lass mich doch noch ein bisschen darüber brüten!"

           ? 

Man stelle sich vor:
Frau sitzt bei ihrem Friseur. Der will anfangen, ihr, wie abgesprochen, Strähnchen zu verpassen und sie sagt:
"Moooment! Ich will erst noch 'n bißchen drüber brüten!"

Aber es kam noch schlimmer!
Der LAG (oder wie ich ihn ab sofort nenne: "Pussy") sprach:
"Montag muss ich zum Jahrescheck zum Hausarzt. Den werde ich zum Thema Färben auch mal fragen. Ich habe nämlich gehört, das soll Krebs verursachen."
Unfassbar, oder?!

Nur mit Mühe und Not konnte ich ihn davon abhalten, die auf der Packung angegebene Hotline ("Falls Sie noch Fragen zur Anwendung oder zum Produkt haben, wählen Sie 0180...") anzurufen.
Echt! Wenn jede Frau, die sich die Haare färbt, so ein Theater machen würde, wären Friseure und Schwarzkopf längst pleite...

Elvis meint, das hätte ich vorher wissen müssen. Immerhin ist der LAG ein bekennender Deo-Gegner ("Deo unterdrückt die Schweißproduktion und verstopft somit die Poren").
Und wer schon vor 'nem harmlosen Deo Angst hat, für den muss ein bißken Haarfarbe wie Atommüll anmuten.
Nun denn, dann muss er eben weiterhin johannesheesterslike rumlaufen...

Mittwoch, 9. Juni 2010

"Gute Taten" - Die Erste !

Endlich! 
Tadaaaa:
Meine erste offiziell anerkannte gute Tat.

Betrete heute Morgen die Caféteria meiner Arbeitsstätte und wer hält da den Verkehr vor der CoffeeBar auf? Ein Bürger!
Werde nie verstehen, wieso der Boss keine Schilder aufhängen lässt "Ich darf hier nicht rein" und drunter ein Foto eines traurig dreinblickenden Bürgers.

Egal.
Ich wollte mich gerade nonchalant mit den Worten:
"He, weg da, alter Mann! Hier kommt arbeitende Bevölkerung, die dringend einen Kaffee braucht! Und nimm mal Deine Krücken aus dem Weg, bevor da noch jemand drüber fällt!" an ihm vorbeidrängeln, als mir auffiel: Mooooment - KRÜCKEN ?!
Krücken heißt Behinderter heißt gute Tat on the way!!!!

Ich verharrte also geduldig hinter ihm, um auf meinen großen Moment zu warten.
Und tatsächlich - er kam!
Der Mann nahm seinen bestellten Pott FrenchPressed mit der einen Hand entgegen, packte sich umständlich seine Krücken, die er an der Theke abgestellt hatte, mit der anderen Hand und schlurfte hinkend Richtung Raucherraum, der durch eine schwere Pendeltür, zum Schutz der NonSmoker, vom Rest der Welt getrennt ist.
Ich sah meine Chance gekommen, sprintete vor und fragte, ob ich ihm helfen könne, indem ich ihm den Kaffee zum Tisch trage. Er bejahte erfreut und überließ mir seine FrenchPressPlörre.
Gemeinsam zockelten wir zum hintersten Tisch, an dem er offenbar vorher seinen Elektrorollstuhl geparkt hatte. Das wurde ja immer besser!
Aus der guten Tat wurde somit eine SUPIGUTE TAT !

Aus den Augenwinkeln nahm ich am Tisch nebenan den Personalchef wahr.
Also setzte ich noch einen oben drauf und fragte mein Opfer, ob er denn bequem sitze und ob er sonst noch etwas brauchen würde:
Milch, Zucker, Poliomyelitisimpfung...

Er verneinte dankend und ich meine, sogar ein Träne der Rührung in seinem Augenwinkel gesehen zu haben.

Und selbst Kollegin Charlotte lässt diese Tat gelten!

Dienstag, 18. Mai 2010

"Böse Taten" - Kein Problem!

  • Einem älteren Herrn die Zunge rausgestreckt, weil er mir die Vorfahrt genommen hat.
(OK, eigentlich hatte ER Vorfahrt, aber ich war gerade so schön am Rollen und er fuhr eh so langsam und ich wollte nicht extra bremsen. Er fuhr also und ich musste dann aus platztechnischen Gründen zurücksetzen, was ich sowieso ungern tue, wegen den ganzen toten Winkeln und weil ich Nacken hab', und da bin ich sauer geworden und tat das, was eine reife Frau in solchen Fällen tut: ich habe ihm die Zunge rausgestreckt, als er an mir vorbei fuhr.)


