Freitag, 15. Februar 2013

Outfit des Grauens - Skinny Slim Fit

Elvis vererbte mir jüngst eine Skinny-Slim-Fit-Stretch-Röhrenjeans.

Zuerst hocherfreut darüber, dass ich alte Cellulitetrulla da hineinpasse, merkte ich allerdings schnell, dass diese Buchse einige Tücken aufweist.
Die Hose macht zwar 'nen schlanken Fuß, aber hüftbreeeeeeeiiiiiiiiit. Blöder Schnitt irgendwie.
Sitzen kann ich darin nicht. Eine Stehhose also. Langes Herumstehen in meinem Alter ist aber auch nicht mehr sooo dufte.
Und es passt kein Schuh dazu.

Kuckt ma:







Fazit:
Spende für die Kleiderkammer.
Oder in der Prinzhorn-Klinik abgeben. Irgendne Ana wird schon 'reinpassen.

Samstag, 9. Februar 2013

Es saugt und bläst der Heinzelmann...

Bin gerade beim Staubsaugen versehentlich mit der linken Brustwarze ins Saugrohr geraten.
(Fragt nich'!)

Bekam direkt Milcheinschuss.

...und kein Mann in der Nähe, mit dem ich dieses denkwürdige Erlebnis hätte teilen können...
Nur Elvis war zuhause und der hat gleich mit angwiderter Miene und Würgegeräusche machend die Flucht ergriffen. Oller Dramaking, der.

*selbstmitleidigseufz* 

Hausarbeit sucks...

Schönes Wochenende!

Sonntag, 3. Februar 2013

Feines Stöffchen

Irgendwo im Sauerland an einer samstäglichen Kaffeetafel:
"Ist das Kaschmir?" fragt unser UrOmma, die neben mir sitzt und fängt an, intensiv meinen Blusenärmel zu befingern.
"Vorsicht!" brüllt meine Mutter dazwischen.
Ich zucke zurück. "Was denn?!"
"Sie will sich nur die Finger abputzen! Wahrscheinlich ist ihr wieder die Serviette runtergefallen", klärt sie mich auf.

"Das hat sie neulich auch gemacht, als der Bürgermeister kam, um ihr zum 104. zu gratulieren", petzt unser Omma.
"Du hast Dir am Bürgermeister die Finger abgewischt?", kichert Tante Anneliese erfreut.
"Kein Wort von wahr! Und die Bluse sieht tatsächlich aus wie Kaschmir!" weist unser UrOmma die Vorwürfe entrüstet zurück, kann aber ein kleines, verräterisches Grinsen nicht ganz unterdrücken.

Klasse, oder?

Das ist nun einige Wochen her und seitdem ist die Frage
"Ist das Kaschmir?" zum geflügelten Wort geworden.

Ich selbst habe es bereits mehrfach erfolgreich bei anderen angewandt.

Merke:
Sollte sich euch jemand mit den Worten "Ist das Kaschmir?" nähern, reicht ihm lieber schnell eine Serviette. Man weiß ja nie.

Sonntag, 6. Januar 2013

Partyräuber

Gestern Abend, kurz nach 21 Uhr.
Ich hocke im casual Outfit auf dem Sofa und gucke eine 6-stündige Abhandlung über das Gesamtwerk Wim Wenders' auf Arte.
Da klingelt mein Telefon.
Es ist eine Nachbarin.
Sie erzählt, dass sie versehentlich viel zu viel Essen da hat und nun nicht weiß, wohin damit und ob ich nicht schnell mit ein paar Tupperpötten zu ihr 'rübermachen wolle, um mir und Elvis das Mittagessen für morgen zu sichern, dann bräuchte ich nicht zu kochen.

Hm, während ich überlege, wieso jemand so viel Essen da hat, dass er es sogar an Nachbarn verschenkt, schnappe ich mir ein paar Pötte und latsche 'rüber.
Die Nachbarin öffnet, zieht mich ins Haus und - ich stehe mitten auf einer Party!
Lauter fremde, schicke Leute und ich in Elvis' ausrangierter Joggingbuxe samt Uraltshirt, verwaschenem Anorak und ausgelatschten Fellpantöffelchen mittendrin.
Super.

Gott sei Dank schubst sie mich direktemang in die Küche und während sie die Reste vom aufgebauten Buffet eintuppert, erklärt sie mir, dass ich mich auf dem 40. Geburtstag ihres Mannes befinde, zu dem eine Menge Gäste eingeladen wurden, aber leider auch eine Menge Gäste kurzfristig abgesagt hätten und sie nun viel zu viel Leckereien übrig hat.
Sie packt die Pötte in eine Riesenplastiktüte und schubst mich wieder hinaus in die kalte, dunkle Nacht.

