Ich gehöre noch zu der Generation Frauen, denen von ihren Großmüttern, Urgroßmüttern, Tanten und Großtanten von klein auf eingebleut wurde, dass ein Arzt als Ehemann DAS Nonplusultra sei.
Hast Du einen Arzt zuhause, gehst Du als
"die Frau Doktor" garantiert sorgenfrei durchs Leben; nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch, was Ruhm, Ansehen und Ehre betrifft.
Wie kommt das bloß?
Gut, die Kerle retten Leben, aber das tun Feuerwehrmänner auch! Und wurde jemals eine junge Maid dazu genötigt einen Feuerwehrmann zu ehelichen? Nö.
Meine Ahninnen gehörten zu einer Generation, die ehrfürchtig erstarrten, sobald der Gott in weiß den Raum betrat.
Was meist zur Folge hatte, dass man, so als Salzsäule, den Worten des Doktors vor Aufregung nicht richtig folgen konnte (nachzufragen verbat sich von selbst; wenn der Doktor sprach, schwieg man andächtig!), anschließend völlig minderinformiert die Praxis wieder verließ und auf den Doc als Quacksalber schimpfte.
Aber nur bis der nächste Arztbesuch anstand.
Meinen ersten und bisher einzigen Arzt hatte ich mit 19.
Er war 26, der Bruder meiner besten Freundin, AiPler und monatelang schwer verliebt in mich.
Ich war nicht besonders beeindruckt.
Er war mir lästig in seiner ständigen Hilfsbereitschaft mir gegenüber und seine Begeisterung für mich hatte merkwürdige Züge:
Nachdem ich ihn nach unserem 1., einzigen und stinklangweiligen Date angeschrien(!) hatte, dass aus uns nie was werden, weil ich ihn doof finden würde, überreichte er mir 3 Tage später, zu meinem Geburtstag, einen riesigen Blumenstrauß mit den Worten
"Ich werde niemals aufhören, um Dich zu kämpfen!".
("Niemals" bedeutete in diesem Fall: 6 Wochen später. Da zog er ins 400 km entfernte Heidelberg, um dort eine Stelle in einer Kurklinik anzunehmen und ward nie wieder gesehen.)
Er trug eine riesige Glasbausteinbrille und roch wie unser UrOppa Jurgis.
UrOppa Jurgis war zwar ein lieber Typ, aber als 92-jähriger Zigarrenraucher und Kernseifennutzer riechste halt nicht so angenehm.
Das waren für unser UrOmma und ihre Schwester, Großtante Bertha, natürlich keine Gründe, einen ARZT! als Freund abzulehnen:
"Sei nicht so wählerisch! Der Mann ist ARZT! So einen lässt man doch nicht abblitzen!" oder
"Kind, versuch's doch wenigstens mit ihm! Der Appetit kommt beim Essen!" oder
"Ein langweiliger Arzt ist besser als gar kein Mann!"
Nie wieder wurde ich von meinen Ahninnen derart in eine Beziehung gedrängt!
Mittlerweile weiß man:
Ärzte sind ja leider auch nur normale Menschen, ergo überbewertet.
Kaffeeklatschkollegin Greta ist seit 3 Jahren mit einem Allgemeinmediziner liiert.
Der Typ liegt ihr zu Füßen. Will mit ihr zusammenziehen, hat ihr sogar einen Heiratsantrag gemacht. Aber Greta lehnt ab:
Sie ist überzeugt, dass eine gemeinsame Wohnung die Beziehung ruiniert und dass der Herr Doktor (immerhin schon Ende 40) sie nicht so oft und hengstgleich besteigen würde (ja, sorry, O-Ton Greta!!), wenn die beiden zusammen wohnen täten.
Die 2 haben noch nie gemeinsam übernachtet, außer im Urlaub.
Einzige Ausnahme:
nach einer Portion oller Champignons im Restaurant wurde Greta so schlecht, dass sie ihn bat, bei ihr zu bleiben.
Er hat sich fürsorglich zu ihr gelegt, Händchen und Eimer gehalten, Stirn gewischt etc. und als sie sich ausgekotzt hatte, fing er tatsächlich an, sie zu befummeln!
Und als sie, schon kurz vorm Licht, hauchte:
"Lass' mich, ich bin krank!" hatte er ihr verführerisch ins Ohr geraunt:
"Keine Sorge, ich bin Arzt!" und frech weitergefummelt!
Über diesen pornofilmeresken Spruch musste Greta so lachen, dass sie sich direkt nochmal übergeben hat.
Tjahaaa! Von wegen:
Der Arzt - edler Freund & Lebensretter!
Halbgott in Offwhite würde ich sagen, UrOmma, ne?!
