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Dienstag, 10. März 2020

Juliane von Knigge: Praktikant sein

Mein Chef hat ein Faible für PraktikantInnen.
Leider nicht für diese welpigen 14-jährigen, die eingeschüchtert und verpeilt durch die Flure stolpern und nach 14 Tagen wieder in der schulischen Versenkung verschwinden, sondern für Umschüler.
Umschüler, ey!
Menschen im besten *hüstel* Alter, die man dann monatelang am Hacken hat.

Ich weiß nicht, woran es liegt, dass UmschülerInnen ein doch eher ..ähm.. spezielles Verhalten an den Tag legen.
Sind es die Nachwehen des einer Umschulung vorausgegangenen epic fail oder schlicht das Alter, das einen ja gerne ein mü eigenartig werden lässt?

Wie auch immer, wir schleusen hier nonstop PraktikantInnen im Alter zwischen
40 und 55 durch und da brauchst du Nerven aus Stahl. Carsten Stahl.

Sin mer mal ährlisch, PraktikantInnen bringen's nicht, kosten nur Mühe und Zeit und haben 0 Mehrwert für die Firma.
Im Gegentum. Abschließend haste noch die Aufgabe am Hals, aus "sie war faul, frech und der dämlichste Vollpfosten, den es seit Anbeginn der Industrialisierung je gegeben hat" so umzuformulieren, dass es im Abschlussbericht irgendwie positiv klingt.
Man will ja niemandem die vielversprechende Zukunft verbauen, nicht wahr.

"Vergebene Liebesmüh", wie unsere Oberbuchhalterin immer sagt und sich PraktikantInnen kategorisch verweigert.
Nicht mal 'nen gescheiten Kaffee bringen sie dir!
Weil sie sich weigern.
"Ich bin nicht hier, um Kaffee zu kochen oder die Ablage zu erledigen, sondern um was zu lernen!", moserte mal eine von den ganz Mutigen an ihrem 1. Tag.
Womit sie grundsätzlich Recht hat; leider folgten ihren widerspenstigen Worten keine Taten, und sie ging als faulste Praktikantin ever in die Firmengeschichte ein.


So, falls ihr mal in die Bredouille kommt und ein Praktikum machen müsst (und eine Umschulung verlangt immer eins), hier ein kleiner Leitfaden:

1. Informier dich über die Firma, BEVOR du einen 1. Fuß über die Schwelle setzt! Lerne von mir aus die Website auswendig oder ackere Prospekte durch, aber sei informiert!
Dialoge wie
"He, Praktikant! Bringst du bitte diese Akte zu Franz-Rüdiger Hugendubel?"
- "Wer issn Franz-Rüdiger Hugendubel?"
"Der, dessen Name in Großuchstaben auf dem Gebäude steht!?!?!"
lassen dich in sehr schlechtem Licht dastehen.

2. Wenn du das Praktikum für komplett sinnlos hältst, weil du für nach der Umschulung eh andere Pläne hast, dann behalt das gefälligst für dich! Wir Fachkräfte investieren Zeit (die wir eigentlich gar nicht haben) und Mühe in dich und du willst doch nicht, dass wir in den Kaffee rotzen, den wir dir netterweise kredenzen, oder?

3. Ja, ein Handy ist eine feine Erfindung. Ebenso fein ist der Knigge, in dem steht PACK DAS VERDAMMTE DING WEG, WENN DIR JEMAND WAS ERKLÄRT!!!
Dialoge wie
"He, Praktikantin! Stör' ich dich gerade mit meinen Erklärungen? Ich kann gerne später weitererklären, wenn du jetzt erst mit deinem Handy beschäftigt bist!" *schnaub*
- "Ja, nee, du störst nicht. Ich schreib nur grade meinem Mann, dass heute mein Eisprung ist. Wir wünschen uns doch so sehr ein Kind!"*
lassen dich in sehr schlechtem Licht dastehen.
*(Spoiler: sie war sogar zu doof zum poppen.)

4. Wenn du private Telefonate führen musst, dann NICHT in einem vollbesetzten Büro. Such dir einen leeren(!) Konferenzraum oder setz dich ins Scheiß- oder Treppenhaus.
Dialoge wie
"He, Praktikant! Das ist jetzt dein 4. Privattelefonat heute morgen! So geht das nicht!"
- "Chef, das war nicht privat!, Das war der Pflegedienst von unser Omma. Privat wäre, wenn ich jetzt meine Freundin anrufe und ein Date zum Essen abmache!"
lassen dich in sehr schlechtem Licht dastehen.

5. Verabschiede dich von alten Gewohnheiten! Du schulst nach 27 Jahren Kindergärtnerin zur Bürokauffrau um? Schön! Aber glaub mir, deine KollegInnen legen garantiert keinen Wert darauf als Schätze, kleine Mäuse oder Liebes bezeichnet zu werden.
Und Sätze wie "Hier ist gerade ein Paket für die EDV abgegeben worden. Ich seh mal nach, ob die Mäuse in ihrem Büro sind!" klingen doppelt gruselig, wenn es sich bei den Mäusen um eine Horde zauseliger Mittvierziger handelt.

