Mittwoch, 25. Juni 2014

Frisch verlassen - 30. Wo

SSW:
30? 31? 32??
Wen interessiert das noch, angesichts der verzweifelten Lage einer frisch Verlassenen?!

Gewicht:
75 kg - ja, pfff, mir auch egal...

Lucky Luke:
40 cm, 1500 g (= 3 Pakete Gehacktes)

Heute hatte ich also zum letzten Mal das Vergnügen mit Dr. Yildirim.

Ich hatte ja schon sowas geahnt, er ist schließlich nicht mehr der Jüngste, aber dass er mir das ausgerechnet jetzt antut, wo es quasi jede Minute losgehen kann!

Ich hatte mich auf noch einige schöne Jahre mit ihm gefreut.
Wenigstens bis durch die Wechseljahre!
Mindestens aber bis zur Entbindung!

Und wenigstens stimmt er mir zu, als ich ihm ganz viel Langeweile wünschte prophezeite.

Morgen soll es schon soweit sein.
Aber ich soll mir keine Sorgen machen, er hätte einen total netten Nachfolger.

"Ja ja", motze ich. "So ein jungscher Typ, frisch von der Uni, was?"
... der beim Anblick meiner 46einhalb Jahre alten Schamlippen garantiert zusammenzuckt.

Aber nee, nicht frisch von der Uni, sondern Oberarzt am hiesigen Krankenhaus.
Ach?!
Und wieso schläft sich der total nette Herr Oberarzt dann nicht zum supinetten Chefarzt hoch, hä?!
Da stimmt doch was nicht?

Bei meinem Glück handelt es sich dann womöglich um den Ghostwriter dieser doofen Josefine im Chaos (gibt's die noch??).

Ich habe Google Bilder bemüht.
Mein Alter.
Blonde Locken. Gegelt!
Fabian.
Hallo-ho?!
Kein ernstzunehmender Mittvierziger heißt FABIAN!

*seufz*

Was kommt als nächstes?
Meine Frisöse erhängt sich?
Mein Scheidungsanwalt brennt mit meinem Nochehemann durch?
POM Hennecke lässt sich versetzen?

Ach ja, und das neue Shirt werde ich garantiert nicht tragen, so mit Zielscheibe vorne drauf:



Nee, also, verdammte Hacke, bei soviel Psychostress kann ich nicht arbeiten in Ruhe brüten.
Echt...

Freitag, 6. Juni 2014

...und Gott kichert vor sich hin...

Der aufmerksame Leser weiß, dass die Scheidung vom SoVa auf Hochtouren läuft, schließlich soll der kleine Lucky ja außerehelich geboren werden (ihr versteht schon...).

"Es könnte knapp werden mit einem Gerichtstermin noch vor der Entbindung. Aber vermutlich wird's kurz vorher klappen", hatte mich mein Anwalt damals aufgeklärt.

Knapp, ok.

Nach Monaten der Formularflut (DER Grund niemals zu heiraten!), die man im Rahmen einer Scheidung auszufüllen hat, kam nun gestern endlich der ersehnte Brief vom Amtsgericht.

Und, tja, was soll ich sagen, bei mir läuft's ja nie irgendwie geradeaus, nicht wahr?!

Scheidungstermin = Entbindungstermin


Mit "soooo knapp" hätt' ich jetzt nicht gerechnet...

Zuerst musste ich heulen, dann lachen, dann wieder heulen und wenn ich grad' nicht so dolle lachen müsste, würd' ich dem Schicksal sehr gern eins aufs Maul geben.

"Na, DAS nenn' ich mal 'nen Grund, nicht vor Gericht zu erscheinen!", kicherte mein Anwalt wenig feinfühlig, versprach aber einen früheren Termin herauszuschlagen oder eben alleine hinzugehen.

Au Mann...

Mittwoch, 7. Mai 2014

Männerleid beim Einkauf

In den letzten Wochen wurde ich Zeugin folgender Szenen in verschiedenen Supermärkten:


PENNY:

Frau zu Mann (beide geschätzt Mitte 60):
"Heinz, guck' mal, sollen wir diese Schokolade kaufen?"