Wie komme ich eigentlich jetzt darauf?
Ach ja, letzte Woche war ich bei meinem Hausarzt.
Irgendwann während dieses Termins kniete er vor mir und ich musste ihm anschließend hochhelfen.
Seitdem überlege ich:
Wieso zur Hölle kniete der Doc eigentlich vor mir?!?!
War ihm etwas 'runter gefallen?
Hat er mich untenrum untersucht?
Ich kann mich nicht erinnern, verdammt nochmal!
Er wird mir doch wohl keinen Heiratsantrag gemacht haben, während mich gerade eine demente Episode überfiel?!
Au wei, UrOmma würde sich im Grabe rumdrehen...
Sonntag, 26. Februar 2012
Dienstag, 14. Februar 2012
Outfit des Grauens - Pelzmonster
"Boah, Mama!", motzt das Teentier.
"Hättste Dir nicht ein paar COOLE Stiefel kaufen können, wie alle andern auch?"
Ich kontere mit dem Spruch, den ich in seinem Alter immer dann von meinem Vater zu hören bekam, wenn ich mich über eins seiner ultrahäßlichen Winteraccessoires lustig gemacht hatte:
"Funktionalität, mein liebes Kind, geht selten einher mit schöner Optik. Und bei Schnee ist mir ein warmer Fuß lieber als ein schicker!"
Zugegeben, ich hätte mir ja gerne ein paar schöne Stiefel gekauft, aber mitten im Winter gibt's nur FlipFlops, und dann muss man eben nehmen, was noch da ist.
"Welche Marke is'n das überhaupt?",
höhnt Elvis weiter und schielt auf die Inschrift.
"Kangaroos? LOL, das passt ja! Die Dinger, die da baumeln sehen nämlich aus wie die Känguruklöten, die sie im Dschungelcamp immer fressen müssen!"
"Kangaroo-Stiefel sind Mount-Everest getestet!", kläre ich ihn auf.
Wenn das keine Supervoraussetzung für einen guten Winterschuh ist, dann weiß ich auch nicht!
"Du kletterst aber gar nicht auf den Mount Everest", argumentiert er völlig unsachlich.
"Du gehst bei der Kälte höchstens zur Garage, fährst zu Edeka und wieder zurück."
Nichtsdestotrotz halten die Dinger enorm warm! Was will man mehr?!
Trotzdem: werde mich im Mai mal nach richtig schönen Schneestiefeln umsehen...
"Hättste Dir nicht ein paar COOLE Stiefel kaufen können, wie alle andern auch?"
Ich kontere mit dem Spruch, den ich in seinem Alter immer dann von meinem Vater zu hören bekam, wenn ich mich über eins seiner ultrahäßlichen Winteraccessoires lustig gemacht hatte:
"Funktionalität, mein liebes Kind, geht selten einher mit schöner Optik. Und bei Schnee ist mir ein warmer Fuß lieber als ein schicker!"
Zugegeben, ich hätte mir ja gerne ein paar schöne Stiefel gekauft, aber mitten im Winter gibt's nur FlipFlops, und dann muss man eben nehmen, was noch da ist.
"Welche Marke is'n das überhaupt?",
höhnt Elvis weiter und schielt auf die Inschrift.
"Kangaroos? LOL, das passt ja! Die Dinger, die da baumeln sehen nämlich aus wie die Känguruklöten, die sie im Dschungelcamp immer fressen müssen!"
"Kangaroo-Stiefel sind Mount-Everest getestet!", kläre ich ihn auf.
Wenn das keine Supervoraussetzung für einen guten Winterschuh ist, dann weiß ich auch nicht!
"Du kletterst aber gar nicht auf den Mount Everest", argumentiert er völlig unsachlich.
"Du gehst bei der Kälte höchstens zur Garage, fährst zu Edeka und wieder zurück."
Nichtsdestotrotz halten die Dinger enorm warm! Was will man mehr?!
Trotzdem: werde mich im Mai mal nach richtig schönen Schneestiefeln umsehen...
Sonntag, 4. Dezember 2011
Outfit des Grauens - Peruanischer Panflötenpulli
Leider wieder ein Fehlkauf.
Dabei sah der Pulli im Katalog so putzig aus!
Das Ding schlabbert an den unmöglichsten Stellen.
Und kratzt!
Ich habe darin große Ähnlichkeit mit diesen peruanischen Panflötenspielern in der Fußgängerzone.
Nur ohne Flöte.
Und schwanger.
Nur ohne Flöte.
Und schwanger.
Ich habe neulich noch 29 Ocken dafür hinblättern müssen, jetzt wurde das Dings reduziert auf 9!!