6. Wenn du so dermaßen aufgeregt bei Praktikumsantritt bist, dass du dir vorher einen zwitschern musstest, solltest du vielleicht besser erstmal über Verhaltenstherapie nachdenken, statt über einen neuen Beruf?

7. Denk mit! Versuch, selbst zu sehen, was noch zu tun ist.
Ich staune heute noch über den Typ, den ich morgens um halb 11 in einem Roman lesend an seinem Schreibtisch vorfand ("Ich bin fertig!" - Ja, Junge, mit DIESER Aufgabe, es warten aber noch 27 andere Dinge, die erledigt werden müssen!).


Oder kurz gesagt:
Benimm dich einfach wie ein normaler Mensch!
Zeig Manieren!
Versuch, nicht zu stören, steh nicht dumm rum und mach um Gottes Willen nichts kaputt!





Weinen möchte man, weinen...






PS:
Die Währung für Dankbarkeit dafür, dass man Zeit und Energie in dich investiert, ist übrigens Käsekuchen.
Nix zu danken.


Label: Knigge

Sonntag, 7. Juli 2019

Juliane von Knigge - Bewerbungen

Niemals hätte ich gedacht, dass dieser Post notwendig sein würde, niemals!
Aber wenn du in einem Unternehmen mit BewerberInnen zu tun hast, erlebste viel Elend.

Wir hatten/haben sie alle da:
- die im Arbeitsverhältnis, die sich bloß bewerben, um ihren Marktwert zu testen
- die im Arbeitsverhältnis, die was Besseres suchen
- die Berufsanfänger, fresh from the Uni oder Berufsschule
- die Wiedereinsteigerinnen
- die Arbeitslosen, die vom Amt "gezwungen" werden
- die Arbeitslosen, die wirklich Arbeit suchen und
- Rentnerinnen, die sich ihre Rente aufbessern wollen/müssen.

Tja, wo fange ich an?

1. Die Bewerbung
Offenbar ist es nicht en vogue, Lebenslauf und Anschreiben auf Fehler zu checken.
Die Bewerbung ist der allererste Eindruck, den die Firma von euch bekommt, also gebt euch ma Mühe, ey!
Lasst jemand Schlaueren drüber gucken oder nutzt die Online-Rechtschreibprüfung.

Fasst euch kurz!
Glaubt ihr, wir lesen Bewerbungen durch?
(Spoiler: NEIN! Wir checken zuerst eure Visagen. Sympathisch oder unsympathisch? Dann wird im Lebenslauf nach dem erlernten Beruf geguckt. Wenn der passt, biste 1 Runde weiter und DANN erst überfliegt man das Anschreiben.)

Schlimmstes Beispiel:
ein Mittfuffziger mit Doktortitel schrub in seinem 2-seitigen(!) Anschreiben, was seine Eltern von Beruf waren, wann er geheiratet hat, welchen Beruf die Frau hatte, wie viele Kinder zur Welt kamen, welche Berufe die Kinder gewählt haben, und dass er mittlerweile geschieden ist. (Was mich zugegebenermaßen dann doch interessierte, aber das TUT JETZT NICHTS ZUR SACHE!)

Vergesst diesen anbiederischen Sermon, den euch die "Profis" vom Arbeitsamt oder aus irgendwelchen Maßnahmen vorkauen.
Dieser lame Einheitsrotz interessiert keine Sau.
Ein knackiger Zweizeiler, in dem steht, was ihr von Beruf seid und was ihr aktuell macht, reicht; den Rest erfährt man im Vorstellungsgespräch.

Kleiner Tipp für Feinheiten wie Ansprechpartner etc.:
Wenn im Stellenangebot steht "Schicken Sie Ihre Unterlagen an den Vizepräsidenten. Fragen zur Stelle beantwortet Ihnen Frau Müller", dann geht euer Krempel NICHT an "Sehr geehrte Frau Müller" und NICHT an den sehr geehrten Herrn Vizepräsident!
Ersurft euch gefälligst auf der Firmenwebsite des Vize Namen!


2. Das Foto
Schlimmstes Beispiel:
Ein selbstgeknipstes Foto auf einem s/w-Drucker ausgedruckt, schief ausgeschnitten und schräg auf den Lebenslauf gepappt.
Gönnt euch 'nen Profi!
Und 'ne Haarwäsche.
Und 'n Lächeln.


3. Das Vorstellungsgespräch
Du Glückskeks wurdest eingeladen? Dann sei verdammt nochmal pünktlich, das ist doch nicht zuviel verlangt!

Schlimmstes Beispiel:
Anruf aufgelöste Enddreißigerin: sie hätte sich verfahren, könne die Firma nicht finden und käme nun womöglich nicht pünktlich und hach - welch Drama!
Stellt sich raus:
sie stand 50 Meter von unserem Gebäude entfernt und das 2 (in Worten: zwei) Stunden (in Worten: Stunden) zu früh.

Findet ihr das verfickte Bürogebäude nicht, dann googelt oder fragt in der nächsten Tanke, aber macht keinen auf hilfloses "Ich find mich nicht zurecht und ein Navi kann ich auch nicht bedienen und in solchen Situationen bin ich eh kurz vorm Nervenzusammenbruch"-Frauchen!