Heinz:
"Was? Wieso fragste?"

Heinzens Frau:
"Weil da Nüsse drin sind, die magst Du doch so gerne."

Heinz:
"Ich mag gerne Nüsse??"

Heinzens Frau:
"Ja. Und ich kann doch keine Nüsse essen, wegen meiner Prothese."

Heinz:
"Ja..., dann nimmse halt mit."



NETTO:

Frau zu Mann (beide geschätzt 55):
"Jochen, die hamm Jacobs Krönung im Sonderangebot. Sollen wir die mitnehmen?"


Jochen:
"
Mir doch egal!"

Jochens Frau lässt ein empörtes Zungenschnalzen erklingen und guckt mich, die ich zufällig neben den beiden vor der Krönung stehe, mitleidheischend an.




EDEKA:


Frau zu Mann (beide geschätzt 70):
"Schatz, warte mal kurz! Ich nehme noch schnell ein paar Dosen Libbys mit. Die sind im Supersonderangebot."

Schatz:
"Muss das denn sein?! Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, warum wir jetzt eigentlich hier sind. Wir haben vorgestern für 100 € Lebensmittel eingekauft! Für hun-dert Eu-ro!"

Und während Schatz weiter doziert über Sinn und Unsinn von zu häufigen und überflüssigen Lebensmitteleinkäufen und deren Folgen (-> leere Portemonnaies, volle Mülleimer, stetig wachsende Speckrollen, etc.), packt Schatzens Frau unbeirrt Fruchtkonserven in den Einkaufswagen und wischt seine Einwände mit der einzig richtigen und universell gültigen Antwort vom Tisch:
"Mecker' nich'! Libbys** kann man immer brauchen!"

Klar, es geht auch vice versa, aber das ist eher die Ausnahme.
Jungs, wenn ihr keinen Bock habt auf's Einkaufen, warum zum Henker geht ihr denn dann mit?
Ich habe keine der Frauen mit vorgehaltenem Bolzenschussgerät gesehen, mit dem sie euch zum Einkauf gezwungen hätte!
Oder drohen Damen in fortgeschrittenem Alter etwa mit Sexentzug?!

Freut euch doch einfach über die Köstlichkeiten, die da so gejagt und gesammelt werden...




**Bei dieser Antwort beliebig einsetzbar: Louboutins, Teelichter, Bechertassen, Mon Chérie, etc...

Donnerstag, 20. März 2014

Gute Taten - Banane verschenkt

Ich eben, kurz vor Feierabend und als einzige Kundin, im örtlichen Biomarkt, in dem es immer ranzig stinkt und in dem die Durchschnittskundin klamotten- und hairstylemäßig stark an Ramona Leiß im Dschungelcamp erinnert.
Ich (immer GNTM-like) gehe da nur wegen den Nussecken hin.
Schließlich ist es mir total wichtig, dass meine Nussecken nur aus Nüssen bestehen, die der Baum und das darauf wohnende Eichhörnchen freiwillig hergegeben haben.

Wie ich da so mit der Gebäckzange nach der letzten Nussecke im Kunststoffkasten angele, kommt ein alter Mann mit Rollator 'reingeschlurft.
Er sieht ziemlich ungepflegt aus. Womöglich obdachlos?
Er fragt die Bioladentrulla, die gerade ökologisch supitolle Dinge ins Regal räumt: "Wie teuer ist 1 Banane?"
Bioladentrulla:
"Äine Bonooohne? Weeß ick ööch nich. Kann ick söö nich sooogn".
Öhä, 'n Zoni - die hatten's ja nie so mit Bonooohn, niwooohr?

Rollator-Män und ich gucken sie erwartungsvoll an, aber sie räumt weiter ihre Regale aus unbehandeltem Nichtregenwaldholz ein.

Ich merke, wie mir, wie so oft in den letzten Tagen, ein Hormontsunami durch den Körper rauscht.
Ähnlich einem Werwolf kurz vor der Verwandlung.
Och nööö, nicht schon wieder! So mache ich mir echt keine Freunde.