Öhm...

Was war denn das für 'ne Aktion?
Ist die Alte eigentlich blöde, oder was?!
Statt mich zu freuen, ist mir das Ganze irgendwie unangenehm.

Wie sah das für die anderen aus?
Eine offensichtlich verarmte Frau klingelt, greift eine Batterie Tupperboxen ab und zieht dann mit ihrer Beute von dannen.
Zurück unter ihre Brücke.

Hm.
Ich weiß auch nicht, obwohl die Schweinefiletmedaillons mit Käsekrüstchen hervorragend schmecken, fühle ich mich so... benutzt.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Ute, Herr Neumann und das Autofahren

Es läuft jedesmal gleich ab:
Sobald in geselliger Runde das Thema auf Männer bzw. Frauen am Steuer kommt, gebe ich mein Leid zum Besten.
Nämlich, dass Herr Neumann fährt wie eine gesengte Sau.

Ich erzähle, dass er Verkehrsschilder für Vorschläge und nicht für Vorschriften hält.

Ich erzähle, dass er die Rechts-vor-Links-Regelung grundsätzlich ignoriert, obwohl das für mich, die Rechtssitzende, übel ausgehen kann.

Ich erzähle, dass er jedesmal aus seiner Ausfahrt auf die von dort nicht einsehbare Straße herausschießt, statt sich vorsichtig "heranzutasten", wie es in der Fahrschule immer hieß.

Ich erzähle, dass er sich auf längeren Autobahnfahrten Zigaretten auf Vorrat dreht oder sich Kaffee aus der Thermoskanne einschenkt (hoffe, dass ich nicht im Wagen bin, wenn er sich dabei mal die Kronjuwelen verbrüht!) und währenddessen mit dem Knie lenkt.
Ob rechte oder linke Spur ist dabei unerheblich.

Ich erzähle, dass er letztens sein neues Navi eingebaut und adjustiert hat. Während der Fahrt.

Ich erzähle, dass er auch in verengten Baustellenabschnitten auf der Autobahn schneller fährt als erlaubt und dabei LKWs überholt.

Ich erzähle, dass er unerklärlicherweise einen Linksdrall hat und immer ein bisschen zu nah an der Gegenfahrbahn fährt.
(Neulich hat er in einer engen Innenstadtstraße einen anderen Wagen am Außenspiegel touchiert. Er war eindeutig Schuld, da mal wieder zu weit links. Er hechtete dann aus dem Auto und hat den anderen Fahrer dermaßen angeschnauzt, dass dieser sich sofort schuldig fühlte und sich kleinlaut verzogen hat.)

Ich erzähle, dass aus den o.g Vergehen schon einige kleinere Unfälle hervorgegangen sind, die aber Null Lerneffekt erzielten.
Holen sich Männer auf diese Weise ihren Adrenalinkick?!
Und falls JA - muss das denn sein??

Bis dahin ist noch alles in Ordnung.
Meine Zuhörer kommentieren diese Abartigkeiten mit "Uuuuuh!" und "Booaah!" und "Nääää, ne?!" und werfen Herrn Neumann finstere Blicke zu, während mir das gebührende Mitleid zuteil wird.

Doch unweigerlich folgt dann von irgendwem die Frage:
"Und wie reagierst Du in solchen Situationen?"

Ich hasse Autofahren und speziell das Autobahnfahren.
Für mich lauert auf der Straße hinter jedem Verkehrsschild, jeder Kreuzung und jedem 40-Tonner der sichere Tod.
Dementsprechend nervös reagiere ich auch als Beifahrer.
Und sobald Herr Neumann dann erzählt, dass ich schon während der Auffahrt zur Autobahn das Hyperventilieren anfange, bei Überholvorgängen meine Finger in seine Oberschenkel kralle und aus Leibeskräften "NEEIIN!", "IIIIIIEEEEK!" oder "ICH WILL NICHT STÄRBÄÄÄN!" kreische, wendet sich das Blatt und aus dem vorherigen "Juliane, Du Arme!" wird ein opportunistisches
"Alfred E., Du Ärmster!"

Pffff.
Ich ahne, wie Ute Lemper sich damals gefühlt haben muss, vom gefeierten Star zum Nobody in 3,7 Sekunden.

In diesem Sinne:
Allzeit gute Fahrt!