Schön übrigens, wenn ihr am Empfang den Namen desjenigen nennen könnt, der euch eingeladen hat. Frau von Wegen zum Beispiel.
Nicht Frau van Wegner, nicht Frau Wagen und schon gar nicht "Hab ich vergessen."

Bereitet euch vor!
Lernt von mir aus die Firmenhomepage auswendig, aber seid informiert!

Habt souveräne Antworten parat und antwortet keinesfalls auf den Klassiker "Mögen Sie sich bitte kurz vorstellen?" mit "Och, tja, was soll ich da erzählen? Gibt nich viel..." oder "Ich  bin gebürtig aus Sachsen und lebe jetzt mit meinen 2 Katzen in Dingshausen."
Eines Tages wird sie vor mir stehen, die perfekte Bewerberin, die dann antwortet "Ich bin eine 32-jährige Finanzbuchhalterin, die nach 3-jähriger Elternzeit wieder ins Berufsleben einsteigen möchte."
Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Gelegentliches Blinzeln wär auch schön, statt uns mit aufgerissenen Augen anzustarren, wie das Karnickel die Schlange.

Schlimmste Beispiele:
die 42-jährige, die beide Arme um sich geschlungen hatte und vor & zurück wippte, nur unterbrochen von gelegentlichen Hairflips.
Oder die, die Null Ahnung hatte, wer wir sind und was wir machen.
Oder diejenige, für die wir eine Pause einlegen mussten, damit sie sich einen Hub Nitro genehmigen konnte:


"Ich bin immer so aufgeregt, wenn ich mit Chefs zu tun habe!"
*seufz*
Ja, sie lebt noch, keine Sorge!
Nein, sie musste nicht ins Krankenhaus.
1 Gönnung Nitro und das Gespräch ging weiter.

Macht eure Nervosität nicht zum Thema.
Wenn ich für jedes "Hach, ich bin so aufgeregt!!!" 'nen Euro kriegen würde, wär ich längst auf Weltreise.
Man traut einem Bewerber, dem schon bei einem "normalen" Gespräch die Düse geht, nämlich nicht wirklich zu, dass er im stressigen Arbeitsalltag gelassen bleibt.

JA, wir sind/waren alle aufgeregt bei einem Interview, aber reißt euch gefälligst zusammen!
Vor euch sitzen stinknormale Menschen, keine Götter, und wir ham auch irgendwann mal als Bewerber auf der anderen Seite des Tisches gehockt!


4. Kleidung
OK, Klamotten sind Geschmackssache, aber macht sich keiner heutzutage mehr schick??
Wozu hat der liebe Gott Heine und H&M erschaffen?

Schlimmstes Outfit bisher:
dunkelblaue Windjacke und schwarzes T-SHirt kombiniert zu türkiser Leggings, weißen Sneakern und Rezo-Tolle.


5. Danach
Nein, es wirkt keinesfalls zu dick aufgetragen, wenn man sich nach dem Gespräch per Mail kurz dafür bedankt.


Wie ihr seht, es braucht nicht viel, grundsätzlich gelten ja nur folgende Sachen:
- fehlerfreie Bewerbung mit professionellen Foto
- ordentliche Klamotten (Hose/Rock, nettes Blüschen, saubere Schuhe)
- Wissen über die Firma mitbringen
- gute Selbstdarstellung


Echt, es kann so einfach sein...

Gern geschehen und viel Glück!



Gutes Benehmen? HIER lang!

Samstag, 8. August 2015

Juliane von Knigge - Babysitter werden

Da ich diesmal gut & gerne auf 14-jährige, sich ständig am Rande der Hysterie befindliche Kichergören als Babysitter verzichten kann, habe ich nicht beim hiesigen Babysitterdienst angerufen, sondern einen Aufruf in der "Sauerländer Jobs & Flohmarkt"-Facebookgruppe gepostet.


Ich bekam 17 Zuschriften.
Es schieden aus:
- all die Gepiercten, Tätowierten, sich Terminator-Babe Nennenden, mit einem Pitbull Kuschelnden, mit Bierflasche in die Kamera Prostenden, der deutschen Grammatik nicht mächtig Seienden. Das waren 10.
- Ayse Özgür. Es war mir irgendwie suspekt, dass ihre 18-jährige Tochter den Job haben wollte/sollte, aber selbst nicht über ein FB-Profil verfügte (Hallo?! Eine 18-jährige ohne FB??). Außerdem überforderte mich ihr "I love my Prophet!"-Profilbild.
- 2 professionelle Tagesmütter. Viel zu teuer.

Blieben 4 einigermaßen vertrauenswürdig wirkende junge Frauen.
3 versetzten mich zu den abgemachten Terminen:
1 musste dringend mit ihrem kranken Papagei in die Tierklinik, fragte aber 4 Tage später nach, ob ich noch Interesse hätte. Wtf?!
1 fiel ein, dass sie eigentlich doch keine Zeit zum Babysitten hat und 1 sagte nicht mal ab.


Es blieb: Anne-Marie.
Und was soll ich sagen: Ich bin verliebt!