"Dann guggn Se halt noooch!" will ich die Kuh anschnauzen, aber ich kann doch nicht jeden Tag wie der Unglaubliche Hulk durch die Gegend amokisieren!
Obwohl ich durchaus Grund dazu hätte, bei den ganzen Irren da draußen.
Ich muss mich auch mal beherrschen lernen, wie soll das sonst enden im August?!
"Baby und Mutter wohlauf; Hebamme erwürgt."

Rollator-Män hofft noch eine Weile auf Antwort, schlurft aber schließlich von dannen.
"Halt die Klappe! Halt die Klappe! Halt die Klappe!" befehle ich mir.
"Das hier geht dich nichts an!"
Mmmmmmpf  - waaaaah, ich kann nicht!

"Was ist denn so schwer daran, dem alten Mann 'ne Antwort zu geben?" platzt es also aus mir raus.

Sie glotzt:
"Ja, öööh, ich weeß doch nich, wie teuer so 'ne Bonoohne is! Zwanzsch Cent vielleicht öder fuffzsch?"
"Sie hätten ja eine wiegen können." schlage ich vor.

"Was solln das jetzte?" frooocht die Bioladentrulla.
Ich wette, die is' gar kein Bio.

"Ich finde, Sie hätten dem Mann eine Antwort auf seine Frage geben können, wie teuer 1 Banane ist", sage ich, stratze wutentbrannt zum Obststand, zerre 1 Banane von 'ner Staude und knalle sie mitsamt der Nussecke auf's Band.
(Die Nussecke ist übrigens heil geblieben! Das nenne ich mal Qualität!)

Die Bioladentrulla kommt öööch zur Kasse.
lsö ich weeß jetze nich, wö das Pröbläm liecht. Die Chöfin gibt dem sonst immor wos, is' aba jetzte nich da."
Ich: "Sie sollten dem ja auch nix geben, sondern nur seine Frage beantworten."
Sie glotzt auf die Banane.
"Wolln Se jetzt oooch ne Bonoohne?"
"Jaha!"
Tipptipptipp...
"Das macht dann drei Örö dreißsch!"
Ich pfeffere ihr 4 Ocken auf's Band und verlasse den Laden mit den berühmten letzten Worten: "Das ist echt das allerletzte hier!"

Ach, was rege ich mich überhaupt auf, Hauptsache ist doch, die gehn da politisch korrekt mit Lebensmitteln um, nicht wahr?


So, nun hinter dem Oppa her...
Weit kann er ja nicht sein.

Aha - ein paar Meter weiter sehe ich den Rollator neben dem öffentlichen Pinkelhäuschen stehen.
OK, ich warte einfach, bis er wieder rauskommt, drücke ihm die Banane in die Hand und verbiete ihm, jemals wieder diesen Pissnelkenökoladen zu betreten.
Ich überlege kurz, ob ich ihm auch die Nussecke schenke, entscheide mich aber dagegen. Zuviel Nächstenliebe muss auch nicht sein.
Außerdem brauche ich bei meinen Verdauungsproblemen derzeit selbst jeden einzelnen Ballaststoff.

Ich stelle mich also neben den Rollator, als ich merke: er pinkelt gar nicht IM Klohäuschen, sondern im Gebüsch direkt neben mir!
Huch!
Er bemerkt mich ebenfalls und versucht, mit offener Hose zum nächsten Busch zu hoppeln.
Oh Gott, wie peinlich!
Ich schreie "ENTSCHULDIGUNG! Ich lege Ihnen nur Ihre Banane hier hin!" und hoppele meinerseits zurück Richtung sicheres Zuhause...

Knallhart, aber suuuborleggoor:





Samstag, 1. März 2014

Wie sag ich's meinem Chef?

Ich nutzte das alljährliche Mitarbeitergespräch, um meinem <Chef> von Lucky Luke zu berichten.

Chef:

*Mitarbeitergesprächsblabla beendet*
Haben Sie selbst noch Anmerkungen?

Ich:

Ja. Äh... also ..äh.. ich wollte Ihnen mitteilen, dass ich im Juni mal eben weg muss.... Für 1 Jahr oder so.