  • Dem LAG heimlich den Aufschnitt vom Brot geklaut.
(Was nimmt er aber auch die letzte Scheibe vom Chambelle, den ich so liebe?! Als ich mir spätabends noch ein Toast machen wollte, war nur noch Bierschinken da! Ich habe dann in seine Butterbrotsbox gekuckt, in der er schon die Schnitten für den nächsten Tag hatte, habe die Chambelle geklaut und die LEERE Stulle zurückgelegt. Strafe muss sein!)


  • Die Teamleiterin angelogen.
 (Habe eiskalt NEIN gesagt, als sie mich fragte, ob ich Zeit hätte für ein kurzfristig angesetztes Brainstorming. Zeit-ver-schwen-dung! Außerdem schmeckt der Kaffee bei der TL immer so bitter. Ich wollte lieber mit Lieblingskollegin Lotte bei einem leckeren Cappuccino weiter an unserer Ranking-List der süßesten Kollegen arbeiten. Man sollte es kaum glauben, aber unter 207(!) männlichen Kollegen gibt es nur 2(!), die es unter die TopTen gebracht haben! Platz 3 - 10 bleiben tatsächlich leer!)


  • Einen Mann Gottes beschimpft.
(Kam gestern Abend nach Hause, traf auf Elvis und brüllte ihm wutenbrannt entgegen: "Stell' Dir vor: grade hat mir der SCHEISS Pfarrer den letzten Parkplatz vorm Haus weggeschnappt!!!")


Tja, würde ich einem Trip in die Hölle entgegenstreben, könnte ich mich zurücklehnen und in aller Ruhe auf mein Ableben warten, denn mein Höllenkonto ist bereits im Plus!

Mittwoch, 14. April 2010

Einfach mal die Fresse halten...

Menschen, die mehr als 3 Silben pro Minute reden, und mit ihrem Gequassel meine kostbare Zeit stehlen, sind mir aus tiefstem Herzen zuwider.

Hier meine neuesten SmallestTalk-Erlebnisse:


Smalltalk fail no. 1:

Ich (Herrscherin über die "Philips Café Gourmet HD5410") frage die neue Kollegin im Büro:
"Soll ich morgens für Sie eine Tasse Kaffee mit aufsetzen?"

Von mir favorisierte Antwort: "Ja." oder "Nein."
Auch OK: "Danke ja." oder "Nein, danke".
Grade noch durchgehen lasse ich: "Ja, wenn Sie ihn nicht zu stark machen." oder "Nein, ich trinke lieber Tee."
PUNKT. Reicht. Mehr muss und will ich nicht wissen.

Erhaltene Antwort:
"Sie trinken doch sicher koffeinhaltigen Kaffee? Und dann bestimmt so stark, dass der Löffel drin stehen bleibt?! Also, ich vertrage keinen Kaffee. Wenn ich mal Kaffee trinke, dann aber spätestens zur Mittagszeit, danach hat Kaffeegenuss bei mir ver-hee-ren-de Folgen: ich kriege Herzrasen und kann dann abends nicht einschlafen. Ich trinke fast ausschließlich Tee. Aber nur den weißen oder grünen oder auch mal einen Kräutertee. Bei Schwarztee gehts mir wie bei Kaffee: ich kriege Herzklabastern. Und den weißen Tee mag ich gerne aromatisiert, mit Vanille oder so."
Ich: "Aha."
Danke. Vormittag gelaufen. 



Smalltalk fail no. 2:

Einige Zeit später:
Ich (akut NoroVirus-gepeinigt) bekomme einen Anruf meiner Kusine:
"Omma hat mir erzählt, Du hast die Kotzeritis! Wie gehts Dir denn?"
Ich: "Schlecht."

Von mir favorisierte Antwort: "Igitt, Du Arme!" oder "Gute Besserung."
Auch OK: "Soll ich Dir 'nen Grießbrei vor die Tür stellen?"
Grade noch durchgehen lasse ich: "Schone Dich, trink Kamille und iss Zwieback."
PUNKT. Reicht. Mehr muss und will ich nicht hören.