Wahrscheinlich, weil ich die Einzige war, die dieses Teil bestellt hat...
Donnerstag, 27. Oktober 2011
Petzen
Elvis ..äh.. sorry... Sohn will ja nicht, dass ich hier über ihn berichte.
Diesen Wunsch selbstverständlich respektierend, erzähle ich also NICHT, dass er mich neulich nachts um halb 2 per Handy aus'm Kinderzimmer angerufen hat, um sich lautstark zu beschweren, dass das blöde, frischgewaschene Spannbettlaken, das ich ihm bereits nachmittags hingelegt hatte, gar nicht passt!
Ich bin dann kollapsnah (immerhin schlief ich bereits seit mehreren Stunden tief & fest und bei nächtlichen Anrufen denkt man ja sofort, es is' was mit Omma) hingetorkelt, nur um feststellen zu müssen, dass der kleine Trottel versuchte, das Laken quer statt längs aufzuziehen.
Als ich ihn am anderen Tag dafür lang machte, keine Spur von Einsicht bei dem Bengel!
Statt dessen ein: "Das war Dir hoffentlich eine Lehre!"
Ey, wer erzieht hier eigentlich wen?!
Diesen Wunsch selbstverständlich respektierend, erzähle ich also NICHT, dass er mich neulich nachts um halb 2 per Handy aus'm Kinderzimmer angerufen hat, um sich lautstark zu beschweren, dass das blöde, frischgewaschene Spannbettlaken, das ich ihm bereits nachmittags hingelegt hatte, gar nicht passt!
Ich bin dann kollapsnah (immerhin schlief ich bereits seit mehreren Stunden tief & fest und bei nächtlichen Anrufen denkt man ja sofort, es is' was mit Omma) hingetorkelt, nur um feststellen zu müssen, dass der kleine Trottel versuchte, das Laken quer statt längs aufzuziehen.
Als ich ihn am anderen Tag dafür lang machte, keine Spur von Einsicht bei dem Bengel!
Statt dessen ein: "Das war Dir hoffentlich eine Lehre!"
Ey, wer erzieht hier eigentlich wen?!
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Ich bin nicht die Coolste, wenn ich cruise...
Hier mal was für meine (3?) männlichen Leser zum Thema "Frau am Steuer".
Ja, ich hab mich auch gekringelt.
Aber vor (Welt-)Schmerz.
Letzte Woche habe ich vermutlich DEN Job meines Lebens verpasst, da ich mich in der GroßenStadt, auf dem Weg zum Vorstellungstermin (den ich nur Dank Vitamin B ergatterte) bei einer der größten Institutionen Deutschlands, bei der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz, völlig verfahren habe und mich ca. 380 km vom eigentlichen Ziel entfernt wiederfand!
Klar, ohne Navy und nur mit Google-Map-Ausdruck bewaffnet...
Wer hat eigentlich 4-spurige Citystraßen erfunden?
Das war 'n Kerl, ne?!
Und was tut frau in solch einer prekären Situation?
Genau, sie ruft DEN Mann ihres Lebens an, was ich dann auch tat:
"Oppaaa! Schnell, Du musst mich lotsen! Ich stehe hier mitten in Deutschland und weiß nicht weiter. Hast Du eine Straßenkarte auf der Du gucken kannst, wo ich hin muss?"
Er: "Wo bist Du denn? Irgendwelche Schilder in der Nähe?"
Ich: "Keine Ahnung, irgendwo zwischen Düsseldorf und Hannover. Ich steh' hier mitten im Grünen. Links von mir ist ein Spielplatz."
Er *augenrollend - ich hab's genau gehört!*:
"Kind! Spielplätze gibt's Tausende. Außerdem besitze ich keine einzige Straßenkarte mehr! Ich fahr' mit Navy."
War klar...
Ich cruiste noch 10 Minuten vor mich hin und entdeckte endlich ein Straßenschild.
Ich rief in besagter Firma an. Als die sehr hilfsbereite Sekretärin mich dann via Handy zu sich lotsen wollte, hörte ich nach ca. 100 gefahrenen Metern die Ansage:
"Ihr Guthaben beträgt weniger als 20 Cent. Bitte laden Sie Ihr Handy auf! *Klick*! Tut tut tut..."
War klar...
Ich irrte zunächst weiter herum, aber 93 Minuten und 4 Tankstellen später stürmte ich schweißgebadet mit dem launigen Ausruf "Bin daha, wer nohoch?!" in das Büro.
Das Auto hatte ich an einer Bushaltestelle abgestellt und es war mir SCHEISSEGAL!