Und Lucky Luke ebenso, kein Gefremdel seinerseits. Im Gegenteil: beim Vorstellungstermin hat er direkt mit ihren Zehen gespielt.
Anne-Marie ist ausgebildete Kinderkrankenschwester.
Anfang 20, schön, sympathisch, sanftmütig, aber doch durchgreifend, wenn nötig.
Gleich beim ersten Termin hat sie einen Teil der Gesamtsumme erlassen, weil ich Lucky 10 min. vor Ablauf ihrer Zeit selbst gefüttert hatte.
Und nach dem gemeinsamen Spiel hat sie aufgeräumt!
Hach...



Aber zurück zum Knigge...

So, liebe Menschen, die ihr an meine Kohle wollt meinen Augenstern beaufsichtigen wollt, oben könnt ihr schon lesen, wie man's macht und wie nicht und zusätzlich hier noch ein paar Tipps:

- Siezen!
Der aufmerksame Leser weiß: ich will nicht von Fremden geduzt werden. Noch ungernerer von Fremden, die 35 Jahre jünger sind als ich.
Klar, social media - da wird grundsätzlich nicht gesiezt, aber EY! es geht hier um einen JOHOB! 

- Grammatik!
Jagt euer Geschreibsel durch die Rechtschreibhilfe, Herrgottnochmal!
"hallo du ich hab auch 2 jungs 3 und 5 der ältere in kindergarten kannst deine maus ja mal vorbeibringen an welchem tag haste denn gedacht glg Mandy" 
Aaaargh aaargh aaaaarrgghh!
Fun fact: die ganzen Swetlanas, Fatimas und Panagiotas haben fehlerfrei geschrieben und dufte formuliert! Eat this, deutsche Deppin!  

- Profilfotos
Ich engagiere niemanden, der in seinem Profilbild eine Koksline samt gerolltem Fuffi zeigt.
Dass derjenige nicht zwangsläufig Drogen konsumiert ist mir klar, aber eine gewisse Affinität scheint da zu sein.
Ich will auch keinen Babysitter mit Zombie- oder "I love my Prophet!"-Profilbild. 

- Nicknames
Sich ChaChaCha Xbux oder Diva Deluxe oder Marie Juana nennen und dann nicht mal in der PN mit dem echten Namen unterschreiben? Vergesst es.

Es geht hier nicht um irgendnen x-beliebigen Putzjob, sondern um so 'n Ding mit Verantwortung und Vertrauen und so...
Selbst wenn man "nur" über FB einen Job sucht, sollte man 'n klein büschn anders auftreten.
Got it?

Was habe ich gelernt?
(Also außer, dass die meisten Fressenpiercings, Tunnels und unmotiviert kreuz & quer auf den bleichen Körper geballerten Tattoos scheiße aussehen?)
Ja:
Facebook ist nicht die Jobbörse des Arbeitsamtes und daher nur so semi geeignet für die Babysittersuche.


Oha, Lucky arbeitet an der Raute der Macht!
Bringt euch in Sicherheit!

Donnerstag, 24. Juli 2014

Juliane von Knigge - Umgang mit Schwangeren

Hätte nie gedacht, dass diese Lehrstunde nötig sein würde!
Aber doch, ja, ist sie - leider.
Knigge würde im Grabe rotieren!

1.
DO! NOT! TOUCH! THE! BAUCH!
Wie viele Hunderttausende Schwangere haben sich schon darüber ausgelassen? Sei es im Netz oder im GVK? In wievielen Elternzeitschriften und Büchern steht das geschrieben?! Hääh?!
Und trotzdem wirste ungefragt betatscht!
"WARUM?" keuchte ich neulich amokös, während ich BFF Charlotte am Kragen gepackt und hin- und herschüttelte, nachdem sie es gewagt hatte, meinen Bauch zu tätscheln. "Ich bin doch kein Haustier!"
"Öhm, naja...", röchelte sie "...so ein Bauch lädt doch dazu ein!"
NEIN! Tut er nicht!
Ich persönlich hatte noch nie das Bedürfnis eine Schwangere anzufassen, sei es eine dahergelaufene oder eine mir bekannte.

Einzige Ausnahme: der werdende Vater. 
Der darf natürlich immer und überall an der werdenden Mutter herumtatschen.
(Trotzdem Obacht: vorsichtshalber vorher fragen!)

2.
Die Schwangere will keine Horrorstorys über fehlgelaufene PDAs oder totgeborene Föten hören! Es sei denn, sie fragt explizit danach!
Ja, sowas ist furchtbar tragisch - aber wo bleibt euer verschissenes Fingerspitzengefühl?!

3.
Widersprich nie einer Schwangeren!
Die Reaktion wird gar furchtbar sein.

4.
Stell Dich einer Schwangeren nie in den Weg.
Weder metaphorisch gesehen, noch live. Sie wird dich überrollen, metaphorisch UND live!

5. 
Begrüße eine Schwangere nie mit "Hallo Moby!"
Neulich selbst erlebt. Nicht lustig.
Schlimm genug, dass man sich wie Tine Wittlers dickere Schwester fühlt...