Chef:
Äääääääääähhh?? .....ouuuuukaaaaaay....... EIN Jahr?! Äh... da muss ich mich erst schlau machen, wie das mit Freistellung vom Dienst aussieht und wie das mit der Sozialversicherung zu regeln ist und den anrechenbaren Zeiten und ...

Ich:
Nee, halt! Das müssen Sie nicht, das ist eigentlich ganz einfach: Ich geh' ja nur in ..äh.. Mutterschutz.

Chef:
*glotz* Oh... ach.. aber das ist ja was Schönes! 

Ich:
Ja, irgendwie schon. Sehr überraschend, und natürlich ungeplant, aber schön.

Chef:
Da bin ich aber froh! Einen Moment lang dachte ich, Sie müssten eine Haftstrafe antreten.

WIE BITTE?!

Es ist nicht zu glauben! Man hat mir ja schon einige merkwürdige Verhaltensweisen unterstellt, aber dass ich kriminelle Energie ausstrahle - das ist mir neu.

Ich erzählte ihm dann von meinen Plänen (12 - 14 Monate Erziehungsurlaub); wie ich meinen Arbeitsplatz bis Juni bzw. in dem unbesetzten Jahr zu managen gedenke (bin die Einzige in diesem speziellen Sachgebiet) und davon, dass ich vermutlich neulich im KH gelandet war, weil ich in den Tagen zuvor viel zu schwer getragen hatte (Büroausmisten am Jahresanfang eben).


Er nannte mir direkt den Namen einer studentischen Hilfskraft, an die ich mich wenden soll, wenn ich mal mehr als 1 Stehordner zu transportieren habe.

(Dass er das todernst meinte, bewies sich einige Stunden später, als sich mir auf dem Weg zur Poststelle plötzlich ein junger Mann in den Weg schmiss: "Der Chef hat mich angerufen, ich soll Ihnen beim Tragen helfen."
In der Poststelle fragte der Verteiler:
"Wieso kommt ihr vom Dezernat 27 für die paar Sachen denn zu zweit?"
"Frau Juliane darf nich' schwer tragen." war die Antwort und ZACK! schnappte sich der Verteiler, Kavalier alter Schule, die restlichen 2 Päckchen. Ich selbst trug also - richtig: NICHTS.)

Dann nannte Chef (selbst junger Vater) mir die Kinderklinik mit dem besten Ruf in der Gegend;
glänzte mit Insiderwissen ("Die nächste Entbindungsklinik liegt nur 7
Minuten Fußweg von der Uni entfernt. Also keine Panik, wenn mal was ist. Und WENN mal was ist, rufen Sie mich sofort und jederzeit an! Und NUR mich!")
;
versprach, auf seinem Dachboden nach ausrangiertem Babykram zu stöbern und empfahl mir als seine neueste Entdeckung "TipToys" (was es alles gibt!).


Kurz vor Feierabend rief mich eine Sachbearbeiterin vom Personaldezernat an, um mir mitzuteilen, dass mir, obwohl ich Mitte Juli gehe, der KOMPLETTE Jahresurlaub zusteht!
Ist das geil, oder was?!
Nennt mich Glücksklee!!!

Tja, allmählich entspannt sich meine Lage immer mehr und die Freude bahnt sich schon an die Oberfläche...


Und morgen sach ich's Elvis.
Oder übermorgen.

Oder so...
Oder ich sag' gar nichts, vielleicht fällt's ihm gar nicht auf, dank der ihm eigenen, für Teenager so typischen Mischung aus Phlegma und Egozentrik, und er fragt irgendwann in 2 Jahren: "Wer is'n der kleine Typ da?" und ich sag dann: "Keine Ahnung, der hat neulich vor der Tür gelegen."

Und zur Feier des Tages habe ich mir Glücksgaloschen gegönnt:

Aaaaahh...
Oooohhhh...
Wie hübsch die glänzen!!

Die funkeln auch im Dunkeln!

Für später, damit ich, dann mit Walfischausmaßen, meine zarten Füße nicht plattdrücke...

So, und nun fahre ich zum Piloten und wir werden ein wunderbares Wochenende im Münsterland verbringen.

Bis dahin...
Tüdelfuckinglühü!