Die vormals so hilfsbereite Vorzimmerkuh hielt mir meine Bewerbungsmappe entgegen, mit rügendem Blick und den Worten:
"Ihr Termin war vor anderthalb Stunden! Ich nehme an, dass kein wirkliches Interesse Ihrerseits vorliegt, also haben wir die Stelle anderweitig vergeben."
Auf meinen entrüsteten Einwand:
"Sie wissen aber doch, dass ich mich rettungslos verfahren hatte!" sagte sie gar nichts.
Und auf meine Frage, wie ich denn nun aus dieser verf*ckten Stadt jemals herausfände, reagierte Sie ebenfalls nicht.
Wie ich zurück gefunden habe, weiß ich nicht, ich bin einfach immer rechts und dann in die Richtung gefahren, in der ich mein Zuhause vermutete...
Aber das muss unter uns bleiben!
Wenn Frau VitaminB jemals erfährt, dass die von ihr so hochgelobte Frau Juliane es dermaßen verkackt hat - oha!
PS: Warum fragt man eigentlich immer in Tankstellen nach dem Weg, wenn man sich verfahren hat? Die Bratzen da haben anscheinend noch weniger Orientierungssinn als ich.
Ja, ich hab mich auch gekringelt.
Aber vor (Welt-)Schmerz.
Letzte Woche habe ich vermutlich DEN Job meines Lebens verpasst, da ich mich in der GroßenStadt, auf dem Weg zum Vorstellungstermin (den ich nur Dank Vitamin B ergatterte) bei einer der größten Institutionen Deutschlands, bei der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz, völlig verfahren habe und mich ca. 380 km vom eigentlichen Ziel entfernt wiederfand!
Klar, ohne Navy und nur mit Google-Map-Ausdruck bewaffnet...
Wer hat eigentlich 4-spurige Citystraßen erfunden?
Das war 'n Kerl, ne?!
Und was tut frau in solch einer prekären Situation?
Genau, sie ruft DEN Mann ihres Lebens an, was ich dann auch tat:
"Oppaaa! Schnell, Du musst mich lotsen! Ich stehe hier mitten in Deutschland und weiß nicht weiter. Hast Du eine Straßenkarte auf der Du gucken kannst, wo ich hin muss?"
Er: "Wo bist Du denn? Irgendwelche Schilder in der Nähe?"
Ich: "Keine Ahnung, irgendwo zwischen Düsseldorf und Hannover. Ich steh' hier mitten im Grünen. Links von mir ist ein Spielplatz."
Er *augenrollend - ich hab's genau gehört!*:
"Kind! Spielplätze gibt's Tausende. Außerdem besitze ich keine einzige Straßenkarte mehr! Ich fahr' mit Navy."
War klar...
Ich cruiste noch 10 Minuten vor mich hin und entdeckte endlich ein Straßenschild.
Ich rief in besagter Firma an. Als die sehr hilfsbereite Sekretärin mich dann via Handy zu sich lotsen wollte, hörte ich nach ca. 100 gefahrenen Metern die Ansage:
"Ihr Guthaben beträgt weniger als 20 Cent. Bitte laden Sie Ihr Handy auf! *Klick*! Tut tut tut..."
War klar...
Ich irrte zunächst weiter herum, aber 93 Minuten und 4 Tankstellen später stürmte ich schweißgebadet mit dem launigen Ausruf "Bin daha, wer nohoch?!" in das Büro.
Das Auto hatte ich an einer Bushaltestelle abgestellt und es war mir SCHEISSEGAL!
Die vormals so hilfsbereite Vorzimmerkuh hielt mir meine Bewerbungsmappe entgegen, mit rügendem Blick und den Worten:
"Ihr Termin war vor anderthalb Stunden! Ich nehme an, dass kein wirkliches Interesse Ihrerseits vorliegt, also haben wir die Stelle anderweitig vergeben."
Auf meinen entrüsteten Einwand:
"Sie wissen aber doch, dass ich mich rettungslos verfahren hatte!" sagte sie gar nichts.
Und auf meine Frage, wie ich denn nun aus dieser verf*ckten Stadt jemals herausfände, reagierte Sie ebenfalls nicht.
Wie ich zurück gefunden habe, weiß ich nicht, ich bin einfach immer rechts und dann in die Richtung gefahren, in der ich mein Zuhause vermutete...
Aber das muss unter uns bleiben!
Wenn Frau VitaminB jemals erfährt, dass die von ihr so hochgelobte Frau Juliane es dermaßen verkackt hat - oha!
PS: Warum fragt man eigentlich immer in Tankstellen nach dem Weg, wenn man sich verfahren hat? Die Bratzen da haben anscheinend noch weniger Orientierungssinn als ich.
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