Erhaltene Antwort:
"Mir ist auf unserer Hochzeitsreise mal so schlecht geworden. Wir waren auf Kreuzfahrt in Skandinavien und da ist das Meer ja so unruhig. Und ich weiß noch genau: ich hatte an dem Abend Krabbencocktail und Bernd hatte Wiener Schnitzel bestellt und als ich den Cocktail aufgegessen hatte, wurde mir plötzlich total schlecht und ich merkte, ich schaffe es nicht mehr in den Waschraum. Bernd rief noch: "In die Handtasche!", aber ich breche doch nicht in meine Handtasche! Das war meine Lieblingsclutch, die mit der NovaCheck-Seide. Die hat ein Vermögen gekostet! Und was da alles drin war: Schlüssel, Portemonnaie, mein Moleskin, Parfüm, Tampons, Handy. Das hätte ich ja alles nie mehr sauber gekriegt! Jedenfalls, es musste raus und ich habe dann auf seinen Teller gekotzt und -Du glaubst es nicht- das Wiener sah danach aus wie ein Zigeunerschnitzel! Hahaha..."

Ich: "Aha."
Danke. Tag gelaufen.


Was bringt diese Dauerredner eigentlich dazu, dermassen viel zu quatschen?
Angst vor der Stille?
Egozentrik?
Erklärungszwang?
Was hindert diese Labertaschen daran, einfach nur kurz und knapp auf Fragen zu antworten? Mehr brauchts doch nicht!
Ich bin sicher, da steckt was psychopathologisches hinter....

Die Fakten auf den Tisch und das lästige Beiwerk weggelassen!

So einfach kann Kommunikation sein, Herrgottnochmal!


Serviervorschlag :-)

Donnerstag, 1. April 2010

Ich und die anderen

Gestatten, JULIANE!
Jahrgang 1967. Sauerländerin. Äußerst glücklich geschieden.
Beklopptenmagnet mit anthropophoben, soziophoben und misanthropen Tendenzen und deshalb meist genervt, manchmal cholerisch, selten relaxed & (natürlich versehentlich!) bad to the bone.
Ich kann nichts dafür, aber: ich mag meine Mitmenschen nicht. Kann sie einfach nicht leiden. Sie strengen mich an. Sind mir oft rätselhaft.
Meinen Verdacht auf Asperger bestätigte meine Psychologin (leider) nicht. 
Hobbys: Bloggen, Strategieadventures, Urbex et naturellement le ballet.




Elvis:
Lieblingssohn.
Jahrgang 1997.
Student.
So unglaublich hübsch, dass er später garantiert Schauspieler wird, wie unser Oppa nie müde wurde zu betonen.
(Über mich wurde sowas übrigens nie gesagt.)
Label: Sohn.




Lucky Luke:
Lieblingssohn.
Jahrgang 2014.
Schlich sich im Dez. 2013 beim Pilot und mir ein.
Motorisch so geschickt und beweglich, dass er garantiert mal Ballettänzer wird.
Label: Baby


div. Ommas, Oppas, Väter, Mütter, Tanten, Onkels und UrOmmas:
Die Männer: typische wortkarge und knorrige Sauerländer.
Die Frauen: ausgestattet mit einem sehr trockenen Humor. Ihnen wird vorgeworfen, viel zu barsch mit ihren Männern umzuspringen. Da sind die Männer aber selbst dran schuld.
Besonders erwähnenswert: unser Oppa, der auf seine letzten Tage zum Computer- & Smartphonecrack wurde ist. Mittlerweile hat er aber leider überraschend Löffel und iPhone abgegeben.
Label: die Alten.


div. Männer, die mein Leben kreuzen:
Mittlerweile seit 2013 online auf Traummannsuche. Mit diversen Pausen.
Wer all diese herzzerreißenden Geschichten lesen will: BITTESCHÖN.


Doc:
Mein skurriler Hausarzt seit 1992 Jahren.
Ähnlichkeit mit Klaus Kinski,aber ohne den irren Blick. Raucht heimlich im Sprechzimmer, weshalb die Rezepte nach Qualm müffeln und man sich vorwurfsvolle Blicke vom Apotheker einfängt. Ich schwärme heimlich ein kleines bisschen für ihn, aber was willste als blutjunges Ding mit 'nem 23 Jahre älteren Mann?
Label: Ärzte


Polizeiobermeister Thomas 'POM' Henneke:
Dorfsheriff. Hübsch anzusehender Mittdreißiger. Beschützer von Witwen und Waisen.
Zu seinem Leidwesen denke ich bei seinem Anblick immer nur:
"Huch! Die Bullerei! Bin ich angeschnallt?" statt: "Oh, Thomas, nimm' mich hier & jetzt! Huch!"
Es gibt wohl auch andere Polizisten in unserm schmucken Städtchen, aber die habe ich noch nie gesehen; vermutlich trauen die sich aufgrund des vermehrten Verbrechertums (seit Neuestem: HellsAngels-Clubhaus. In meiner Straße übrigens. War klar, ne?!) gar nicht aus der Wache 'raus.
Label: Polizei