6.
Wenn eine Schwangere nach Erdnüssen verlangt, dann bring ihr auf keinen Fall die JUMBO-Nüsse von Ültje!

7.
Als werdender Vater solltest Du das Entbindungsdatum wissen!
Schreib es in Deinen Kalender, speichere es in Laptop, Smartphone, Blackberry und sonstigen Schnickschnackgeräten. Notfalls lass es Dir tätowieren, aber frag niemals die Schwangere in der 34einhalbsten Woche, wann nochmal das Baby kommt?!
*schluchz*

8.
Liebe Ärzte und innen! Teilt das Geschlecht des Fötus nur mit, wenn
a) die Mutter das auch wissen will und
b) ihr euch 100000% sicher seid! Bei jeder Vorsorgeuntersuchung ein anderes Ergebnis zu hören, ist not very amusing!

9.
Sollte die Schwangere ausnahmsweise mal gutgelaunt sein und netterweise auf die Frage "Wie soll es denn heißen?" antworten, dann setz verdammt nochmal ein Pokerface auf und antworte mit "Aha!", "Schön!" oder "Welch seltener Name!", aber niemals mit "Klingt ja wie ein Sprachfehler!" oder "Hört sich an wie ein Wort, bei dem 'ne Silbe fehlt!" oder "So heißt auch unser Nachbarsjunge. Armer Tropf, hat bei der Geburt zu wenig Sauerstoff gekriegt..."

10.
Sollte eine Schwangere an Edekas Fleischtheke neben Dir stehen, dann wird nicht "Ist da wirklich jemand drihin?!" gegröhlt.





Bin sicher:


-to be continued-



Dienstag, 15. Juli 2014

Juliane von Knigge - Zu Besuch bei Kinderbesitzern

Im Gegensatz zu meinen anderen Knigge-Lehrstunden kann ich mich heute ganz kurz fassen, denn es gibt nur eine einzige Grundregel für den Besuch bei Eltern, wenn der eigene Uterus (noch) ungedehnt ist.

Man setzt sich niemalsnienicht in einem Haushalt mit Kind/Kindern an den Tisch und sagt:

"Ich mag Kinder nicht."


Sollte eigentlich klar sein, oder?

Als Gast das Alphabet furzen, seinen Namen rülpsen, popeln - (fast) kein Problem; als Kinderbesitzer ist man einiges gewöhnt, aber so'n Spruch?!

Ich selbst bin leider zu wohlerzogen, als dass ich mit
"Und ich mag keine gefühlskalten, karrieregeilen Langweilerinnen ohne Kinderstube. Schade, dass Dich Dein Master of Whatever nicht gerade zur hellsten Kerze auf der Menschlichkeits-Torte macht. Und jetzt schieb' Deinen jungfräulichen Muttermund hier 'raus und such' Dir andere Kinder-doof-Finderinnen zum spielen. Bei mir haste jedenfalls zum letzten Mal 'nen Kaffee gekriegt."
geantwortet hätte.

Jeder Katzen- oder Hundebesitzer, dem man sagen täte, dass man keine Katzen/Hunde mag, würde einen mittels Hasso oder Kitty aus dem Haus jagen; ich statt dessen tat (mangels Haustierbesitz) tolerant und sagte nur:
"Aha. OK."

Wenn sich Frauen gegen Kinder entscheiden - OK.
Jede hat ihre Gründe.
Aber mir als Mutter ins Gesicht zu nölen, während mein Kind in Hörweite sitzt, dass man Kinder nicht mag - das geht zu weit.

EINmal könnte ich so eine Aussage noch durchgehen lassen, aber von dieser jungen Dame Bratze musste ich mir das mehrfach anhören.
Nur gut, dass ich diese Kuh -aus Gründen- nie mehr wiedersehen muss.

Tja, ich hab' zwar kein Apretur, bin aber trotzdem totally kniggy...

Sonntag, 9. Februar 2014

Juliane von Knigge - Börsenbenimm

Ich bin jetzt fast 10 Monate bei NeueLiebe.org angemeldet und ich muss sagen, SO geht das nicht, Männer*!
(*ich meine die 45 - 50-jährigen)

Hier mal ein paar Grundregeln:

  • Nicht jede besitzt ein Smartphone bzw. ist 24/7 online und reagiert sofort und innerhalb von 3 Minuten auf eine Nachricht. Deshalb bitte keine blöden Anmachen wie: „Krieg ich mal endlich 'ne Antwort oder biste Dir zu fein?!“ wenn nicht am selben Tag geantwortet wird.
  • Oft gesehen und sofort enttarnt: als Profilbild das Foto eines Stars (meist George Clooney) per Photoshop mit dem eigenen Bild verschmelzen lassen, um starlike 'rüberzukommen? Nein!
  • Nicht bei der Größenangabe schummeln! Überlegt doch mal: Irgendwann steht ihr eurem Opfer gegenüber und dann merkt es, dass der erwartete 1,86er-Riese nur mädchenhafte 1,73 hergibt. Lügen haben kurze Beine, ne?
  • Männer über 40 sollten Nachrichten an Frauen über 40 nicht mit „Huhu!“ beginnen. Nee, Moment, ich korrigiere: Männer über 21 sollten Nachrichten an Frauen über 21 nicht mit „Huhu!“ beginnen. 
  • Männer über 40 sollten Frauen über 40 nicht fragen: "Bock, mal 'n Käffchen schlabbern zu gehen...". Nee, Moment, ich korrigiere: Männer über 21... usw.
  • Im Profil anzugeben, dass man „Frauen zwischen 18 und 99“ sucht, komm irgendwie abartig rüber. "Abartig" im negativen Sinn.
  • Wer anfangs schreibt: „Mädels, Geist ist geil!“, darf nicht sowas geistreiches hinterher schicken wie: „übrigens manche Leute kaufen sich Sachen.......die Sie nicht brauchen.......um Jemanden zu inponieren ........die sie nicht mögen.....“ 
  • Was habt ihr eigentlich alle gegen Interpunktion und Großschreibung?! Den Profiltext bzw. die Mails vorher kurz durch die Rechtschreibprüfung jagen! Sowas sollte keine Frau lesen müssen:
    pitti 44
    ich bin schüchtern und sensibel lol spaß ich suche eine ehrliche treue offene frau für beziehung
    Dali01 45
    Ich bin ein Charmanter und liebevoller Typ,freundlich,hilfsbereit,Nett,aber manchmal auch frech und von schwarzen Humor durch zogen.Mein Interessens Gebiet ist sehr gross.
    uli 51
    ich bin ein lieber zärtlicher kuschelbär für den treue sehr wichtig ist es liegt mir am hertzen meine partnerin zu verwöhnen.
    Holger 41
    Ach wen der Text zu kurz oder denen hier nicht passt...
    Liebe Frauen Tragt nicht die Nase zu hoch, Prinzen gibt es nur im Traum ,heutzage reitet keiner mehr auf weiße Pferde.
    Detlev 48
    Hi ihr Süssen, Grüsse alle und suche nette Menschen kennenzulernen. Bin sensibel und freue mich auf alle nette und einfache menschen.
  • Wie soll frau aus miesen Vorlagen wie diesen, einen spritzigen Dialog zaubern?:
    „Hallo Du! freue mich das Du über mein Profil gestolpert bis,such leute mit denen man Spass haben kann und kennen lernen ,fahre gerne Motorrad und gerne ist der Platz hinter mir frei. lg Uwe”
    (Psst, Uwe! Der Platz bleibt auch gerne frei, wetten?)
    “Na, wat machste? Geile sFoto! Michi“
    „Huhu, viele Grüße aus Dortmund ins Sauerland! Gruss, Peter“
  • Kleiner Tipp für die ganz Umtriebigen: nutzt außergewöhnliche Nicknames, wie z.B. Bélakeyi63, nicht für ALLE eure Accounts. Ich habe mal den Kontakt zu 2 vielversprechend erscheinenden Kandidaten abgebrochen, weil ich spaßeshalber die Nicknames gegoogelt und herausgefunden hatte, dass sie in diversen anderen Portalen (u.a. Ichwillficken.de, MegaLabien-Freunde.org, etc) unterwegs waren.
  • FRAGT.MAL.WAS! Ich weiß nach erstem Date fast alles über denjenigen, derjenige über mich fast nix. Und wenn euch keine Fragen einfallen (schwache Leistung, echt!), dann fragt zumindest nach den Namen der Kinder (gibt 100 Pluspunkte!) oder der Haustiere. (Skandalöse Randnotiz: Der Pilot weiß bis heute nicht, wie Elvis heißt!!!! Hmpf. Mal sehen, wann er drauf kommt. Hauptsache, er will wissen, wie seine zukünftigen Kinder heißen, nicht wahr...)
  • Themen wie die Firmengeschichte von Siemens (wenn man nicht Herr Siemens persönlich ist), Lamazucht, Möhreneintopfrezept der Mutter, US-Waffengesetze, Bogenführung beim Violoncello, etc. sind für's erste Date nur bedingt geeignet.
  • Ich hatte nur wenige Abfuhren, die taten zwar kurz weh, waren aber durchaus angemessen formuliert: „Du bist optisch nicht mein Typ.“ und „Du passt nicht in mein Beuteschema.“ Einer meldete sich nach dem ersten Date nie wieder (macht man nicht!) und einer servierte mich quasi eine Viertelstunde vorher ab mit: „Du magst Sauna nicht? Dann wird aus uns nichts!“ (macht man auch nicht!). Die Wahrheit hat hier ausnahmsweise nix zu suchen! "Du bist mir zu fett/dürr/doof/hässlich!" geht gar nicht! Ich selbst servierte meist mit „Danke für Dein Interesse, aber Du wohnst zu weit weg.“ Oder „Tut mir leid, aber Du siehst meinem Vater verblüffend ähnlich!“ ab.
  • Sollte es beim ersten Date (was aber eher unwahrscheinlich ist) zum Geschlechtsakt kommen, dann benutzt gefälligst Kondome! Auf ein jämmerliches "Mimimi, ich kann aber nicht mit Kondom, mimimi!" wird keine Frau hereinfallen!

Über Nicknames und Profilbilder habe ich ja HIER schon mal geschrieben.
Wie man's macht oder besser nicht machen sollte, könnt ihr HIER nachlesen.

Und nun frisch an's Werk!
Denkt immer daran: auch Typen wie Helmut Kohl, Steve Buscemi oder Lemmy Kilmister haben jemanden abbekommen.

Viel Glück!



Donnerstag, 17. Oktober 2013

Juliane von Knigge - Ankündigungen machen

Ich bin ein Fan von klaren Worten und straighten Ansagen.
Wenn sie nötig sind.
Leider sind die meisten Ankündigungen völlig unnötig.

Wir kennen solche Situationen alle:

Mann und Frau betreten ein Restaurant / Club / Hallenbad, etc. 
Mann reißt die Türe auf und schubst die mitgebrachte Dame mit der Ansage: "Ladys first!" ins jeweilige Etablissemang.

Oder:

Man sitzt in geselliger Runde irgendwo herum, es wird Alkohol kredenzt.
Man erhebt die Gläser und garantiert ist ein Klugscheißer dabei, der jetzt schreit:
"Beim Anstoßen in die Augen gucken! Sonst gibt es 7 Jahre schlechten Sex! Haha!"
Wobei das meist jemand ruft, mit dem man/frau nicht mal 7 Jahre guten Sex würde haben wollen.

Oder:

Man ist zum Essen eingeladen.
Der Gastgeber serviert, wie es sich gehört, zuerst den Damen, aber nicht ohne kundzutun: "Zuerst die Damen!"

Oder:

Man trifft auf jemanden, den man länger nicht gesehen hat. Der pogt Deinen Begleiter aus dem Weg, ruft: "Zuerst die Dame!" und drückt Dir unaufgefordert rechts-links-rechts 3 Küsschen auf die Wange und kräht: "3 Küsse! So machen's die Franzosen!"
Meist ist aber kein französischer Staatsbürger anwesend und da kommt doch die Frage auf:
"Wen zur Hölle interessiert's, wie's die Franzosen machen?!"
Ich persönlich scheiße auf das unhygienisches Geherze von Menschen, mit denen ich nicht blutsverwandt oder deeply in love bin!

Oder:

"Ich muss mal Pipi machen!" oder "Ich geh pinkeln!"
Meine Güte, wenn ich für jedes Mal, wenn mir ein Mann (Arbeitskollege, Freund, Vetter, Nachbar, Börsenkandidat, etc.) von seinen Pissplänen erzählt, 1 Euro bekommen würde, hätte ich ein nettes Sümmchen beisammen.
Gerade heute noch, während eines Meetings im Audimax, raunte Chef1, der neben mir saß, zu: "Lassen Sie mich mal bitte vorbei, ich muss Pipi!"
Ich ließ mich unvorsichtigerweise zu einem: "Schon wieder??" hinreißen, was ihn ermunterte, mir ausführlich von seiner offenbar suboptimalen Getränkeauswahl in der Mensa zum Mittagessen zu berichten.
Frauen sagen sowas nie, die stehen einfach auf und verlassen den Raum.
Was glauben Männer?
Dass man sie vermissen und Suchtrupps hinterherschicken würde, wenn sie nicht nach 4 Minuten wieder auftauchen?
Oder ist das so ein archaisches "Ich, der Beschützer, muss die Schwachen alleine lassen und melde das vorher an, damit keine Panik ausbricht, sobald ein Mammut auftaucht"-Ding?
Oder eher ein Potenz-Ding:
"Seht her, Mädels! Ich gehe schon wieder pinkeln, denn meine Prostata aka Fortpflanzungsorgane sind noch top in Schuss!"

Hä, Männer, sagt doch mal!
Naja, wir werden es wohl nie erfahren.


And finally der Klassiker:

"Ich komme!"
Ja, dann komm' doch, Herrgottnochmal!
Man merkt's, spürt's und hört's doch!
Da braucht's doch keine Ankündigung.



Was soll das nun alles?
Will und muss betont werden, dass man sich durchaus zu benehmen weiß?
Überflüssig, denn eigentlich sieht man's doch schon, wenn in der richtigen Reihenfolge begrüßt und serviert wurde.

Hier mal eine Situation, in der eine Ankündigung vonnöten gewesen wäre:


Label: Knigge

Donnerstag, 27. September 2012

Juliane von Knigge - Durch's Treppenhaus

Ich bin von Geburt an Mieterin.
Ich habe noch nie in einem Haus gewohnt; immer in Mietwohnungen.
Auch meine Eltern und Großeltern sind keine Hausbesitzer.

Ich wohne im 3. Stock.
Wenn's bei mir klingelt, betätige ich den Türöffner, gehe ins Treppenhaus und gucke durch's Geländer, wer da so hoch kommt.

Nun habe ich im Laufe der letzten Jahrzehnte folgendes beobachten können und zwar ausnahmslos:

  • Hausbesitzer (und deren Kinder) brüllen vom 1. Stock an los; also sobald sie mich ihrerseits durch's Geländer oben erblickt haben: "Na, alles paletti? Mönsch, ist das ein Wetterchen draußen! Schlecht mit der Parkerei hier, ne? Wem gehört denn der versiffte Buggy neben der Haustür? Ist das eurer?Blablabrüll!" ... oder was man sonst so zur Begrüßung sagt.
  • Leute, die selber zur Miete wohnen (und deren Kinder), kämpfen sich still und leise in den dritten Stock und warten mit der Begrüßung bis zur Wohnungstür. Sehr löblich.

MERKE:
Nicht JEDER Nachbar ist an einer lautstarken Fremdunterhaltung quer durch's Treppenhaus interessiert - also:
KLAPPE  HALTEN, BIS  DIE  ZIELWOHNUNG  ERREICHT  IST!

Bei manischen Quasslern muss man tricksen:
Wenn ich weiß, dass meine Kusine Imre zu Besuch kommt, besteht immer die Gefahr, dass sie von ihren täglichen 27 Milliarden gesprochenen Worten, 7 Millarden zwischen Erdgeschoss und 3. Stock rauslässt.
Nicht schön. Das kann man keinem Nachbarn zumuten.
Zumal Imre, durch die Vielquatscherei atemnotsbedingt, nicht zügig bis in den dritten kommt, auf Treppenabsatz 1 & 2 pausieren muss, dort aber munter weiterquatscht.
Wenn Imre also kommt, verstecke ich mich hinter meiner Wohnungstür und öffne erst, wenn ich ihr Gehechel direkt davor vernehme.

Tjaha, denkt mal drüber nach, ihr Hausbesitzer, wenn ihr das nächste Mal eure veramten Bekannten im Mietsbunker besucht!
Und brieft auch eure Kinder!

Abschließend noch der Spruch, den ich meiner Schwiegermutter auf ein Kissen getackert habe:
Ein guter Gast ist niemals Last.

Montag, 7. Februar 2011

Juliane von Knigge - Allgemeines

  • Ich mag nicht beim ersten Kennenlernen schon geduzt werden.
    (Auch nicht von einem OneNightStänder oder dem Rettungsassistenten, der mich 3 Stunden bei Laune halten muss, während die Feuerwehr mich aus einem brennenden Autowrack schneidet. Ja, sorry - aber da bin ich konsequent.)
    • Ich mag nicht von jemandem, den ich gestern erst kennengelernt habe, "Juli" genannt werden.
    • Ich mag nicht mit diesem BussirechtslinksUmarmungsQuatsch begrüßt werden! (Ich möchte wenigstens vorher gefragt werden, ob man mich derart bespringen darf und es ist mir SCHEISSEGAL, ob Franzosen sich mit 3, 6 oder 9 Küsschen begrüßen, Karla!) Dafür bin ich aber eine Befürworterin des straighten Handschlags.
    • Ich hasse "Maaaahlzeit" & "Guten Appetit" und werde darauf auch niemals antworten.
    • Was spricht eigentlich dagegen, Tischdecken zu bügeln, bevor man sie auf den Tisch legt?
    • Als Fan von Moritz Freiherr Knigge (ist der eigentlich noch Single?) und seinen Ahnen wünsche ich jemandem nach einem Nieser nicht "Gesundheit", sondern warte auf ein, in perfekter französischer Intonation vorgetragenes "Pardon" (aber wie's aussieht, warte ich wohl umsonst).
    • Wenn man sich zum Plaudern in meinem Büro aufhält, dann keinesfalls mit dem Hintern auf meinem Schreibtisch! Ja, das gilt auch für Dich, Chef!
    • Wenn ich in einem Gespräch die Worte roundabout /  Location / Get-together / auscashen / da bin ich ganz bei Dir / das ist nicht meins / etc. höre, klappen sich meine Öhrchen automatisch zu.
    • Einem Stift, Handwerker oder Lebensgefährten sage ich nach einer erledigten Aufgabe, dass er seine Arbeit gut gemacht hat, und keinesfalls dass er "einen guten Job gemacht hat".
      (Auch nicht, wenn es sich um einen Blowjob handelt. Der würde dann mit einem schlichten HUCH! honoriert.)
    • Falls derjenige dann artig Danke sagt, werde ich natürlich niemals mit dem aus dem Französischen heraus-pervertierten "da nich' für" antworten.
    • Beim "Perfekten Dinner", in Kantine/Café/Restaurant würde ich meinen Mitessern gerne die Caps & Hats von den verfilzten Scheiteln reißen (ham die alle keine Eltern, die denen sowas beibringen?).
    • ach ja und wenn ich nochmal im internet auf einen blog  kommentar forumsbeitrag oder sonstigen text stoße in dem interpunktion sowie groß und kleinschreibung ignoriert werden schieße ich wahlweise mir ins auge oder in den bildschirm wozu hat der liebe gott denn die punkte kommata und fragezeichen erfunden
    • In meiner Gegenwart zu furzen und zu rülpsen ist selbstverständlich tabu! Auch wenn es "nur natürlich" ist.
    Ja, Ordnung und ein Mindestmaß an Anstand muss sein, nicht wahr?!

    Ich wollt's nur mal sagen.
    Falls wir Blogger uns zufällig über den Weg laufen...